Freitag, 31. Januar 2014

Franken


Dieser Artikel bietet mit Abstand den besten Überblick über das Thema Franken, den ich je gelesen habe. Kein Wunder, denn die Franzosen, die sich ebenfalls nach der "Franken" genannten germanischen Stammesgemeinschaft benennen, interessiert natürlich, was unter der Region "Franken" in Deutschland heute zu verstehen ist. Übrigens sind bereits in Ariosts "Orlando" rot und weiß die Farben der Franken.

Interessant ist auch der Artikel über den Fränkischer Reichskreis.

Konrad III.

Frankenliebe

Mir sin aa mir

Tomatl


Was für eine herrliche Pflanze. In meiner Jugend dachte ich, Tomaten seien schrecklich teuer. Es gab sie nur sehr selten bei uns zuhause. Manchmal teilten Vati, Mutti und ich uns eine in drei Teile. Oft war es eine selbstgeerntete von der Reihe Tomatenpflanzen auf dem unteren Grundstück, entlang an Wirschings von der Sonne bestrahlter Garage, die zuvor noch auf dem Fenstersims des Esszimmers hatte nachreifen müssen (die Mutti erzählte der zurückgebliebenen Tomate manchmal noch ein paar obszöne Witze, damit sie schneller rot würde).

Es war ein merkwürdiger Zirkus um die Tomaten bei uns. Mit 17 machte ich mit Böttiger eine Radtour nach Freiburg zu seinem Bruder. Das war eine Arbeiterfamilie. Da aß ich jeden Abend so viele Tomaten wie bei uns in einem Jahr und verstand die Welt nicht mehr. Dieser Böttiger war damals bereits Kommunist. Wieso eigentlich? Er hatte doch genug Tomaten. Ja, vor den Augen!

Der Artikel der Spanier ist besonders gut. Sie haben sie ja auch nach Europa gebracht. Aber wir wollen besonders den vorkolumbianischen Kulturen danken, die aus der wildwachsenden Tomate diese herrliche Kulturpflanze gemacht haben.

Nahuatl

Huiquipedia

Donnerstag, 30. Januar 2014

Goldman Sachs



63,4% der Dänen möchte, dass Dong Energy vollständig dänisch bleibt.

FAZ

Il sole - 24 ore

Wie Lehman kam auch Goldman aus Unterfranken.

Vollblutschauspieler



Der vorerst und seit langem letzte geniale Allround-Vollblut-Schauspieler, wie es ihn in Deutschland zum letzten Mal vielleicht mit Werner Krauß gab.

Gigi Proietti

Mittwoch, 29. Januar 2014

(Miss- und Un-)Verständnis



Es grünt so grün

Interpretative Semantik

Im Prinzip kann Jeder Jeden verstehen, wenn die Informationen gut sind, guter Wille vorhanden ist und auch entsprechende Intelligenz und genug Zeit vorhanden sind, um sie auszuwerten. Es kann sich also eigentlich niemand hinter seiner Kultur oder Sprache verstecken. In der Praxis klappt es nicht immer. Und so wird, um Poppers Zitat einmal umzudrehen, die Gewalt zur einzigen Alternative für den Dialog.

Ansichten eines Seiltanzers

Schlauer Michel



Sonntag, 26. Januar 2014

Die Flucht in den Export




Von den Schwächen deutscher Stärke

 "Und dies sei deinem Fuß ein Bleigewichte,
dass du, wie müde, gehst mit sachtem Tritte
zum Ja zum Nein wenn unklar dein Gesichte."

Dante (via Stefan George)


Stay in bell!


Rigoletto

Das Libretto dieser Oper wurde sofort von der Zensur beanstandet. Verdi musste z.B. den Schauplatz von Paris nach Mantua verlegen.

An so etwas erkennt man das Fehlen nationaler Souveränität.

Wenn Verdi den Schauplatz von Mantua nach Paris hätte verlegen müssen, wäre es - wie jede Zensur - immer noch Fremdbestimmung gewesen, aber es wäre wenigstens eine italienische, autochtone Bevormundung im Rahmen nationaler Souveränität gewesen; sozusagen eine innerfamiliäre Angelegenheit.

Aber 1851 befand sich Venedig unter österreichischer Besatzung, und aus diplomatischen Gründen musste der ursprünglich französische schwarze Peter - das Libretto geht auf Victor Hugos Le Roi s'amuse zurück - von Paris nach Italien wandern. Und in Mantua gab es über 300 Jahre zuvor einmal einen geeigneten Erotomanen. Man muss allerdings die italienische Wikipedia bemühen, um im Artikel über den Palazzo Te Aufschluss über den Lebenswandel von Federico II. Gonzaga zu finden.




Aber nicht nur in Deutschland weiß man wenig über die Gonzaga. Im Gegensatz zu den Medici waren sie sehr elitär, zurückgezogen und exklusiv. Ihr Einfluss auf die europäischen Eliten war dementsprechend noch weit größer als der der Medici, ist aber aus demselben Grund auch weniger bekannt. Zum Beispiel geht die ikonographische Pferdemanie des britischen Adels höchstwahrscheinlich auf die Pferdemanie der Gonzaga zurück, die einem Besucher des Palazzo Te sofort ins Auge springt.

Es wird immer wieder mal raunend von irgendjemand daran erinnert, dass Deutschland nicht souverän sei... so als gäbe es heutzutage noch irgendwo auf der Welt einen souveränen Staat, der nach eigenem Gutdünken schalten und walten kann, wie es ihm beliebt und der Deutschland Privilegien voraus habe, um die wir ihn beneiden müssten.

Es sind lächerliche Ressentiments von paranoiden Wichtigtuern, die unsere BRD wehleidig als "Schuldrepublik" bezeichnen und somit auf groteske Weise übersehen, dass wir nach 1945 über alle Maßen gut davongekommen sind, was die durch Versailles erlittene Ungerechtigkeit mehr als ausgleicht.

Nach 1945 wäre nach menschlichem Ermessen eine Art Super-Versailles zu erwarten gewesen. Genau diese realistische Einschätzung hielt damals viele davon ab, sich den Attentätern des 20. Juli 1944 anzuschließen.




Samstag, 25. Januar 2014

Kolumbianischer Austausch



Überblick

Aber welche Pflanze nannten die alten Römer dann Cucurbita? Wenn sogar im Stowasser "Kürbis" steht, die Kürbisse aber angeblich alle aus Amerika stammen (und die Zucchini erst 200 Jahre später in Europa aus diesen gezüchtet wurden).

Und was meinte Augustinus mit dem Kürbis, der bei Hieronymus an der Decke hängt?

Wie übersetzte der von Dürer gelesene Luther? Jetzt steht bei Luther "Staude". Aber meine Lutherbibel ist eine frische Bearbeitung.

Was ist mit Aesop? Um welche Species handelt es sich da?


Es handelt sich wohl um den Flaschenkürbis. Er wird sowohl von Columella wie von Plinius erwähnt. Nicht alle Kürbisse stammen also aus Amerika. Verbreitung fand allerdings auch der Flaschenkürbis in Amerika, bereits Tausende von Jahren, bevor Columbus dort ankam. Denn die Planze selbst ist reisefähig und gelangte übers Meer. Entweder ein ganzer Kürbis oder nur die Samen.

Cucumis nannten die alten Römer anscheinend nicht nur die Gurken, sondern auch die Honigmelonen. Zumindest wird in der italienischen Ausgabe von Columellas Buch "De re rustica" das Wort "cucumis" nicht immer mit Gurke übersetzt, sondern stellenweise mit Honigmelone.

Merkwürdig ist, dass weder Plinius noch Columella die Wassermelone Citrullus lanatus erwähnen.

Liveticker




Blind aber nicht verblendet

Freitag, 24. Januar 2014

Heino Bosselmann


Fuck you Kuschelpädagogik

Fein sein, beinander bleiben


Sehr gut gespielt. Aber dass in Deutschland so etwas überhaupt geschrieben wird, gedreht wird, gesendet wird, ist kein gutes Zeichen. Da muss eine Kasistik vorhanden sein, die es in Italien noch gar nicht gibt.

Ich glaube, dass durch die Kriminalisierung von Ohrfeigen - und durch die sedierenden, blutlosen, gnadenlosen, "therapeutischen" "Gespräche" der Sozialpädagogen - nicht nur die Einnahme von Psychopharmaka, sondern auch die Gewalt in Deutschland zugenommen hat und Problematiken wie Stalking.
Durch Kriminalisierung und Bekämpfung relativ harmloser Gewalt, die sozusagen "Teil der Schöpfung" ist und eigentlich zum Leben dazugehört, hat man neue, psychologische Grausamkeiten geschaffen, die völlig unerträglich sind und auch völlig unbekämpfbar.

Nur wir Deutschen und die Schweden sind zu so abgrundtief abscheulichen Darstellungen von Zerrüttung fähig, wie sie in diesem Fernsehfilm zu sehen war. Es ist barbarisch. Und keiner soll sich erdreisten zu sagen, das sei "relativ"...

Und der Gedanke liegt nahe, dass es nur bei uns und bei den Skandinaviern diesen Grad und diese Art von Zerrüttung gibt.

