Sonntag, 28. Februar 2010

Grimbart der Dachs

Februus

Die Etrusker waren ein sehr religiöses Volk. Ich weiß leider nicht mehr, wer es war, der sie als das religiöseste der Völker bezeichnete. Numa Pompilius, Schwiegersohn des sabinischen Kollegialkönigs Titus Tatius, der mit Romulus gemeinsam das von Anfang an multikulturelle Gebilde regiert hatte, war jedenfalls Etrusker und galt als sehr religiöser Reform- und Friedenskönig, der nach der Gewaltherrschaft des Romulus-Quirinus Ausgleich schuf, das römische Kultwesen gestaltete und in diesem Zusammenhang die Regeln des römischen Kalenders (Fasti) ordnete, mit all seinen Riten, Festen und Unterscheidungen zwischen fas und nefas.

Februus war der etruskische Gott des Todes und der Läuterung.
In der römischen Mythologie wurde sein Name zu Febris, und er erhielt heilkräftige Macht über die Malaria.
Die Wörter Februar und Fieber gehen also auf einen etruskischen Gott zurück (wie auch die germanischen Runen hòchstwahrscheinlich aufs etruskische Alphabeth zurückgehen).
Februarius war der Reinigungsmonat, die februa (-orum n) waren ein Reinigungs- und Sühnefest (eine Art Yom Kippur sozusagen), das im Februar stattfand.
Der März steht vor der Tür. Der Reinigungsmonat ist vorbei, wir sind hoffentlich alle geläutert, von mala aria geheilt und bereit für frische Luft.




Numa Pompilius

Das zugedeckte Pferd

Man brauchte Vati nur eine Frage zu Alt Küstrinchen zu stellen, und schon kamen farbige Erzählungen hervor, so zusammenhanglos sie auch sein mochten, denn er kam ständig vom Hundertsten ins Tausendste, weil er von seinen eigenen Gedankenassoziationen wie von einem Sturzbach fortgerissen wurde.

Das Gegenteil war der Fall, wenn man ihn auf den Krieg ansprach, den er hinter der Linie verbracht hatte. Da musste man ihm Fragen stellen, und es war gar nicht mal leicht, sie so zu stellen, dass er begriff, was überhaupt man gerne gewusst hätte, insofern er sich in einer Welt der Selbstverständlichkeiten jenseits aller Fragestellung und Infragestellung aufhielt. Anschauliche Angaben konnte man eigentlich nur mit der Pinzette aus ihm herausholen.
 Es gibt keine einzige wirklich farbige Erzählung zum Kriegsgeschehen aus seinem Mund. Die einzigen zwei Ausnahmen, die ein bisschen Pastell in seine grauen Andeutungen trug, sind seine Erzählung der allerletzten Kriegsmonate, als alles, was von Pferden befördert werden konnte, von Pferden befördert wurde, um Treibstoff zu sparen. Wie eine romantische Rückkehr in eine zeitlose Zeit, in der der Krieg noch das war, was er vor dem 20. Jahrhundert - mehr natürlich noch vor dem 19. - fast immer gewesen war: ein Geschehen am Rande, an den Grenzen, an einer Front, die zwar auch große Landstriche durchkämmen konnte, wie in Napoleons Kriegen, oder wie zum Beispiel dem 30-jährigen, aber kaum je ein Geschehen im gesamten Raum. Eine Zeit, in der Emil Spannocchis Ideen zur Raumverteidigung, die mich zur Zeit meiner Wehrdienstverweigerung beschäftigten, noch völlig unpassend und überflüssig waren.

Die andere Ausnahme betraf eine Geschichte, die er erzählte, als einmal Besuch aus Italien da war. Er habe seinen Vorgesetzten manchmal begleitet, wobei sie den verschneiten Appenin mehrmals überquert hätten. Das sei ein unbehagliches Gefühl gewesen, weil man in dem weißen Schnee so deutlich aus der Luft erkannt werden konnte. Bei dieser Erzählung kam auch sein damaliger Wunsch, an die Front zu kommen, zum Ausdruck, wodurch er seine Chancen, befördert zu werden, erheblich verbessert hätte. Aber er kam nie an die Front.
Er war damals in der Nähe von Terni. Terni liegt in Umbrien, sehr im Landinnern, fern von allem, in einer der wenigen italienischen Regionen, die keine Verbindung zum Meer haben; die Stahlfabriken der Kriegsindustrie befanden sich dort, aber dies erfuhr ich nicht von ihm, sondern erst viel später. Und er hatte dort einen "Fahrer". Was ein Fahrer sei, fragte ich ihn als Junge im Alter von etwa 12 Jahren, als er diese Geschichte erzählte. Es dauerte eine ganze Weile, bis unmissverständlich klar war, dass es sich um eine Art Kutscher handelte. Denn zuerst war ich durch mein Fragen, so ähnlich wie bei Robert Lembkes heiterem Beruferaten, bei "Chauffeur" angekommen. Aber da kam die Geschichte mit den Pferden und dem Treibstoff. Geweckt hatte mein Interesse ein Besuch bei diesem ehemaligen Fahrer während eines Ferienaufenthaltes in Schlesig Holstein.

Als ich ihn Jahre später einmal auf seinen Aufgabenbereich ansprach, um mir endlich einmal eine Vorstellung machen zu können, drückte er mir eine für Laien sehr wenig aufschlussreiche Beschreibung - eine Art Zusammenfassung der Dienstvorschriften - in die Hand, die der Bund ehemaliger Veterinäroffiziere herausgegeben hatte. Auch unschuldiges, unverfängliches, einfältiges Nachfragen stieß entweder auf wortkarge Unlust oder sogar auf Gereiztheit und blieb ohne Antwort.

http://it.wikipedia.org/wiki/Terni

Auf seinem Schreibtisch stand eine Tonplastik, die einen Soldaten zeigte, der fürsorglich ein liegendes, vielleicht sterbendes Pferd zudeckte, zu der er ebenfalls durch den Bund ehemaliger Veterinäroffiziere gekommen war. Entweder durch Kauf, oder als Geschenk für langjährige Mitgliedschaft.

Der Soldat, der hier dargestellt ist, ist eine Variante des Unbekannten Soldaten. Die Veterinäroffiziere sind die unbekannten Betrachter, für die diese Plastik geschaffen wurde. Sie identifizieren sich mit dem Soldaten in langem Wintermantel und Wehrmachthelm, mit seiner fürsorglichen Geste und mit dem leidenden Pferd, das in ihrem Leben die Rolle des schwachen, verwundeten Gedächtnisses spielt, das nicht mehr in der Lage ist aufzustehen, aufrecht zu gehen und - wie in Platons berühmtem Bild - dem Fuhrmann des tugendhaften Verstandes und der intellektuellen Redlichkeit zu gehorchen.

http://persciun.blogspot.de/2010/10/smultronstallet-erdbeereck.html

Samstag, 27. Februar 2010

Oper

"Ich begreife euch nicht, ihr guten Kinder," sagte er, "wie ihr Sujet und Musik trennen und jedes für sich genießen könnt. Ihr sagt, das Sujet tauge nicht, aber ihr hättet es ignoriert und euch an der trefflichen Musik erfreuet. Ich bewundere wirklich die Einrichtung eurer Natur, und wie eure Ohren imstande sind, anmutigen Tönen zu lauschen, während der gewaltigste Sinn, das Auge, von den absurdesten Gegenständen geplagt wird."

