Sonntag, 30. März 2014

Donnerstag, 27. März 2014

Montag, 24. März 2014

Deja vue und Virtus



Unverzichtbar, um Italien zu verstehen - und überraschenderweise hilfreich, um meine Mutter zu verstehen - ist Fernando Camons Buch "Occidente".

Im Gegensatz zu Deutschland, wo es nur die vergleichsweise harmlose, stümperhafte und politisch perspektivelose Mordserie der NSU gegeben hat, hat es in Italien parallel zu den Roten Brigaden auch einen ernst zu nehmenden Terrorismus der Rechtsextremisten gegeben, deren pragmatische, aktivistische Ideale und deren Pflicht- und Staatsbewusstsein keineswegs weltfremd waren, in gewissem Sinne sogar das genaue Gegenteil des verquasten, utopistischen Denkens der Roten Brigaden, Renato CurciosAntonio Negris darstellen und mit Valerio Fioravanti eine schillernde, begeisterte und doch sehr nüchterne, durchaus nicht unsympathische Figur in ihren Reihen hatten, die ein bisschen an Ernst von Salomon erinnert. Wenn man ihre Protagonisten sprechen hört und sie mit den Kollegen des linken Terrorismus vergleicht, wundert man sich beinahe, dass sie ihre Ziele nicht erreichten. Bzw. man kommt zu dem Schluss, dass sie ihre Ziele womöglich erreicht haben könnten...

Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn man Camons Buch liest. Fernando Camon hat als Schriftsteller, der an der Wahrheit interessiert ist, einen der rechtsradikalen Hauptangeklagten des Bombenanschlag auf der Piazza Fontana interviewt, nachdem dieser in erster Instanz verurteilt worden war und am Ende doch freigesprochen wurde. Und am Ende des Interviews sagt er ihm: "Sie sind freigesprochen worden. Ich frage Sie jetzt nach der Schließung Ihrer Akten also nicht im juristischen Sinn, sondern als Moralist und Chronist: Haben sie diesen Bombenanschlag nun begangen oder nicht?" Und der Gefragte antwortet ihm: "Nicht der ist unschuldig, der unfähig ist, einem anderen Leid zuzufügen, sondern der, der es ihm zufügt, ohne je Gewissensbisse deswegen zu haben."

Eine erfrischend aufrichtige Haltung im Vergleich zum erbärmlichen, betretenen, duckmäuserischen, heuchlerischen Rumgedruckse und der überbordenden Feigheit der Heideggeristenriege, die sich dieser Tage zu dessen "Schwarzen Heften" äußert. Aber das nur nebenbei.

Gedanken zu Lethe in Deutschland und Italien

Italiens Justiz ist ein Labyrinth, das wie eine Stadt in "Viertel" aufgeteilt ist. Und in diesen Vierteln haben die politischen Kräfte vor langer Zeit "Quartier" genommen. Und so gibt es einerseits politische Akteure wie Sofri, dessen Erfahrungen mit der Justiz zumindest die Vermutung nahelegen, sein Freispruch werde durch Manipulation von Beweismaterial und Verfahrensdetails verhindert - zumal die Rechtsterroristen irgendwann alle freigesprochen werden und dann in Interviews mit Italiens größten Schriftstellern glänzen - und andererseits gibt es Schicksale wie die Berlusconis, der gewiss kein Heiliger ist (was umgekehrt auch für Sofri gilt!), dessen Erfahrungen mit der Justiz aber genau wie bei Sofri nicht nur ein Gschmäckle anhängt, weil sie förmlich nach politischer Einflussnahme stinken, zumal "Magistratura Democratica" sich die politische Militanz auf die Fahnen schrieb und sogar im Statut verankerte und die italienische Justiz - in der die Linke offenbar die unmittelbareren Fäden zieht, während die Rechte ihre Männer mehr in den Geheimdiensten platziert zu haben scheint - über Instrumente verfügt, die aus ihrer Unabhängigkeit etwas machen, was ihre Kompetenz auf eine Weise erweitert, die bei uns bisher nicht vorstellbar ist und durch die eine Portion Exekutive in die Judikative hineinrutscht.
Derselbe Richter, von dem man angeklagt wird (die Figur des Staatsanwalts gibt es in Italien nicht; auch wenn die FAZ dies nie erklärt und den die Klage formulierenden Richter immer den "Staatsanwalt" nennt) kann außerdem in der nächsten Instanz der urteilende Richter sein. Mir ist nicht bekannt, dass je eine deutsche Veröffentlichung sich mit diesen Problemen befasst hätte oder sie auch nur hätte anklingen lassen. Da sie fast nur von Berlusconi thematisiert wurden und Leoluca Orlando sie geflissentlich im deutschen Fernsehen ignorierte und Deutschland immer nur nach Cavalleria rusticana lechzt, fielen sie bisher unter den Tisch.

