Donnerstag, 30. April 2015

Mittwoch, 29. April 2015

Islam gehört zur Bundeswehr


Und Michael Spreng und Angela Merkel werden uns zu beschwichtigen wissen.

Schläge voller Liebe



Mazz' e panelle fanne 'e figli belle. Panelle senza mazze fanne 'e figli pazze.

Schade, dass De Maizière, Michael Spreng und die linksradikalen Randalierer in Frankfurt und Dresden und anderswo nicht so eine Mutter haben, und dass Backpfeifen in Deutschland geächtet werden, und dass deutsche Frauen nicht mehr mütterlich sein wollen, dürfen, können, blöken.

Magna Mater


Dienstag, 28. April 2015

Demokratie oder Euro

Es ist Grundlage einer jeden Demokratie, dass das Volk über seine Wirtschaftspolitik entscheidet, parlamentarisch oder direkt. Nun, der Euro hat dieses demokratische Ur-Prinzip ausgehebelt: In Griechenland wollen fremde Institutionen Vorgaben für die Wirtschaftspolitik durchsetzen. Das griechische Volk wehrt sich zu Recht.
Europa wird sich entscheiden müssen: Demokratie oder Euro.

Geheime Reformpläne

Na endlich


Nicolaus Fest

Natura non facit saltum

"Ein Neugeborenes sucht die mütterliche Brust, nicht die Klaviatur von Elton John." Ernesto Vecchi


Zustände

Bernd Lucke erzählt aus Brüssel:

"Gelegentlich finden Abstimmungen unter Umständen statt, die eines Parlamentarismus unwürdig sind. Bei der wichtigen Abstimmung über den Junckerplan letzte Woche hatten wir Parlamentarier nicht mehr als einen einzigen Tag Zeit, uns mit dem Antrag, den 20 Seiten der Kompromissanträge und 1472 eingereichten Änderungsanträgen zu befassen.

Offenbar ist es im EU-Parlament üblich, dass die Fraktionsmitarbeiter die Abstimmungslisten vorbereiten - und damit de facto entscheiden, wie die Abgeordneten abstimmen. 

Aber ich habe mich noch nicht damit abgefunden. Ich habe den Anspruch, dass ich selber lese, worüber ich abstimme - zumindest dann, wenn es um eine Vorlage geht, die das Kernstück des Arbeitsprogramms der Kommission darstellt und die investive Verwendung von 315 Mrd Euro sicherstellen soll.
Ich möchte diese Zustände nicht hinnehmen. Ich habe daher Martin Schulz gebeten eine Änderung der Verfahrensregeln zu veranlassen, sodass alle Abstimmungsunterlagen grundsätzlich eine Woche vor der Abstimmung den Abgeordneten vorliegen müssen und danach keinen Änderungen mehr unterworfen sein dürfen. 


Dies ist der bescheidene Wunsch eines Abgeordneten, der kein anderes Interesse daran hat, als sein Mandat mit der Verantwortung wahrnehmen zu können, die das deutsche Volk von ihm erwartet.

Mein Brief an Martin Schulz"

„-ić“

Wahrheitsgemäße Berichterstattung in einer deutschen Wochenzeitschrift!


In der letzten Sendung "hart aber fair" ging es um die gewachsene Einbruchskriminalität und wie darauf zu reagieren sei.

Neben den bedrückenden Schilderungen des Hamburg-Chefs der Deutschen Polizeigewerkschaft, Joachim Lenders, der den Umstand beklagte, dass Einbrecher, die häufig in organisierten Banden länderübergreifend tätig sind - wenn sie denn gefasst werden - nur selten mit Haftstrafen zu rechnen haben, blieb auch durchaus die Aussage eines ehemaligen Serieneinbrechers in Erinnerung, der bestätigte, dass die geringen zu erwartenden Strafen eben keine wirklich abschreckende Wirkung entfalten. 

Sehr schnell drehte sich die Diskussion aber um die Frage, ob es rassistisch ist, nach der Herkunft der Täter zu fragen und diese in polizeilichen Statistiken zu erfassen.

Dass dies bisher nicht geschieht und auch im Pressekodex (nicht nur in Deutschland! in Schweden ist es noch schlimmer) vorgegeben ist, über die Herkunft von Tätern nach Möglichkeit nicht zu berichten, ist ein deutlicher Beleg für die übertriebene political correctness in diesem Land (und in anderen Ländern des Westens), die darauf abzielt, unbequeme Wahrheiten zu ignorieren, zu verleugnen, auszublenden, zu verdrängen.

Dafür nimmt man sogar in Kauf, dass Einbrecherbanden und kriminellen Familienclans ihre "Arbeit" erleichtert wird. Abgesehen davon ist es eine vorsätzliche Täuschung und Desorientierung nicht nur der seit alters ansässigen Bevölkerung, sondern aller ehrlichen Menschen, denen vorgegaukelt werden soll, ortsfremde Menschen neigten im selben Maße dazu, lokal gültige Richtlinien, Regeln und Gesetze (geschriebener wie ungeschriebener Art) einzuhalten und zu achten wie die ortsansässige Bevölkerung.

Obwohl jeder Nordeuropäer weiß, dass er selber während des Urlaubs im Süden mindestens Fünfe grade sein lässt, keine Sekunde lang einen Gedanken an das Empfinden und die Wertordnung anderer Kulturen verschwendet und sich in Mallorca und Kroatien Dinge herausnimmt, die er in Niedersachsen nie wagen würde. Und für Diebesbanden gilt selbstverständlich in noch höherem Maße, dass man mit sehr viel größerer Unbefangenheit diejenigen ignoriert, übergeht und schädigt, die einem fremd oder gar verhasst sind, als diejenigen, denen man sich verbunden und zugehörig fühlt.

Montag, 27. April 2015

Eva Cor

FAZ

ZEIT

Welt

Welt

Kor schreibt man mit K, nicht mit C. ich habe es versehentlich mit C geschrieben, weil Cor der Spitzname eines der besten Freunde meines Vaters war, und weil "cor" auf lateinisch "Herz" heißt.

Sonntag, 26. April 2015

Wohin


"Ein interessantes Gespräch in Villingen heute. Ein Flüchtling aus dem Irak erzählte mir, dass er Christ sei und wegen religiöser Verfolgung nach Europa gekommen. Er berichtete, dass mittlerweile in seinem Stadtviertel ähnliche Verhältnisse durch die massenhafte Unterbringung muslimischer Wirtschaftsflüchtlinge herrschen und am Ende stellte er mir und einem danebenstehenden Journalisten (welcher völlig verdutzt und ratlos das Weite suchte) eine interessante Frage: 'Wohin soll ich als nächstes fliehen, wenn die Islamisierung hier in Deutschland weiter so rasant vorangetrieben wird?'"
Lutz Bachmann

 
Indessen wurde in Dresden - wo es laut Michael Spreng so gut wie keine Muslime gibt - gerade jemand erstochen. Einer von den bedauerlichen Einzelfällen, die man nicht hochspielen soll. Es mag auch an der kalten unverbindlichen Art und der geheuchelten Xenophilie liegen, mit der in Deutschland wie alle anderen Migranten auch die meisten Flüchtlinge aufgenommen werden. Aber dass durch die Zuwanderung von immer mehr Muslimen Probleme entstehen, die nicht bewältigbar sind, ist nicht zu leugnen.

Jedenfalls ist Lutz Bachmann der Menschenschlag, der im Gegensatz zu den professionellen Gutmenschen wirklich herzlich mit Fremden umgeht.

1/6 der Deutschen sind linksradikal


Der Linksextremismus ist erschreckend weit bis zur Mitte der Gesellschaft vorgedrungen: Ein Sechstel der Bürger hegt linksextremistische Einstellungen, 14 % davon befürworten Gewalt.

Eine Studie der FU-Berlin konstatiert, dass es den radikalen Linken gelungen ist, „in einigen Politikfeldern maßgeblichen Einfluss auf den linken Flügel und zum Teil auch auf die linke Mitte der Parteien und der Medien zu gewinnen“.
Das ist Schwesigs Dunstkreis und eine ernsthafte Gefahr, der endlich wirksam entgegen getreten werden muss.

Aber wenn dieser Gefahr wirksam entgegen getreten wird, ist es wahrscheinlich eh alles für die Katz.

Der Euro lähmt Europa


Nichts wird sich je ändern in Griechenland, solange der Norden sich erpressen und vertrösten lässt. Dass Mussolinis Hinhaltetaktik leerer Versprechungen mit Nordeuropa gut funktioniert, hat man nicht nur in Italien verstanden.

Standrecht für Menschenhändler und Schlepper


Claudio Magris kommt zur Vernunft. Oder soll ich sagen, er zeigt sein wahres Gesicht? Er vermeidet zwar tunlichst zuzugeben, dass Berlusconis Mittelmeerpolitik vorausschauend war (wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Gaddafi, der im Gegenzug an den libyschen Küsten und in den libyschen Hoheitsgewässern verhinderte, dass sich Flüchtlingsströme nach Italien aufmachten), aber er fordert jetzt in einem Artikel des Corriere della sera wortwörtlich die Anwendung des Standrechts für die organisierte Migrationskriminalität.

