Mittwoch, 29. Mai 2013

Alzavola




Anas


Alzavola, la più buona di tutte, prevalentemente vegetariana, ma non disdegna vermi, molluschi, girini e avanotti, ottima da mangiare, i veri buongustai di questo uccello sono i tedeschi, hanno delle ottime ricette.

 Canapiglia, piu o meno come sopra, cucinata con i funghi è eccellente.

 Codone, stessa alimentazione, un pò piu grosso, depone meno uova, circa 8, ottima con carciofi e asparagi.

 Fischione, il maschio è riconoscibile dalla testa marrone, stessa alimentazione, più piccolo, può raggiungere i 500-700 grammi, cotto in casseruola con pomodori secchi e capperi alla siciliana.

 Germano reale, piu comune dalla nostre parti, piu grosso il maschio colaratissimo, puo raggiungere i 1000-1500 g, la femmina un po' piu piccola, va molto bene ala fiorentina, cioè all'arancio.

 Marzaiola, piccolina puo pesare dai 250-450 g. Arrosto è la sua morte.

 Mestolone, piu o meno la stessa alimentazione degli altri. Può raggiungere 900 g.

 Moriglione, per chi ne capisce poco può scambiarlo per il fischione, è un tuffatore e quindi lo si trova anche nei laghi profondi. Alimentazione più su pesciolini, crostacei e molluschi, poco i vegetali.


Vom 16. Juli bis zu Silvester ist Jagdzeit für Wildenten. Kenner aber kaufen dieses schmackhafte Wassergeflügel erst im Herbst. Denn dann geraten auch junge Tiere vor die Flinten, und die sind erheblich zarter als die älteren Semester.

Dennoch ist man auch im Herbst und Winter nicht sicher vor älteren, streng riechenden Tieren. Achten Sie darum schon beim Kauf darauf.

Reiben Sie mit den Fingern unter den Flügeln. Riechen die Finger tranig, schmeckt auch der Vogel nicht sonderlich gut.

Sie können den strengen Geschmack aber auch mildern, indem Sie Ihre Ente mit Äpfeln, Sellerie oder Möhren oder mit einer Apfel- Sellerie-Mischung füllen.

Die Füllung zieht den strengen Geschmack an sich, ist aber vor dem Essen aus dem Vogel zu nehmen, weil nicht mehr geniessbar.

Junge Wildenten können Sie nach Belieben gefüllt oder ungefüllt auf den Tisch bringen. Wildenten sollen wie alles Wildgeflügel ganz frisch sein. Eine lange Lagerung bekommt ihnen nicht. Am besten ist es, die Tiere noch mit ihrem Federkleid zu kaufen.

Der Vogel wird gerupft, ausgenommen und gesengt. Nicht waschen, sondern mit einem Tuch innen und aussen gründlich abreiben. Mit Speckscheiben umwickeln und innen salzen. Wer mag, kann die Ente auch mit Pfeffer würzen.

Klassische Wildentenzubereitung: Im Ofen braten. Man gibt die Ente mit einigen in Scheiben geschnittenen Möhren, kleinen Zwiebeln oder geviertelten grösseren Zwiebeln und einigen Pfefferkörnern in den Topf und brät sie bei 220 °C im Elektroherd (Gasherd: Stufe 5 oder 1/2 grosse Flamme) 10 Minuten auf jeder Seite an. Dann wird sie auf den Rücken gelegt, mit etwas flüssiger Butter übergossen und bei häufigem Begießen etwa 60 Minuten gebraten. Die Temperatur muss aber reduziert werden auf 180 °C (Gasherd: Stufe 3 oder 1/3 grosse Flamme).

Eine besondere Geschmacksnote bekommt die Ente, wenn man eine Zitronenscheibe reinsteckt und ein Bund Petersilie, Salbei oder Beifuss mitbrät. Der Bratfond wird mit etwas Brühe verkocht und durchgesiebt als Sosse serviert.

Wildente ist nicht gleich Wildente. Es gibt Stockenten, Schnatterenten, Krickenten, Löffelenten, Moorenten und Schellenten. Am besten von allen schmeckt eine junge Krickente.

Stefan Kröpelin






Pharaos Vorfahren

Freitag, 24. Mai 2013

Griot




Jeli

Walter Ong

Homer

Wiederkehr


Heute würde ich sagen, es war mehr eine Verschmelzung der Erinnerungen an die Ära der Germanisierung und Christianisierung (genannt "Mittelalter") Europas mit wiedererwachenden Erinnerungen an die Antike, als eine Renaissance.