Sicher ist für mich nur eins: in Italien habe ich aus nächster Nähe Harmonien erlebt, die in gesunde familiäre Bindungen und Vertrautheiten gebettet sind, die bei uns in Deutschland nicht einmal vorstellbar sind (naja, vielleicht bei den Wells), und die enorme Konflikte abfedern und aushalten können, wobei viele Verwandte und Bekannte mit tragen helfen, ohne sich direkt einzumischen oder aufzudrängen.
Überhaupt sind Empathie und Aufmerksamkeit größer, Augenkontakt selbstverständlicher, Kontaktaufnahme unmittelbarer und unbefangener.

  Die großen kulturellen Unterschiede zwischen Norden und Süden waren sicher "schon immer so", will heißen, mindestens seit Jahrhunderten. Und sie gehören zum kulturellen Erbe.
Aber die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Nordeuropa hat etwas Unerbittliches das präzedenzlos ist, und die neuen Sedierungssyndrome dürfen nicht zum Erbe werden.
 

Donnerstag, 23. Januar 2014

AfE





Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst der AfD. Alle Mächte der Bundesrepublik haben sich zu einer heiligen Hetzjagd gegen dies Gespenst verbündet, die Kanzlerin und der Bundespräsident, Bischof Zollitsch und Claudia Roth, die Antifa und die Mainstream-Medien.

Wo ist die Äußerung eines Sprechers der Alternative für Deutschland, die nicht von einem dieser Gegner als populistisch und schlimmer noch: als rechtspopulistisch gebrandmarkt worden wäre, wo ist der Vorschlag der AfD, dem der Chor dieser unseligen Allianz nicht die „Alternativlosigkeit“ der herrschenden Politik entgegenschleudern würde?
Zweierlei geht aus dieser Tatsache hervor. Die AfD wird bereits von allen Mächten in Deutschland als eine Macht anerkannt.

Es ist hohe Zeit, dass die Alternative für Deutschland ihre Anschauungsweise, ihre Zwecke, ihre Tendenzen vor der ganzen Welt offen darlegt und dem Märchen vom Gespenst der AfD ein Manifest der Partei selbst entgegenstellt. Zu diesem Zweck wird die Partei in den kommenden Monaten durch einen Prozess der Selbstfindung hindurchgehen müssen. Dabei sollten einige politische Grundsätze und Leitlinien unbedingt beachtet werden, wenn die AfD ihrer historischen Mission gerecht werden will.
Marx und Engels hatten im 19. Jahrhundert noch geglaubt, die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft sei die Geschichte von Klassenkämpfen. „Bourgeoisie und Proletariat“ stünden sich als zwei große, feindliche Lager antagonistisch gegenüber.

Das 20. Jahrhundert hat diese Ansicht grandios Lügen gestraft, indem es eine Verbürgerlichung des Proletariats mit sich brachte. Eigenheime und Fernreisen für Arbeiter und Sekretärinnen – gegen dieses Argument des Kapitals war alle Klassenkampfrhetorik Schall und Rauch.

Spätestens die Banken- und Währungskrise hat jedoch gezeigt: Das Bündnis oder besser gesagt die Zweckgemeinschaft zwischen Finanzkapital und Bürgertum existiert nicht mehr. Im 21. Jahrhundert droht ein historischer Rückschlag: die Proletarisierung der bürgerlichen Mittelschicht.

Unter Missachtung ihres Auftrags, die Völker ihrer Länder zu repräsentieren, haben die Parlamente und Regierungen Europas einem gigantischen Umwandlungsprogramm privater Bankschulden in öffentliche Schulden zugestimmt. In einem beispiellosen Akt der Enteignung wurde die steuerzahlende Bevölkerung für die Fehler einer teils irregeleiteten, teils kriminellen Spekulantenkaste in Haftung genommen. Die strukturelle Korruption der Politik ist damit erwiesene Tatsache.

Als folgte die Geschichte einer sarkastischen Dialektik, erleben wir heute die Rache der Planwirtschaft.
Nach dem vermeintlich endgültigen Triumph des freien Marktes, beschließt das Politbüro der EU – alias Europäischer Rat – unter Führung Deutschlands die politische Suspendierung der Marktgesetze.
Die institutionalisierte Insolvenzverschleppung namens ESM-Schirm sowie die Zweckentfremdung der EZB als Bad-Bank für Anleihen von Pleitestaaten haben eine neue ökonomische Ordnung, einen „Bankensozialismus“, entstehen lassen.
Während die Miesen der Geldhäuser in negatives „Volkseigentum“ verwandelt werden, bereichert sich eine winzige Finanznomenklatura so maß- und schamlos wie weiland ihr politisches Gegenstück in den Sowjetrepubliken.

Das Erscheinen der Alternative für Deutschland auf der politischen Bühne bedeutet vor allem eines: diese Zusammenhänge kommen den Bürgern zu Bewusstsein, der Widerstand hat begonnen. Die bürgerliche Mitte ist heute – paradox genug – die eigentlich revolutionäre Klasse.
Der Endzweck dieser Revolution ist freilich nicht die klassenlose Gesellschaft, sondern die Wiederherstellung der sozialen Marktwirtschaft und der Souveränität des Volkes gegenüber dem Lobbyismus.

 Alle von der AfD bisher formulierten Ziele tragen restaurative Züge:
Zurück zu den Maastrichter Verträgen, zurück zu den im Grundgesetz formulierten Prinzipien, zurück, wenn nötig, zur nationalen Währung.

Vor dem beschriebenen Hintergrund ist das konsequent und richtig. Ohne die Restauration von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie, von Vertragstreue und Marktwirtschaft ist „Fortschritt“ heute bestenfalls eine Leerformel, schlimmstenfalls Betrug.
Die Alternative für Deutschland wird aber nur dann dauerhaft Erfolg haben, wenn sie eine positive Zukunftsvision für Deutschland und für Europa zu entwerfen vermag.

In einer Zeit der permanenten Verdampfung alles „Ständischen und Stehenden“ steht dem konservativen politischen Temperament nur noch eine „konservative Avantgarde“ als starke Positionierung offen:
Wo Bewahrenswertes noch lebendig ist, muss es gegen das weitere Fortschreiten der Korruption verteidigt werden.
Wo aber der Amoklauf der Moderne sein „Krise“ genanntes Zerstörungswerk schon vollendet hat, müssen tradierungswürdige Zustände neu geschaffen werden.

Eine Schlüsselrolle werden dabei unsere Landessprache und die Familie spielen. Beides sind essenzielle Bausteine der Kulturtradierung, ohne die aus dem „Wirtschaftsstandort Deutschland“ das zweite Wort schon bald zu streichen sein wird.
Zum bedrohten geistigen Bestand unseres geschundenen Kontinents zählt nicht zuletzt die bürgerliche Liberalität selbst. In ihrem Namen versuchen dreiste Ideologen in der Presse und in den Ministerien, das freie Denken und das freie Leben politisch korrekt auf Linie zu bringen.

Wo „Gleichstellung“ steht, ist „Gleichschaltung“ nicht weit – die Gleichberechtigung hat das Nachsehen.

Der angebliche Widerspruch zwischen einem konservativen und einem liberalen Parteiflügel der AfD ist damit als Propaganda des politischen Gegners enttarnt. Genuin liberal zu sein, heißt heute, konservativ zu sein. Zuweilen sogar reaktionär.

Auf lange Sicht ist der Euro weder das einzige, noch das wichtigste Thema der AfD. Am Widerstand gegen das ökonomisch unsinnige und politisch korrupte Himmelfahrtskommando des Euro entzündete sich erstmals der Wille der Partei, die Interessen der Bürger konsequent vor die Interessen der nationalen und internationalen Bürokratien und Konzerne zu stellen.
Dieser Wille muss jetzt nur noch reflektiert und für alle Politikfelder durchdekliniert werden. Die Vision eines anderen Deutschland – zugleich das Programm der AfD – wäre  geboren:

Die Vision eines Deutschlands, dessen produktive, kulturtragende Schicht sich aus dem Zangengriff von ausufernder Sozialindustrie unten sowie asozialen Finanzeliten oben befreit, in dem echter Bürgersinn und Meritokratie folglich wieder Platz greifen können.
 Die Vision eines Deutschlands, dessen Weltoffenheit nicht einem verdrucksten schlechten Gewissen, sondern einem gesundeten Selbstbewusstsein entstammt.

Dieses allein befähigt zur echten Wertschätzung des Fremden – wie auch zu dessen gerechter Kritik. Nur ein solches Land ist im Übrigen attraktiv für solche Zuwanderer, die zur Integration willens und fähig sind.

Es ist die Vision eines Deutschlands, das von den europäischen Nachbarn wieder geachtet und vielleicht sogar gemocht wird. Eines Deutschlands, das nicht mehr im Geheimen gehasst wird, weil es seine ihm nolens volens zufallende Führungsrolle dazu missbraucht, seine tatsächlichen und vermeintlichen Tugenden anderen souveränen Staaten aufzuoktroyieren.

Die Europäische Union – Zentralmonster der strukturellen Korruption im politischen System Europas – muss dafür einer tiefgreifenden Reform unterzogen werden. Sie muss von ihrem hybriden Anspruch befreit werden, die Länder in ihren Fängen peu a peu in einen Bundesstaat zu zwingen. Da dies ohne die Hilfe der „guten Europäer“ überall auf dem Kontinent nicht gelingen kann, wird die AfD ihre Erweiterung folgerichtig in einer „Alternative für Europa“ finden.