Angemessen ist seine Forderung, realistisch ist sie nicht. Denn wer soll denn wo diese Standgerichtsbarkeit in die Praxis umsetzen??? Soll ein Europaheer die nordafrikanischen Küstenstaaten besetzen und dort Konzentrationslager einrichten, in denen die Schlepper standrechtlich erschossen werden? Claudio Magris ist nicht dumm, aber er wurde zum angesehendsten Germanisten Italiens, weil er sich sein Leben lang bei der linksintellektuellen italienischen Nomenklatura angebiedert hat.

Da Gaddafi nicht mehr zur Verfügung steht, will Renzi jetzt internationale "Teams", die in Nordafrika die Flüchtlinge abfangen.



100 Jahre Einsamkeit






Familie Guten Tag

Ausgeschlossen

Ein Botho-Strauß-Satz aus einem Gespräch mit Klonovsky: „Es sollte all jenen, die heute die leichte Zunge haben und das Sagen, nicht erspart bleiben, einmal in ihrem Leben unter den Schock des Ausgeschlossenseins zu geraten, einmal von der Kultherrschaft Andersgestimmter, die niemanden verfolgt, sondern nur ausschließt, verweist, exkommuniziert, entnetzt – es sollte ihnen einmal das Gefühl, nicht dazuzugehören, bestimmt werden.“

Das hat er 2013 gesagt, also lange, bevor die Pastoren mit der leichten Zunge gegen ihren Kollegen Latzel marschierten und der das Sagen habende Kardinal Woelki am Kölner Dom das Licht gegen PEGIDA ausgehen ließ.



Man könne nicht vor jede Kirche zwei Polizisten stellen, heißt es jetzt. Wenn mir nicht selber am Schutz unserer Kirchen läge, würde ich den verantwortlichen Kirchenoberen zurufen: "Ihr könnt ja das Licht ausmachen, wenn die Antichristen kommen!".

Menschenkinder


Da hatten wir einen wirklich herausragenden Schriftsteller mit überragendem Sprachschöpfungs- und Fabuliertalent. "Katz und Maus" ist ein Lesegenuss, der die Liebe zum Abenteuer des Lebens, zum mitteleuropäischen Wetter, zur Ostsee, zum erinnernden Erzählen und Zuhören, zur deutschen Sprache und ihrer holzschnittähnlichen Wärme und zur Wahrnehmung deutscher Stimmungen und Sehnsüchte wecken kann.

Die Idee des kleinen Jungen in der "Blechtrommel", der sich weigert, groß zu werden, weil ihn die Unreife der Erwachsenen anekelt, ist ein geniales Bild neotenischer Spiritualität. Grass war 32 Jahre alt, als er dieses Buch schrieb. Genialer kann man die Tatsache, mit 17 Jahren der SS beigetreten zu sein und mit 18 vom Völkermord erfahren zu haben, vielleicht nicht verarbeiten (und den Völkermord, den das eigene Volk beging, nicht verwinden). Wie kann man so herzlos sein, einem 17-jährigen die damalige Entscheidung als Verfehlung vorzuhalten? Wie kann man so unbarmherzig sein, dem reifen Mann und dem alten Mann zu verdenken, so lange geschwiegen zu haben, wo doch tagtäglich zu beobachten ist, wie moralisch eitle Nachgeborene die, "die dabei waren", zum Spießrutenlauf auffordern.

Der Butt ist ebenfalls ein geniales Bild. Die Plattfische sind ja zunächst erst einmal vertikal gebaut, wie alle anderen Fische und Wirbeltiere auch, und haben anfangs eine bilateral-symmetrische Körperform. Aber bereits in einem frühen Stadium wandert eines ihrer Augen auf die andere Seite hinüber (bei Schollen und Seezungen nach rechts, bei Butten - und bei Grass - nach links). Was aber macht dieses Bild genial? Neben der Unebenmäßigkeit männlich-deutscher Ästhetik ist es die Ahnung kommender Verdrehungen zum Zeitpunkt der Niederschrift und der Nachhall der Verwindungen und das plättende Gewicht unserer Zeit. Grass hatte symbolistisches Gespür und konnte anspielen.




"Aus dem Tagebuch einer Schnecke" ist ein Buch, das wie kein anderes die Ära Willy Brandt festgehalten hat. Die damalige Aufbruchstimmung, den Fortschrittsglauben und Fortschrittswillen und Fortschrittswahn und dieses unerschütterliche Selbstbewusstsein gegenüber allem Konservativen, die Verbissenheit und Verbohrtheit, mit der man sich darauf versteifte, der Mensch könne und müsse umgemodelt werden (Gesellschaftsveränderung und Weltverbesserung durch Änderung der Köpfe; ohne je wirklich zu hinterfragen, was wirklich nur geschichtlich ist und was entwicklungsgeschichtlich, was onthogenetisch, was phylogenetisch). Und dann wieder das Beharrungsvermögen, das träge, schneckenhaft langsame am Fortschritt und die daraus resultierende Schwermut: das Buch endet mit einem Essay über Dürers Melencolia I und über Marsilio Ficino. Der Gedanke, dass bestimmte Dinge nun mal nicht zu ändern sind, kam in diesem Buch nicht vor. Aber er klingt im Butt an, wenn auch nur als Grundierung der üblichen Apotheose des Weiblichen.

1972 bekam Heinrich Böll den Nobelpreis. Ich empfand es damals als völlig irrsinnig, dass nicht Grass, den ich als überragend empfand, sondern Böll, der außer seinem Irischen Tagebuch nur langweilige Bücher geschrieben zu haben schien, den Nobelpreis bekam. Aber ich war damals 15 Jahre alt. Noch zu klein, um mir meiner Sache sicher sein zu können. Zu jung, um einschätzen zu können, was ich zu spüren meinte... Was an Böll besser sein sollte als an Grass, konnte mir allerdings niemand sagen. Die einen schmähten Böll, die anderen äußerten sich zu Böll voller Ehrerbietung und es irritierte sie, dass ich ihre Ehrerbietung nicht zu teilen schien. Dabei wollte ich sie nur verstehen.

Ich stimme natürlich Klonovskys Beschreibung des ante litteram Stockholmsyndroms zu.

14. April 2015

Nachdem mit Marcel Reich-Ranicki der größte Kritiker seit Saruman das Zeitliche segnete, hat sich nun der größte Literat des 20. Jahrhunderts bzw. der Neuzeit in die Ewigkeit absentiert. Das Vermächtnis von Günter Grass werde neben dem von Goethe stehen, verkündete etwa die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU). Leider fragte sie keiner: Warum denn? (Kamerad J. juxt, sie habe es bloß alphabetisch gemeint.)

Ähnlich enthemmt fiel das Statement von Nobelpreisjuror Per Wästberg aus, Grass sei von der Schwedischen Akademie als "der Höhepunkt des 20. Jahrhunderts" verstanden worden. "Die Entscheidung damals", also die No-Böll-Preis-Verleihung an den nunmehr – aber nur hienieden! – Verblichenen im Jahr 1999, "war eine ganz bewusste. Er war das 20. Jahrhundert, mindestens nach Thomas Mann." Also sprach Per Wastberg. Woraus gefolgert werden darf, dass der "Stockholmer Elferrat" (Eckhard Henscheid) den Preis immerhin anno 1999 ganz bewusst vergeben hat, denn dergleichen scheint eher die Ausnahme gewesen zu sein. Erinnern wir uns daran, welche Autoren die Jury in dem besagten und nunmehr also Grass'schen Jahrhundert nicht geehrt hat, auf dass wir die ganze Größe des Heimgegangenen ermessen können: Proust, Kafka, Joyce, Joseph Conrad, Hofmannsthal, Doderer, Musil, Brecht, Rilke, George, Benn, Friedell, Karl Kraus, Chesterton, Isaak Babel, Bulgakow, Ernst Jünger, Lampedusa, Italo Svevo... ich breche hier ab.

Jeder einskommafünfte Nachruf betonte, Grass sei ein großer politischer "Mahner" gewesen, natürlich von links, weil das nach dem (sozial)demokratischen Katechismus nämlich Hauptaufgabe und Habitat des echten Künstlers ist, und am Ende dürfte das berühmteste schreibende SPD-Mitglied damit am treffendsten charakterisiert sein. So ruhe er denn in Mahnfried. Hätte sich Grass auf der anderen politischen Seite betätigt und beispielsweise Franz Josef Strauss statt Willy Brandt vollgequasselt, wir hörten heute keinen Mucks von wegen Klassiker und Weltliteratur, das "Stockholmer Nobelpreis-Roulette" (nochmals Henscheid) wäre über ihn hinweggegangen, und es gäbe heuer bloß ein paar gesetzte, wenngleich kundige Nekrologe auf einen achtbaren Autor, der er ja, sofern er nicht zu "mahnen" anfing, durchaus zuweilen war. Die Tatsache, dass er "ein wunderbarer Demokrat" gewesen sei, wie der unvermeidliche Herib. Prantl ihm hinterherposaunte (aber ist das denn kein Pleonasmus, Gevatter?), stellt den so bestürzend genrefern Befaselten jedenfalls gerade nicht neben den Weltweisen aus Weimar. Wenig ist egaler als die politischen Überzeugungen eines Künstlers, und entsprechend dämlich fallen sie ja meistens aus. Sobald sie aber sein Werk berühren, wird es minderwertig.