Goethe am 7. Oktober 1828

Und zwei Tage später...


"Der 'Moses' von Rossini kam abermals zur Sprache, und wir erinnerten uns gerne Goethes heiterer Erfindung von vorgestern. 'Was ich in Scherz und guter Laune über den Moses geäußert haben mag,' sagte Goethe, 'weiß ich nicht mehr, denn so etwas geschieht ganz unbewusst. Aber so viel ist gewiss, dass ich eine Oper nur dann mit Freuden genießen kann, wenn das Sujet ebenso vollkommen ist wie die Musik, so dass beide miteinander gleichen Schritt gehen. Fragt ihr mich, welche Oper ich gut finde, so nenne ich den 'Wasserträger'; denn hier ist das Sujet so vollkommen, dass man es ohne Musik als ein bloßes Stück geben könnte und mit Freuden sehen würde."

"Der Wasserträger" ist eine Oper des florentinischen Komponisten Luigi Cherubini. Ihr bekannterer Name ist heute Les deux journées, aber auch Le porteur d'eaux kommt noch vor.

http://storyarchitekt.blogspot.com/2009/10/oper.html

Ausgerechnet heute spricht auch Michael Kunze ausdrücklich das Thema "Libretto" an.

http://michaelkunze.blogspot.com/2010/02/madonna-of-marpingen.html

Freitag, 26. Februar 2010

Mendelssohn und Weaner Blut



Mendelssohn - Bartholdy wurde nach seinem Tod Opfer antijüdischer Propaganda. Den Beginn machte ausgerechnet Richard Wagner, der von den Kompositionen Mendelssohns stark beeinflusst worden war, mit seinem Pamphlet "Das Judenthum in der Musik", das erstmals 1850, drei Jahre nach dem Tod von Mendelssohn - Bartholdy, und dann erneut wieder 1869 erschien.
Da Wagner zum Zeitpunkt der zweiten Veröffentlichung bereits ein einflussreicher Komponist war, führte seine Auffassung zur Missachtung gegenüber dem Werk von Mendelssohn - Bartholdy in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (also während der Entwicklung und der Schaffensperiode Gustav Mahlers; diese Tatsache ist ein nicht unergiebiger Anknüpfungspunkt für Erörterungen der abendländischen Entwicklung in der musikalischen Ästhetik). In Anknüpfung an Wagner wurde dann die Aufführung der Werke von Mendelssohn - Bartholdy im Dritten Reich komplett unterbunden. Die deutschen Komponisten wurden zudem aufgefordert, musikalische Alternativen zu dem Werk "Ein Sommernachtstraum" zu schreiben, und in Leipzig wurde von den Nationalsozialisten in der Pogromnacht am 9./10. November 1936 die Mendelssohn ehrende Statue entfernt (und während des Zweiten Weltkriegs vermutlich eingeschmolzen).
Sie war nach einem Entwurf Werner Steins von Hermann Heinrich Howaldt ausgeführt worden und am 26. Mai 1892 enthüllt worden.
 Am 18. Oktober 2008 fand mittlerweile die Einweihung einer detailgetreuen Nachbildung vor der Thomaskirche statt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mendelssohn_(Familie)

Schon geraume Zeit vor den Nationalsozialisten war unter Genealogen bekannt, dass der Großvater von Johann Strauss junior, Johann Michael Strauss - aus Buda, dem am Westufer der Donau liegenden Teil von Budapest - jüdischer Herkunft war. Nach den Nürnberger Rassegesetzen galt Strauss also als „Vierteljude“, und seine Musik hätte eigentlich verboten werden müssen. Aber wie soll man auf seine herrliche Musik verzichten!! Schlimm genug, dass Mendelssohn nicht mehr gespielt werden konnte, und dass man die ihn darstellende Broncestatue in Leipzig hatte entfernen müssen.

„Der Stürmer“ (Nr. 22) hatte einst geschrieben:
„Es gibt wohl kaum noch eine andere Musik, die so deutsch und so volksnah ist, als die des großen Walzerkönigs.“
Joseph Goebbels notierte in seinem Tagebuch: „Ein Oberschlauberger hat herausgefunden, daß Joh. Strauß ein Achteljude ist. Ich verbiete, das an die Öffentlichkeit zu bringen. Denn erstens ist es noch nicht erwiesen, und zweitens habe ich keine Lust, den ganzen deutschen Kulturbesitz so nach und nach unterbuttern zu lassen. Am Ende bleiben aus unserer Geschichte nur noch Widukind, Heinrich der Löwe und Rosenberg übrig. Das ist ein bißchen wenig.“
Den wissenden Ahnenforschern wurde vom Leiter des Sippenamtes der Gauleitung Wien strengste Geheimhaltung befohlen. In weiterer Folge beschlagnahmte das NS-Reichssippenamt im Februar 1941 das Trauungsbuch der Dompfarre St. Stephan und brachte es nach Berlin. Dort machte man eine Fälschung.
Die Seite, in der Johann Michael Strauss als „getauffter Jud“ bezeichnet wird, wurde durch eine Kopie ersetzt und das Original in einen Tresor des Staatsarchivs gelegt.

Und so konnte die Musik weiter gespielt und über die Reichssender ausgestrahlt werden. Unangenehm war nur, dass viele Librettisten der Strauss'schen Operetten Juden waren: Ignaz Schnitzer, Victor Léon, Leo Stein. Ihre Namen wurden daher spätestens ab 1938 verschwiegen.

Natürlich wurde auch verschwiegen, dass Mozarts Librettist Da Ponte Jude war.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts bis zum "Anschluss"  wimmelte es in Wien vor Gelehrten mit jüdischem Background. Seit der Zeit im spanischen Toledo hatte die jüdische Kultur keine solche Blüte erlebt. Die Liste genialer Persönlichkeiten ist lang. Gustav Maler, Sigmund Freud, Egon Friedell, Stefan Zweig, Karl Kraus, Herrmann Broch, Alban Berg, Karl Popper, Peter L. Berger, Alfred Adler sind nur ein paar der bekannteren Namen von unzähligen anderen. Soll man nun Hugo von Hofmannsthal (und Karl Kraus) dazuzählen, oder nicht?

Donnerstag, 25. Februar 2010

Albrecht Haushofer

Albrecht Haushofer war ein Altersgenosse meines Vaters, und des Vaters meiner Geschwister und wurde in der Nähe der Haftanstalt Moabit von der Gestapo Ende April 1945 erschossen, weil er am Attentatsversuch des 20.Juli beteiligt war.
Von Beruf war er politischer Geograf, Schüler und Mitarbeiter seines Vaters (Karl H.), dessen Gedanken starken Einfluss auf die nationalsozialistische Osteuropapolitik hatten.
Auch Albrecht Haushofer war als Berater der Hitlerregierung tätig (Auslandsdeutsche). Von der Weimarer Demokratie war er enttäuscht, und als die Hitlerzeit begann, schrieb er "Ich kann mit den neuen Leuten menschlich genauso wenig wie Erasmus von Rotterdam mit den Wiedertäufern".
Im Gefängnis Moabit schrieb er dieses Gedicht.