Marc Jongen, stellvertretender Sprecher und Programmkoordinator der AfD Baden-Württemberg in der Zeitschrift Cicero


So paradox, wie Jongen sagt, ist es gar nicht, dass die bürgerliche Mitte heute die eigentlich revolutionäre Klasse ist. Denn bei den einzigen bisher erfolgreichen Revolutionen - der amerikanischen 1763 und der französischen 1789 - war sie es schließlich auch.

Libretto - La clemenza di Tito




Base cap

Es gibt in Deutschland Anglizismen, die in den englischsprachigen Ländern kein Mensch versteht. Sogenannte Pseudoanglizismen.

"Basecap", "Oldtimer", "Beamer", "Twen", "Handy", "Showmaster", "Home Trainer".

Basecap? Das ist eine Zierleiste, die es im Baumarkt gibt, keine Baseballmütze. Der "Beamer" heißt in den USA schlicht "Projector"

Die Londoner "Times" hat das einmal als "linguistic submissiveness" (sprachliche Unterwürfigkeit) bezeichnet.

Gegen die Übernahme fremder Ausdrücke ist ja nichts einzuwenden, solange sie sinnvoll ist. Für viele ist ihr Denglisch aber eine Art selbstgemachter Kosmopolitenausweis nach dem Motto "Lieber ein halber Ami als ein ganzer Nazi".

Dabei können die vermeintlich englischen Wörter zuweilen für große Verwirrung sorgen. Millionen Deutsche amüsieren sich beim Public Viewing? In Amerika ist "Public Viewing" die Aufbahrung von Leichen im offenen Sarg. Dazu passt der "Body Bag" - ein Begriff, mit dem ein Händler ernsthaft einen Rucksack anpries. In den USA ist das ein Leichensack.



Aber es gibt in in jeder Sprache Pseudoanglizismen.

Binnenwirtschaft


Schrot und Korn




Klug und bescheiden

etwas bedürftig

aber auch schöpferisch

Ausgerechnet Nürnberg


Florenz - la fascistissima Firenze - war zu Mussolinis Zeiten besonders faschistisch und die Banda Carità der italienischen SS folterte dort besonders eifrig in der Villa Triste. Und dann nach dem Krieg wurde Florenz durch eine besonders scharfe Kehrtwendung besonders kommunistisch, sodass heute dort alle daherreden, als hätte jeder dort einen Opa in der Resistenza gehabt.

In den noch paar noch existierenden Casa del popolo hängen zum Teil sogar noch Plakate von Togliatti, Lenin und Stalin und nicht nur von Guevara und Gramsci.  Die Leute, die man dort trifft, sind keine abgeklärten Nostalgiker, sondern Irriducibili. Militante, die stolz darauf sind, nichts dazu gelernt zu haben und den Kopf weiterhin in den Sand zu stecken, die ihre verstockte Dummheit für Charakterstärke halten und ihre erbärmliche Unbelehrbarkeit mit der Fähigkeit, löblichen Idealen treu zu bleiben verwechseln. Selbst in meiner Pilzgruppe sind fast alle Kommunisten, und ich muss nolen volens mit ihnen vorliebnehmen, da in der Toskana alle Pilzvereine an den Brüsten der ARCI nuckeln (aus der übrigens auch Carlo Petrinis Slow Food hervorging). Genauso wie ich mich damit abfinden muss, dass im Chor des Alpenvereins alle Faschisten sind. Bei den Pilzfreunden gibt es wenigstens einen verschmitzten ehemaligen Offizier, der beim Mittagessen einmal mit mir anstieß und sagte: "Bei den Höhlenforschern sind lauter anarchistische Linksextreme, beim Alpenverein lauter übergeschnappte Rechtsextreme. Wir sind nur extrem und damit basta. Auf dein Wohl!"

 

Ähnlich wie Florenz war auch Streichers Nürnberg eine Symbolstadt und war besonders nationalsozialistisch. Und nach dem Krieg wurde man besonders bekennerisch, wenn es galt, sich antifaschistisch zu profilieren.

Der vorläufige Gipfel der Dummheit wurde jetzt erreicht, indem man am Gewerkschaftshaus ein großformatiges Transparent aufhing, um gegen die AfD zu hetzen. Es ist wie eine Parodie der Hetze gegen Berlusconi, der zehn Jahre lang fast der einzige italienische Politiker Italiens mit gesundem Menschenverstand war und fast zwanzig Jahre lang der einzige mit Charisma. Die Hähme, die unsere Journalistenkaste sich in den letzten beiden Jahrzehnten angewöhnt hat, wird noch zum Bumerang werden.

Antifaschistisches Info 1/2014

Heinrich Böll Stiftung

Die Alternative für Deutschland hat Strafanzeige wegen übler Nachrede gestellt und fordert eine Unterlassungserklärung.


Hans-Olaf Henkel - aus gegebenem Anlass


aus gegebenem Anlass zum falschen Bericht des deutsch-türkischen Journals:
Im Internet wird über meine Position zum Beitritt der Türkei in die E.U. spekuliert. Um es zu klären, hier meine Position.

Mit dem Beitritt der Türkei in die EU ist das so wie mit dem Euro: Nicht ich habe meine Meinung geändert, sondern die Politik.

Euro: Hätte sich die Bundesregierung an die alten Maastricht-Regeln gehalten, hätten wir keine Eurokrise, und ich wäre wohl immer noch für den Euro. Ich erinnere daran, dass ich schon früh (noch als BDI-Präsident) vehement und öffentlich gegen die zu frühe Aufnahme Griechenlands und die Verletzungen des Maastricht-Vertrages durch die Rot-Grüne Bundesregierung protestierte. Als die Bundesregierung im Mai 2010 dann auch noch die „No-Bail-Out-Klausel“ kippte und damit die Brandmauer zwischen deutschen Steuerzahlern und ausgabefreudigen Politikern im Süden zum Einsturz brachte, war der Euro für mich endgültig „erledigt“.

Mitgliedschaft der Türkei in der E.U.: Mit der Mitgliedschaft der Türkei in der E.U. ist das ebenso: Als ich mich vor 15 Jahren dafür aussprach, war die Türkei zwar noch weit entfernt, aber immerhin auf einem guten Wege in Richtung „meines“ Sympathischen Dreiecks: Marktwirtschaft, Menschenrechte und Demokratie. Gleichzeitig, und das ist wichtig, habe ich mich gegen eine weitere Vertiefung der E.U. und für die Beschränkung der E.U. vor allem auf einen Binnenmarkt unter Einschluss anderer europäischer Länder und der Türkei ausgesprochen.

Um es klar zu machen: Die Bedingung war einerseits die „Europäisierung“ der Türkei im Sinne des o.a. Dreiecks, andererseits eine E.U. bestehend aus souveränen Staaten mit klarer Beschränkung auf einen gemeinsamen Binnenmarkt. Dies ist übrigens heute noch die Position der britischen Regierung.

Beide Bedingungen sind heute nicht mehr gegeben, und deshalb bin ich, wie wohl auch die Mehrheit der Mitglieder der AfD, gegen eine Mitgliedschaft der Türkei in der E.U. Wie beim Euro auch, bin nicht ich, sondern die Politik ist in eine andere Richtung marschiert: Einerseits wurde und wird weiter als Nebenprodukt von zahlreichen Eurorettungspaketen die galoppierende Zentralisierung und Harmonisierung in der E.U. betrieben, andererseits hat sich die Türkei seit Erdogan selbst in eine ganz andere Richtung entwickelt: Die Demokratie wird immer mehr ausgehöhlt, die Pressefreiheit beschnitten, die Menschenrechte (vor allem die der Frauen) durch die zunehmende Islamisierung immer öfter verletzt. Auch als langjähriges Mitglied von Amnesty International hat mich die interne Entwicklung in der Türkei enttäuscht. Dazu kommt, dass sich auch die Wirtschaft in der Türkei zunehmend mit staatlichen Eingriffen und Korruption auf breiter Ebene von europäischen Standards entfernt hat. Die durch die türkische Justiz gerade aufgedeckten Korruptionsskandale, die massive Versetzung unbotmäßiger Polizisten und ermittelnden Justizbeamten sagt alles. Türkei marschiert in Richtung Islam und nicht etwas in Richtung Europa. Dabei sollten wir sie nicht aufhalten.

Ich lege schon Wert darauf klarzustellen, dass ich weder beim Thema „Euro“ noch beim Thema „EU-Beitritt der Türkei“ meine Meinung geändert habe. Es war die Politik, die die Voraussetzung jeweils über den Haufen geworfen hat.

Viele Grüße

Ihr Hans-Olaf Henkel
 

Mittwoch, 22. Januar 2014

2014 - Weltmeisterschaft

Ich habe 1977 zum ersten Mal davon erfahren, dass in Auschwitz zum Zweck medizinischer Versuche Menschen gequält wurden, bei denen besonders Zwillinge zu Versuchsobjekten gemacht wurden, um die Wirkung von Schmerzen und Erfrierungen zu erforschen. Man schreckte auch nicht davor zurück, Zwillinge aneinander zu nähen und künstlich zu "siamesischen" zu machen.
 Ich war entsetzt, dass dies in 9 Jahren Gymnasium nie auch nur ein einziges Mal erwähnt worden war. Ich las davon in der Zeitschrift "Konkret". Ich hatte diese Zeitung abonniert, um mir ein Bild von deren Berichterstattung zu machen.