Doch halten wir die nunmehr offizielle Version fest: Das 20. Jahrhundert war literarisch das von Günter Grass, und er wird neben Goethe stehen. Was die Aussage der sogenannten Kulturstaatsministerin angeht: Ich habe die nicht gewählt, ich habe nie eine(n) von denen gewählt und fühle mich also schuldlos, wenngleich durchaus angewidert, in einem Land zu leben, wo dergleichen exorbitante Dümmlichkeiten aus offiziellem Munde allzeit möglich und zu gewärtigen sind. In einem Kulturstaat wäre dergleichen undenkbar. Dort gäbe es aber auch kein angeblich für Kultur zuständiges Ministerium.  Klonovsky am 14. April 2015

Aber in Deutschland fehlen fast völlig Schriftsteller wie Mario Tobino! Doch, einen gibt es: Johannes Bobrowski. Tobino und Bobrowski, das sind meine Favoriten.

(Kein) Wir-Gefühl






Samstag, 25. April 2015

Henkel adieu!



Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit

Armenier


Shouldn't let genocide define us

Türkischer Botschafter in Österreich abberufen

Buch des Flüsterns

Warum sagt Schimon Peres, bei diesen Massakern habe es sich nicht um Völkermord gehandelt?

Schahnur Waghinak Asnawurjan


Freitag, 24. April 2015

So schnell kanns gehen


Dass die AfD an ihren Widersprüchen zugrunde gehen würde, prophezeite Gesine Schwan bereits vor Monaten im Gespräch mit Spreng und Lucke bei Jauch.

Leider wird ganz Deutschland (und ganz Europa) in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren ähnliche Zerreißproben durchmachen wie im Moment die AfD.


Was Konrad Adam und Andreas Lichert gemeinsam haben

Wird die AfD jemals mehr sein als ein Treffpunkt historischer Verlierer? Ein Teekränzchen, dass seinen Untergang im Fahrwasser der Tea Party bejammert, ein Gesprächskreis für anonyme Grogtrinker? Dass sie in den Bundestag kommen wird, glaube ich immer noch. Aber wird sie je dauerhaft mehr als 7% bekommen?

Und Kubitschek? Im Prinzip stimmt natürlich, dass in Deutschland längst viel mehr auf dem Spiel steht, als Merkel und Lucke ahnen. Aber seit Kubitschek in Italien war und dort von Matteo Salvini eingeladen wurde und wie einst Klaus Wagenbach und Rudi Dutschke vom italienischen Freimut und dem Duft der Macht und der politischen Gestaltungsmöglichkeiten berauscht nach Deutschland zurückkehrte, bin ich überzeugt, dass er und seine Kumpane genauso viel Schaden anrichten werden wie einst Klaus Wagenbach und seine Kumpane.

Dass ausgerechnet der arme Lucke im ICE als Nazi beschimpft wurde, zeigt, was für ein feiges, fieses Land der Falschheit und Gehässigkeit und der heuchlerischer Eiferer Deutschland inzwischen wieder geworden ist. Gegen Gesinnungen zu hetzen, die man nicht einmal kennt, geschweige denn versteht, scheint mir eine nordeuropäische Spezialität zu sein. Und die Hingabe, mit der man daran arbeitet Oppositionsparteien unter dem Vorwand der Totalitarismustheorien zu verbieten (KPD und NPD) oder die Existenz ihrer Mitglieder zu vernichten (DKP) und selbst in den Länderparlamenten sitzende Abgeordnete nicht einmal in Talkshows die Möglichkeit gewährt, ihre Ansichten zu erläutern (NPD), ist anscheinend eine deutsche Spezialität.

Im Lande Berlusconis sind heftige, ja unfaire Debatten die Regel (wie wir sie uns nicht einmal vorstellen können, da es bei uns im Vergleich zu Italien keine Meinungsvielfalt gibt; selbst die können wir Deutsche uns nicht einmal vorstellen). Aber Gesinnungshetze habe ich in Italien in Jahrzehnten nie erlebt. Es gab in Italien linken und rechten Terrorismus. Aber nie warf die Presse linke oder rechte Gesellschaftskritiker mit Terroristen in einen Topf.
In Deutschland gibts Gesinnungshetze immer. Früher gegen links, heute gegen alles, was konservativ und bieder ist und irgendwie rechts von Merkel. Pfui Deibel.


Lucke im ICE zu schmähen ist sozusagen die Erstpassage einer bis zur Erschöpfung eingeübten Staffette: Die FC-Köln-Fans benutzen die Nazi-Keule gegenüber Lucke, Lucke benutzt sie gegenüber der Jungen Freiheit, Tatjana Festerling, den Anhängern der Erfurter Resolution, Ellen Kositza und Götz Kubitschek. Tatjana Festerling und die Erfurter benutzen sie gegenüber der NPD, die Junge Freiheit benutzt sie gegenüber Kositza und Kubitschek. Und Kositza und Kubitschek benutzen sie gegenüber der NPD und werden sie spätestens dann auch gegenüber ihrem neuen Freund Matteo Salvini anwenden, wenn die deutschen Medien entdecken, dass Salvini nicht vorhat, sich von Mario Borghezio zu distanzieren. Wie sagte Bismarck sehr richtig? Deutschland sei noch nicht reif für die Demokratie???

Ein Narr selbst Nichts zu sagen wagt,
Nur weils ein Nazi schon gesagt.

Es ist alles zum Kotzen. Bzw. es ist alles eitel, wie Kohelet sagen würde.


Ist Pretzell etwas schusselig (trägt immer noch FDP-Kravatte)? Frauke, du bist die Beste!

Alternative Medizin


Das beste Argument für Homöopathie ist vielleicht dieser Fußballdruide. Aber die persönlichen, subjektiven Beobachtungen dieses Starmediziners könnten auch die genialen Intuitionen eines besonders geschickten Scharlatans im Zustand der Participation mystique sein, der seinem eigenen suggestiven Erfolg erliegt. Claude Lévi-Strauss beschrieb 1958 in seinem Buch „Strukturale Anthropologie“ den Fall eines südamerikanischen Forschers, der bei einem Brujo in die Lehre ging, um dessen Praktiken zu entlarven. Er lernte also die "magischen" Praktiken (und Tricks wie z.B. sich mit einer Flaumfeder im Mund auf die Zunge zu beißen, um die Existenz eines mit bloßem Auge erkennbaren, blutenden Krankheitsvektors vorzutäuschen) und wurde zu seiner eigenen Überraschung mit der Zeit zum gefragtesten Brujo weit und breit und wusste am Ende selber nicht mehr, was er von den eigenen Praktiken und Fähigkeiten halten sollte. Es wäre interessant, Herrn Müller-Wohlfahrt (und seine Anhänger!) mit dieser Problematik charismatischer Begnadung zu konfrontieren.

Mittlerweile gibt es jedoch auch seriöse - will heißen überprüfbare - wissenschaftliche Veröffentlichungen, in denen zum jetzigen Wissensstand geschlossen wird, dass es eben doch physikalische Wirkungen geben muss, wenngleich man nicht in der Lage ist, ihren Mechanismus zu erklären.

Die interessanteste Untersuchung betrifft Wasserlinsen und Hefe im Doppelblindversuch mit Verdünnungen > 1 : 10 hoch 24 jenseits der Avogadrogrenze. Also bei Organismen bei denen nicht von Suggestion oder Placeboeffekt die Rede sein kann. Interessant an diesem Befund ist unter anderem, dass er den Prinzipien der traditionellen Homöopathie auf jeden Fall nicht entspricht. Denn nach diesen wäre ja bei der Anwendung hochverdünnter Wachstumshormone nicht eine wachstumsfördernde Wirkung zu erwarten, sondern eine hemmende. Der Autor der Studie meint dazu, es handele sich um Zwerglinsen, was ihn zu diesem Umkehrschluss veranlasst habe. Dass ein derartig dummes Argument zur Interpretation eines Untersuchungsergebnisses herangezogen werden kann und eine mit diesem Vorzeichen versehene „Studie“ überhaupt veröffentlicht werden kann, macht einen fassungslos... Aber wie dem auch sei: Nach der sogenannten Schulmedizin, wäre überhaupt keine Wirkung zu erwarten! Und das ist der eigentlich interessante hier vorliegende Befund.



Erst wenn andere Forscher immer wieder zum selben Ergebnis kommen, wird man aber dieses Ergebnis als aussagekräftig ansehen können. Denn erst dann können Messfehler ausgeschlossen werden. Wir wollen daher hoffen, dass bei Hefen und Linsen diese Wachstumsunterschiede tatsächlich beobachtet wurden. Dass es sich also nicht um Messfehler handelt oder um andere Ursachen, die man schlicht übersah.

Denn da es für die Hefe- und Linsenprodukton eine erhebliche Ersparnis bedeuten würde, Wachstumshormone zu verwenden, die gar nicht vorhanden sind, darf gehofft werden, dass bald ein Agrarkonzern wie Monsanto mit neuen Studien nachweisen wird, welch bahnbrechende Erkenntnis hier gemacht wurde. Solange das medizinische Kunststück nicht marktreif ist, werden sich Anhänger der Homöopathie damit abfinden müssen, dass im angeblich ultraverdünnten Wasser immer wieder einmal auch Cortison in wirksamer Konzentration gefunden wird und - ohne auf dem Etikett angegeben zu werden - so in den Apotheken verkauft wird.