Ich trage leicht an dem, was das Gericht
mir Schuld benennen wird: an Plan und Sorgen.
Verbrecher wär ich, hätt ich für das Morgen
des Volkes nicht geplant aus eigener Pflicht.

Doch schuldig bin ich anders als ihr denkt,
ich musste früher meine Pflicht erkennen,
ich musste schärfer Unheil Unheil nennen -
mein Urteil hab ich viel zu lang gelenkt ...

Ich klage mich in meinem Herzen an:
ich habe mein Gewissen lang betrogen,
ich hab mich selbst und andere belogen -

ich kannte früh des Jammers ganze Bahn -
ich hab gewarnt - nicht hart genug und klar!
und heute weiß ich, was ich schuldig war ...


Moabiter Sonette.

Der 20. Juli wurde zu recht zu einem besonderen Gedenktag. Aber man soll die Heldenhaftigkeit dieser Männer auch nicht überbewerten. Sie brauchten nicht nur sehr lange, um sich von Hitler, dessen Größenwahnsinn die führenden Köpfe der Wehrmacht angesteckt hatte, abzuwenden, sie brauchten dann noch einmal sehr lange, um sich zum "Tyrannenmord" durchringen zu können. Skrupel hatten sie nicht so sehr aus vernünftiger Skepsis, was die Unvorhersehbarkeit der weiteren Entwicklung anging oder aus grundsätzlicher Skepsis gegenüber der Diskrepanz die bei Attentaten meistens zwischen den Absichten und den tatsächlichen Folgen liegt, sondern aus purem Prinzipiendenken.
Ich habe seit meiner Jugend immer gedacht, dass ich Hitler wahrscheinlich ebenfalls auf den Leim gekrochen wäre. Aber wenn es mir gelungen wäre, mir ein klares, verlässliches Bild der Lage zu machen, hätte ich gewiss nicht die Skrupel gehabt, die diese auf Hitler vereidigten Offiziere Monate lang hegten. Wenigstens das kann ich von mir sagen.
In solchen Momenten wird gerade die Bibel zur Fundgrube.

Thomas von Aquin

Thomas von Aquin war ein überaus wissensdurstiger Mensch, der die Welt verstehen wollte. Er war infolgedessen natürlich ständig über ein Buch gebeugt und musste es sich gefallen lassen, von seinen Glaubensbrüdern geneckt zu werden. Einmal standen die am Fenster, und plötzlich riefen sie: "Thomas, Thomas, schau mal ein fliegender Ochse!" Thomas rannte zum Fenster und löste schallendes Gelächter aus. Aber betretenes Schweigen folgte, als er sagte, er habe es für wahrscheinlicher gehalten, dass ein Ochse fliege, als dass ein Mönch lüge.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Wer hat die Kraft sich dies zu vergegenwärtigen?

Dass die Gedichte von Paul Celan kryptisch sind, ist eine Legende. Was ihn für die meisten Menschen so schwer verständlich macht, ist etwas ganz Anderes, etwas Außerliterarisches: die Tatsache, dass kaum jemand in der Lage ist, sich die Mühe zu machen, die erforderlich ist, um das Schicksal der Juden im 20. Jahrhundert empathisch teilnehmend nachzuempfinden.
Wenn man sich diese Mühe gemacht hat hingegen, fällt einem die "Unverständlichkeit" von Celans Gedichten wie Schuppen von den Augen, und man sieht einen Meister der Klarheit, der mit der Darstellbarkeit eines grauenhaften Erlebnisses ringt; man würde ihm am liebsten ständig unter die Arme greifen, so klar sieht man seine quälende Mühe.

Es gibt für diese Anstrengung einen Ausdruck bei den Chinesen, von dem Ernst Jünger berichtet: "man würde die Bedeutung dem Leser am liebsten mit einer Nadel auf die Augen ritzen" (Jünger in einem Brief an Hans Jonas, wenn ich mich recht entsinne). Diese Wendung erhält ihre Anschaulichkeit natürlich von den Ideogrammen der Chinesen, die bildhafter sind als unsere Schrift.


Das Seil, zwischen zwei
Köpfe gespannt, hoch oben,
langt, auch mit deinen Händen,
nach dem Ewigen Draußen,

das Seil
soll jetzt singen - es singt.

Ein Ton
reißt an den Siegeln,
die du erbrichst.

Dienstag, 23. Februar 2010

Montag, 22. Februar 2010

Henning von Tresckow

Mein Vater verweigerte Stauffenberg als ehemaliger Offizier der Wehrmacht sein Leben lang Zustimmung, Sympatie und Verständnis und gab vor, die Shoah für eine sowjetische Propagandalüge zu halten, die auch 30 und 40 Jahre nach dem Krieg geglaubt wurde und sogar in bundesdeutschen Schulen unterrichtet würde. Und dies, obwohl er sich in der Ukraine als Veterinäroffizier zu einem Zeitpunkt hinter der Linie aufhielt, als dort hinter der Linie 1,5 Millionen Juden durch Erschießen getötet wurden. Wenn ich als Kind auch nur einen Stock gewehrartig "in Anschlag" brachte, herrschte er mich an, "Nicht auf Menschen zielen." Es hat einige Zeit gekostet, all dies verlässlich zu entschlüsseln.


Mein Vater hatte einen engen Freund vom Militär (Taufpate meines Bruders). Gottseidank besuchten wir den einmal an einem 20. Juli und sahen nach dem Abendessen im Fernsehen die jährliche Dokumentation. Es war wohltuend zu erleben, wie ein ehemaliger Offizier und Freund meines Vaters ohne Anfechtungen in meiner und meines Vaters Gegenwart die Wahrheit sagte und noch ein paar Details hinzufügte, die nicht so bekannt waren. Erst 10 Jahre nach dem Vater meines Todes (bedeutungsvoller Lapsus, ein wahrer Lapsus lazuli), Verzeihung, nach dem Tode meines Vaters, als in der Zeitung ein Artikel über von Tresckow erschien, teilte meine Mutter mir mit, dieser Freund meines Vaters sei entfernt mit von Tresckow bekannt oder verwandt gewesen.


Man kann zu den damaligen Ereignissen fast nie kluge Gedanken lesen. Ich fand die bisher klügsten bei Michael Kunze, der einer der klarsten Köpfe in Deutschland ist, und dessen Urteil zum Zweiten Weltkrieg immer auf beispielhafte Weise wahrhaftig und unbestechlich ist:
 "Zum Glück war Stauffenberg nicht bereit, sich selbst zu opfern. Deshalb scheiterte das Attentat. Wäre es geglückt, hätte Deutschland eine Militärdiktatur statt einer Demokratie bekommen."


http://storyarchitekt.blogspot.com/2009/01/stauffenberg.html

http://michaelkunze.blogspot.com/2010/01/innocent-by-usefulness.html

http://michaelkunze.blogspot.com/2010/02/red-as-blood.html

http://storyarchitekt.blogspot.com/2009/09/schandlich.html

Sonntag, 21. Februar 2010

Freitag, 19. Februar 2010

Albert Jacquard hatte also recht?