Ich wunderte mich, dass diese Monatszeitschrift der Alltagspolitik so wenig Beachtung schenkte und sich dafür lieber bemühte, Milton Friedman lächerlich zu machen, der gerade den Nobelpreis für Wirtschaft bekommen hatte (er war damals Berater der israelischen und der chilenischen Regierung, und die Inflationsrate beider Staaten war schwindelerregend hoch) oder Verhandlungen in deutschen Gerichten von Peggy Parnass unter die Lupe nehmen ließ und in diesem Zusammenhang alte Artikel von Ulrike Meinhof von neuem veröffentlichte (über die Sozialisation von Jürgen Bartsch und die Sozialisation des urteilenden Richters: eine Gegenüberstellung unter dem Zeichen der Milieutheorie), und Rudi Dutschke von den freimütigen Diskussionen in Italien schwärmen ließ (der war, nachdem er in Deutschland fast erschossen worden war, von Giangiacomo Feltrinelli und Hans Werner Henze gastfreundlich aufgenommen worden, um sich von seiner Verletzung zu erholen. Er musste wegen des Kopfschusses mühselig erst wieder Gedächtnis und Sprache durch eine Therapie zurückgewinnen).


Es waren interessante und wichtige Artikel, aber es kam mir immer so vor, als ziehe man wichtige Randerscheinungen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, so als seien sie das einzig Wesentliche, und man verlöre dabei das Weltgeschehen, das meiner Ansicht nach eben viel mehr Gewicht hatte, völlig aus den Augen.

Genauer gesagt bestand damals eine schwindelerregende Kluft zwischen unseren Leitmedien einerseits und fokalisierenden Zeitschriften (private Radiosender gab es ja noch nicht, und das Internet erst recht nicht) wie "Konkret" andererseits.

Die BILD-Zeitung war damals - warum eigentlich? das war doch gar nicht in Springers Sinn? - offen faschistisch, in einem Ausmaß, das sie - auf Grund der höheren Auflage sogar noch mehr als die "National-Zeitung", die Vati abonniert hatte - de facto für das Attentat an Dutschke verantwortlich werden ließ, beinahe zum Auftraggeber machte; ähnlich wie in Italien, mit umgekehrtem politischem Vorzeichen, "Lotta Continua" dem Mob die Weisung erteilt hatte, den Kommissar Calabresi zu ermorden.


Aber der Artikel über die Menschenversuche überzeugte mich davon, dass diese Zeitschrift eben doch wichtig und sogar notwendig war (und nicht nur als plumpes Gegengewicht zur plumpen BILD-Zeitung). Denn keine andere Zeitschrift hatte je dieses Thema auch nur gestreift. "Bunte" und "Hör zu" sowieso nicht, aber auch nicht der "Stern" und der "Spiegel" (oder nur vor meiner Zeit und ohne bleibende "Engramme" zu gravieren. Außerdem erfuhr man damals durch Radio, TV und gedruckte Medien weder, dass der gute Heinemann Rudi Dutschkes Umzug nach Cambridge aus eigener Tasche finanziert hatte, noch dass er einen Briefwechsel mit Ulrike Meinhof hatte, noch dass er sich in Italien für die Freilassung Kapplers stark machte (oder nur in Randnotizen). So gesehen sind die Informationsmöglichkeiten heute im Vergleich mit 1977 geradezu paradiesisch.
Es gab auch ein Buch über die Menschenversuche in Auschwitz, das damals in "Konkret" annonciert wurde, aber nirgendwo in den Schaufenstern lag. Diskrepanzen dieser Art übersieht jemand, der Herr seiner Sinne ist, nicht.

Und ich war 1977 Herr meiner Sinne. Gerade deshalb war ich eigentlich reif für den Psychiater: zu gesund für meine Umgebung.

Ich fing damals an, darauf zu warten, dass über diese Geschehnisse wie selbstverständlich berichtet würde. Aber die Berichterstattung wurde nie selbstverständlich.
Erst gestern Abend sah ich endlich zum ersten Mal (in arte) einen sehr anschaulichen Dokumentarfilm über diese unsäglichen Verbrechen. Ich empfand es als unerträglich spät, als Entaktualisierung, als Entverantwortlichung, als gelungene Vertagung zum Zweck historisierender Entkeimung und Entrückung.

Ein bisschen Verdrängung ist menschlich, haargenau, wie das sprichwörtliche Irren. Aber maßlose Verdrängung ist wiederum unmenschlich und über jede Verirrung hinaus im wahrsten Sinne des Wortes irrsinnig. Nimis removere humanum non est. Und mein Bruder, der sich soviel auf seine Schweigsamkeit zu gute hält, hat die Stirn, mich als "Weltmeister der Verdrängung" abzustempeln. Wie ein Tierarzt die hängenden Schweinehälften bei der Fleischbeschau..
Ausgerechnet mich, der ich nur deshalb das Licht der Welt erblickte, weil es für die abtreibende Drängung zu spät war, woraufhin ich später in die Ferne gedrängt wurde. Ausgerechnet mich, der ich mir meiner Missetaten in jeder Sekunde meines Lebens bewusst war und, im Gegensatz zu ihm, nie so getan habe, als könne ich kein Wässerchen trüben. Und sogar heute noch zu meinen Missetaten stehe, so als seien sie nicht nur eine Maßnahme des eigenen Überlebens gewesen, sondern eine Pflicht gegenüber meinem Gewissen, die mir nur ein Vater im Himmel anrechnen oder verzeihen könnte.

Ich kann nicht verdrängen. Wenn ich jemandem weh tu oder unrecht tue, dann immer im vollen Bewusstsein dessen, was ich jemandem antue. Ich glaube sogar, dass die wichtigste Konsequenz von Sigmund Freuds Erkenntnis ist, dass man für seine unbewussten Handlungen die Verantwortung übernehmen muss, und sich auch das bewusst machen muss, was man unbewusst angerichtet hat, und weshalb man etwas unbewusst tat.

Woran erkennt man die Niedertracht eines Kryptonazis? Daran, dass er mit unerschütterlicher Selbstverständlichkeit Ursache und Wirkung vertauscht, um die Nachkommen auf Kurs zu bringen und zu halten und das Vorher mit dem Nachher rechtfertigt, so als fließe die Zeit ihm zu Liebe rückwärts. Dieses Merkmal ist zwar nicht zu 100% untrüglich, aber fast. Aber fast.


Übrigens gleicht Bettina Röhls veranschaulichender Stil demjenigen Ulrike Meinhofs wie ein Ei dem anderen. Nur das politische Vorzeichen ist anders. Ists die Genetik, die hier zum Zuge kommt? Ist es ein Dominoeffekt? Wenn wir ehrlich sind, geben wir zu, dass wir es nicht wissen. Aber auch, dass wir die biogenetische Hypothese für plausibler halten. Ich habe aber solche frappierenden Dejavues auch als Dominoprägung beobachtet. Die Frage wird unter seriösen Wissenschaftlern noch lange offen bleiben.

Der Frauenarzt, von dem sich die Frauen im Umkreis meiner Verwandtschaft und Bekanntschaft behandeln ließen, war ein Sohn von Eduard Wirths. Aber das erfuhr ich erst sehr spät und auch nur, weil der Mann einer meiner Nichten auf diese Dinge achtete und mir mitteilte, als ich einmal meine Verwunderung äußerte, wie wenig die ehemaligen Täter auch nach dem Krieg mit ihrem Gewissen in Konflikt geraten seien (Wirths hatte sich anscheinend in einem Moment der Erleuchtung - wie sie eher nie als selten vorkommen - selber ermordet; vielleicht war dabei die einzige Einsicht, dass sein Konto gelöscht werden sollte). Sonst hätte ich es nie erfahren. Alles, was nur entfernt mit den Verbrechen der Nazis zu tun hatte, wurde von meinen nächsten Verwandten gnadenlos weggeschwiegen, und besonders in meinem Beisein wurde penibel darauf geachtet, jede Erwähnung zu meiden. Wörter wie Scheiße, Fotze und Auschwitz gab es nicht im Vokabular einer anständigen Familie, wie wir sie waren, und über Juden wurde nur gesprochen, um sie zu schmähen. Es war tatsächlich so einfach, so weltfremd und primitiv. Hannah Arendt nennt es "Die Banalität des Bösen". Mittlerweile ist Deutschland - im Guten wie im Schlechten - ins andere Extrem gefallen. Jeder Affe rühmt sich, er habe Ecken und Kanten, man verwechselt Gemecker mit kritischem Bewusstsein und Rüpelei mit Selbstbewusstsein und Leistreterei mit Korrektheit. Am anständigsten sind aber leider immer noch die Zaghaften. Draufgängertum und Anstand finden in Deutschland immer noch kaum je einmal zueinander. Dass beides zusammengehört, ist - ihr könnt es mir glauben - in Italien eine Selbstverständlichkeit, bei allen Widersprüchlichkeiten, die dieses Land auszeichnet. Wie auch Disziplin in Italien immer die Selbstdisziplin eines Einzelnen ist, während die Disziplinierung von Gruppen und Truppen in Italien ein hoffnungsloses Unterfangen ist. Es ist eines der Symptome, an denen wir erkennen können, dass es in Italien immer noch recht viele intakte Familien gibt. Dafür gibt es in Italien keinen intakten Staat. Bei uns ist es genau umgekehrt. Wie schrieb Joachim Fest in "Im Gegenlicht"? Unter dem Strich ist Italien letztlich menschlicher.