Es ist also in Zeiten wirtschaftlicher Not durchaus keine rein akademische Frage, zumal ja bisher nie beeindruckende Heilungserfolge beobachtet wurden. Und es kann ja vorkommen, dass auch wissenschaftliche Koryphäen eklatante medizinische Erfolge übersehen und sogar bekämpfen, wenn diese unvereinbar mit ihren Gewissheiten zu sein scheinen. Und wenngleich die Homöopathie eigentlich lange genug existiert und ihre (Un-)Wirksamkeit mittlerweile als erwiesen gelten müsste, kommt es anscheinend immer noch zu merkwürdigen, überraschenden Ergebnissen am Rande; wenn wir auch nicht wissen, was sie bedeuten könnten.
Diese Kritik von Michael Hohner legt allerdings nahe, dass es sich bei dem hochqualifizierten Linsenzähler nur um den x-ten professionellen Scharlatan handelt. Und es gibt tatsächlich noch sehr viel kompetentere und aufsehenerregender enfants terribles als ihn!

Es gibt wirklich die merkwürdigsten Menschen, da wo man sie gar nicht erwarten würde. Zum Beispiel Kary Mullis, der gerne alles auf den Kopf stellt. Einmal dachte er sich eine abenteuerliche Geschichte aus, die die Zeitschrift Nature ohne zu zögern abdruckte, obwohl sie frei erfunden war. Als er dann tatsächlich eine Entdeckung machte, für die er später den Nobelpreis bekam, wollte sie seinen Beitrag nicht abdrucken. Seit dieser Erfahrung kritisiert er die Praxis der wissenschaftlichen Methodik mit aller Schärfe und mit guten Argumenten.

Aber leider auch mit sehr schlechten, die der Willkür Tor und Türen öffnen.
Und was soll man von Luc Montagniers bizarren Ansichten halten? Und was von Linus Paulings Vitamin-C-Wahn? Was von seiner orthomolekularen Medizin? Ein Nobelpreisträger - was sage ich! - ein doppelter Nobelpreisträger schnappte am Ende über. Und Ray Kurzweil scheint die orthomolekulare Medizin so radikal zu Ende gedacht zu haben, dass er im natürlichen menschlichen Organismus nur noch ein obsoletes Anfangsstadium oder Versuchsmodell sieht, das hoffentlich bald ersetzt wird. Es gibt zu allem eine Alternative.

Ich selber habe mich nie von einem Homöopathen behandeln lassen, denn bisher machten alle Homöopathen, die ich kennengelernt habe, auch dann, wenn sie fachlich zweifellos kompetent waren und es in meinen Augen auch gut meinten, keinen überzeugenden Eindruck auf mich. Alle wichen schon meiner ersten Frage aus, was sie im Falle einer Diphterieinfektion denn machen würden, statt Antibiotika anzuwenden. Alle reagierten zunehmend mit Irritation, je mehr Interesse ich zeigte.
Ich bin nie, nie, nie auf passionierte Entdeckerfreude oder den Wunsch, der Welt Geheimnisse zu entlocken bei diesen Leuten gestoßen, sondern immer nur auf Obskurantisten, die Geschmack am Mystifizieren hatten, mir nicht in die Augen schauen wollten und sobald sie auf einen Gleichgesinnten stießen wie in geheimem Einverständnis sofort ein verbindliches Lächeln zeigten. Selbst die Ehrlichen unter ihnen waren nicht wirklich ehrlich, denn sie belogen sich selbst. Bisher nur enttäuschend. Warum machen Menschen so etwas? Weil sie sich nach einer heilen Welt sehnen.

Es ist ein komplexes Thema. Zum Beispiel muss man sich bewusst bleiben, dass der Placebo- oder Noceboeffekt ja immer dabei ist! Er addiert sich auf jeden Fall immer hinzu. Auch Antibiotika haben außer dem bakterioziden Effekt also zusätzlich den Placeboeffekt, wenn man an ihre gute Wirkung glaubt. Oder einen Noceboeffekt, wenn man erwartet, dass sie einem schaden.

Und der Nocebo- oder Placeboeffekt ist ein genuin biochemischer Vorgang! Es ist nicht etwa nur Einbildung. Der Glaube versetzt wirklich einen Huckel oder Hügel und manchmal, je nach Veranlagung, sogar einen Berg. Man hat im Doppelblindversuch einwandfrei nachgewiesen, dass Patienten mit Zahnweh, deren Zahnweh auf Grund eines Placebos nachgelassen hatte, wieder Zahnweh bekamen, wenn ihnen ein Opiathemmer verabreicht wurde! Das ist ein wirklich unumstößlicher Beweis, dass Placebos (also purer Glaube) die Ausschüttung opiatähnlicher Substanzen bewirken können. So bewies man die Existenz der Endorphine. Es ist ein komplexes Thema. Das uns zum Thema der Glaubwürdigkeit führt.

Goethe, Mark Twain und Karl May

Mittwoch, 22. April 2015

Man sollte meinen, es verstehe sich von selbst


Auf zu den christlichen Ungläubigen!

"Im Prinzip unterscheidet sich – aus unterschiedlichen Gründen – die abweisende Haltung der europäischen und israelischen Regierungen sowie weiter Teile der jeweiligen Gesellschaften also nicht wesentlich voneinander. Schaut man auf die Grenze zwischen den USA und Mexiko, erkennt man das gleiche Muster", schreibt Wolffsohn.

Die Haltung der europäischen Regierungen unterscheidet sich aber sehr wohl von der der israelischen Regierung! Denn anders als die der israelischen, australischen und nordamerikanischen Regierung ist die Haltung der europäischen Regierungen bisher eben nicht abweisend. Nur PEGIDA ist bisher abweisend. Und selbst PEGIDA ist gegenüber Flüchtlingen bisher eben nicht abweisend. Wolffsohn berichtet uns offenbar aus der Zukunft.

Bisher druckst man noch heuchlerisch und betreten herum, genau wie bei der Frage, ob der Völkermord, den die Türken an den Armeniern begingen, so genannt werden darf oder nicht. Irgendwann wird man nicht drum rum kommen, ihn so zu nennen, und irgendwann wird man dieselbe Entscheidung treffen müssen, die Tony Abbott in Australien getroffen hat. Wolffsohn ist unserer Zeit so sehr voraus, dass er jetzt schon Artikel veröffentlicht, in denen Ereignisse vorausgesetzt und beschrieben werden, die noch gar nicht geschehen sind. Hut ab.

Die Feigheit und Dummheit des Westens  wird immer unerträglicher. Aber dort wo sich Wolffsohn befindet, ist ja alles gut.

Time


Deine Mutter!

Eine Würdigung verkannter Leistungsträgerinnen (anlässlich des sogenannten "Tarabella"-Berichts, in dem das Europäische Parlament fest- und klarstellt, "dass durch die traditionellen Geschlechterrollen die Entfaltung der Frau eingeschränkt wird und sie deshalb ihr Potential als Mensch – sic! – nicht ausschöpfen  kann.")

Es ist heutzutage viel von der „Doppelbelastung der Frau“ die Rede. Bekanntlich umschließt dieser modische Begriff die parallelen Anforderungen von Beruftstätigkeit und Familie, das heißt, beide werden als „Belastungen“ auf eine Ebene gestellt. So verwandeln sich Kinder in Belastungen, vergleichbar ungefähr dem Terminstress bei einer Projektabgabe oder einem nervenden Chef. Zweifellos können Kinder zuweilen sogar noch belastender sein als der schlimmste Chef, aber der Formulierung von der Doppelbelastung sollte man keineswegs trauen. Besser wäre vielleicht: Doppelleistung, je nach Naturell sogar: Doppelglück. Schließlich kann ein Tag intensiver Kinderbetreuung so anstrengend (und erfüllend) sein wie das tägliche Arbeitspensum eines Physik-Nobelpreisträgers oder einer Konzertpianistin, wie eine Schicht im Bergwerk oder eine Bergetappe bei der Tour de France.

Aber passen Berufstätigkeit und Familie zusammen? Wie jede Frau, die sich zur Fortpflanzung entschließt, irgendwann erfährt, eher nicht. Unter den Bedingungen des sogenannten modernen Lebens bedarf es einer Parforceleistung, erfolgreich Kinder großzuziehen und gleichzeitig einem Beruf nachzugehen. Die sogenannte Doppelbelastung wird deshalb häufig delegiert. Frau kann heutzutage Kinder haben und gar nicht erstlinig Mutter sein; dafür gibt es Einrichtungen oder Au pairs, oder die Väter übernehmen Betreuungsaufgaben. Wobei ich nicht glaube, dass sie dasselbe leisten können wie Mütter.

Das erste und elementarste Wort, das mir im Zusammenhang mit dem Begriff „Mutter“ einfällt, ist „Trost“. Mit dem Vater mag sich die kindliche Assoziation „Sicherheit“ verbinden – ich rede hier von Normalfällen –, doch sie beschreibt nur ein sozusagen praktisch-weltliches Vermögen, während jenes, Trost zu spenden, in die Bezirke des Chthonisch-Bergenden und zugleich Transzendenten hineinreicht, weshalb es lange Zeit, wenn man der Obhut der Mutter entwachsen war, auch an den Geistlichen delegiert wurde. Einem unglücklichen oder kranken Kind Trost zu spenden, ist zwar eine der gewöhnlichsten Beschäftigungen der Mütter dieser Erde, doch sie funktioniert eben nur jeweils zwischen zwei unaustauschbaren Menschen. Nur die Mutter kann jenen ungetrübten Frieden schenken, von dem Proust spricht, wenn er beschreibt, wie seine Maman ihm Gute Nacht sagte. Die Verbindung des Kindes zur Mutter ist weit enger und dauerhafter als jene zum Vater; kein Gekreuzigter, mit Ausnahme des einen, rief nach seinem Vater, und auch die Schwerverletzten in den Schützengräben brüllten „Mama!“ und nicht „Papa!“.