Albert Jacquard behauptete schon vor 25 Jahren, je mehr phänotypische, physiologische Merkmale - zum Beispiel all die Blutgruppen, die der Mensch außer A, B, AB und 0 sonst noch hat - man in Betracht ziehe, desto unbrauchbarer werde der Begriff Rasse. Jetzt wurde es auch auf genotypischer Basis bewiesen?



Aus der FAZ:
Rassen werden genetisch zu Schall und Rauch
"Das Glück blieb den Genomforschern bis zur Ergebnisauswertung treu. Beim Vergleich mit den Gendaten von Europäern, Asiaten und anderen Afrikanern hat man aufregende Entdeckungen gemacht. Eine ungeahnte Vielfalt breitete sich vor den Augen der Forscher aus. Fast anderthalb Millionen neuer, bislang unbekannter Genvarianten, unzählige Krankheits- und Merkmalsdispositionen, die sich nun unbeschränkt mit den Genomspendern in Verbindung bringen lassen.
Zwei Buschmänner aus der Kalahari-Wüste unterscheiden sich, wie man jetzt weiß, genetisch stärker voneinander als ein Europäer von einem Asiaten. Mit anderen Worten: Ethnien und Rassen sind gentheoretisch Schall und Rauch. Was wäre eine schönere Bestätigung im Kampf gegen das Pulverfass Apartheid? Tutus Lebenswerk wird so in einem texanischen Genlabor zur runden Sache."


"Jede neue Wahrheit beginnt ihren Weg als Ketzerei und beendet ihn als Orthodoxie." zitierte der Rassenkundler Konrad Lorenz den Biologen Thomas Huxley schon vor 40 Jahren in seinen "8 Todsünden der zivilisierten Menschheit".. Die Genetik ist nun dabei, eine neue Orthodoxie zu errichten. Es ist dennoch nicht auszuschließen, dass in 100 Jahren, oder sehr viel früher, der Rassegedanke doch wieder Revanche fordert, weil die Datenmenge im Moment so ungeheuer anwächst, dass sie - wenn überhaupt, wenn überhaupt je - erst in nicht absehbarer Zeit zuverlässig ausgewertet werden kann, denn eine Hand voll menschlicher Genome sagen auch dann nur sehr wenig Endgültiges, wenn sie vollständig entschlüsselt sind. Das Argument mit der genetischen Distanz hatte, wie schon gesagt, bereits Jacquard vor langer Zeit in die Debatte geworfen. Die Frage, wie Tatsachen zu deuten sind, wird jedenfalls wie nie zuvor durch die Erkenntnisse befeuert, die in den nächsten Jahrzehnten emporquellen werden.
Vor zehn Jahren gelang es Wissenschaftlern eines Schwellenlandes - ich glaube Mexiko, David F. Horrobin zitiert den Fall in seinem Buch über die Schizofrenie - Mäuse zu züchten, die 10 mal intelligenter waren als alle anderen, und das obwohl nur 1 der 2 Gene ihren Stoffwechsel verändert hatten. Und Mechtersheimers Kumpane halten hartnäckig daran fest, ihre Zähne und Instrumente zu pflegen. 


Thesen zum Rassismus


Man darf bei dieser Kontroverse nicht versäumen, sich vor Augen zu halten, dass es sich um Scheingefechte und/oder vernebelnde Rauchbomben handelt, insofern ihr eigentlicher Gegenstand - die Mentalitätsunterschiede - auf einer Ebene wirken - der Ebene der Kulturantropologie - , auf der die Konstanten zwar nicht so konstant sind wie die biologischen Genotypen, jedoch derartig unbeeinflussbar wirkend viele Generationen überdauern, dass die Unterscheidung für die politische Praxis hinfällig wird. Claude Levy Strauss knüpfte schon 1953 an diesen Gedanken an und schrieb eine Arbeit für die UNESCO, die mit dem Titel "Rasse und Geschichte" auch als Buch veröffentlicht wurde.  Dieses Buch wird noch lange lesenswert bleiben.


Rasse und Geschichte


Die Ergebnisse der Genforschung sind in ethischer Hinsicht irrelevant. Wirklich relevant für unser abendländisches Selbstverständnis ist die Tatsache (die sich letztlich nicht ohne unbeweisbare, sprich: in der Praxis dogmatische, Unerbittlichkeit verteidigen lässt), dass die Gleichheit wichtiger ist als die Unterschiede, egal, ob letztere kulturell oder biologisch bedingt sind. Desmond Tutu hat aus unserer Sicht in jedem Fall Recht.


Die acht Todsünden der zivilisierten Menschheit      Der Mensch und seine Gene.


Ein Tatbestand ist noch festzuhalten: Die Überzeugung, dass nicht nur individuellen Eigenschaften, sondern auch nationalen, ethnischen Eigenarten eine biologisch genetische Verankerung in unseren Genen zu Grunde liegt, ist derartig verbreitet und tief sitzend, dass man sie selber für einen in die DNA geschriebenen Befehl halten kann. Aufschluss hierüber kann man sich unter Umständen nur durch Gespräche in vertrauter Runde und gegebenenfalls durch indirekte, oblique Thematisierung machen. Nicht überall sprechen die Menschen, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, jedenfalls nicht außerhalb Italiens oder Berlins. Und hier handelt es sich ja um ein Thema, das auch in Berlin, und gerade in Berlin, nicht unbefangen behandelt wird.


Aber meine Erfahrung ist wirklich die, dass - Albert Jacquard und Luigi Cavalli-Sforza seis geklagt - es keine konsequent nicht in biogenetisch denkenden Kategorien denkenden Menschen gibt. Besonders enttäuschend ist es, festzustellen, dass gerade bei militanten Antirassisten ein in Eigenschaften "des Bluts" denkender Gesprächspartner hervorkommt, wenn man nur ein bisschen am Lack kratzt. In über 30 Jahren Gesprächen über dieses Thema, mit Gesprächspartnern aus den unterschiedlichsten Erdteilen, bin ich insgesamt nicht mehr als drei Personen begegnet, die mit der intellektuellen Herausforderung, schlüssige und vor allem schlüssigere alternative Begründungen als die DNA zu erdenken, Ernst machten; und alle drei hatten internationale Erfahrung anthropologischer Verschiedenheit auf Grund eines persönlichen oligokulturellen Backgrounds.
Zu beobachten ist hingegen, dass je weiter man in Italien nach Süden kommt, es desto selbstverständlicher wird, in rassischen Kriterien und Kategorien zu denken und zu sprechen, egal, ob man über Pferde, Artischoken, Meeresfrüchte oder Menschen spricht. Spätestens in Sizilien wird es offen ausgesprochen. Und zwar nicht nur vom "Mann auf der Straße", sondern auch von pensionierten Neurologen.


Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation.



Wie heißt es so schön in Neapel? "Wir sind keine Rassisten. Ihr seid keine Neapolitaner! Das ist das Problem!!"




