Donnerstag, 26. April 2012

Intelligente Loyalität


Der große Clausewitz verweigerte einst den Kriegsdienst. Da er sich 1812 moralisch nicht in der Lage fühlte, Napoleon I. in seinem Krieg gegen Russland zu unterstützen, verließ er die Armee und trat in russische Dienste. Seinem Freund Gneisenau hinterließ er eine patriotische Denkschrift, welche erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts entdeckt und unter dem Titel "Bekenntnisschrift von 1812" veröffentlicht wurde.

Heute im Internet

Er nahm an allen wichtigen Schlachten teil und übernahm bei der Konvention von Tauroggen eine wichtige Vermittlerrolle. Der preußische König Friedrich Wilhelm III. weigerte sich anschließend, den Fahnenflüchtigen wieder in preußische Dienste zu übernehmen, obwohl gerade von diesem König die Worte stammen; "Jeder Staatsdiener hat doppelte Pflicht: Gegen den Landesherrn und gegen das Land. Kann wohl vorkommen, daß die nicht vereinbar sind, dann aber ist die gegen das Land die höhere.“.

http://persciun.blogspot.de/2011/01/erinnerung-emil-spannocchi.html

Freitag, 20. April 2012

Fettwanst und Mondgöttin



http://de.wikipedia.org/wiki/Selene

http://de.wikipedia.org/wiki/Silenos

Die einen vergleichen die bauchige Form der Blüte mit dem genießerischen, dickbäuchigen Begleiter des Bacchus, dessen am Markt verkaufte Bildpuppen Alkibiades im Gastmahl des Platon mit dem gleichermaßen fetten und hässlichen Sokrates verglich: „Ich behaupte nämlich, daß er ganz ähnlich jenen Silenen sei, welche man in den Werkstätten der Bildhauer findet, so wie diese Künstler sie mit Hirtenpfeifen oder Flöten darzustellen pflegen; wenn man sie aber nach beiden Seiten hin auseinandernimmt, dann zeigt es sich, daß sie Götterbilder einschließen.“



Die anderen erklären sich den Namen der Pflanze mit der Tatsache, dass sie nur nachts duftet und infolgedessen auch meistens von Nachtfaltern im Schein des Mondes (σελήνη selḗnē (siehe auch σέλας sélas, "Glanz, Schein, Strahlung") bestäubt wird. Dass der vor allem nächtlich mit Dionysos und den Mainaden umherziehende Silenos (oder auch Selenos) seinen Namen der Selene verdankt, ist, wie meistens bei etymologischen Erwägungen, nicht viel mehr als ein Gedanke; aber immerhin ein schöner und einleuchtender Gedanke.

http://de.wikipedia.org/wiki/Mondsichelmadonna


Die jungen Keime von Silene vulgaris werden in der Toskana gepflückt (darauf achten, dass die Stengel noch weich sind!) und eignen sich für ein sehr gutes Reisgericht, das dem Erzieher des Dionysos jedenfalls würdig ist. Es gibt auch prosaischere Stimmen, deren Phantasie den Namen auf sialon = gr. für Spucke zurückführt, womit die klebrige Flüssigkeit gemeint ist, die der Gattung den Namen "Leimkräuter" gegeben hat.

Dienstag, 17. April 2012

Na also, geht doch! Oder nicht?

Klare Worte

Auf diesen Moment hatte ich seit 1972 gewartet, als wir in der Schule von Paulskirche, Hambach, Schwarz Rot Gold und Burschenschaften lernten.

Mit so einer Burschenschaft wird vielleicht doch noch was aus dem Maiende.

Aventin




Einwände?

Der Leserbrief des "Schriftleiters"

Hambacher Schloss

Köstlich!

Samstag, 14. April 2012

Blinde Justitia

Begründete Mutmaßungen

Die Blindheit der Justitia kann wirklich manchmal unerträglich sein. Was dieser geduldige, beharrliche, gutmütige Mann schon alles hinnehmen musste im Vertrauen darauf, dass da, wo ein Wille ist, auch ein Weg gefunden werden kann.

Die Ermordung Benno Ohnesorgs und die Ermordung von Generalbundesanwalt Buback sind mit Ungereimtheiten und Geheimniskrämereien verbunden, die eines Staates wie der Bundesrepublik Deutschland nicht würdig sind. Immerhin wissen wir jetzt mit Sicherheit, dass Benno Ohnesorg tatsächlich ermordet wurde, und was vorher nur ein zermürbender Verdacht war, ist jetzt eine niederschmetternde Tatsache: dieser Mord wurde damals von Justiz, Forensik, Polizei und Polizeigewerkschaft vertuscht. Dass die Verantwortlichen deswegen zur Rechenschaft gezogen wurden, ist mir nicht bekannt.

Freitag, 13. April 2012

Empatie

http://www.buildingpeace.net/

Taxus baccata

(draufklicken)


τόξον, -ου, τὸ [toxon] ist griechisch für Bogen, auch Eibe/Iwe/Ywe/Yew bedeutet Bogen.
"toxisch" von lateinisch toxicum "Gift," entstand aus griechisch "toxikon pharmakon" = Pfeilgift. Toxikos heißt dabei soviel wie "zum Bogen gehörig" (oder auch zur Eibe gehörig! denn die Eibe selbst ist giftig und wurde zum Töten verwendet).
"Toxon" = "Bogen" stammt wahrscheinlich von einem skythischen Wort, das auch als Taxus ins Lateinische entlehnt wurde.

Kein Baum wird in Europa älter als die Eibe. Im 16. Jahrhundert wurden die richtig alten Eiben in ganz Deutschland ausgerottet, weil die Engländer Jahrhunderte lang das Holz für ihre Langbögen kauften.

Bis auf den roten Arillus ist die ganze Pflanze giftig. Die Eibe ist ein altes europäisches Symbol der Ewigkeit. In doppelter Hinsicht: sei es weil diese Bäume mindestens 2000 Jahre alt werden können, sei es weil sie den Tod bringen können.


Est via declivis funesta nubila taxo:
ducit ad infernas per muta silentia sedes.

Ovid



Caesar erzählt in seinem De bello gallico (liber VI, 31), ein Eburonenkönig (Eburo = keltisch für Eibe!) habe es vorgezogen, Selbstmord zu begehen, statt in römische Gefangenschaft zu gehen. Er benutzte für den Selbstmord Eibennadelsud.

Eburonen


In Frankreich, England, Irland, Schottland gibt es noch sehr alte Exemplare der Eibe. In den keltischen Ländern scheint der Baum eine wichtigere Rolle gespielt zu haben als bei den Germanen. Aber auch in Deutschland ist die Eibe auch heute noch relativ oft auf Friedhöfen anzutreffen. Die ältesten Bäume bei uns sind "nur" 700 Jahre alt. Paterzeller Eibenwald

Sonntag, 8. April 2012

Freitag, 6. April 2012

Venerdì santo

Travvr-Gesang von der noth Christi am Oelberg in dem Garten


In stiller Nacht, zur ersten Wacht,
ein Stimm begunnt zu klagen,
der nächt'ge Wind hat süß und lind
zu mir den Klang getragen;
von herbem Leid und Traurigkeit
ist mir das Herz zerflossen,
die Blümelein, mit Tränen rein
hab ich sie all begossen.

Der schöne Mon will untergon,
für Leid nicht mehr mag scheinen,
die Sterne lan ihr Glitzen stahn,
mit mir sie wollen weinen.
Kein Vogelsang noch Freudenklang
man höret in den Lüften,
die wilden Tier' trauern auch mit mir
in Steinen und in Klüften.





Montag, 2. April 2012