 Der Philosoph Hans-Georg Gadamer hat in seinen alten Tagen immer wieder den Verlust der Mütterlichkeit in den jüngeren, also derzeit tonangebenden Generationen beklagt. Mütterlichkeit, das ist die Bereitschaft zu engelsgeduldiger Selbstverleugnung und dienender Aufmerksamkeit, ein liebevolles Sich-Aufopfern, das nicht nach Grund und Honorar fragt. Es ist das, was eine Feministin sofort „Ausbeutung der Frau“ nennt. Es ist ein Verzicht zugunsten anderer, wie ihn der Zeitgeist einfach nicht mehr vorsieht, und nur die enorme Kraft der Blutsbande vermag der Allgewalt dieses Zeitgeistes zu widerstehen. Deswegen finden wir in den Familien immer noch die Asymmetrie der Lastenverteilung, die sich in außerfamiliären Strukturen sofort als Ungerechtigkeit angeprangert sähe. Innerhalb der Familie darf noch gedient werden.

Als Hauptfeinde der Mütterlichkeit agieren der Ökonomismus (am deutlichsten in Gestalt des feministischen Karrierefetischimus) und der Hedonismus. An eine moderne junge Frau werden extreme Forderungen gestellt: Sie soll emanzipiert sein, attraktiv, sportlich, gepflegt, modisch up to date, mobil, dynamisch, beruflich erfolgreich (und belastbar), sexuell aktiv (und disponibel). Hat sie einen festen Partner, fällt nur das „disponibel“ weg, der Anschein freilich sollte bleiben. Nichts stört hier mehr als Kinder. Die Supermodels machen es vor, dass zumindest theoretisch die Möglichkeit besteht, ein halbes Jahr nach der Geburt wieder bauchfaltenfrei vor die Kamera zu treten. Ohne privaten Fitnesstrainer und zwei Nannys pro Kind ist Mutterschaft jedoch, zumindest nach den Kriterien des beruflichen und partnerschaftlichen Marktes, eine mittlere Katastrophe. Sie bedeutet das exakte Gegenteil von ganztägiger beruflicher Belastbarkeit und sexueller Attraktivität. Schwangerschaft und Stillzeit gelten heutzutage eher als temporäre Behinderungen. Am Ende ist der Schoß ist durchbrochen, der Bauch gerissen, die Brüste verlieren an Spannung, OP-Narben bleiben ewig sichtbar. Kinder sind sozusagen gutartige Tumore, die die Frau körperlich dauerhaft beschädigen und ihr Zeit und Energie und Attraktivität abziehen.

Nach den geltenden Kriterien verwandelt sich eine Mutter erst dann in ein Leistungswesen, wenn sie die Kinder in der Krippe abgegeben hat und im Büro angekommen ist. Das ist ein vergleichsweise trauriges Phänomen, welches mit der Heiligung der Lohnarbeit zusammenhängt und viele Frauen in eine paradoxe Lage bringt, die eine Freundin in die Worte fasste: Sie arbeite immer mehr, um sich immer bessere Kinderbetreuung leisten zu können. Mit anderen Worten: „Man hat Kinder, als hätte man sie nicht“ (Norbert Bolz). Kinder zu betreuen gilt nur als verrechenbare Leistung, wenn sie von professionellen Erzieherinnen erbracht wird. Mutterschaft läuft nebenher oder findet gar nicht mehr statt; wir können diesen Trend bei zahlreichen Akademikerinnen beobachten. Sie versäumen die entscheidende Erfahrung ihres Geschlechts, und die Avanciertesten oder auch bloß Verzweifeltsten unter ihnen entwickeln stattdessen Theorien über „Gender“ und „konstruierte Geschlechterrollen“. Doch die Lektüre der launigsten Gender-Studies vermag die Melancholie nicht zu vertreiben, die sich auf das Gesicht der kinderlosen Endvierzigerin malt. Wenn wir auf 5000 Jahre rekapitulierbarer menschlicher Geschichte zurückschauen, dann würde in ca. 4950 davon kein Mensch den Begriff „Mutterrolle“ verstanden haben. Gewiss, die Begriffe „Work-Life-Balance“ oder „Frauenqoute“ hätte auch niemand verstanden, aber es dürfte kein Zufall sein, dass die Idee, aus der natürlichen Mutter die angeblich sozial konstruierte Mutterrolle zu machen (so wie aus den Geschlechtern die angeblich sozial konstruierten Geschlechterrollen), aus einem demografisch erschöpften Weltteil stammt, dessen Bevölkerungspyramide sich anschickt, einen auf Dauer höchst ungesunden Kopfstand zu machen.

Vor hundert Jahren schrieb Henry Louis Mencken: „Es ist allgemein bekannt, dass eine Hausfrau, die gut kocht oder ihre eigenen Kleider so geschickt näht, dass man es nicht gleich merkt, oder die ihre Kinder in den Anfangsgründen der Moral, der Naturwissenschaft und der Hygiene unterrichten kann – bekanntlich sind solche Frauen sehr selten –, dass eine solche Frau gewöhnlich nicht für einen Menschen von bemerkenswerter Intelligenz gehalten wird.“ Das war damals vor allem als Spott auf den Allerwelts-Mann gemünzt, der seine täglichen Geschäfte für wunder wie bedeutend hielt (und bis heute hält). Inzwischen stehen wir vor dem Phänomen, dass auch viele Frauen diese Geschäfte für bedeutender halten als die Betreuung des Nachwuchses oder solch eminente Kulturtaten wie die Zubereitung des Mahls. Das liegt weniger an den Produkten ihrer Berufstätigkeit – viele Menschen sind heutzutage ja dazu verdammt, ihr Geld mit Beschäftigungen zu verdienen, deren Produkte schierer Tinneff sind – als vielmehr an den Begleiterscheinungen des Berufstätigseins. Der Gewinn, den die sogenannte moderne Frau daraus zieht, besteht in ihrer sozialen und vor allem finanziellen Unabhängigkeit vom Mann. Einerseits mag dies ein Ideal von kinderwunschbefreiten Akademikerinnen oder Lesben sein, andererseits scheint es aber auch für eine normale Frau angebracht, weil der aktuelle Typus Mann oft nicht mehr willens oder imstande ist, eine Familie zu gründen und zu ernähren, weil sie sich also nicht auf ihn verlassen kann. Doch auch der erfüllendste Job mit dem höchsten Sozialprestige – Kanzlerin etwa – wird es einer kinderlosen Frau nicht ermöglichen, der Sinnfrage aus dem Weg zu gehen. Und besteht nicht der einzige Sinn, den dieses sonderbare menschliche Dasein produziert, in der generativen Weitergabe der unbeantwortbaren Sinnfrage? Wie gering schätzt ein Mensch seine Gene, der mit ihnen aus der weiteren Menschheitsgeschichte aussteigen will? Und wie viele von diesen Aussteigern produzieren in ihrem Job Bleibendes?

Man könnte, unter marktwirtschaftlichen Prämissen, vielleicht so formulieren: Eine Frau, die dauerhaft daheim bleibt, ist in ähnlichem Maße ein Leistungsverweigererin wie eine Frau, die wegen ihres Jobs auf Kinder verzichtet (weibliche Genies ausgenommen). Dass es dagegen zahllose Frauen schaffen, ihre Kinder vernünftig großzuziehen, gleichzeitig einen Beruf auszuüben und dabei noch manierlich auszuschauen, ist eines jener schönen Alltagswunder, die wahlweise aus der Ferne zu bestaunen oder aus der Nähe zu genießen sich kein Mann versagen sollte.

Michael Klonovsky in: schweizer monat, Dezember 2011/Januar 2012, S. 54/55

Zusammenhänge


Afrika

Eustralien


Ein und dasselbe Thema

Gehässige Schmähung

Liebevolles Anknüpfen

Montag, 20. April 2015

Piazza del Popolo

Kubitschek mit Salvini

Es ist sinnvoll, sich vor jeder weiteren Beschäftigung mit der italienischen Parteipolitik folgenden Sachverhalt vor Augen zu führen: Seit 1946 haben in Rom 63 Kabinette unter 27 Ministerpräsidenten zu regieren versucht. Die Epoche Berlusconi war mit über 2200 Amtstagen für italienische Verhältnisse extrem stabil. Aber auch über ihr schwebte ein gewisser Unernst:

Die Politik scheint vor allem etwas Inszeniertes zu sein. Sie berührt das vitale metapolitische Leben nicht wirklich.

Wo waren wir also wirklich, Ellen und ich? Rein formal: als PEGIDA-Versteher auf Einladung der Lega Nord zu Gast bei einem Kongreß, auf dem es um die "Identität" als zentrale politische Fragestellung der Zukunft ging. Außerdem: zu Gast auf einer riesigen Demonstration der Lega auf der Piazza del Popolo.

Die ertragreichsten Begegnungen und Gespräche fanden aber außerhalb der großen Parteiveranstaltungen statt, in einem metapolitischen Milieu, das Verzahnungen in alle Richtungen hat: in die Partei sowieso, aber auch zu regionalen, identitären Gruppen, zu Querfrontverlagen, Aktivisten, zur CasaPound und eben auch ins Ausland.