Dienstag, 21. Mai 2013

Sachlichkeit

"Der sachliche Mensch ist der antwortende Mensch, und nur der antwortende Mensch ist ein verantwortlicher Mensch, und nur er auch ein treuer Mensch. Das hebräische Wort "emeth" - von dem "amen" abgeleitet ist - bedeutet "Wahrheit" und gleichzeitig "Treue". Es gibt nur eine Tugend: die Treue. Und nur eine Sünde: den Verrat." Stefan Oster


"Laster, die auf einem Übermaß an Lebenskraft beruhen, verringern sich mit der Zeit. Laster dagegen, die auf Mangel an Vitalität beruhen, wie Geiz und Neid, werden im Alter schlimmer." Ernst Jünger


Montag, 20. Mai 2013

Vorbildliche Diskussion

Im Dritten Programm wurde einmal ein Gespräch zwischen Edward Teller und Klaus Traube ausgestrahlt. Das war damals eine vorbildliche Diskussion über das Thema Atomenergie. Sie heute zu kommentieren wäre interessant. Leider wurde dieses Gespräch bisher (Stand 17. März 2011) nicht in YouTube veröffentlicht.


Nachtrag am 20. Mai 2013:

Ich sah diese vorbildliche Diskussion eines Abends in Creglingen. Das muss wohl im SDR gewesen sein, vielleicht im Sommer 1981. Das Schweizer Fernsehen kann es nicht gewesen sein, denn das konnte man damals von Creglingen aus noch nicht empfangen. Und den BR konnte man damals, glaube ich, auch nicht empfangen dort.  Jedenfalls hat mich die Erinnerung an diese so vorbildlich rationale, sachliche Erörterung mein Leben lang wie ein Idealmodell des aufmerksamen, fairen Dialogs begleitet. Nichts repräsentiert die Maxime "audiatur et altera pars" besser als dieses Gespräch.

Erst vor zwei Jahren erfuhr ich, dass es sich da ursprünglich um eine Sendung des Schweizer Fernsehens handelte.  Der damalige Initiator und Gesprächsleiter der damaligen Begegnung hat nun das vollständige Gespräch bei YouTube ins Netz gestellt, wofür ich ihm ganz herzlich danke.





Wenn man ein solches Gespräch aufmerksam verfolgt hat, ist bei vielen Menschen die Versuchung sehr groß, fatalistisch mit den Achseln zuckend zu schließen "Es ist eben alles relativ." Das ist die Kapitulation der Vernunft.

Nein. Man muss den Anderen tagtäglich aufmerksam zuhören, um eigene Denkfehler zu korrigieren und ihnen dann antworten,  um ihre Denkfehler zu korrigieren. Dadurch kommt es zu Mutationen, die die Zeit aus unseren Gesprächen herausfiltert. Es ist dasselbe, was Darwin Selektion nannte: the survival of the Fittest Ideas.

Samstag, 18. Mai 2013

Biglott, 1/2 sprachlos, 1/2 gesichtslos

Es gibt eine Reihe von Persönlichkeiten, die eigentlich sowohl in Deutschland wie in Italien Leitartikel schreiben könnten, weil sie beide Länder sehr gut kennen. Es sind nicht viele, aber es gibt sie und es gab sie.

Aber sie alle fühlen sich ausnahmslos überfordert von der Aufgabe, in beiden Ländern einen Fuß im Steigbügel zu halten. Nicht einmal Peter Ustinov sah sich dieser Aufgabe gewachsen und schwieg daher in den italienischen Medien, während er in Springers "Welt" gerne immer wieder mal seine geistreichen Betrachtungen veröffentlichte. Was ist mit Mario Adorf, Markus Lanz, Giovanni Di Lorenzo, Hans Magnus Enzensberger, Beda Romano, Thomas Schmid, Klaus Wagenbach, Klaus Davi, Roberto Giardina, Johannes Agnoli? Marco Politi? Nichts! Und das, obwohl ich hier nur Namen von Männern genannt habe, die sich tatsächlich beiden Ländern verbunden fühlen und nicht, wie Dirk Schümer, am liebsten aus ganz Italien ein zweites Mallorcien mit Venedig als Hauptstadt machen würden.