Paracelsus


"Omnia venenum sunt: nec sine veneno quicquam existit. Dosis sola facit, ut venenum non fit."

Samstag, 22. März 2014

Der Löwe von Münster




Er starb am 22. März 1946

Clemens August Graf von Galen

Er war nicht nur ein Symbolist ersten Ranges. Seine Gesten sind Beispiele für die Einheit von Wort und Akt eines Menschen, der durch Taten spricht, und Worte über die Lippen bringt, die auch nur zu denken, bereits ein Kraftakt ist.

Xanten (Xanctum < ad sanctos) ist nach dem Nibelungenlied der Geburtsort von Siegfried. Zum Anlass für seine erste mutige Stellungnahme nahm Von Galen die Viktorstracht, eine Prozession, die alle 25 Jahre zu Ehren von Viktor (=Sieger) von Xanten stattfindet, der als christlicher Märtyrer gestorben war, um dem Unrecht zu widerstehen. Diese Zusammenhänge verstand 1936 noch jeder in Deutschland. Denn wir hatten uns noch nicht von unserer Geschichte abgekoppelt und noch nicht begonnen, unsere eigenen Traditionen zu verhöhnen.

Mittwoch, 19. März 2014

Dienstag, 18. März 2014

Ich bin sehr enttäuscht

Es war mir von Anfang an unverständlich, weshalb die Wehrpflicht abgeschafft werden sollte. Dass konventioneller Krieg wahrscheinlicher wird, wenn nuklear abgerüstet wird, ist eine Binsenweisheit der Abschreckungspsychologie: im Kalten Krieg wird nicht zu den Waffen gegriffen, solange alle potentiellen Kriegführer die Eskalation und die Second Strike Capacity fürchten müssen.

Ich verstand daher auch die triumphalen Kommentare damals nicht, als Russen und Amerikaner ihre Truppen aus Deutschland abzogen und uns uns selbst überließen. Dieser Ton änderte sich nicht einmal, nachdem der Kossowo uns aus dem Schlaf gerüttelt hatte. Und die Abschaffung der Wehrpflicht als zeitgemäße Rationalisierung nach 9/11 zu bezeichnen... ich verstehs nicht.

Einmal abgesehen davon, dass man gerade dann, wenn man nuklear abrüstet, konventionell aufrüsten muss, am besten bis an die Zähne bewaffnet sein sollte, solange man kein tragfähiges gemeinsames politisches Projekt mit dem Gegner hat, gab es auch noch andere als rein militärische Gründe, die Wehrpflicht beizubehalten:

Weil sie ein wichtiges Zusammengehörigkeitsgefühl fördert, während eine Berufsarmee den Trend der Abkoppelung und Verdrängung militärischer Notwendigkeiten aus unserem Alltagsbewusstsein - den es in dem Ausmaß nur im traumatisierten Deutschland gibt - zusätzlich verstärkt.
Weil dieses bürgerliche, demokratische, nationale Zusammengehörigkeitsgefühl besser ist als die neokolonialistische Option, ausländische Prekarier einzustellen (dass eine Bürgerwehr besser ist als Söldner, hat sich auch nach Machiavelli nicht geändert; obwohl nicht alles zeitlos wahr bleibt, was Militärtheoretiker einmal erkannten: Zum Beispiel ist der Nuklearkrieg nicht mehr "Fortführung der Politik mit anderen Mitteln", sondern, wo die Gefahr nuklearer Eskalation herrscht, ist der Krieg selbst zum Hauptfeind geworden).
Aus überzeugtem Pflichtbewusstsein
Aus bürgerlichem Bewusstsein
Um die Eskalation des rein militärischen zu verhindern
Um die Erinnerung an Germania felix zu pflegen
Um die Gefahr von self fulfilling prophecies nicht zusätzlich zu erhöhen
Um Prädestination zum Verhängnis zu vermeiden

Seit der Wiedervereinigung macht Deutschland in der Verteidigungspolitik das genaue Gegenteil dessen, was richtig wäre. Und die VerteidigungsministerInnen Guttenberg, De Maizière, von der Leyen... einInn schlimmer als der anderInn.