Am Freitagabend etwa, wir trafen uns mit rund dreißig Intellektuellen in einem - ausgerechnet! - bayrischen Restaurant. Die Wurstberge waren absurd, aber inmitten dieses Abgesangs auf die deutsche Küche war das im Gegensatz zu Deutschland unverkrampfte Selbstbewußtsein der Runde zu spüren: Man steht hier nicht am Rande, im Abseits oder unter schwerem sozialem Druck, wenn man sich geistig und von der Symbolsprache her rechts gibt.

Jenseits von Phrase und Floskel ist gleich das erste Gespräch: Lorenzo Fontana sitzt für die Lega im Europaparlament - ein ruhiger, gebildeter, katholisch vorkonziliar gläubiger Mann, der sich für die PEGIDA interessiert und den Unterschied der politischen Ausgangsbedingungen in Deutschland und Italien zu begreifen versucht.

Diese grundsätzlichen Antworten mußten wir im Verlauf der Gespräche oft wiederholen:

  • Längst nicht das ganze deutsche Volk steht hinter der Politik Merkels. In Italien wird das aber so dargestellt und angenommen.

  • Die PEGIDA ist keine Partei, sondern eine Bewegung mit flachen Strukturen.

  • Sie ist kein Aufmarsch radikaler Rechter, sondern ein friedliches Protestbündnis, das dem Konservatismus des Dresdner Bürgertums auf den Leib geschneidert ist.

  • Die PEGIDA startete als Protestbündnis gegen die Islamisierung und meinte damit von Anfang an den radikalen, politischen Islam, nicht aber die Weltreligion an sich. Mittlerweile ist aber an der PEGIDA etwas ganz anderes deutlich geworden: die Distanz der politischen Klasse zum Volk und die Distanz der Gesellschaftsexperimente (Gender, Multikulturalismus, political correctness) zu dem, was das Volk für normal und seiner Zukunft zuträglich hält.

  • Zuletzt, und das sorgte bei Lorenzo Fontana und jedem anderen Gesprächspartner für ungläubiges Nachhaken: Keine einzige große deutsche Zeitung und keine einziger Sender stehen auf der Seite der PEGIDA, und so sei aus dem Wort "Lügenpresse" mittlerweile ein Synonym für die Distanz zwischen medialer Klasse und Volk geworden.

Für die etwas besser über die Situation in Deutschland informierten Gesprächspartner kam noch eine weitere Desillusionierung dazu:

  • Die AfD kann keinesfalls als die parteipolitische Vertretung der PEGIDA gelten, obwohl sie das geradezu natürlicherweise sein müßte. Ein anfängliches Zögern ist mittlerweile in eine klare Abgrenzung umgeschlagen, es gibt keinen Spitzenpolitiker innerhalb der AfD, der die PEGIDA öffentlich gegen die Angriffe aus Politik und Medien in Schutz nimmt.

  • Grund dafür ist die internalisierte politische Hygiene nach rechts.


Die angeführten Punkte bildeten den Kern eines Vortrags, den ich im Rahmen eines Kongresses am Samstag hielt. Dort war auch der Andrang an Journalisten groß, ich gab Interviews, eines davon hat La Repubblica in einem Filmbericht hier bereits veröffentlicht.

Mein Vortrag führte inhaltlich natürlich weit über diese Situationsbeschreibung der PEGIDA hinaus: Er mündete in der Überzeugung, daß die Frage nach der Identität die entscheidende politische Frage der kommenden Jahre werden dürfte, und zwar mit einer doppelten Frontstellung:

  1. Nach innen gerichtet ist die Frage nach der Bindungskraft des Liberalismus amerikanischer Prägung zu stellen. Die Identität der Deutschen, der Italiener usf. kann sich auf keinen Fall mit der Rolle begnügen, den "kleinen Amerikaner" zu spielen oder seine Karikatur abzugeben. Es komme vielmehr auf entschiedene Gegnerschaft zu folgenden Fehlentwicklungen an: Globalisierung im Sinne einer Herauslösung des Einzelnen aus seinen Bindungen; Abwertung des Menschen zu einem konsum- und kommunikationsfähigen Rohstoff; Übernahme der amerikanischen Anmaßung, die ganze Welt müsse westlich werden.

  2. Nach außen gerichtet ist Front zu machen gegen die Überfremdung: Sie fordert in ihrer Wucht einen identitären Widerstand, zu dem die geschwächten europäischen Nationen derzeit nicht in der Lage sind. Sie folgt außerdem ideologisch genau jener losgelösten Individualisierung, die oben skizziert ist. Den aus allen Bindungen gelösten Einwanderer zu seiner Entfaltung zu bringen, ist das Projekt einer blinden Linken, die damit seltsamerweise dem von ihr doch so vehement abgelehnten Amerikanismus auf den Leim kriecht.

Es war für Kositza und mich verblüffend, daß die anderen Referenten dieses Problem genau erkannten und dieselbe Stoßrichtung verfolgten. Genannt seien hier Philippe Vardon vom Bloc Identitaire aus Frankreich, Sebastiano Caputo, der die Jugendzeitung Intellettuale Dissidente herausgibt, Lorenzo Vitelli (Verleger des Circolo Proudhon) oder auch der fulminant sprechende italienische Journalist Pietrangelo Buttafuoco: Sie alle betonten, daß die Frage nach der Identität die antiamerikanische Gemeinsamkeit zwischen links und rechts herausschälen und die künstliche Gegnerschaft beider Lager aufheben könnte.

Für die Italiener ist schwer zu verstehen, daß man sich in Deutschland so sehr scheut, zunächst einmal jeden möglichen Mitstreiter einzubinden - zumal in einer so frühen Phase des politischen Aufbruchs: Der potentiellen und tatsächlichen Gegner der AfD, der PEGIDA und aller anderen konservativen Initiativen sind so viele, daß dieser Druck zusammenschweißen müßte - tatsächlich aber trennt.

Für uns ist das kalter Kaffee und traurige Realität. Für Deutschland bleibt einmal mehr zu vermerken, daß selbst jene konservativen Vordenker, die sich seit je Fernsehsender und Großveranstaltungen herbeiwünschen, um endlich, endlich "die Massen zu agitieren", die PEGIDA bereits wieder verpaßt haben: Nicht fein genug? Nicht hygienisch genug? Noch nicht der sichere Sieger? Fragen über Fragen, die am Ende nur eines beweisen: Das Establishment diktiert die Handlungsspielräume noch immer, weil die deutsche Gegenaufklärung Teil des Establishments sein möchte - trotz aller markigen Sprüche.

Vor solchen Problemen stehen die Italiener nicht. Das ist der seelische, herzerfrischende Ertrag der Reise. Der intellektuelle Ertrag wird nun sondiert, wir haben große Lust, an dem ein oder anderen internationalen Projekt mitzuarbeiten. Derlei Projekte halten nämlich auch in Italien deutlich länger als politische Bündnisse und Arrangements, und mit der ein oder anderen Übersetzung haben wir ja bereits gute Erfahrungen gemacht.

Heute Abend werde ich dann übrigens in Dresden aus Rom berichten. Auf nach Dresden!   GK

Samstag, 18. April 2015

No no comment

Linksradikale Gewalt wird verschwiegen (aber man braucht nur auf den Portalen der Polizeigewerkschaft nachzusehen, was die Medien und besonders Leute wie Michael Spreng gezielt übergehen).

Dafür aber wird hervorgehoben, seit der PEGIDA-Demonstrationen habe sich rechtsradikale Gewalt verdoppelt. Dass hier eine enthemmende Wirkung zu beobachten ist, ist durchaus einleuchtend. Trittbrettfahrer gibt es immer, und die sind nicht selten erzürnt.

Aber weshalb drückt ausgerechnet Spreng - der ehemalige Chefredakteur der BILD am Sonntag - das linke Auge fest zu? Vor Ort, während der PEGIDA-Spaziergänge ist es die linke Gewalt, die eskaliert. Die angeblich rechtsradikalen Demonstranten selbst ließen sich bisher nicht hierdurch provozieren, und die Polizisten, die sie beschützen stehen mit dem Rücken zu den "rechtsradikalen Montagsspaziergängern".

Leute wie Spreng scheinen an einer kalkulierten Strategie beteiligt zu sein, die in den gewalttätigen Linksradikalen so etwas wie Schachfiguren sieht, durch die die PEGIDA zu Überreaktionen provoziert werden soll, um dann von Leuten wie ihm und Gesine Schwan medial fertig gemacht werden zu können.

Manchmal kommt es einem mittlerweile so vor, als wolle die BILD-Zeitung die TAZ links überholen. Bzw. stellen berechnende Leute wie Spreng eben nüchtern, kaltblütig und kaltschnäuzig fest, dass Claudia Roth jetzt den Bayerischen Verdienstorden hat und die Linke "in der Mitte der Gesellschaft angekommen" ist und jetzt zum Kettenhund abgerichtet werden kann, damit nie Zweifel aufkommen, wer bei Maischberger als Mensch gelten darf und wer nicht.

Wie bereits gesagt.

Freitag, 17. April 2015

Gegenentwürfe


Von Pretzell hatte ich bisher einen schlechten Eindruck, weil er seine Facebookseite einer unfähigen Person anvertraut hat. Als ich ihn zum ersten Mal in einer Talkshow unter hohem Druck ruhig und einfallsreich antworten sah, war ich daher sehr beeindruckt. Pretzell ist der einzige, dem ich zutraue, Lambsdorff dahin zu schicken, wo er hingehört. Und ähnlich wie Beatrix von Storch und Frauke Petry hat er früh begonnen, konstruktive Gegenentwürfe zu thematisieren und nicht nur "Wir sind dafür, dagegen zu sein."