Roberto Giardina hat in "La Nazione" eine Seite, wo er den Italienern Deutschland fast wie ein anthropologischer, soziologischer Reiseleiter erklärt. Er macht seine Sache sehr gut, aber er veröffentlicht in Deutschland nur Bücher, und die handeln mehr von Deutschland als von Italien. Beda Romano ist derjenige, der sich am meisten bemüht, den Italienern deutsche Denkart beizubringen und tritt bei diesem Bemühen sogar in die Fußstapfen seines Vaters. Infolgedessen sind seine Artikel das einzige wirklich Herausragende in dieser Hinsicht, und es ist erfreulich, dass er in "Il sole 24 ore" schreibt. Klaus Davi müht sich ab, so etwas wie calvinistische Ethik in die italienischen Talkshows zu tragen, macht sich dadurch aber nur zu einer Art buntem Pferd mit Hörnern. Ein Faschingsnietzsche, der meines Wissens nicht mal in der Schweiz veröffentlicht.

Lilli Gruber und Michelle Hunziker sind die einzigen, die sowohl im öffentlichen deutschen wie im italienischen TV gearbeitet haben. Aber erstere wechselt ihre Double Face Jacke, sobald sie bei Vipiteno-Sterzing einen der beiden demokratischen Sektoren verlässt und bediente in Deutschland nur unsere Klischees über Italien. Und war es dann auch bald müde, in Deutschland zu arbeiten. Und letztere besitzt die Gabe gänzlich unverbindlicher Eleganz und Belanglosigkeit, die es ihr - wie zuvor den Kessler Zwillingen - ermöglicht allen zu schmeicheln, ohne je eine Unwahrheit zu sagen, egal ob im ZDF oder in Berlusconis Sendern oder in La7 oder Rai oder wo auch immer.

Selbst zwischen Frankreich und Deutschland sind die Mentalitätsunterschiede so groß, dass es kein Zufall ist, dass diejenigen, die am aktivsten an der deutsch-französischen Verständigung beteiligt sind, nicht selten Juden sind. Nur das jüdische Bürgertum scheint die zur Vermittlung nötige Äquidistanz gewährleisten zu können. Ich nenne hier nur Alfred Grosser und Daniel Cohn-Bendit. Zwischen Italien und Deutschland gab es diesen Austausch nie, weil bereits innerhalb Italiens die Kohäsion auf christdemokratischer und kathokommunistischer Unverbindlichkeit beruht und seit De Gasperi und Adenauer sich dieses Modell auch zwischen den beiden Staaten als unverbindliche Koexistenz bewährt hat. Im Elsass gab es keine Bombenanschläge wie in Südtirol. Südtirol ist die einzige Region Italiens, wo die viel beklagte italienische Verwaltung funktioniert, obwohl die Gesetze dort dieselben sind wie überall in Italien. Die Unterschiede zwischen den beiden Völkern sind letztlich immer zu groß, um wirklich angesprochen zu werden. Markus Lanz ist deutschstämmig und wird in Italien auch in Zukunft wahrscheinlich genauso viel arbeiten wie Louis Trenker und Vico Torriani, nämlich gar nicht. Die ebenfalls deutschstämmige Lilli Gruber beklagt zwar im Gespräch mit Maischberger den italienischen Machismus - weil wir und Frau Maischberger genau das von ihr hören wollen - aber für Frauen ist es 1. in Fragen der Weltanschauung und der politischen Gesinnung sehr viel leichter, fünfe gerade sein zu lassen, und 2. ist es bisher für eine linke Journalistin eben doch immer noch bequemer, sich in den italienischen Medien zu positionieren. Trotz Berlusconi, trotz allgemeinem Machismus, und obwohl auch in Deutschland die Generation 68 und danach die Generation Greenpeace die Medienlandschaft mittlerweile tiefgreifend geprägt haben.

Der Einzige, der alle paar Jahre einen guten Artikel im "Espresso" oder in "La Repubblica" - also in Blättern mit hoher Auflage und Breitenwirkung - geschrieben hat und auch in Deutschland eine umfangreiche publizistische Tätigkeit hinter sich hat, ist Hans Magnus Enzensberger. Aber er nahm in Italien nie zum aktuellen Tagesgeschehen Stellung, er fasste immer nur in kulturphilosophischen Betrachtungen zusammen, was er im Lauf der Zeit beobachtet hatte. Scharfsinnig, aber so distanziert und unverbindlich wie nur möglich. Grass ist nicht fähig, auf italienisch zu schreiben, aber er legte Wert darauf, dass sein Israelgedicht auch in Italien wie ein Leitartikel veröffentlicht wurde.