Die Wehrpflicht wird wieder kommen,

Dass ich persönlich lieber einen konventionellen Krieg erlebe (und dabei hoffentlich unter den Gewinnern bin), als mich darauf zu verlassen, dass ein Nuklearkrieg, der Deutschland dem Erdboden gleich machen würde) nie stattfindet, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Dass ein deutscher Verteidigungsminister den deutschen Soldaten, die ihr Leben in einem Krieg wagen, die diesen Krieg nicht einmal Krieg nennen dürfen, weil es mittlerweile zur Regierungsroutine gehört, Rechtsvorschriften spitzfindig auf den Kopf zu stellen, und die auch noch tagtäglich angepisst werden, so als seien sie in ethischer Hinsicht sowieso a priori unterste Schublade, dass ein deutscher Verteidigungsminister diesen Soldaten vorhält, sie "gierten nach öffentlicher Anerkennung" und nach dem "Hotel Mama", macht mich sprachlos.

In Italien leugnet niemand, dass man sich an Amerikas Seite im Krieg befindet, die Soldaten gehen gerne auf Heimaturlaub, sie werden selbst von den Kommunisten nicht kaltschäuzig herabgesetzt, und man hat Verständnis für ihre Leiden, ohne sie zu heroisieren oder zu verherrlichen. Wenn besonders viele fallen, ehrt man sie an der marmornen Schreibmaschine, und die RAI überträgt den Trauerabend im Fernsehen. Und die italienischen Frauen werfen ihren Männern nicht vor, sie seien Feiglinge, wenn sie an Alpträumen leiden, wie es deutsche Soldaten erleben müssen.

Die Operation Heimkehr ist nur deshalb ein Problem, weil im Allgemeinen bei uns Deutschen Empathie atrophiert ist und im Speziellen, weil es mittlerweile zum guten Ton gehört, sich nicht für Soldatenschicksale zu interessieren und als unschicklich empfunden wird, wenn man es trotzdem tut. Des Rechtsradikalismus verdächtigt zu werden, ist das Mindeste, was man zu erwarten hat.

Ich bin sehr enttäuscht. Bin ich mehr von der Hybris des Westens enttäuscht oder mehr von der Dummheit des Westens? Ich weiß es nicht. Die Niveaulosigkeit der Fernsehdebatten kann einem Angst machen. Peter Scholl-Latour ist der einzige, der seine Gesprächspartner daran erinnert, dass die EU kein politischer oder gar militärischer Machtfaktor ist. Das müsste eigentlich für alle Teilnehmer der Talkshow eine Selbstverständlichkeit und eine allgemein als solche empfundene Prämisse der Auseinandersetzung sein. Enttäuscht bin ich auch über die flapsige Berichterstattung. Putin hat heute eine glänzende Rede gehalten, in der er den Putschversuch in Kiew als russlandfeindlich, neonazistisch und antisemitisch bezeichnete. Niemand, der auch nur einen Faden gesunden Menschenverstand besitzt, kann sagen, da habe er nicht recht. So bitter es auch ist. Der Westen macht sich lächerlich mit seinen Sanktionen, und er schneidet sich dadurch ins eigene Fleisch. Was haben wir alles für Rechtsbrüche in den vergangenen Jahren hinter uns gebracht! Und jetzt gehts auf einmal ums Prinzip, weil jemand das Volk hat abstimmen lassen. Es ist nicht zu fassen. Putin hält unseren Nasenring fest in seiner Hand und führt uns durch die Manege.

Anschluss

Wunscherfüllung

Montag, 17. März 2014

Thomas Broich

 
Schade, dass es so wenig Fußballer wie ihn gibt.

Völlig übergeschnappt


Die Vermessenheit, mit der man den Russen Sanktionen androht, ist nur noch peinlich. Europa macht sich vor der ganzen Welt lächerlich. Ich habe es noch vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten, dass bei all der Vielfalt der Ausbildungskarrieren und geschichtlichen Erfahrungen in Europa der entscheidende gemeinsame Nenner trotzdem die Dummheit ist.

Sonntag, 16. März 2014

Domus


Boldrin


Fare........

Michele Boldrin

fatto quotidiano

Renzi macht seine Sache bisher sehr gut. Geradezu hervorragend. Er ist der erste Politiker seit 35 Jahren, der es wagt, den Italienern unter die Nase zu reiben, dass sie selbst an ihrem Schlamassel schuld sind. Und nicht die Amies. Oder die Deutschen. Oder die Schweiz. Oder die Juden. Oder der italienische Staat (dem man so gerne vorwirft, er sei schwach mit den Starken [der Mafia] und stark mit den Schwachen [wobei man den Steuerzahler meint; der in Wirklichkeit selber ein Steuerhinterzieher ist]. Oder der Euro. Oder die bösen Politiker, die das ach so ehrliche Volk betrügen. Oder die grausame Merkel. Oder die EU.