Der Rassismus ist eins der zentralen identitäts- und konstitutionsbildenden Tabus, und es ist verständlich, dass besonders in Deutschland dieses Thema gescheut und unreflektiert gemieden wird, wie es auch verständlich ist, dass in Nordamerika poltische Korrektheit untrennbar mit Antirassismus verbunden ist, da Nordamerika sein Selbstverständnis auf dem Ausgang eines Sezessionskriegs aufbaut, der 600.000 Bürgern des eigenen Landes das Leben gekostet hat und bei dem es unter anderm um eine den Rassismus betreffende Frage ging. Aber es darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass außerhalb des Tabubezirks Deutschland für den das amerikanische Selbstverständnis wie eine tröstende Schmusedecke der Gemeinsamkeit willkommen ist, keinerlei Hemmung besteht, Kulturen, die man nicht mag, nicht nur kulturell abzuetikettieren, sondern auch biologisch zu katalogisieren. Und die unbewusste kognitive Schizofrenie zu der Menschen fähig sind, die aus einem Teil der Welt ohne starke wissenschaftliche Tradition kommen, ist frappierend; besonders, wenn es sich um religiöse Menschen handelt.


Wir leben in einer Epoche, in der an die Stelle der Verwandtschaft die Leidensgenossenschaft treten sollte. Wenn man Pablo Neruda liest, ist dieses unausgesprochene Programm stets wie ein - außer den schönen Naturbeschreibungen - alles übergreifendes Thema in seiner Ambiguität präsent, als ein einer neuartigen Wertordnung verpflichtetes Thema, in welcher alle Menschen, Völker und Individuen gleich sind und alle so gleich miteinander verwandt sein sollen, dass Verwandtschaft keine Rolle mehr spielen kann. Jetzt wurde dieses Thema durch die Ergebnisse eines texanischen Instituts für Humangenetik auf eine vernünftigere und ernster zu nehmende Weise belebt, als es die vermessenen Träume eines Dichters, der Stalins Verbrechen verharmloste, je sein konnte.
Aber wir wissen viel zu wenig, um endgültige Urteile fällen zu können. Wir sind nur im Moment berauscht von der Nachricht, dass es inzwischen gelingt, ganze Genome Base für Base aufzuzeichnen, aber wir wissen viel zu wenig, zum Beispiel darüber, wie Gene bestimmte andere Gene unter ganz bestimmten Voraussetzungen erst aktivieren und wie Erziehung diese Aktivierung beeinträchtigen könnte. Wir werden wahrscheinlich nie genug wissen, um den unbegrenzbaren Spekulationen über unser Gehirn Einhalt zu gebieten. Es wird gerade bei diesem Thema immer nur Denkschulen geben und nie Gewissheit, und ich hoffe natürlich, dass sich diese meine Überzeugung, die ich für eine Einsicht halte, immer wieder durchsetzen wird. Ich glaube jedenfalls nicht, dass das Bestreben, Verwandtschaft durch Leidensgenossenschaft zu ersetzen die Menschen davon abhalten wird, in Kategorien der Verwandtschaft und "des Bluts"zu denken, oder dass es sie dazu veranlassen kann, die Seelenverwandtschaft für reine Software zu halten. Vor allem nicht bei Völkern, die unserer technisch wissenschaftlichen Zivilisation mit ambivalenten Gefühlen von Neid und gleichzeitiger Ablehnung gegenüberstehen und der Überzeugung sind, wir seien ihnen etwas schuldig.



Nachtrag vom 22.2.2010


Hier ist ein, diesmal wirklich hervorragender, Artikel aus der FAZ, von Jörg Albrecht und Sonja Kastilan, in dem bereits anklingt, wie es weitergeht: Nachdem Jacquard seit Jahrzehnten auf phänotypische Differenzen hinweist, die den Begriff "Rasse" aus biologischer Sicht obsolet machen, für die man aber erst noch genotypische Entsprechungen wollte, um Jacquards Meinung zu zustimmen, fand man nun eine Unmenge von genotypischen Eigenheiten, aber man kann ihnen noch keine phänotypischen Erscheinungsformen zuordnen.


FAZ 



Israel's Ambassador to the United States

Mir fehlen die Worte

Mozart in Ägypten

Donnerstag, 18. Februar 2010

Analogieverbot - IN VINO VERITAS

Nulla poena sine lege!

Mussolini ging nicht so weit, aber der Hitlerismus und der Stalinismus führten beide zur Aufhebung des Analogieverbots. In beiden Fällen gelang es durch Verbreitung von Angst gewisse Formen der Kriminalität einzudämmen, und auf Grund dessen gibt es in Russland wie in Deutschland Nostalgiker (auch unter den Juristen), die der Meinung sind, die einstigen diktatorischen Rechtssystheme seien ein besserer Rechtsstaat gewesen als das heutige Russland oder gar die Bundesrepublik. Gesagt wird es bisher nur hinter verschlossenen Türen und nach ein paar Glas Wein zu später vertraulicher Stunde (wenn man, wer sich so äußert späterhin auf seine Äußerung anspricht, bekommt man zur Antwort, es sei nur um die Steuergesetzgebung gegangen, die damals klarer war oder die Umweltschutzgesetzgebung, die im NS-Staat manchmal vorsichtiger und strenger formuliert wurde).
Dass der Staat selbst - ohne Gesetzesverletzung, de iure also mit reiner Weste - parallel zur Eindämmung gewisser Delikte selber zum Verbrecher wurde, wird dabei als "völlig anderes Thema" ausgeklammert.



Was macht die Aufhebung des Analogieverbots eigentlich so bedenklich?

Ein Rechtsstaat, der das Analogieverbot aufhebt, hört in der Praxis bald auf, ein Rechtsstaat zu sein, weil sich das Gleichgewicht zwischen Rechten und Pflichten zu Gunsten eines Übergewichts der Pflichten verschiebt. Gesetzesverletzungen werden bald als Pflichtverletzungen geahndet, die Gesetzgebung verliert ihre vorrangige Bedeutung, die Urteilsfindung wird pragmatisch und willkürlich, der Volksgerichshof taucht früher oder später als "Maßnahme" auf; und dann ist es nur noch ein Katzensprung zu Arbeits- und anderen Lagern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Behemoth_(Franz_Neumann)

Mittwoch, 17. Februar 2010

Guter Kommentar von Chris Bateman zu Christopher Bookers Buch über die 7 Grundgeschichten

Booker’s prose style is very readable, and his plot summaries are wonderfully written if occasionally trivially inaccurate - but sadly he doesn’t seem to know how to get a point across concisely. For my own benefit, I wanted to catalogue Booker’s basic plot patterns, and so I’m providing them here in case they are of interest to anyone else. These aren’t my ideas, so don’t shoot the messenger!

For reference, Booker believes we tell stories as a mechanism of passing a model for life from generation to generation; that in essence, all stories are archetypal family dramas, and that their core message is that we must resist selfish evil (Booker doesn’t use this term, preferring ‘ego-centred’, according to his Jungian framework). I find this a lovely belief system, although it will likely be quite unpalatable to those who idolise testability.

What follows are the skeletons of his ‘seven basic plots’. The word ‘plot’ as used by Booker may give people pause, as he does not use it to mean the literal events of the story, but rather the symbolic events of the story, and note that not every story follows the template perfectly. In this regard, I prefer the term ‘meta-plot’ - indicating a degree of abstraction between how we usually use plot, and how it is employed in the book. Also, I am purposefully providing only the minimum amount of detail - I am recording it here for reference, I do not expect these notes to be wholly sufficient to understand Booker’s models. If you want any more information, please check the book rather than asking me.