Das Beste, was meine intelligente Mutter einmal nach der dritten Tasse Kaffee beim Frühstücken und Zeitunglesen sagte, war: "Manchmal hat man den Eindruck, jemand rühre die Welt mit so nem Löffel ab und zu um." Dieses Bild ist nicht schlecht. Es passt zu den Spiralnebeln der Galaxien und ist auch das einzige, durch das der alberne Begriff "Revolution" auf eine angemessene Weise anschaulich wird.


Dienstag, 21. Januar 2014

Grundmauern



Hier steht die virtuelle Säule, die Venus, Apollo, Mars und Juno, Minerva und Jupiter usw. mit der Zeit überragte und in den wilden Wäldern Germaniens an die Stelle von Irminsul und Yggdrasil trat.


Homepage

An der alten Salzstraße

Virtuelle Besichtigung

Rotgrüne Sexualkunde


"Niemand will Themen wie Homosexualität aus den Schulen verbannen, sie sind längst da. Doch nun geht es einen Schritt weiter... Schule soll also mittels Gesinnungsunterricht dem vorgreifen, was gesellschaftlich und wissenschaftlich gar kein Konsens ist".

Müssen Kinder alles wissen?

Montag, 20. Januar 2014

Ehrlichkeit


Das Problem sind eben nicht nur die Salafisten und Islamisten. Wer es aus Erfahrung weiß, der weiß es. Wer es erklärt bekommen hat, weiß es noch lange nicht.

 wikipedia

Sabatina James

sabatina-e.v.

planet-wissen



François Heisbourg

Der franz. Politologe François Heisbourg war hochrangiger Mitarbeiter im Pariser Außenministerium und steht heute an der Spitze der renommierten Denkfabrik "International Institute for Strategic_Studies" (IISS) und des Geneva Centre for Security Policy.

Hier seine Gedanken zu Europa.

Wie in Italien


Nur dass man in Italien nicht so einfältig und leichtgläubig wie in Deutschland ist.

Zeit

Süddeutsche

Focus

Optik und Wahrnehmung

Wappen von Florenz


Die Florentiner Lilie hat nichts mit der Bourbonischen Lilie zu tun, mit der sich die Pfadfinder schmücken. Sie ist bereits seit dem 11. Jahrhundert das Wappen von Florenz. Damals war die Iris florentina im Gebiet von Florenz verbreitet, und ursprünglich war das Wappen deshalb eine weiße Lilie auf rotem Feld.
Damals waren die Florentiner noch Ghibellinen. Als die Ghibellinen 1251 im Exil waren, vertauschten die in der Stadt gebliebenen Guelfen die Farben des Wappens. Seitdem hat das Wappen das heutige Aussehen.

Heute ist im Gebiet von Florenz und Umgebeung die lila Iris germanica sehr häufig. Aber es gibt auch einen speziellen Garten, wo alle möglichen Farben zu sehen sind.


Claudio Abbado ist gestorben


Lindner und Lambsdorff

Wenn Deutschland aus der Eurozone austräte, hätten die beiden mit ihrer der Markt-, der Markt-, der Markt-wird-schon-alles-richten-Gläubigkeit schon recht. Aber da Deutschland bis zum Hals im Euro steckt, müssen beide erst mal scharf darüber nachdenken, wie es kommt, dass Großkapitalisten den Kapitalismus kaputt machen und was man tun kann, damit die Oligopole den kleinen und mittleren Unternehmen nicht mehr das Genick brechen und die Orkane, deren Auge die ständig wie schwarze Löcher wachsenden Oligopole sind, gar nicht erst entstehen.

Innerhalb Europas ist der beiden Gläubigkeit eben doch weltfremd. Und außerdem sind die glaubenswürdigeren Monetaristen sowieso in der AfD.


Sonntag, 19. Januar 2014


Uralt

"Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden." Numeri 6,24-26

Für diese Worte gibt es einen archäologischen Fund aus der Zeit Davids. Eine kleine, 2,5 cm breite, silberne Schriftrolle aus der Zeit 1000 v. Chr. Das ist die älteste erhalte Textstelle aus der Bibel.

Ein kleiner Sieg

Der gesunde Menschenverstand hat einen kleinen Sieg davongetragen: Matteo Renzi hat zum Entsetzen der immer noch zahlreichen ewiggestrigen Nochkommunisten, die es in seiner Partei gibt, Silvio Berlusconi zu einem Gespräch in die Parteizentrale eingeladen, um zu überprüfen, ob es Schnittmengen zum Thema Wahlrechtsreform gibt.

Das Entsetzlichste an den ewigen Kommunisten Italiens ist, dass immer noch frische Kader nachrücken. Und die treten auf, als sei der Zweite Weltkrieg gerade erst vorbei und als seien sie in der Resistenza aufgewachsen. Und die von Gramsci gegründete Parteizeitung "Unità" ist schon so weit, Renzi als "faschistoid" zu etikettieren.

Berlusconi und Renzi haben nach dem Gespräch verkündet, dass sie einen Kompromiss gefunden haben, dass jeder auf einen Wunsch verzichtet hat und sie sich nun völlig einig sind.Wie Merkel und Gabriel sozusagen, also wie in einem normalen Land. Das hätte die Demokratische Partei schon vor 20 Jahren haben können.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob die deutschen Medien - und wenn ja wie - über diesen vielleicht historischen Zweiklang der Seelen berichten werden.  Die FAZ hat leider schon angefangen, Renzi Machthunger zu unterstellen.


Samstag, 18. Januar 2014

Minderheit



"Jede Minderheit enthält eine Mehrheit von Idioten." Ennio Flaiano

Bauwerk






Das "Malteserkreuz" von Dallas wurde 1 Jahr früher als geplant fertig. Es ist ein imposanter Bau, den man hier genauer ansehen kann. Und in Deutschland gibt es immer mehr Baustellen, die nicht fertig werden und immer teurer werden.

Noch ein Hoch auf Schlesien


Carolin Kebekus

Freitag, 17. Januar 2014

Hirn erforscht Hirn


Rita Levi-Montalcini

"I am my own husband" antwortete sie auf einem Medizinerkongress in Amerika auf die Frage nach ihrem Mann. Man dachte, sie verstehe nicht richtig englisch. Sie hätte fast Germano Rondolini geheiratet. Hat sie aber nicht.

Interview

Valerie Trierweilèr

Première dame.
Deuxième amante.
Première hospitalisée pour des cornes.

"Les cornes sont comment la rougeole: il y'ha qui les ha maintenant, qui les ha avue, qui les aura..."


"Mais no, les cornes les portent seulement les hommes! Ca che portent les femmes c'est ca que l'evolution biologique appelle polygynie."

Gescheitert


Bach war noch am Leben. Im Jahr zuvor war sein bekanntestes Portrait entstanden, da wurde in Höchberg, in der Nähe von Würzburg noch mal eine als Hexe angeklagte Frau verbrannt.  Sie war Superiorin des Klosters Unterzell und hieß Maria Renata Singer von Mossau.

Der Fürstbischof Karl Philipp von Greiffenclau zu Vollrads, der von Tiepolo an der Decke der Residenz verewigt wurde und in Aub zur Jagd ging, bestimmte zur Strafminderung, dass sie nicht lebendig verbrannt wurde, sondern nur ihr Leib, nachdem sie geköpft wurde (und ihr Kopf auf einen Pfahl gesteckt worden war).

Das geschah nicht im Mittelalter, sondern zwei Monate bevor in Frankfurt Goethe geboren wurde, der später die Walpurgisnacht in seinem Drama über Johann Georg Faust beschrieb. Friedrich der Große war seit 9 Jahren König in Preußen. Eine seiner ersten Amtshandlungen war es, die Folter abzuschaffen (in Wirklichkeit bestanden Folter und Prügelstrafe bei schweren Vergehen fort).

150 Jahre vorher

Ein Stimm begunnt zu klagen

Übrigens erinnert der Text von In stiller Nacht erstaunlich an den Schmerz der Welt nach Balders Tod.

Die Schweiz schaffte die Folter im protestantischen Kanton Glarus erst 1851 ab. Die letzte Frau, die in Europa als Hexe hingerichtet wurde, war 1782 Anna Göldi in Glarus. Da war Bach schon seit 32 Jahren gestorben.



In stiller Nacht




Vorbildlich


Mittendrin

Begonnen hat alles, als einer der Journalisten an einer friedlichen Demonstration in Hamburg Mitte teilnahm und unsere Leitmedien - von denen nicht wenige in Hamburg zu Hause sind - berichteten, es seien Polizisten verletzt worden...
Bewusste Fehlinformation will er nicht unterstellen. Aber offenbar wurden Stellungnahmen der Polizei völlig ungeprüft einfach übernommen.
Da es in Hamburg Mitte keine Lokalzeitung gibt, wurde also die Webzeitung "Mittendrin" gegründet.

Es gibt eine App mit der innerhalb weniger Minuten ein Journalist herbeigerufen werden kann, sobald irgendwo etwas Ungewöhnliches geschieht.

Unsere Sehnsucht nach Harmonie lässt uns zu gutgläubig werden.


Ausnahmezustand und Souveränität

Auslandergäng greift linkes Wohnprojekt an

Donnerstag, 16. Januar 2014

Canada

These:
Seit 2008 nimmt die Anzahl der Asylbewerber in Deutschland wieder zu - Tendenz steigend. Anstatt Zeit, Energie und Geld darin zu investieren, möglichst wenige von ihnen aufzunehmen, sollte Deutschland sich ihr Potential, ihre Arbeitskraft und ihr Know-how zu Nutzen machen und sie mit Kusshand empfangen.