Gleichzeitig ist Renzi der einzige italienische Politiker, der, direkt an Angela Merkel gerichtet, einen herausfordernden Ton anschlägt, was in Italien immer gut ankommt. In den letzten 2 Jahren hat Renzi keinen einzigen Fehler gemacht und einen Sieg nach dem anderen errungen, obwohl er die gesamte kommunistische Nomenklatur gegen sich hatte und Berlusconis Sympathiekundgebungen ihn erst recht politisch hätten den Kopf kosten können, gerade weil sie nicht nur vergiftete Butterplätzchen waren, sondern tatsächlich ehrlich gemeint waren: aber welcher Politiker will schon, dass jemand, der in 3. Instanz verurteilt wurde und auch noch dem anderen politischen Lager angehört, ihm Respekt zollt und auch noch Zuneigung zeigt.

Und damit nicht genug, könnte Renzi sogar zum Retter von Angela Merkel werden, der die AfD nicht wenig zusetzen wird, und zum Regisseur des europäischen Zusammenraufens werden, das Stoiber und Dohnanyi so sehr herbeisehnen. Nicht schlecht. Wie Berlusconi und Grillo ist auch Renzi ein begnadeter Redner, der in Antworten auf unerbittliche, stichhaltige Fragen blitzschnell anschauliche Bilder herbeizaubert, und sich dabei nicht mal unbedingt von scharfsinniger Analyse entfernt.

Samstag, 15. März 2014

Spiegelneuronen



Hat man mich gestraft,
Halt ich meinen Mund,
Weine mich in Schlaf,
Wache auf gesund.

Hat man mich gestraft,
Heißt man mich den Kleinen,
Will ich nicht mehr weinen,
Lache mich in Schlaf.

Große Leute sterben,
Onkel, Großpapa,
Aber ich, ich bleibe
Immer, immer da.


Frischer Fisch a la Neil Armstrong

Ein weiterer Schritt in Richtung amerikanisch schleswig-holsteinischer Ver(bl)ödung, statt sich an Bayern und vor allem Italien zu orientieren.

Verbraucherschutz

Im Vergleich zu Das Beste ist selbst ADESSO ein 7-Meilen-Schritt für die kurzen Beine des Einfaltspinsels und ein Stüfchen für die Menschheit.

EXPO 2015

Mein Bruder, obwohl Tierarzt, wundert sich derweil, weshalb in seinem Ort "der nette Grieche" immer frische Seezungen vorrätig hat. "Wie der das macht!", schwärmt er begeistert.
Es sind schlicht und einfach tiefgefrorene Seezungen, und die kolossale Bravur besteht darin, die Möglichkeiten des Mikrowellenherds gekonnt auszuschöpfen. Weil es in Deutschland - im Gegensatz zu den südeuropäischen Ländern - nicht vorgeschrieben ist, Tiefkühlware als solche auf der Speisekarte  zu kennzeichnen. Außerdem interpretiert "der nette Grieche" das Wort "frisch" mit "nicht verdorben", wenn er den deutschen Feinschmeckern mit ihrem angelesenen, nur theoretischen Wissen de vita et mundo Fisch serviert und mit "wirklich frisch", wenn er selber auf Rhodos zu Abend ist.
Einmal abgesehen davon, dass man frisch ausgenommenen Fisch vacuumverpackt auch bei 4 Grad Celsius bis zu 2 Wochen lang aufbewahren und deutschen Gaumen vorsetzen kann, ohne dabei zu riskieren, dass einem der Teller um die Ohren fliegt.

Bisher ist Bayern das einzige Fleckchen Erde in Deutschland, wo die Zertifizierung wirklich garantiert, dass tatsächlich auch regional drin ist, wenn regional drauf steht.

Sonntag, 9. März 2014

Dolichocephalie


Verteilung (nach Biasutti) der Dolichocephalie in Italien vor dem Süd-Nord-Exodus der Arbeitssuchenden nach dem Zweiten Weltkrieg.

Ein kluger Kopf


Guter Geschmack ist nur dann zu teuer, wenn er nicht mehr selbstverständlich ist.