 Europa muss - wie Willy Brandt - zwischen Amerika und Russland vermitteln. Mit einem starken militärischen Standbein und einem diplomatischen, phantasievollen Spielbein. Europa muss handlungsfähiger und entscheidungsfähiger werden. Die AfD muss anerkennen, dass das Glühlampenverbot klug war! Und generell EU-Normen eine kulturelle Errungenschaft von unschätzbarem Wert sind. Nicht Deutschland, sondern ein funktionierendes Kerneuropa muss zu einer Superschweiz werden.

Frauke Petry gefällt mir am besten Ob sie das Zeugs hat, auch europapolitisch, außenpolitisch, militärstrategisch etwas zu liefern, was Bestand haben kann, wird sich zeigen. Viel wird von den Beratern abhängen, die sie sich wählt. wenn sie in dieser Hinsicht an sich arbeitet, wäre sie der Bundeskanzler meiner Wahl.

Besser wäre es jedoch, Friedrich Merz käme zurück und gäbe der CDU - bei Beibehaltung der Energiewende (auch ein Thema, bei dem die AfD völlig versagt) - eine neue Richtung.

Donnerstag, 16. April 2015

Ungereimtes


Skrupelhaftigkeit

Grundsätzliches

Inter caecos luscus rex

Griechenland kauft Raketen in Russland

Königin von Dänemark


 „Wer nach Dänemark zieht, muss sich den dänischen Normen und Werten anpassen“, sagte sie. Und: “Wir sollten sie empfangen, aber wir müssen auch sagen, was wir erwarten, denn es ist unsere Gesellschaft, in die sie kommen. Sie müssen verstehen, in welche Welt sie gekommen sind.“

Königin Margrethe II. von Dänemark wurde konkreter: „Wir machen gerne Platz, aber sie sind in unsere Gemeinschaft gekommen und können darum nicht erwarten, dass sie ihr altes Gesellschaftsmodell hier einfach fortführen können. Sie können in die Moschee gehen, wenn sie es gerne wollen, aber wenn sie Dinge tun, die nicht mit dem großen Muster (Leitbild) in der dänischen Gesellschaft übereinstimmen, müssen sie einsehen, dass das nicht geht.“

Da hat also die Königin ganz bestimmte Einwanderer kritisiert, die ihre eigene parallele Gegen-Gesellschaft bilden. Sie hatte auch noch eine Botschaft zur Meinungsfreiheit, die nicht nur durch Terroristen bedroht ist: “Ich weiß, es gibt einige, die sagen, wir müssen vorsichtig sein, und natürlich müssen wir darüber nachdenken, aber wir müssen ganz gewiß auch Dinge benennen dürfen, wie sie unserer Meinung nach sein sollen (…) Sie wollen uns erschrecken, aber wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen.”

Das war eine klare Ansage an diejenigen, die immer wieder die eigenen Grundwerte relativieren, um die Muslime nicht zu kränken.

Die Unzufriedenheit über diese inkorrekten Aussagen ließ nicht lange auf sich warten. Der ehemalige Kommunist Johannes Andersen, Sozialwissenschaftler an der Aalborg-Universität, meinte, dass sich die Königin in die laufende Flüchtlings- und Einwanderungsdebatte politisch einmischen würde und den ankommenden Ausländern faktisch sagen würde, dass Dänemark kein multikulturelles Land sein soll.
Andere äußerten, sie würde das Land spalten. Zum Beispiel Fatih Alev, der Imam des Dänischen Islamischen Zentrums (Dansk Islamisk Center): „Es sind nicht nur die politischen Parteien mehr rechtsgerichtet. Selbst die Königin wurde durch diese Tendenz in der Gesellschaft beeinflusst. Vielleicht dachte sie, sie müsse sich kritischer äußern, um nicht naiv zu wirken… Haben die Muslime nun auch die Königin verloren?“

Am darauffolgenden Montag (dem Dresdener Wilders-Tag) gab die Königin eine Pressekonferenz und bekräftigte ihre Haltung: „Die meisten wissen, worauf man verzichten muss, wenn man in ein fremdes Land kommt. Einwanderer sollen sich nicht dahingehend verändern müssen, dass sie ihre Religion ändern oder andere Dinge essen. Es geht nicht um Frikadellen. Es geht darum, sich dem Land anzupassen, in das man gekommen ist.“

Genau so ist es. Wenn ich es geschafft habe, mich an Italien anzupassen und die italienischen Werte und Sitten zu respektieren, obwohl sie ganz anders sind als die deutschen Werte und Sitten, dann muss es den Muslimen dasselbe in Deutschland ebenfalls gelingen.

Ich habe übrigens nie für mich beansprucht, das Wahlrecht in Italien zu bekommen (auf kommunaler Ebene genieße ich es sei 10 Jahren und habe es auch wahr genommen, mehr aus Überzeugung für Italiens Wohl als in eigenem interesse. Und ich finde es falsch, dass auch Ausländer, die seit viel kürzerer Zeit in Italien ihren Wohnsitz haben und das Land noch gar nicht genügend kennen können, ebenfalls wählen dürfen).

Younes Ouaqasse  sollte Vorbild für alle Muslime sein.

Mittwoch, 15. April 2015

Pilatus

Erik von Kuehnelt-Leddihn, der unserem Blog das Motto „Right is right, and left is wrong“ gab, liebte es, Pilatus als Beispiel für den ewigen (im schlechten Sinne) Liberalen hinzustellen: der Relativist und Unentschlossene, der nichts von „Wahrheit“ wissen will und der, frei nach Donoso Cortès, jede Frage nach ihr mit der Forderung nach „Vertagung des Parlaments“ umschifft.




Betreuungsgeld

Ist das Betreuungsgeld tatsächlich gut für das Kind!?
Dieser Frage muss sich derzeit das Bundesverfassungsgericht stellen.

Das einzig amüsante daran ist, dass die Schwesig jetzt ausgerechnet denjenigen abkommandiert hat, die Politik der GroKo zu verteidigen, der vorher die Klage beim Verfassungsgericht eingereicht hatte. Ansonsten ist der Verfahrensgegenstand leider eine Haarspalterei, die ohnehin nur der den Blick auf das wahre Problem verstellt. Ich bin natürlich rückhaltlos für das Betreuungsgeld; es ist aber ein heißer Stein!!

 In der Umfrage der FAZ finden derzeit 58% der Leser das Betreuungsgeld nicht gut.


Frauke Petry sagt hierzu:

"In der Vergangenheit gab es bereits Streit darüber, ob das Betreuungsgeld vorrangig von sozial schwachen Familien in Anspruch genommen wird. Diese Vermutungen haben sich bisher NICHT bestätigt.
Dennoch muss man sich fragen, ob die Aussicht auf zusätzliche 150 Euro pro Monat bei schlechter Einkommenslage die Entscheidung gegen eine externe Kinderbetreuung begünstigen.

Ich bin der Meinung, dass grundsätzliche JEDE FAMILIE für sich selbst entscheiden muss, welche Art der Kinderbetreuung die richtige für Kind und Familie ist. Jedes Kind ist einzigartig, und nicht jedes Kind hat es in unseren insgesamt zu großen Betreuungsgruppen leicht. So wie es robuste und sensible Erwachsene gibt, sind eben auch die Kinder unterschiedlich.

Selbstverständlich spielt in gleicher Weise die Entscheidung von Mutter und Vater zur Berufstätigkeit eine Rolle. Ich persönlich konnte mir nicht vorstellen, auf eine Berufstätigkeit längerfristig zu verzichten und habe zwei meiner vier Kinder stattdessen nach wenigen Wochen mit in die Firma genommen, um sie den ganzen Tag bei mir zu haben. Dies ist aber mitnichten für alle Arbeitnehmer möglich.

Daher müssen wir die Familienfinanzierung insgesamt vom Kopf auf die Füße stellen. Eltern müssen viel stärker als bisher von Steuern und vor allem von Sozialabgaben entlastet werden, damit das verdiente Geld nicht über Abzüge vom Staat vereinnahmt und anschließend über "Sozialleistungen" verteilt wird.
Die Diskussion über das Betreuungsgeld ist daher eine Diskussion über eine Symptombekämpfung und vermeidet die Diskussion über die wirklichen Ursachen!

Deutsche Stars

Ekelhafter geht es nicht. Nichts an ihr ist echt. Selbst die wundervollsten Lieder wurden durch die maniera tedesca ihrer Zeit noch in dampfende Scheiße verwandelt. Kranker kann eine Kultur kaum sein.




Sonntag, 12. April 2015

Verleumdung lohnt sich

Nachdem Achille Demagbo daran gehindert wurde, einen Vortrag zu halten und Beatrix von Storch in Bayreuth nur deshalb sprechen konnte, weil sich eine Asuwegmöglichkeit im letzten Moment bot, wird nun von Denunzianten versucht Vera Lengsfeld durch Verleumdung mundtot zu machen.

Das Erbärmliche daran ist, dass diejenigen, die vor dieser Stimmungsmache kuschen, nicht vor der SA, der GESTAPO oder der SS einknicken, sondern vor ein paar Würstchen.

Distomo


Eine Klage Griechenlands hätte Aussicht auf Erfolg

Griechische Medien feiern ZDF-Show "Die Anstalt"

Tillich droht

Statt die Antifa zurück zu pfeifen und ihre Gewalttaten zu ahnden, droht Tillich.