My thanks to Ben for loaning me the book in the first place.

The Basic Meta-plot

Most of the meta-plots are variations on the following pattern:

  1. Anticipation Stage
    The call to adventure, and the promise of what is to come.
  2. Dream Stage
    The heroine or hero experiences some initial success - everything seems to be going well, sometimes with a dreamlike sense of invincibility.
  3. Frustration Stage
    First confrontation with the real enemy. Things begin to go wrong.
  4. Nightmare Stage
    At the point of maximum dramatic tension, disaster has erupted and it seems all hope is lost.
  5. Resolution
    The hero or heroine is eventually victorious, and may also be united or reunited with their ‘other half’ (a romantic partner).

There are some parallels with Campbell’s Heroic Monomyth, but his pattern is more applicable to mythology than to stories in general.

Overcoming the Monster (and the Thrilling Escape from Death)

Examples: Perseus, Theseus, Beowulf, Dracula, War of the Worlds, Nicholas Nickleby, The Guns of Navarone, Seven Samurai/The Magnificent Seven, James Bond, Star Wars: A New Hope.

Meta-plot structure:

  1. Anticipation Stage (The Call)
  2. Dream Stage (Initial Success)
  3. Frustration Stage (Confrontation)
  4. Nightmare Stage (Final Ordeal)
  5. Miraculous Escape (Death of the Monster)

Rags to Riches

Examples: Cinderella, Aladdin, Jane Eyre, Great Expectations, David Copperfield
Dark Version: Le Rouge et Le Noir (1831), What Makes Sammy Run? (1940)

Meta-plot structure:

  1. Initial Wretchedness at Home (The Call)
  2. Out into the World (Initial Success)
  3. The Central Crisis
  4. Independence (Final Ordeal)
  5. Final Union, Completion and Fulfilment

The Quest

Examples: The Odyssey, Pilgrim’s Progress, King Solomon’s Mines, Watership Down

Meta-plot structure:

  1. The Call (Oppressed in the City of Destruction)
  2. The Journey (Ordeals of the Hero/Heroine & Companions)
    May include some or all of the following:
    a. Monsters
    b. Temptations
    c. The Deadly Opposites
    d. The Journey to the Underworld
  3. Arrival and Frustration
  4. The Final Ordeals
  5. The Goal (Kingdom, Other Half or Elixir won)

Voyage & Return

Examples: Alice in Wonderland, Goldilocks and the Three Bears, Orpheus, The Time Machine, Peter Rabbit, Brideshead Revisited, The Rime of the Ancient Mariner, Gone with the Wind, The Third Man (1948)

Meta-plot structure:

  1. Anticipation Stage (‘Fall’ into the Other World)
  2. Initial Fascination (Dream Stage)
  3. Frustration Stage
  4. Nightmare Stage
  5. Thrilling Escape and Return

Comedy

Comedy is dealt with by a less rigid structure. In essence, the comedy meta-plot is about building an absurdly complex set of problems which then miraculously resolve at the climax. There is much discussion of how the comedy plot has developed over time:

Stage one: Aristophanes
Stage two: ‘The New Comedy’ (comedy becomes a love story)
Stage three: Shakespeare (plot fully developed)
Comedy as real life: Jane Austen
The plot disguised: Middlemarch, War and Peace
The plot burlesqued: Gilbert & Sullivan, Oscar Wilde

Meta-plot structure:

  1. Under the Shadow
    A little world in which people are under the shadow of confusion, uncertainty and frustration and are shut up from one another.
  2. Tightening the Knot
    The confusion gets worse until the pressure of darkness is at its most acute and everyone is in a nightmarish tangle.
  3. Resolution
    With the coming to light of things not previously recognised, perceptions are dramatically changed. Shadows are dispelled, the situation is miraculously transformed and the little world is brought together in a state of joyful union.

Tragedy

Examples: Macbeth, The Picture of Dorian Gray, Carmen, Bonnie & Clyde, Jules et Jim, Anna Karenina, Madame Bovary, Julius Caesar

Meta-plot structure:

  1. Anticipation Stage (Greed or Selfishness)
  2. Dream Stage
  3. Frustration Stage
  4. Nightmare Stage
  5. Destruction or Death Wish Stage

Rebirth

Examples: Sleeping Beauty, The Frog Prince, Beauty and the Beast, The Snow Queen, A Christmas Carol, The Secret Garden, Peer Gynt

Meta-plot structure:

  1. Under the Shadow
    A young hero or heroine falls under the shadow of a dark power
  2. The Threat Recedes
    Everything seems to go well for a while - the threat appears to have receded.
  3. The Threat Returns
    Eventually the threat approaches again in full force, until the hero or heroine is seen imprisoned in a state of living death.
  4. The Dark Power Triumphant
    The state of living death continues for a long time when it seems the dark power has completely triumphed.
  5. Miraculous Redemption
    If the imprisoned person is a heroine, redeemed by the hero; if a hero, by a young woman or child.

Dark Versions

All of the above plots have dark versions, in which the ‘complete happy ending’ is never achieved because of some problem. The only exception is Tragedy, which is already the ‘dark’ version.

New Plots

Two additional plots are presented which are outside of the basic seven listed above. Note that the existence of general patterns of plot is not intended to mean that no other plots are possible.

Rebellion Against ‘The One’
A solitary hero/heroine finds themselves being drawn into a state of resentful, mystified opposition to some immense power, which exercises total sway over the world of the hero. Initially they feel they are right and the mysterious power is at fault, but suddenly the hero/heroine is confronted by the power in its awesome omnipotence. The rebellious hero/heroine is crushed and forced to recognise that their view had been based only on a very limited subjective perception of reality. They accept the power’s rightful claim to rule.

Example: The Book of Job
Dark version: Brave New World, Nineteen Eighty-Four

The Mystery
Begins by posing a riddle, usually through the revelation that some baffling crime has been committed. Central figure unravels the riddle.

Examples: Bel and the Dragon, Sir Arthur Conan Doyle, Agatha Christie

Archetypes

In addition to patterns of plots, there is a pattern of characters provided according to Jungian principles. These archetypal characters are as follows:

Negative (centred on Jungian Ego i.e. "evil"):

Dark Father, Tyrant or Dark Magician
Dark Mother, Dark Queen or Hag
Dark Rival or Dark Alter-Ego
Dark Other Half or Temptress

Positive (centred on Jungian Self i.e. "good"):

Light Father, Good King or Wise Old Man
Light Mother, Good Queen or Wise Old Woman
Light Alter-Ego or Friend and Companion
Light Other Half (light anima/animus)

Note: Booker uses ‘witch’ where I use ‘hag’, for reasons that will be apparent to most readers.

Three other archetypes are referenced:

The Child
The Animal Helper
The Trickster

Additional Concepts

The Complete Happy Ending
In the regular versions of the meta-plots, if all that is ego-centred becomes centred instead on the Self (i.e. if all characters are redeemed), the result is a 'complete happy ending'. In the dark versions of the story, the ending is generally tragic and disasterous - both are considered to be following the same meta-plot. It is also possible for stories to contain elements of both approaches.