Semper

Polychromiestreit

Samstag, 8. März 2014

Nachbarn



Nachbarn Deutschlands und der Ukraine

1., 2. und 3. Teilung Polens  (wurden in der Schule separat abgehakt, so als habe das Thema mit Friedrich dem Großen, ja mit der preußischen Geschichte, oder gar der deutschen Geschichte, überhaupt nichts zu tun: Polen sei ein "Pufferstaat")

4., 5. und 6. Teilung Polens (nur die 5. wurde en passent unter dem Stichwort "Geheimes Abkommen" erwähnt, aber ohne in den angemessenen Kontinuitätszusammenhang des nationalen Schicksals der Polen gestellt zu werden: es hörte sich nicht wie "Polnische Teilung" an, sondern, als seien Hitler und Stalin so dicke Freunde gewesen, dass sie unbedingt ihre Länder aneinander grenzen lassen mussten)

Als ich erfuhr, Bismarck wollte die deutsche Einheit, damit uns "das Schicksal Polens erspart bliebe", war ich schon über 50 Jahre alt.

Dombrowski

Polenschwärmerei

Spanien




Tag der Frau

Auch von mir herzlichen Glückwunsch allen Frauen, vor allem den Frauen, die die bessere Hälfte der Menschheit bleiben möchten.

"Mädels: Heute ist kein Grund zum Lamentieren, sondern zum Feiern. Wir sind Frauen, das ist großartig." Zum heute erschienenen Artikel in der WAZ.


Wahre Mimose

Vermeintliche Mimose

Falsche Akazie

Freitag, 7. März 2014

Im Dickicht

Es war einmal ein Troll. Der beobachtete einen Menschen. Einen Mann, der im Winter als Holzfäller im Wald arbeitete. Zur Mittagszeit setzte sich der Mensch ans Feuer, um sich eine Suppe zu kochen. Dabei hielt er die kalten Hände ans Feuer, und von Zeit zu Zeit hielt er sie sich vor den Mund und bließ den warmen Atem hinein und rieb sie. "Was machst du da?" fragte der Troll. "Ich blase mir in die Hände, um sie ein bisschen zu wärmen." antwortete der Mensch.
Als die Suppe fertig war, fing er an zu essen, und weil die Suppe zu heiß geworden war, pustete er auf den Löffel, um sie ein bisschen abzukühlen. "Was machst du da?" fragte der Troll. "Ich blase auf die Suppe, damit sie sich ein bisschen abkühlt". Da grauste es den Troll vor dem Menschen und er lief voller Angst, so weit er nur konnte.

So ähnlich wie der Troll den Menschen sah, sehen uns die Afrikaner und die Asiaten, aber sie haben keine Angst mehr vor uns. Mursis Sturz bezeichnete der Westen als einen Rückschlag für die Demokratie, weil er demokratisch gewählt war. Janukowitschs Sturz wurde als Sieg für die Demokratie gefeiert, obwohl auch er demokratisch gewählt war. Beide Präsidenten waren Diktatoren.

Ukraine - Spielball der Mächte 

Montag, 3. März 2014

Die kluge Kelle

Und wieder wird bei Müttern und Kindern gespart. Birgit Kelles Familienkolumne bei A.T. Kearney 361 Grad heute zum drohenden Berufsaus für Hebammen: "Das Thema scheint nicht sexy genug für Frauenrechtlerinnen, obwohl hier gerade eine weibliche Domäne zusammen bricht. Uraltes Wissen von Frauen für Frauen. Das Wissen rund um die Geburt lag schon immer in weiblicher Hand. Ich kann verstehen, wenn Männer sich mit dem Thema nicht anfreunden können. Es hat so etwas brachiales, erdverbundenes, naturgewaltiges, so eine Geburt. Blut, Schmerz, Schreie – die eigene Frau im Ausnahmezustand – auch nach der Geburt noch, wenn alles neu ist und der fehlende Schlaf an den Nerven zehrt."

Russland


"Russland und Amerika sind stehen geblieben". Wie Tocqueville sah auch Napoleon damals schon voraus, dass sich Russland und Amerika einst gegenüberstehen würden.

Er hatte vor dem Russlandfeldzug ein Buch Karl XII. Gustavs gelesen, der ebenfalls in Russland am Winter gescheitert war. Trotzdem versuchte es dieser intelligente Mann. 40% seiner 650000 Mann starken Armee waren damals Deutsche. Ob mein Ururgroßvater wohl auch dabei war? Der Ururgroßvater der Gebrüder Wepper war dabei.

Der erste, der in Deutschland den Gedanken des Nationalstaates verbreitete, war Nabulione. Der erste, der die Idee hatte, in Palästina den Staat Israel zu gründen, war nicht Herzl, sondern der toskanische Korse Nabulione.