Eins der wenigen Foren, wo deutsche und italienische Autoren regelmäßig sowohl in Deutschland, wie in Italien und anderen Ländern ihre Stimme hören lassen, ist die von Federico Coen und Jaroslav Liem ins Leben gerufene Zeitschrift "Lettre International", die in ihrer transnationalen Ausrichtung und ihrer kosmopolitischen Aufmerksamkeit für nationale Besonderheiten sehr an den Fernsehsender "arte" erinnert, insgesamt aber dezidiert linksorientierter und soziologischer als dieser Sender ist und (leider) auch kein bisschen unterhaltsam zu sein beabsichtigt. Ihr deutscher Ableger erblickte vor 25 Jahren im Umfeld der TAZ das Licht der Welt, und die - jetzt der FAZ als Aushängeschild des linksliberalen Ethos dienende "Frankfurter Rundschau" - bezeichnet ihn als "die beste Kulturzeitschrift der Welt". In Deutschland ist nicht einmal bekannt, dass es sich hier um die Initiative eines italienischen Juden handelte! In Deutschland stieß sie sofort auf ein dauerhaftes Echo, während die Ur-Zeitschrift in Italien nach wenigen Jahren riskierte, eingestellt zu werden und nur deshalb gerade noch einmal überlebte, weil sie sich mehr und mehr jüdischen Themen zuwandte. Ihre Leserschaft ist in Italien schlicht und einfach außerhalb der jüdischen Gemeinde nicht gebildet genug für eine Veröffentlichung dieser Art. Dieser Bildungsmangel in Italien ist sicher auch einer der Gründe, weshalb man in Deutschland Federico Coens Verdienst schlichtweg vergaß. Aber das entschuldigt nicht, dass die "Frankfurter Rundschau" und die "Zeit"  sich in ihren (nebenbei gesagt etwas fragwürdigen) Lobeshymnen auf Lettre mit beispielloser Arroganz darüber hinwegsetzen, den inzwischen verstorbenen Federico Coen auch nur zu erwähnen. Wenn man schon "die beste Kulturzeitschrift der Welt" preist, sollte man entsprechend gut recherchieren, statt von Kreuzberg und protestantischer Askese zu faseln, so als pfiffe dort der alte Fritz mit seiner Flöte im Hinterhof herum. Wie nett, dass wenigstens Liehm noch erwähnt wird. Er ist ja auch noch nicht gestorben, obwohl die französische Ausgabe von Lettre, im Gegensatz zur italienisch-(jüdisch)en mittlerweile nicht mehr existiert.

Die serbische Ausgabe wurde sehr bald eingestellt, auch die kroatische Ausgabe existiert anscheinend schon seit Jahren nicht mehr. So ist Lettre am Ende vor allem ein deutsch-jüdisches Projekt. Unser Land grenzt eben an neun andere Länder und ist das pulsierende - oder soll ich besser sagen das verdauende? - Zentrum des Kontinents, und die Juden sind durch die Diaspora mit noch mehr Nationen umkränzt und das wehende Ruach des Kontinents. Aus vielerlei Gründen sind Deutsche und Juden wie siamesische Zwillinge.

Man kennt einander immer noch sehr wenig in Europa. Die Veröffentlichungen der UE und affine, wie zum Beispiel ADESSO, am Ende aber auch Lettre, gerade auch Lettre, sind alle ein bisschen wie koffeinfreier Kaffee, Aspartam, Ritalin, Antiagressionstraining in Corleone, homosexuelle Eltern, Sojafleisch, italienische Zuverlässigkeit, alkoholfreies Bier, deutsche Spontaneität, Jesus ohne Beschneidung, Vestalinnen ohne Jungfräulichkeit, fernsehfreier Samstag, Sonntag ohne Tatort, zionistische Palästinenser, tolerante Faschisten, integrierte Moslems, kastrierte Männer, promovierte Zigeuner, Fußballerinnen im allgemeinen und Pinocchio mit Stubsnase.

Deutschland

Italien




Vor 100 Jahren






Vor 100 Jahren wurde Dávila geboren.