The Unrealised Value
The chief dark figure signals to us the shadowy, negative version of precisely what the hero or heroine will eventually have to make fully positive in themselves if they are to emerge victorious and attain 'the complete happy ending'. Therefore, the villain metaphorically represents what the hero or heroine will conquor both within themselves, and in the world of the story.

Above and Below the Line
In general, (and especially in comedy) there is a dividing line in effect. Above the line is the established social order, and below the line are the servants, ‘inferior’ or shadow elements. The problem originates ‘above the line’ (e.g. with tyranny) but the road to liberation always lies ‘below the line’ in the ‘inferior’ level.

Below the line can also be represented as a ‘shadow realm’, containing the potential for wholeness. In the conclusion of the story, elements may ‘emerge from the shadows’ to provide resolution.

Ganz einfach

Wenn man sich - wie so viele - skeptisch fragt, ob es so etwas wie ein christliches, westliches Erbe gibt, das mit den Zähnen verteidigt werden sollte, kann man bei McCall Smith fündig werden.

Montag, 15. Februar 2010

Merk-würdig

In den letzten 50 Jahren war "Elisabeth" das erfolgreichste Musical in Japan. Michael Kunze schrieb das Libretto, und als Vorlage diente ihm das Buch "Elisabeth", dessen Autor er ebenfalls ist, das bisher aber nur in japanischer Sprache erschien, obwohl es auf deutsch geschrieben wurde. Und der heutige Wikipedia-Artikel des Tages berichtet uns über die Geschichte von "Heidi" in Japan.

Sonntag, 14. Februar 2010

Selbsttranszendenz

Guido Bertolaso

"Als kurz vor Weihnachten die Meinungsumfrage veröffentlicht wurde, nach der Obama den höchsten Beliebtheitsgrad besitzt, President Napolitano an zweiter Stelle kommt, ich an dritter und der Papst an vierter, dachte ich, jetzt habe ich ein Problem, denn das ist bestimmt jemandem ein Dorn im Auge, und ich muss damit rechnen, dass mir irgendwer eine Tüte Kokain in die Tasche schmuggelt..."

Siehe auch

Samstag, 13. Februar 2010

Jan Palach

In meiner Jugend war Jan Palach die einzige zeitgenössische Persönlichkeit, die ich bewunderte. Rudi Dutschke weckte keinerlei Sympathie in mir, ja sogar Abneigung. Auch Benno Ohnesorg blieb mir fremd. Selbst Gandhi vermochte nicht, mich zu überzeugen, nicht wirklich. Aber Jan Palach! Ich empfand ihn als einzigartig, und ich dachte damals, nur ein unmenschliches System wie das kommunistische konnte einen Menschen zu einer solchen Tat bewegen. Welch ein Irrtum. Noch wusste ich nicht, dass sich in Vietnam buddhistische Mönche geopfert hatten. Auch war mir unbekannt, dass sich daraufhin auch Amerikaner in Amerika verbrannt hatten, um gegen den Vietnamkrieg zu protestieren. Mir war auch nicht bekannt, dass Palachs Geste diejenige von Ryszard Siwiec in Polen 5 Monate zuvor als unmittelbare Reaktion auf den Einmarsch der Russen in Prag vorausging.

Normalerweise richten sich Aktionen dieser Art gegen eine Fremdmacht. Dass man sich gegen die Regierung des eigenen Landes aufbäumt, ist immer die ganz große Ausnahme und geschieht wohl nur dann, wenn der Betreffende aus irgendeinem Grund woanders stärker verwurzelt ist, als in dem Land, dessen Staatsangehörigkeit er besitzt. Georg Elser scheint unter den ganz großen Ausnahmen die XXL-Ausnahme zu sein, man kann es gar nicht fassen, dass es ihn tatsächlich gegeben hat und ihm die Zugehörigkeit zu KPD, Konstanzer Zitherverein und Konstanzer Naturbund genügte, um soviel Kraft und Entschlossenheit aufzubringen und so viel zu wagen. Ich empfinde seinen Mut und seine Würde immer noch beschämend.

Irgendwann in den 70-ern verbrannte sich in Syke ein Schulrektor, um gegen die Willkür von Verwaltungsmaßnahmen zu protestieren. So diskreditieren Neurotiker eine einstmals merkwürdig edel anmutende Geste. Inzwischen wird sie durch Fanatismus inflationiert. Diese Inflationierung ist vielleicht die Achillesferse der Islamisten.

Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob die vielen Opfer nur auf uns Menschen des Westens inflationierende Wirkung hat und auf muslimische Bevölkerungsmassen auch eine ganz andere Wirkung haben könnte.

Was wäre passiert, wenn Jan Palach - dessen Beispiel ja noch einige folgten, obwohl er selbst dieses vorher so geplante Programm, kurz vor seinem Tod, eigentlich abblies - eine Selbstverbrennungslawine in den Staaten des Warschauer Paktes ausgelöst hätte?

Wer ist bereit für die Demokratie zu sterben?

Solange niemand die Demokratie als eine Heimat empfindet, für die man bereit ist, das Leben zu wagen, haben die Islamisten einen mächtigen Alliierten. Niemand kann das Leben stärker intensivieren als dieser unbestechliche Alliierte. Wo gibt es Männer, denen es bitterer Ernst mit der Demokratie ist? McCain? England? Frankreich? Vielleicht nur in Israel.



Programm

Jedes menschliche Schaffen hat unbeabsichtigte Nebenwirkungen. Die wirklich vorausschauenden Menschen waren Menschen, die diese Nebenwirkungen ermessen konnten. Es reicht nicht zu sagen "Man muss nach vorne schauen und sich die Vergangenheit über die Schulter werfen und sich so wenig wie möglich umdrehen." Diese Haltung verrät uns nur, dass wer sie vertritt, die Eignung zur Voraussicht auf bestürzende Weise nicht besitzt. Die Römer nannten diejenigen, die diese Gabe besaßen, weil sie das Talent hatten, Nebenwirkungen zu erkennen, "Vates" (der Vatikan trägt noch heute einen Namen, der auf sie verweist). Ihre Aufgabe war nicht ohne Grund - dem Beispiel des Janus folgend - sowohl in die Zukunft als in die Vergangenheit zu schauen, denn wer die künftigen Nebenwirkungen spürt und sieht, hat auch einen Blick für Verflossenes und für den präsenten Übergang der Kontinuitäten. Der "Augenblick" ist nie statisch, er gilt einem "momentum", einer Bewegung und Richtung.

Auch bei der Schaffung eines literarischen Werkes sollte man nicht nur auf Klarheit und Verständlichkeit achten, sondern auch auf möglichen Missbrauch. Ja nicht nur das, man sollte auch auf die unbeabsichtigten Nebenwirkungen achten, die in keiner Weise einer Absicht von wem auch immer entsprechen. Es ist jedoch nicht möglich, etwas zu schreiben, was nur beabsichtigte Wirkungen haben wird (vielleicht wird Kant erst in unserem Jahrhundert missbraucht werden). Und dennoch ist, was die Bibel so großartig macht, gerade die Tatsache, dass die darin enthaltenen Schriften sehr oft auf einen positiven Nebeneffekt zu zielen scheinen. So schreibt, wer die Dinge zu Ende denkt. Indirekte Folgen als Programm.