Il cinque maggio

Schriften von und über Napoleon

Nicht mehr selbstverständlich



Le belle canzoni

Alfano


Man sieht es ihm nicht an, aber Alfano ist einer der besten Redner Italiens. Seine Wortgewandtheit und Klarheit wirklich beneidenswert. Nur Berlusconi, Grillo und Renzi sprechen mit derselben spontanen Anschaulichkeit und sind dabei überdies auch noch witzig. Alfanos Sprache ist elegant und immer höflich, ohne aufdringlich zu wirken, seine Sarkasmen sind treffend, aber witzig ist er nie: er bringt nie jemanden zum Lachen. Überraschend an ihm ist, dass er nie dazu neigt, einen Sündenbock zu suchen. Das ist für Italien derart ungewöhnlich, dass es ihn geradezu einzigartig erscheinen lässt, zumal es ein katholischer Zug ist. 

Paradoxerweise ist sein Fehlen ein Anzeichen für 150%-ige Katholizität. Um den Sündenbockreflex nicht zu haben, muss man normalerweise eigentlich Kardinal sein, und selbst dann... zum Beispiel für Bertone würde ich die Hand nicht ins Feuer legen.

Als ich Alfano zum ersten Mal sah, war mein erster Gedanke "Das ist der Brückenkopf der Mafia in der Hauptstadt." Ich habe außer seinem Gesichtsausdruck aber kein einziges weiteres Indiz für diesen Verdacht. Trotzdem ist mein Verdacht so stark, dass mich wahrscheinlich nie etwas davon abbringen wird. Als ich erfuhr, er sei in Agrigent aufgewachsen, hat mich das zusätzlich bestärkt. Dass er unter den Hochzeitsgästen bei der Hochzeit der Tochter eines Bosses war, erfuhr ich erst heute. Aber es fällt für mich weniger ins Gewicht, als das, was ich in seinem Gesicht zu erkennen meine. Bin ich verrückt? Sind das nicht völli irrationale, aus der Luft gegriffene Mutmaßungen? Nein, ich bin nicht verrückt, und meine Mutmaßungen sind alles andere als irrational. Es ist "ratiomorphe Gestaltwahrnehmung", um es in der Terminologie von Konrad Lorenz zu sagen. Ich weiß natürlich, dass ich mich irren kann. Aber ich weiß auch, dass mich wahrscheinlich nie etwas von diesem Verdacht abbringen wird. So sehr ich ihn selber gerne los würde. Denn ich schätze ja Alfanos Klarheit, Folgerichtigkeit, Spontaneität, intellektuelle Fairness und Wendigkeit. Dennoch ist er mir unheimlich - wie alle Sizilianer, mit denen Berlusconi sich im Lauf der Zeit umgeben hat. Das Beunruhigendste an Berlusconi ist ja gerade die Tatsache, dass sich unter den Sizilianern in seiner Nähe kein einziger befindet, der vertrauenerweckend wäre. Und der einzige dieser Sizilianer, der nicht von einer düsteren Aura umgeben ist, sondern mit unbefangenem Freimut zu seinen kontroversen Entscheidungen steht - der hochgebildete Dell'Utri, der Berlusconis Partei aufbaute und lancierte, ist ausgerechnet auch der einzige, dem die Justiz eine enge Freundschaft zu einem Mitglied der "ehrenwerten Gesellschaft" nachweisen konnte.

Sonntag, 2. März 2014

Das versteht ihr nicht

"Die Medien hatten so unrecht nicht: Die Alternative für Deutschland steckt in einem Dilemma. Die junge Partei hat ein furioses Wahlergebnis erzielt und doch ihr Ziel nicht erreicht. Sie hat den „Euro-Wahnsinn“ in den Mittelpunkt ihrer Programmatik gerückt und muss doch erkennen, dass dies – wenigstens solange eine Inflation nicht fühlbar ist und die Milliardenverluste bei der griechischen „Rettung“ noch nicht eingetreten sind – von vielen Menschen als theoretisches Gepäck und keine unmittelbare Bedrohung ihrer Existenz empfunden wird.
Politik wird selten über den Kopf wahrgenommen, sondern als Bauchgefühl erlebt und das Bauchgefühl vieler Menschen ist noch immer: Mutti macht das schon. 

Dazu kommt in Deutschland der Verlust des Sinns für die eigenen Interessen. Wir sind gut zu allen Menschen und Freunde fürs Leben. Das muss reichen. Erstaunt nehmen die Deutschen plötzlich zur Kenntnis, dass Amerika auch gegenüber Freunden Interessenpolitik betreibt, getreu dem Motto des englischen Premiers Palmerston: Es gibt keine ewigen Freundschaften, es gibt nur ewige Interessen. Statt also zu lamentieren, hätte die deutsche Öffentlichkeit sich fragen müssen: Warum machen wir das eigentlich nicht?