Adoratio

Freitag, 17. Mai 2013

Tor

Nach dem Ausscheiden des FC Málaga in der Champions League gegen Borussia Dortmund aufgrund eines Abseitstores in der Nachspielzeit twitterte der Besitzer des spanischen Klubs, Scheich Abdullah Al Thani, es liege ein Fall von „Rassismus“ vor. Was mag der Weise aus dem Morgenland damit meinen? Antispanischen "Rassismus" des schottischen Schiedsrichters (der zehn Minuten zuvor den Spaniern ebenfalls ein Abseitstor gegönnt hatte)? Sind die Spanier neuerdings eine Rasse? Nein, er wollte einfach mit einem europakompatiblen Schmäh- und Kraftausdruck ein bisschen Wind machen – so wie im Witz die Frau in der Bank, nachdem man ihr mitteilt, ihre Kreditkarte sei nicht gedeckt, ausruft: "Hilfe, ich bin vergewaltigt worden!" Vielleicht sollte es der Scheich beim nächsten irregulären Treffer mal mit der Version versuchen, das Tor sei sexistisch gewesen. Oder frauenfeindlich. Menschenverachtend geht auch. Desgleichen schwulenfeindlich bzw. "homophob", wie unsere Hochbegabten dazu sagen. Ein menschenverachtender, schwulenfeindlicher, sexistischer Sieg – das ist es doch, wovon alle träumen.


Klonovsky

Mittwoch, 15. Mai 2013

'Ndrangheta

Vor ein paar Tagen

Das gabs noch nie: heute stellte sich ein Boss der Polizei


Borussia

Sposare la vite all'olmo

(Draufklicken)


Eine archaische Methode des Weinanbaus, die schon von Columella, Catull, Horaz, Vergil und Ovid erwähnt wird, aber schon damals alt war und jetzt wieder entdeckt wurde. Ulme im Flachland, Ahorn in Hochlagen. Ich stieß selber mal beim Champignonpflücken im Chianti auf einer Wacholderwiese zwischen Strada und San Polo auf eine Rebe, die sich am Waldrand einen Baum hochrankte.

Die schöne Webseite von Gaiano ist geradezu ein Symbol Italiens. Der gute Geschmack der Italiener, ihre Liebe für kostbare Überlieferung und ihre schnodderige Ignoranz umschlingen einander ebenfalls genauso innig wie Rebe und Ulme. Zwei Fehler in nur drei Wörtern ist nicht mehr charmant. Die Italiener wissen aber seit langem, dass sie es nicht nötig haben, charmant zu sein. Im Gegenteil! Gerade der Mut, lächerlich zu sein, hält die oberschlauen, tumben Plagegeister fern (die Saupreißn, würde man in Bayern sagen). Was wie heillose Schlamperei aussieht, ist oft ein pfiffiger Sichtschutz, die Narrenkappe eine Tarnkappe, die man ungern ablegt, der schlechte Ruf eine Nuance, von der man weiß, dass man sie sich leisten kann; weshalb man sogar ein bisschen stolz drauf ist. Ähnlich wie Mussolini mit seiner Nonbelligeranza wird Italien uns auch diesmal dazu bringen, die Kartoffeln für sie aus dem Feuer zu holen.

Und wir werden ihnen Ahorn- und Ulmenwein abkaufen.

The Elm and the Vine

Cantina Novelli


Carlo Goldoni


"Der Bundestag möge beschließen: Deutschland geht nie wieder eine Währungsunion mit Ländern ein, in die man gerne reist." Klonovsky

Montag, 13. Mai 2013

Sonntag, 12. Mai 2013

Verschlissene Verfassung

Heute hat der italienische Innenminister an einer Demonstration gegen die italienischen Richter teilgenommen.

Als Justizminister einer Regierung, die vom Oberhaupt des CSM ins Leben gerufen wurde.


John Dickie



Mafia-Republic



Berlusconi



Andreotti



Pro Berlusconi


Apennin





Dänen, Norddeutsche und Holländer sind keine großen Radsportler. Aber Italien, wo im Alltag kaum einer Rad fährt, ist das Land von Coppi und Bartali. Und von Bianchi. Und vom Giro d'Italia. Maxim Belkov führt, während der Pulk durch Pontassieve schwärmt.


2013





Und nachdem das Fastfood seit 1983 nun 30 Jahre lang von Carlo Petrini herabgesetzt wurde, wird nun endlich besser differenziert und mit einem neuen Schlagwort zurückgeschlagen.


Piazza Bartali a Firenze





Samstag, 11. Mai 2013

Freitag, 10. Mai 2013

Compromesso storico


Als Aldo Moro entführt wurde, bekam die Polizei recht bald einen Hinweis auf die Entführer, bei dem 4 tatsächlich in die Entführung verwickelte Personen namentlich genannt wurden und die Nummernschilder von 4 der dabei zur Anwendung gekommenen Fahrzeuge mitgeteilt wurden. Aber bis diese Informationen bei der DIGOS, die die Ermittlungen führte, ankamen, verging erst mal ein ganzer Monat, und da wars zu spät, um ihn zu retten. Man könnte das auf die in Italien übliche Schlamperei zurückführen, und es überrascht einen nicht, dass Moro wegen Schluderei der Ermittlungsbehörden ums Leben kommen musste. Aber alle diejenigen, die damals mit den Ermittlungen befasst waren, waren Mitglieder der Freimaurerloge Propaganda 2. Und auch das überrascht einen nicht.