Freitag, 12. Februar 2010

Raoul Schrott





Raoul Schrotts These ist, Homer beschrieb die assyrische Belagerung des hethitischen Kilikiens. Um sie darstellen zu können, verschleierte er sie durch das Jahrhunderte alte Thema Troja und flocht Themen aus Gilgamesch (Parallelen zwischen dessen Freundschaft zu Enkidu und der von Achill und Patroklos) und Sanheribs Annalen (Schlacht um Jerusalem) mit ein. Erstaunlich ist, dass Homers Beschreibung Trojas nicht zur Festung Troja und ihrer geografischen Umgebung passt, gleichzeitig aber sehr gut zu sehr vielen Detailles von Karatepe in Kilikien (östlich vom heutigen Kadirli in Anatolien). Troja selbst war für Homer nur der Ort einer Legende.
"Dichter klauen wie die Elstern ihre Silberlöffel" sagt Schrott. Homer klaute im Alten Testament, in alten Mythen Anatoliens und in der damals gerade aktuellen Literatur aus Mesopotamien.
Und um Bezüge zwischen der großen Vergangenheit und der drückenden Gegenwart des nahe gelegenen Castabala - dem kilikischen Theben - herzustellen, wird auf das ägyptische Theben angespielt.

"Die Gräzisten und die Assyrologen nehmen bisher kaum Notiz voneinander, Okzident und Orient werden in der Literaturwissenschaft, im Unterschied zur Archäologie oder Ethnologie, noch immer ideologisch und kulturell getrennt." sagt Schrott.
Den Eindruck hatte ich auch schon, und ich frage mich, ob dasselbe auch für die Linguistik allgemein gelten könnte, wie Giovanni Semerano behauptete.

37°17'42.59"N Breitengrad von Karatepe
36°15'13.87"E der Längengrad





Interessant bem jetzigen Kenntnisstand ist, dass Raoul Schrotts These auch gut zu den Erkenntnissen Milman Parrys über die mündliche Entstehungsgeschichte von Ilias und Odyssee passt: Homer bearbeitete einen allbekannten Stoff.
Homer griff - dies Schrotts These - ein bereits vorhandenes "Werk" - einen mündlich überlieferten, durchaus geformten Stoff - auf und setzte ihn in einen neuen Rahmen, um durch Anspielung auf das zeitgenössische Geschehen - die assyrische Belagerung des hethitischen Kilikiens - Bezug zu nehmen ohne die Zensurbehörde dadurch zu provozieren.

Franca Masu




"Carreronet" ist ein Lied (in katalanischer Sprache), das vom Auswandern handelt, so ähnlich wie "Griechischer Wein" von Udo Jürgens, nur eben aus der Sicht eines der betroffenen Völker aus dem Mittelmeerraum.




Evolution




Donnerstag, 11. Februar 2010

Christ sein nach Erasmus

"Christ sein heißt, einzusehen, dass man im eigenen Land und im eigenen Haus ein Fremder sein soll.", sagte Erasmus von Rotterdam (weil die wahre Heimat im Himmel sei).

Und: "Ciuis mundi sum, communis omnium uel peregrinus magis". Ein Weltbürger bin ich, mit allem vertraut, bzw. allem gleich fremd.

Mittwoch, 10. Februar 2010

Nur zwei Dinge

Durch soviel Formen geschritten,
durch Ich und Wir und Du.
doch alles blieb erlitten
durch die ewige Frage: wozu?

Das ist eine Kinderfrage.
Dir wurde erst spät bewusst,
es gibt nur eines: ertrage
- ob Sinn, ob Sucht, ob Sage -
dein fernbestimmtes: Du musst.

Ob Rosen, ob Schnee, ob Meere,
was alles erblühte, verblich,
es gibt nur zwei Dinge: die Leere
und das gezeichnete Ich.

Gottfried Benn 1953








(Er kann von Glück sagen, dass es ihm spät bewusst wurde. Mir musste es umständehalber in einem Alter bewusst werden, als ich eigentlich zu jung dafür war, noch fast ein Kind, und meine Schultern zu schmal. Erst sehr viel später ergab sich daraus als Nebenwirkung auch ein Vorzug: frühzeitige Abgeklärtheit. Und wie der Zauberer Merlin musste ich mich vom Greisenalter weg bewegen.)

La meglio gioventù

"Die besten Jahre" sagt leider sehr viel weniger als der Originaltitel "La meglio gioventù". La meglio gioventù meint zwei Dinge mit "bester Jugend". Einmal das im ethischen Sinn Beste an den Jugendjahren der im Film beschriebenen Generation, und zum andern den besten Teil der Jugendlichen von damals, die eben nicht alle gut waren. La meglio gioventù, das ist eine Auslese, nicht von Jahren, sondern von Gesten, Handlungen und Haltungen, und diejenigen, die dabei versuchen, ihr Bestes zu geben, sind die Protagonisten dieses großartigen Films, der ihr Leben im Verlauf dreier Jahrzehnte beschreibt.







Dienstag, 9. Februar 2010

Les uns et les autres - Bolero, von Claude Lelouch

In den 80-er Jahren entstanden fast überhaupt keine Filme, die mir gefielen. Die schönste Ausnahme ist für mich auch heute noch Claude Lelouchs "Musikstummfilm". Er wird wohl immer einer meiner Lieblingsfilme bleiben, denn er quillt über vor Leben und ist eine wunderbare filmische Zusammenfassungen von Ereignissen während und nach des Zweiten Weltkriegs bis in die 70-er Jahre. Ein ideales Pendant zu "Die besten Jahre" von Marco Tullio Giordana.
Schön, dass er auf DVD erhältlich ist.








After 9/11 - The Who

The Who sind vital geblieben, und ihre frische, gesunde Ausstrahlung ist eine angenehme Überraschung.
Auch habe ich den Eindruck, dass sich erst im Verlauf der Jahrzehnte erwiesen hat, wie zeitgemäß ihr damaliges Schaffen war, und es hat vielleicht auch einen längeren Atem.






Sonntag, 7. Februar 2010

Olivier Messiaen



Katholische "entartete Kunst" im deutschen Kriegsgefangenenlager Stammlager VIII-A, Ende 1940/Anfang 1941





Udo Jürgens

Zwei meiner Lieblingslieder von Udo Jürgens und Michael Kunze




Serge Gainsbourg

"Er war unser Apollinaire und unser Beaudelaire, er hat einfache Songs aufs Niveau wahrer Kunstwerke gehoben." Francois Mitterand




Signalement Yeux bleus
Cheveux châtains
Jane B.
Anglaise
De sexe féminin
Âge : entre vingt et vingt et un
Apprend le dessin
Domiciliée chez ses parents

Yeux bleus
Cheveux châtains
Jane B.
Teint pâle, le nez aquilin
Portée disparue ce matin
À cinq heures moins vingt

Yeux bleus
Cheveux châtains
Jane B.
Tu dors au bord du chemin
Une fleur de sang à la main

Samstag, 6. Februar 2010

Leonhard Bernstein - Candide

Funny! Very ironic


Serious! Very Beautiful