Doch diese gutmenschliche Gefühligkeit hat nicht nur in der Außenpolitik ihre Spuren hinterlassen. Sie dominiert auch die Innenpolitik und bestimmt den gesellschaftlichen Diskurs. Zurückgeblieben sind jene Menschen – junge wie alte – die bewusst oder unbewusst dem linksliberalen Mainstream skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Deren Gefühl speist sich aus vielen Quellen. Da gibt es junge Frauen, die nicht mehr hinnehmen wollen, dass ihr Lebensentwurf einer häuslichen Erziehung der Kinder wenigstens in den ersten Jahren von allen maßgeblichen gesellschaftlichen Gruppen herabsetyend beurteilt wird. Da gibt es jene Klimaskeptiker, die zwar auch nicht genau wissen, ob und wie der Mensch das Klima verändert, die aber nicht als „Klima-Leugner“ verunglimpft und so in die Nähe der Auschwitz-Lüge gerückt werden wollen.
Da gibt es viele, die das ganze Gender-Mainstreaming für eine große Narretei halten und korrekte Märchen, eine feministische Bibel oder die neuen weiblichen Schriftformen für die Erfindung von Menschen, die sonst keine Sorgen haben. Da gibt es viele Ältere, die sich nicht länger einreden lassen wollen, dass alle deutsche Geschichte vor Hitler verfehlt war, und Deutschland natürlich auch am Ersten Weltkrieg die alleinige Schuld trifft. Schließlich steht es in dem Buch „Die Schlafwandler“ des englisch-australischen Historikers Clark ganz anders. Da wollen viele Menschen ihre Industriearbeitsplätze behalten und wenigstens die heimische Braunkohle als Energiebasis, nachdem schon das Ruhrgebiet abgewickelt wurde. Und sie sehen auch nicht ein, warum sie mit hohen Strompreisen die Solaranlagen ihrer wohlhabenden Nachbarn finanzieren sollen. 

Man könnte diese Aufzählung unendlich fortsetzen. Die multikulturelle Euphorie ist längst der Sorge vor Einwanderergruppen gewichen, die sich Land und Leuten nicht anzupassen gedenken, und unser Schulsystem treibt immer mehr Menschen mit ihren Kindern auf Privatschulen, wofür sie sich dann von Gesellschaftsingenieuren und Gleichheitsaposteln beschimpfen lassen müssen. Der Bundespräsident hat nicht ganz unrecht, wenn er das Lebensgefühl dieser Menschen als bewahrend und die Übersichtlichkeit suchend beschreibt, nur dass er in Schloss Bellevue ihre Probleme nicht kennt, wenn er sie als vorübergehende Anpassungsschwierigkeiten beschreibt.

Für all diese gesellschaftlichen Erscheinungen haben die Altparteien kaum noch ein Sensorium und behelfen sich gern damit, Warner und Mahner als rechte Populisten zu beschimpfen, als ob Populismus seit Luther etwas anderes hieße, als dem Volk aufs Maul zu schauen. Nun ist es richtig das die AfD nicht alle Übel heilen kann, aber sie muss schon, wenn sie überleben will, jenen Menschen wieder eine Stimme geben, die keine mehr haben und deren Lebensgefühl im öffentlichen Diskurs nicht mehr vorkommt. Das kann und wird immer von Neuem zu Konflikten führen, zu Grenzüberschreitungen wie Trennungen und erfordert eine Führung mit Augenmaß. Doch nur wenn die AfD diese Aufgabe annimmt, und das Spektrum der politischen Debatte erweitert, wird sie Erfolg haben.
Sie wird um den Spagat, den manche für unmöglich halten, nicht herumkommen: wirtschaftsliberal mit starken sozialen Einschüben und gesellschaftlich populistisch im Lutherschen Sinne:
Dem Teil des Volkes aufs Maul schauen, dem die anderen nicht mehr zuhören, weil seine Ansichten angeblich nicht modern und zeitgemäß sind, wobei nie jemand erklärt, weshalb die falschen Einwanderer, die falsche Währung, eine Schule, die keine Bildung mehr vermittelt, und das Schleifen des Rechtsstaates zeitgemäß sein sollen. 


Die AfD darf und kann keine FDP 2.0 sein, aber sie muss Liberalen wie Konservativen, enttäuschten Linken wie Protestwählern eine Heimat sein
- eben Graswurzelbewegung des Widerstands gegen eine von den Eliten betriebene undemokratische, weil angeblich alternativlose Politik, die für alle Unzufriedenen immer nur die Botschaft des ehemaligen Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker hat: Das versteht ihr nicht." 