Kontrollierte Einwanderungspolitik, aktive Bevölkerungspolitik und Bildung

Seit Jahrzehnten schrumpft in Deutschland die Bevölkerung aufgrund niedriger Geburtenraten. Überalterung ist ein ernstzunehmendes Problem. Hinzu kommt, dass in vielen innovationsträchtigen (MINT)-Studiengängen, die Absolventenzahlen zurückgehen. Deutschland droht in Forschung und Technologie den Anschluss an die Weltspitze zu verlieren.

Deutschland muss daher kinder- und familienfreundlicher werden und die vielen Qualifizierungsoffensiven als Bildungsinstrument ernster nehmen. Deutschland braucht außerdem kontrollierte Einwanderung. Andernfalls werden wir in Zukunft hinter unseren Möglichkeiten zurückbleiben. Weniger Arbeitsplätze werden entstehen, und unserer sozialen Sicherungssysteme werden in Schieflage geraten.

Eine bedarfsorientierte Einwanderungspolitik ist aktuell nicht erkennbar. Vielerorts machen gut ausgebildete und integrationswillige Einwanderer negative Erfahrungen mit deutschen Behörden, während die ungesteuerte Einwanderung über Familiennachzug, Duldungs-mechanismen und durch laxe Auslegungen des Asylrechts zunimmt.

Im Rahmen eines „Green-Card“ Modells könnten an potentielle Einwanderer Punkte vergeben werden. Dabei würden besonders die beruflichen Qualifikationen, Sprachkenntnisse und der allgemeine Bildungsstand zählen.

Überdies bieten Universitäten mit Austauschprogrammen, Fellowships und Postdoc-Programmen hierfür bereits gute Voraussetzung. Begabte Gaststudenten und ihre Familien müssen intensiver umworben werden. So müssen ihnen solide Aufenthaltsperspektiven für die Zeit nach dem Studienabschluss geboten werden.

Parallel dazu muss unser eigenes Potential ausgeschöpft werden, d.h. die Weiterbildung junger und älterer Menschen muss verstärkt werden. Deutschland verschwendet trotz einer gesunkenen Schulabbrecherquote von ca. 6,2% im Jahr 2012 jedes Jahr einen Teil seiner Zukunft, wenn junge Menschen die Schule zwar mit Zeugnis, aber ohne die elementaren fachlichen und sozialen Grundkenntnisse verlassen.



Keine Integration ohne Anpassung

Ein gewisses Maß an Anpassung an die Kultur des Einwanderungslandes ist von Einwanderern nicht nur zu erwarten, sondern in ihrem ureigenen Interesse. Wer in der Fremde die Lebenswelt seiner Heimat zu reproduzieren versucht, riskiert, in eine Ghetto-Situation zu geraten. Er erschwert sich und folgenden Generation den Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt. Damit ist niemandem gedient.
Einwanderung ist eine Lebensentscheidung. Sie setzt voraus, dass man mit Altem abschließt und sich für Neues öffnet. Eine doppelte Staatsbürgerschaft lehnen wir ab, weil sie sich integrationshemmend auswirkt.

Kulturelle Anpassung gehört wesentlich zur Integration in die Gesellschaft, in die man neu eintritt und deren fester Bestandteil man auf lange Sicht werden möchte. An erster Stelle steht eine angemessene Sprachkompetenz. Notwendig ist auch die Anerkennung unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung und unserer Gesetze.
Schlussendlich gehört zu einer gelungenen Integration eine geregelte Erwerbsarbeit. Die Menschenwürde gebietet es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Einwanderern ermöglichen, ein finanziell unabhängiges Leben zu führen, anstatt sie in Abhängigkeit von sozialstaatlichen Zuwendungen zu halten.


Klare Regeln erleichtern Integration

Ein solches Sich-Einlassen auf die Eigenheiten der neuen Heimat kann durch politisch geschaffene Rahmenbedingungen und das Verhalten der Bevölkerung sinnvoll unterstützt werden. Eine erfolgreiche Integration ist das Ergebnis der Bemühungen beider Seiten, maßgeblich aber abhängig von der Motivation des Einwanderers.
Einwanderer sollen sich mit unserem Land identifizieren. Sie sollen gerne Deutsche werden. Die aufnehmende Gesellschaft muss dafür nicht nur Aufnahmebereitschaft signalisieren und erfolgreiche Integrationsschritte honorieren, sie muss auch ein positives Identitätsgefühl vorleben. Nur wenn wir selbst gerne Deutsche sind, können wir von den Einwanderern erwarten, dass sie gerne Deutsche werden.

Einwanderung sollte unabhängig von Ihren Beweggründen innerhalb der EU festen Regeln unterliegen. Bei Bedürftigkeit sollte eine unkomplizierte und zügige Versorgung der Zuwanderer gewährleistet sein, wobei das Prinzip zu gelten hat, dass Leistungen in Höhe und Umfang des im Herkunftsland üblichen Standards gewährt werden. Vorrang hat aber stets eine Vermittlung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen.


Keine Einwanderung in die Sozialsysteme

Armutszuwanderung innerhalb der EU stellt einen Missbrauch der Freizügigkeit dar und konterkariert die Ziele des europäischen Binnenmarktes. Ein vereintes Europa darf nicht nur Vorteile für Industrie und Banken bedeuten, sondern muss Verantwortung für seine Bürger übernehmen.
Die Verbesserung der Situation potentieller Armutsflüchtlinge in ihren Heimatländern sind gesamteuropäische Aufgaben, aber zunächst und vor allem Aufgaben der Herkunftsländer. Hierfür war und ist eine verantwortungsvolle Entwicklungshilfe unabdingbar.
Deutschland ist nicht für die Folgen einer verfehlten Innenpolitik anderer EU-Mitgliedsstaaten zuständig. Die Ursachen der Armutseinwanderung müssen in den Herkunftsländern der Einwanderer bekämpft werden.

Daher sollte die These eher lauten:

Wir ermutigen aktuell niedrig qualifizierte Einwanderer zu Missbrauch des Asylrechts und Einwanderung in die Sozialsysteme, während wir leistungsbereite Gaststudenten und integrationswillige Fachkräfte verprellen. Das darf nicht sein! Angesichts wieder ansteigender Asylbewerberzahlen ist eine Umorientierung erforderlich.

Frauke Petry, Christian Lüth, Hans-Thomas Tillschneider

Henkel im Interview

Und Kubitschek mit seiner Lupe

Es wird spannend
 

Mittwoch, 15. Januar 2014

Die Marktfundamentalistin Ayn Rand





Gegenargumente


Steinbrücks Schweigen



Ich wäre bereit dafür zu zahlen, wenn Steinbrück einen Vortrag über diesen Komiker hielte.

Würzburg



Torsten Heinrich, der Bundesvorsitzende der JA (Junge Alternative), wurde am Sonntag in Bayern zum Spitzenkandidaten für die Europawahl gewählt.

André F. Lichtschlag hatte bereits in "eigentümlich frei" mehrfach über ihn berichtet und diese Rede als "die wahrscheinlich beste Wahlkampfrede überhaupt" im Wahlkampf 2013 bezeichnet.

Ich bin gespannt, wie es jetzt weitergeht. Diese Rede ähnelt wie ein Ei den Reden, die Antonio Martino 1994 in Italien hielt.

Torsten Heinrich hat noch die Unsicherheiten des Anfängers, des gewissenhaften Anfängers. Aber er denkt gut nach und schaut gut nach und lässt sich nicht vom äußeren Schein beeindrucken. Er sucht bei jedem Thema nach den wesentlichen Kernen, die schicksalsentscheidend sind, bringt sie auf den Punkt und verknüpft sie sinnvoll. Das ist das wahre Gegenteil von Populismus.

Kritisch beurteile ich nur seine Einstellung zur Kernenergie. Das ist eine Technologie, die wir loswerden müssen. Ich glaube, dass Angela Merkel den Zeitpunkt für einen totalen Strategiewechsel sehr geschickt gewählt hat. Natürlich besteht in Deutschland keine Gefahr für Erdbeben und Tsunami. Aber es besteht auch keine Aussicht, dass das Endlagerungsproblem je gelöst wird.
Durch das Unglück in Japan weiß die Welt jetzt, dass auch beste Technologie die Entfesselung von Kernkräften außerhalb Deutschlands nicht bändigen kann. Wohl aber kann deutsche alternative Technologie für verängstigte Länder in Erdbebengebieten interessant werden und auch andere Länder zu einem Umdenken bewegen, wenn wir zum richtigen Zeitpunkt hierin eine Vorreiterrolle einnehmen.

Er klingt zwar streckenweise ein bisschen zu sehr nach Ayn Rand, aber Torsten Heinrich gefällt mir (wie mir ja auch Antonio Martino und Ronald Reagan sehr gefielen).

In dubio pro libertate

Würzburger Leben


Die Planeten

The Best of the Best



Noch das beste Musiktheater ist nur ein Echo von Napoli.

Dienstag, 14. Januar 2014

Das Gegenteil von dumm






Es gibt nur Behinderte. Alle Menschen sind behindert. Früher sagte man deshalb, wir sind alle Kinder Gottes. Heute kann man sich glücklich schätzen, wenn man nicht übersieht, dass alle Menschen Behinderte sind.