Eines der ehemaligen Mitglieder der P2 ist jetzt das Damoklesschwert, das über der Regierung Enrico Letta schwebt.

Im Lauf der Zeit


John Dickie


Selbst Dirk Schümer hatte inzwischen einen Geistesblitz in seinem FAZ-Artikel "Grande coalizione": "Und vielleicht ist es ja genau diese klientelistische, spätfeudale Intrigenpolitik, die am besten zu Italien passt." Wes das Herz voll, des geht der Mund über.

Auch er beginnt zu ahnen, dass es sich bei Italien um einen feudaldemokratischen Familienkapitalismus handelt.

Mittwoch, 8. Mai 2013

Larger than Italy

Jolly Nero

Costa Concordia

Moby Prince

Beweislastumkehr wäre das Mindeste

Anders als in Italien, wo, wer eine Pizzeria aufmacht, nachweisen muss, dass sein Geld nicht von der Mafia stammt, müssen in Deutschland die Behörden beweisen, dass das Geld zur Finanzierung der Pizzeria nicht aus dem Drogenhandel stammt. Das ist eine Einladung zur Geldwäsche. Die Mafia hat einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ehrlichen deutschen Unternehmern. Die sehen in uns Vollidioten. Und unsere Einfalt ist deren Paradies. Das darf keinen einzigen Tag so weitergehen. Aber es geht so weiter. Wie lange noch? Wieviele Jahrzehnte lang noch? Bereits 1993 sagte ein Beamter des BKA nachmittags im deutschen Fernsehen, es gebe bereits 100 von der Mafia kontrollierte Pizzerien in Deutschland, und es würden immer mehr. Das werde ich nie vergessen.

Kein Mensch beachtet, was die Mafia in Deutschland anrichtet. Alle starren gebannt auf Saviano, aber so als beträfe es uns in Deutschland nicht. Nur Petra Reski versucht beharrlich, die deutschen Medien zu wecken.


Wir nehmen in China den Mund voll, um auf Menschenrechte zu pochen, den unsäglichen Au Wei Wei zu verteidigen und Korruption zu beklagen, und die Umkehr der Beweislast ist für Merkel und Steinbrück kein Thema.


’Ndrangheta



In Platì ist das ganze Dorf untertunnelt. Die unterirdischen Räume und Gänge sind ein Bunker der Mafiabosse. Die Dorfbewohner gaben vor, nichts davon gewusst zu haben, als das unterirdische Paralleldorf entdeckt wurde. So lange ist das noch nicht her. In Deutschland haben ihre Geldwäscher es nicht nötig, sich zu verstecken und ziehen rechtschaffene, nichtsahnende Menschen als Geschäftspartner in ihre Machenschaften.

Schlimm genug, dass die italienischen Sozialdemokratoiden auf Grund chronischer Dummheit ihrer traditionalistischeren Gesinnungsgenossen nun gezwungen sind, mit einer Partei zu koalieren, die von Dell'Utri aufgebaut wurde. Schlimm genug, dass man sogar gezwungen ist, deswegen aufzuatmen, wenn nicht zu jubeln, weil Berlusconi und Dell'Utri nicht nur intelligenter, sondern sogar demokratischer sind als die unsterbliche linke Orthodoxie Italiens, die noch das Offensichtliche versucht zu leugnen. Aber das Schlimmste ist, dass mittlerweile hervorragende Dokumentarfilme über die Mafia ("Mörderische Gesellschaften") im ARD gezeigt werden und sich trotzdem niemand bemüßigt fühlt, etwas gegen den ständig wachsenden Einfluss der Mafia in Europa und Deutschland zu tun. Nicht einmal ein deutscher Wikipediaartikel über Dell'Utri exitiert. So als gebe es das alles nur im Fernsehen.

Viele Polizeichefs begannen, in Sizilien die Mafia zu bekämpfen und wurden mit der Zeit zu Mafiabossen. Nicht etwa aus Prädestination, sondern aus lombrosianischer Resignation.

Wie mit den gefälschten Bilanzen Griechenlands werden wir erst dann aufwachen, wenn es längst zu spät ist.


Palmenlinie


John Dickie