Alexander Gauland

Samstag, 1. März 2014

Langbärte in Italien


500 Jahre vorher ...

Helmchild

Befestigungen

Veritas odium parit


A propos Verleumdung

Pressemeldung der AfD-Sachsen

„Seit Gründung der Alternative für Deutschland AfD wurde von den Medien nichts unversucht gelassen, die Partei in eine rechte Ecke zu stellen. Dafür herhalten mussten vor allem Ex‐Mitglieder der Kleinpartei „Die Freiheit“, die in Sachsen ca. ein Dreißigstel der über 630 Mitglieder stellt. Dafür herhalten musste aber auch die NPD: ununterbrochen wurde gefragt, wie eine Unterwanderung durch diese zu verhindern sei. Die AFD hatte jedoch von Anbeginn an eine Parteimitgliedschaft ehemaliger NPD‐Mitgliedern und Angehörigen anderer, unter Extremismusverdacht stehender Organisationen ausgeschlossen.

Umso bestürzter sind wir, dass ein NPD‐Gemeinderat in Großrückerswalde von der NPD‐Liste zur CDU wechselt und dort willkommen ist“. Mit diesen Worten reagiert Landesvize Carsten Hütter, zugleich stellv. Kreisvorsitzender Erzgebirge, auf den heute bekannt gewordenen Antritt von Sandrino Zießler auf CDU‐Ticket.

NPD‐Mann wollte ursprünglich zur AfD!

Noch interessanter wird dieser Übertritt aufgrund der Tatsache, dass Zießler zuerst zur AfD wechseln wollte, der Landesverband der AfD diesen Antrag jedoch ablehnte. „Für mich stellt sich die Frage, mit welcher Partei sich Herr Zießler überhaupt identifiziert, ich bin sehr erstaunt über diesen Sinneswandel. Erst recht erstaunt mich, dass die CDU auf Bundesebene immer weiter nach links rückt, während sie auf lokaler Ebene kein Problem hat, auf die NPD zuzugehen“, so die AfD Kandidatin für den Gemeinderat Großrückerswalde, Constanze Kallmeier.


 „Während Ex‐Freiheitlern abgesprochen wird, sich in die AfD zu integrieren, wird das für NPD‐Mitglieder in der CDU ganz selbstverständlich vorausgesetzt. Das ist doppelzüngig.“

„Die CDU Sachsen verliert ständig Mitglieder an uns, zuletzt den Spitzenkandidaten für den Leipziger Wahlkreis 0, Jörg Kühne. Dass der Union jetzt nichts anderes einfällt als bei der NPD zu wildern, ist ein Indiz für die blinde Machtversessenheit dieser Partei“, erklärt Landesvorsitzende Dr. Frauke Petry. „Die Wähler wissen aber, dass der AfD Sachpolitik vor Machtkalkül geht. Dieses Land braucht eine andere Politik. Dieses Land braucht uns.“

Für Rückfragen:
Dr. Thomas Hartung
stellv. Landesvorsitzender AfD Sachsen
0163/4013084
thomas.hartung@alternativefuer.de

Lucio Dalla

Er war ein überragendes Talent. In Deutschland haben wir keinen einzigen Popmusiker oder Jazzmusiker, der sich mit ihm messen könnte.



Il sole 24 ore



Vita in te ci credo
le nebbie si diradano
e oramai ti vedo
non è stato facile
uscire da un passato che mi ha lavato l'anima
fino quasi a renderla un po' sdrucita

Vita io ti credo
tu così purissima
da non sapere il modo
l'arte di difendermi
e cosi ho vissuto quasi rotolandomi
per non dover ammettere d'aver perduto

Anche gli angeli capita a volte sai si sporcano
ma la sofferenza tocca il limite
e cosi cancella tutto e rinasce un fiore sopra un fatto brutto
siamo angeli con le rughe un po' feroci sugli zigomi
forse un po' più stanchi ma più liberi
urgenti di un amore, che raggiunge chi lo vuole respirare
Vita io ti credo
dopo che ho guardato a lungo, adesso io mi siedo
non ci son rivincite, né dubbi né incertezze
ora il fondo è limpido, ora ascolto immobile le tue carezze

Anche gli angeli capita a volte sai si sporcano
ma la sofferenza tocca il limite e cosi cancella tutto
e rinasce un fiore sopra un fatto brutto
siamo angeli con le rughe un po' feroci sugli zigomi
forse un po' più stanchi ma più liberi
urgenti di un amore, che raggiunge chi lo vuole respirare.