Zeit

FAZ

Freitag

Die Partei der Gesichtslosen



Bernd Lucke nimmt Stellung zu den falschen Meldungen über seine Rede beim hessischen Landesparteitag:

"Liebe Mitglieder und Förderer der Alternative für Deutschland,

da ich einige Anfragen zu den Presseberichten über meine gestrige Rede auf dem Landesparteitag in Gießen erhalten habe, möchte ich allgemein darüber informieren, dass diese Meldungen falsch sind. Es trifft nicht zu, dass ich Herrn Hitzlsperger für sein "Coming-Out" kritisiert habe. Vielmehr habe ich die Medien kritisiert, als ich über unser Parteimotto "Mut zur Wahrheit" sprach.

Ich habe in meiner Rede kritisiert, dass die Medien zwei Tage lang Herrn Hitzlsperger wegen seines "Muts" gefeiert haben. Ich habe gesagt, dass zwölf Jahre nach Wowereits Coming Out und nachdem man sich längst an einen schwulen Außenminister gewöhnt hatte, ich keinen besonderen Mut darin erkennen kann, wenn jemand öffentlich zu seiner Homosexualität steht. (Das haben Zehntausende vor Hitzlsperger getan, darunter auch viele Parteifreunde.)

Ich habe gesagt, dass Hitzlsperger Mut zur Wahrheit bewiesen hätte, wenn er sein Coming Out damit verbunden hätte, auch die Bedeutung von Ehe und Familie zu würdigen, weil diese Verfallserscheinungen aufweisen, die ungern thematisiert werden. Ich habe darauf hingewiesen, dass Ehe und Familie immer mehr zersetzt werden - durch hohe Scheidungsraten und die Verantwortungslosigkeit von Vätern, die die Mütter ihrer Kinder als überlastete Alleinerziehende zurücklassen. Ich habe die Medien kritisiert, weil sie auf "Gesichter" und deren individuelle Situation ein überproportionales Gewicht legen, während die gesichtslose Masse wenig Beachtung erfährt. Ich habe dafür plädiert, dass die AfD die Partei der Gesichtslosen wird, der Kinder, Mütter, Steuerzahler und ernsthaft politisch Verfolgten.

Es ist bezeichnend, dass die Medien die Kritik an den Medien überhört haben und in eine Kritik an Hitzlsperger umgemünzt haben. Ich habe übrigens ausdrücklich betont, dass ich keine Kritik an Hitzlsperger übe. Ich habe im Gegenteil sein soziales Engagement lobend erwähnt. Und selbstverständlich habe ich mich in keiner Form homophob geäußert.

Neben der Familienpolitik habe ich über zwei andere Aspekte von Mut zur Wahrheit gesprochen: Ich habe betont, dass es völlig legitim ist, über die Zuwanderung in unsere Sozialsysteme zu reden, und dass es ebenso legitim ist, über spezifisch deutsche Interessen in der Europapolitik zu reden, solange beides sachlich, abgewogen und weder aufbauschend noch gar hetzerisch erfolgt. Familienpolitik, Zuwanderungspolitik und Europapolitik sind große und wichtige Themenfelder für die Zukunft unseres Landes. In den Medienberichten, die ich bislang gesehen habe, waren diese Passagen meiner Rede der Presse kaum einer Erwähnung wert. Die Presse berichtet über meine angeblichen Bemerkungen zu Hitzlsperger und bestätigt damit genau die Kritik an der Presse, die ich geübt habe.

Bei dem im übrigen sehr friedlichen und konstruktiven Parteitag in Hessen fand die Aussprache zu den Querelen der vergangenen Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dass der Parteitag dies demokratisch mit großer Mehrheit beschloss, fand die Presse "undemokratisch".


Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Bernd Lucke

Sie wissen nicht, was sie tun


Während es in Italien, dank Letta und vor allem dank Renzi, so aussieht, als trete die Linke nun endlich aus der Bleikammer der Schwermut und der Demenz heraus und streife die alten Ausreden und Berührungsängste und Geschichtsmythen ein für alle mal ab, hat man in Deutschland manchmal das Gefühl, sie wolle das Land endgültig in geistiger Umnachtung versenken. Peste e corna a gente siffatta!

Montag, 13. Januar 2014

Sharon

Zu klein waren (und sind) die meisten, um die historische Größe Ariel Scharons zu erkennen oder gar zu benennen. Was ist historische Größe? Für Historiker anderes als für jedermann, der heute dies und morgen das als "historisch" feiert. Angesichts der Geschichte ist eine Person oder ein Ereignis "historisch", wenn der Gang der Dinge danach anders als vorher ist. Was also ist durch und seit Scharon historisch anders als vor ihm? Die Antwort ist klar: Er hat mit seiner Strategie den Anti-Guerilla-Kampf revolutioniert und um die Variante erfolgreicher Terrorabwehr ergänzt. Anders formuliert: Was der Chinese Mao Tse-tung und der vietnamesische General Giap für den Guerillakrieg, ist Scharon für den Anti-Guerilla- und Anti-Terror-Krieg, sozusagen der Anti-Mao.

So unterschiedlich Scharon einerseits und Mao sowie Giap andererseits, sie haben eines gemeinsam: Gewalt war für sie Mittel der Politik. Das Primat der Politik bestimmte die Anwendung von Gewalt. Ihre Politik mag dem einen gefallen, dem anderen nicht. Das hängt von subjektiven Wertvorstellungen ab. Ihr jeweiliges Instrumentarium aber ist von Wertvorstellungen unabhängig und kann sowohl vom einen wie vom anderen eingesetzt werden.

Welthistorisch betrachtet waren bis zur Ära Scharon Guerillakrieger mit herkömmlichen militärischen Mitteln praktisch unbesiegbar. David kämpft gegen Goliath – und gewinnt wie weiland David im Alten Testament. Um den fremden Besatzer zu schwächen, zu verunsichern, zu entnerven und so schließlich zum Rückzug zu bewegen, überfielen einheimische, zivil, also ohne Uniform oder Kriegerabzeichen gekleidete Kleinkrieger das feindliche Militär aus dem Hinterhalt. Halt, Unterschlupf und Schutz bot ihnen die eigene Zivilbevölkerung. Dort, so Mao, bewege sich der Guerilla wie der Fisch im Wasser.

Die zivile Quelle wurde von den fremden Soldaten früher oder später erkannt. Doch ins gegnerische Zivil schießt kein Militär so unbeschwert, wenn überhaupt, wie auf gegnerische Soldaten, die als solche eindeutig erkennbar sind. Das ist eine militärpsychologische Grundtatsache. 

Die Grundüberlegung der Guerilla ist dabei ebenso einfach wie doppelbödig und letztlich zynisch. Das eigene Zivil ist freiwilliger Partner und eher unfreiwillig Geisel. 

Die eigenen Zivilisten, die sich den Guerillas entziehen oder verweigern, werden als "Kollaborateure" des Feindes denunziert und liquidiert.

Dieses Szenario bedeutet für jedes herkömmliche Militär: Wenn sie siegen wollen, müssten sie sowohl die gegnerischen, zivil getarnten, Krieger als auch die Zivilisten des Gegners bekämpfen, notfalls vernichten. 
Letzteres ist in der ohnehin schon grausamen Weltgeschichte der Kriege gottlob eher die Ausnahme. Man denke an den gnadenlosen Vernichtungskrieg der Regierung von Sri Lanka gegen die Tamilen im eigenen Staat oder an Julius Caesars gallischen Krieg. An dessen Ende war, so der zynische Caesar voller Genugtuung, Gallien "befriedet", sprich: durch verbrannte Dörfer, Städte, Erde vernichtet. Bis zu Scharon galt also im Anti-Guerilla-Krieg: Rückzug oder physische Vernichtung des Gegners.

Wegen der räumlichen Nähe der feindlichen Zivilbevölkerung haben die palästinensischen Kleinkrieger die klassische Guerillastrategie um eine Variante erweitert: den Terror. Während die Guerilla auf das feindliche Militär zielt, richtet sich Terror gegen das Zivil des Feindes. Aus und ins eigene Zivil bewegten sich sowohl die palästinensischen Guerillas als auch Terroristen. Ob sie wollten oder nicht, palästinensische Zivilisten mussten "ihre" Guerillakämpfer und Terroristen decken. Wie in jedem Guerillakrieg gab es solche, die freiwillig mitmachten, andere unfreiwillig, weil unter Mordandrohung er- und gepresst.

Genau hier setzte Anfang der 50er- Jahre die Anti-Guerilla- und Anti-Terror-Strategie Scharons an. Und kein Zweifel, es war vor allem er, der sie gedanklich entwickelte und dann auch anwandte. Zunächst, sein eigenes Leben immer wieder riskierend, als aktiver, an der Seite seiner Kameraden kämpfender Soldat, später als Minister und schließlich als Ministerpräsident. Als Militär und Politiker verlangte er von ihnen nicht mehr als von sich selbst – aber auch nicht weniger. Weil fordernd, hochriskant und anstrengend, führt diese Haltung selten zu Beliebtheit, aber zu Respekt, Furcht und Hass.
Der israelischen Spionage gelang es seit jener Zeit immer besser, diejenigen Palästinenser ausfindig zu machen, die sich ihren Kriegern und Terroristen entziehen wollten und deren Pläne, Aufenthalt und andere wichtige Informationen den Israelis aus Selbstschutz oder Eigennutz oder anderen Motiven preiszugeben bereit waren. Man kann auch sagen: zu verraten, doch das wäre schon die Bewertung und nicht die Beschreibung der scharonschen Strategie.
Auf diese Weise konnten nun Scharon, seine und spätere Elitesoldaten Israels mit gewagten Kommandoaktionen gezielt Terror- oder Guerillaaktionen vergelten oder verhindern. Anders als Caesars alles vernichtender Krieg war und ist dies ein begrenzter und gezielter Kampf gegen die Feuerquelle. Scharon entzog – Maos Definition folgend – den Fischen das Wasser.

Das liest sich so glatt und scheinbar elegant. Tatsächlich ist von schlimmen, grausamen, unmenschlichen Dingen die Rede. Oft wurden bei den israelischen Präventiv- oder Reaktivaktionen unschuldige, unbeteiligte Zivilisten getötet. Mal mehr, mal weniger, immer zu viele, weil jeder Einzelne zu viel ist. Krieg ist Krieg, sein Gesetz grausam, entsetzlich, unmenschlich. Es gilt, ihn zu verhindern. Doch wenn ausgebrochen – und Israels Überleben haben Palästinenser und arabische Staaten seit jeher bekriegt – muss er gefochten und gewonnen werden, um zu überleben. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, die Verluste des Feindes zu minimieren. Töten darf nie Selbstzweck sein. Daran hielt sich die Scharon-Strategie weitgehend. Sie wurde im Krieg entwickelt, um Krieg zu beenden. Es war zu spät, ihn zu verhindern.
Jenes Instrumentarium haben Israels Militär, Politik und Nahost-Wissenschaft so sehr verfeinert, dass immer weniger Kollateralschäden zu beklagen waren. Die "gezielten Tötungen" gehören zu den neueren Methoden im alten Vorgehen. Die Drohnentechnik, in Verbindung von Aufklärung und Tötungsfertigkeiten, macht es möglich. Die USA wenden sie in Afghanistan, Pakistan, Somalia und im Jemen an. Alle werden nachziehen, denn die Scharon-Strategie ist nun allgemein – und deshalb historisch.

Ganz auszuschließen waren und sind auch dabei unbeabsichtigte Schäden nie. Das politische, sprich: strategische Ziel der militärischen Aktionen war für Scharon und seit Scharon für Israel eindeutig: Die mehrheitlich friedlich gesinnten palästinensischen Zivilisten sollen ermutigt werden, sich dem durch die Scharon-Strategie sinnlos gewordenen Guerilla- und Terrorkrieg zu verweigern. 
Das sei für die palästinensischen Zivilisten zwar nicht unriskant, doch letztlich weniger selbstmörderisch als die Fortsetzung der Gewalt. Nach Beendigung der Gewalt könne, müsse und werde eine politische, politisch-friedliche Lösung gefunden.

War der Krieger Scharon also ein Mann des Friedens? Ja und nein, gerade weil er in der Anwendung seiner Strategie unglaubliche Konsequenz bewiesen hat. Was heißt "Konsequenz"? Scharon war knallhart und nicht selten brutal. Blut klebte an seinen Händen, und sein Beiname "Bulldozer" kommt nicht von ungefähr. Man denke an den Verteidigungsminister, September 1982, im Libanonkrieg gegen die PLO. Seine Truppen standen Gewehr bei Fuß, als Christenmilizen Hunderte von Palästinensern in den Lagern Sabra und Schatila massakrierten.

Im aufgezwungenen Krieg war sein Krieg seine Politik – das, was er für seinen Weg zum Frieden hielt. Das sei nun kurz skizziert. 
Scharons rein militärische Leistungen mögen andere würdigen: Die Kommandoaktionen seit 1953, sein Einsatz in den Kriegen von 1956 (Sinaifeldzug), 1967 (Sechstagekrieg), 1973 (Jom-Kippur-Krieg). 
Gerade im Oktober 1973 zeigte sich der politische Kopf und Charakter dieses scheinbar Nur-Haudegens: Er widersetzte sich den Vorgaben seines Oberbefehlshabers und erzielte damit, aus der Defensive, den militärischen Durchbruch gegen die Armee Ägyptens, die er einkesselte. Er stand rund 100 Kilometer vor Kairo. Und damit war eine politische Lösung möglich. US-Außenminister Henry Kissinger begann sie, Israels Premier Begin vollendete sie 1977 bis 1982 – unter maßgeblicher Beteiligung Scharons. 

Die erstmalige Räumung israelischer Siedlungen auf dem Sinai zugunsten des Friedens mit Ägypten hat Minister Scharon im April 1982 federführend für seinen Ministerpräsidenten durchgesetzt, nein, durchgeboxt.

Schon zuvor, Anfang der 70er, als Kommandeur der Südarmee, hatte er die menschenunwürdigen palästinensischen Flüchtlingslager im Gazastreifen sanieren wollen. Dafür wurde ihm von der PLO – und den UN! – Unmenschlichkeit unterstellt. Es blieb also bei den unmenschlichen Bedingungen, die immer unmenschlicher wurden und so die Palästinenser weiter radikalisierten. Das genau hatte die damalige PLO gewollt. Die islamistische Hamas erntete die Früchte – gegen die PLO und Israel.
Wäre der Scharon-Plan realisiert worden, hätte sich die Politik in Gaza anders entwickelt. Menschlicher. Nein, nicht aus reiner Menschenliebe oder zum ausschließlichen Wohl der Palästinenser hat Scharon diesen Plan entwickelt. Er wollte den Guerilla- und Terrorfischen das Wasser entziehen.

Wie ist seine seit 1977 vehement betriebene Siedlungspolitik zu beurteilen? Etwa auch, wieder gegen den Strom schwimmend, positiv, friedensbezogen? Ja, auch wenn mich manche Leser dafür steinigen. Der massive Aus- und Aufbau israelischer Siedlungen im Westjordanland begann 1977 unter der Regie von Begin und Scharon. Gleichzeitig führte die Begin-Scharon-Dajan-Regierung seit jenem Sommer hinter den Kulissen und seit November auf der weltpolitischen Bühne Friedensgespräche mit Ägyptens Präsident Anwar al-Sadat. 
Im September 1978 wurde das Camp-David-Abkommen geschlossen, im März 1979 der israelisch-ägyptische Friedensvertrag. Beide sahen für Gaza und das Westjordanland eine weitgehende Selbstverwaltung ("Autonomie") vor. 

Deren politische Dynamik hätte unweigerlich zur Gründung eines Palästina-Staates geführt. 

Wenn die PLO unter Arafat diesen Prozess nicht torpediert und sich sowie das Volk der Palästinenser damit selbst geschädigt hätte. Zunächst waren diese Siedlungen nämlich ein israelisches Druckmittel in den Friedensverhandlungen: Wenn wir einen politischen, nicht militärischen Weg finden, bauen wir auch keine Siedlungen. Legt die Waffen nieder, und es gibt keine neuen. Macht ihr weiter, wird unser Appetit auf Siedlungen größer. So oder so, aus Sicht Scharons nur vorteilhaft.

Jene leisen Töne wurden auch international überhört, und die sich dann entwickelnde Eigendynamik der Siedlungspolitik führte dazu, dass heute rund eine halbe Million Israelis im Westjordanland (einschließlich Ost-Jerusalems) leben. Auch das wäre vermeidbar gewesen, wäre Scharons Signal verstanden worden. Dass es nicht verstanden wurde, überrascht noch mehr, wenn man bedenkt, dass Scharon als erster etablierter Politiker, als erste Nichtfriedenstaube Israels, vor Sadats historischem Besuch in Jerusalem (November 1977) seine Bereitschaft bekundet hatte, mit Arafat und der PLO zu verhandeln. 
Wörtlich: "Es kommt nicht darauf an, mit wem, sondern worüber und wofür verhandelt wird." Überhört, abgelehnt.

Als Ministerpräsident entwickelte er die Anti-Terror-Strategie weiter, nachdem sich palästinensische Überfälle und Anschläge auf israelische Zivilisten und Militärs in der zweiten Intifada (2000–2005) aus dem Westjordanland gehäuft hatten. Er ließ zwischen Israel und dem Westjordanland einen "Trennzaun" bauen. Faktisch ist es eine Mauer. Sie stellt die Berliner Mauer in den Schatten. Sie trifft das Westjordanland bis ins Mark. Das ist die eine, inhumane Seite. 
Die andere, humane: Ohne eine verheerende Militäraktion zu starten, hat sich Israel als Terrorzielscheibe entzogen. So besiegte Scharon die zweite Intifada.

Im Grunde genommen handelte Scharon wie einst Bismarck, 1866 nach dem gewonnenen Krieg gegen Österreich. Er schlug es militärisch und öffnete den Rückweg in die Politik. Diesen Weg ging Scharon 2005 weiter: Gegen den massiven Widerstand seiner Koalition, Partei und Öffentlichkeit räumte er alle Siedlungen im Gazastreifen. 
"Land für Frieden". Die internationale Gemeinschaft forderte und fordert das von Israel seit jeher. 
Statt Frieden fürs Gaza-Land bekam Israel von der Hamas allerdings Raketen. Doch Scharon wollte den politischen Weg fortsetzen. Dafür gründete er eine eigene Partei. Er verließ den von ihm 1973 mitgegründeten Likud. Gemäßigte Politiker wie Schimon Peres schlossen sich ihm an. Im Januar 2006 wurde Scharon vom Schlag getroffen.
Seine Nachfolger hatten nicht den Willen, die Fähigkeit oder die Kraft, Scharons Weg zum Frieden zu vollenden.