(vor 7 Jahren!)

Unabhängig davon, dass sich die Freiheit des Redebeitrages aus den in der BRD angewandten Paragraphen von selbst erklärt, rückt man jetzt die großen Politikerkaliber in Stellung.

Es ist Wahlkampf. Der Kampf um den Posten des OB in einer Landeshauptstadt hat begonnen.
Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen, werden einige denken.

Nein falsch, dieser, unser großer Spatzenschwarm nimmt inzwischen schon einen mächtigen Stellenwert im Ränkespiel der Politiker der Bundesrepublik im Kampf um die feudal-liberalen Tröge ein. Ein OB einer Bürgerbewegung in der Bundeshauptstadt, das wäre der Super-GAU für die eingespielte GroKo am Futternapf des Volkes.
Das große Spiel findet in Berlin statt, Dresden ist noch nicht einmal ein Achtelfinale. Aber genau dieses kann gewonnen werden! Ein Grund mehr Tatjana Festerling bei ihrer Bewerbung zu unterstützen. Leipzig steht hinter Tatjana / Pegida. Und Leipzig trainiert dann fürs Erreichen des Viertelfinales, denn in einem guten Team befinden sich 22 gleich-gute Spieler.

Freundliche Übernahme

Der Himmel (und die AfD) möge verhindern, dass es auf Bundesebene je eine rot/rot/grüne Regierung gibt.

Ramelow für schnelle Einbürgerung von Flüchtlingen und illegalen Einwanderern

Asylverfahren könnten wir uns dann sparen, denn im Ergebnis würde jeder Eingereiste eingebürgert werden, unabhängig von unseren jetzigen rechtlichen Grundlagen.


Das Schlimme ist, dass gerade durch die AfD dieses Szenario entstehen könnte: mit einer toten FDP, einer AfD-feindlichen CDU und einer starken AfD würden die Karten ganz neu gemischt und die Fronten möglicherweise ganz neu gezogen.

Spannende Entwicklung, jedoch nicht besonders entspannend.

Samstag, 11. April 2015

Denise Shick



My Daddys Secret

Mut, Beharrlichkeit und Charakter

Was gesagt werden muss

Eine Mutter zu haben, ist mittlerweile ein Privileg, das nur noch in den alten Familien anzutreffen ist, die genug historische Erfahrung besitzen, um dem Wahn der Aktualität zu widerstehen.

Recht hat er. Und auch wieder nicht.


Anders gesagt: da würde Merkel ihm ja sogar zustimmen, wenn es noch eine Debattenkultur gäbe in diesem Land...

Aber Fischer-Merkel-Juncker sind nun mal der Ansicht, wir holen die Jungs aus Angola zurück, sobald der Süden Ordnung in seine Staatshaushalte gebracht hat: dann nämlich, und vorher nicht, bescheren wir Eurobonds, Vergemeinschaftung von Schulden, Einkommen, Steuern, Gewerkschaften, Streiks, Renten, Harz IV, Polizei und Heer, von Innenpolitik und Außenpolitik.

Und du, werter Bernd Lucke, wie stellst du dir europäische Politik vor gegenüber Russland, Libyen, Syrien, China??? Bei aller Sympathie (und ich wähle nach wie vor AfD) noch habe ich von euch keine vernünftigen Überlegungen hierzu gehört, jedenfalls keine die vernünftiger wären als die von Lambsdorff.

Nicht Deutschland muss zu einer Superschweiz werden, die zwischen Amerika und Russland vermittelt, sondern ein funktionierendes Kerneuropa muss diese Funktion übernehmen. Ein Kerneuropa aus Ländern, das Nutzen aus der Abgabe von Souveränität zieht und aus Ländern besteht, die hierfür reif sind.

 (und Länder wie Griechenland, die die Funktionsfähigkeit des Kerns behindern, müssen in den Status von Assoziierten relegiert werden)

Cave Tsipratem!

Verfassung von Athen

Wenn der verlangt, diese Papyrusrolle endlich zu bezahlen, verlässt England die EU.

Vor der letzten Eiszeit


Mammutbäume heißen offenbar nicht deshalb Mammutbäume, weil sie groß sind, sondern weil sie, als es noch Mammuts bei uns gab, auch in Deutschland heimisch waren; während der Eem-Warmzeit im Mittelpaläolithikum.

Man hat sich die Neanderthaler also mit Mammuts und mit diesen Baumriesen vorzustellen. Und angeblich ohne Pfeil und Bogen!! Den habe erst Homo sapiens sapiens erfunden, heißt es.

In NRW hat man vor 60 Jahren wieder einen Mammutbaumwald angelegt.

Der ewige Hippy

Klaus Theweleit ist einer der brillantesten Dummköpfe unserer Zeit. Sein Buch Männerphantasien war hochinteressant, stimulierend, faszinierend, suggestiv, sehr geschickt aufgebaut, geschrieben und durchdacht, sorgfältigst recherchiert, aber letztlich eben doch abwegig, unglaubwürdig und gewissermaßen ein Ozean von Indizien zum Zwecke, eine These zu beweisen, die den Menschen als Bonobo ansieht. Die kürzeste Formulierung dieser These ist in der Aufforderung enhalten: Make Love not War. Mehr steckt nicht in Theweleit. Daher legte ich dieses Buch, das einen viele interessante Dinge entdecken lässt (mir war bis dato zum Beispiel die Homo aquaticus Theorie unbekannt), aber immer nur um diese eine zentrale These zu untermauern, ungefähr 1992 endgültig beiseite.

Zumal ich feststellen musste, dass Theweleit in seinen weiteren Veröffentlichungen nicht von seiner fixen Idee loskam und sich zu immer fadenscheinigeren Etagen dieses Sexualtheorems emporschraubte, und dabei aber nicht mehr das Qualitätsniveau beibehielt, dass er noch anstrebte, als er mit dieser gewagten These Summa cum laude für seine Dissertation ernten wollte.

Interessanterweise stieß ich durch Theweleit auf Ernst Jünger. Mir fiel auf, dass die Jüngerzitate, die Theweleit in diesem Buch als Belege anführte, nicht enthielten, was Theweleit in sie hineinlegte! Das machte mich nicht nur stutzig Theweleits Glaubwürdigkeit betreffend, sondern es lenkte meine Aufmerksamkeit auf die Sprache und Wahrhaftigkeit Jüngers.

Theweleit ist ein widerlicher Heuchler, der sich die Welt zurechtlügt und nicht ein Gramm Wahrhaftigkeit oder Demut besitzt und seit 1977 nichts, aber auch überhaupt nichts, dazugelernt hat. Dem der Gedanke, dass die Unterdrückung des religiösen Instinkts viel tragischere Folgen haben könnte als die Unterdrückung der sexuellen Wunschökonomie, nicht ins Konzept passt, und der daher nichts anderes tut, als die immer bedrohlicher werdende Flut von Gewalt, die völlig andere Ursachen hat, als die, die er postuliert, ständig in sein Makelovenotwar-Schema zu pressen.

Theweleit ist die intellektuelle Variante des progressistischen Denuntianten- und Inquisitorenpacks, dessen journalistischer Flügel von Leuten wie Johannes B. Kerner gestellt wird. In den 80-er Jahren, als Theweleit noch vor dem Minderheitenpublikum der Provinzschickeria las und ihm in den Foren der "Jugendzentren" und Kleinstadtbüchereien die Dorfspontiszene applaudierte, die sich aus dem anarchischen Milieu der Landfrauen- und Kolpingvereine und dem Umfeld der SPD-Ortsgruppe rekrutierte, hätte ich es nie für möglich gehalten, dass so jemand irgendwann im Deutschlandfunk seine Mission verkünden könnte. Aber es geschah bereits, und ich habe mich geirrt.

Und da er vor geraumer Zeit auch schon mit Hochhuth in einer Talkshow des Südwestdeutschen Fernsehens über Filbinger und Jünger plauderte, ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Jauch, Maischberger und Will seine Expertise in Anspruch nehmen werden und kein deutsches Wohnzimmer mehr von seiner überbordenden intelligenz verschont bleibt. Die Verblödung geht unaufhaltsam weiter, wenn sie erst mal eine klare Richtung eingeschlagen hat. Und angesichts der hetzerischen Aktivitäten von Leuten wie Ralf Stegner, die jetzt schon zu beobachten sind, wird Botho Strauss wohl recht behalten und das Ende vom Lied blutig werden.

Denn diese Leute sind nicht fähig umzudenken, aber der Faschismus besteht im Kern eben nicht aus den Auswüchsen und Exzessen, an deren Dynamik sich Leute wie Theweleit weiden, sondern aus der Unerbittlichkeit, die im Belagerungszustand gedeiht.
Sie ist es, die im Moment des Gewaltausbruchs zu Freude und schallendem Lachen wird (selbst Fliegen ist nicht schöner, und "cummandari è megghiu che futtiri" sagt der Sizilianer), und nicht der umgeleitete Sexualtrieb, der in Theweleits Vorstellung durch einen Wendepunkt und auf Umwegen und -kehrungen und durch so akribisch wie pedantisch herbeitheoretisierte Verstöße gegen die Geschlechtsverkehrsordnung auf schiefe Bahnen gerät.

P.S.: Ein Beispiel für Theweleits obsessive Dummheit und verbohrte Humorlosigkeit ist diese Filmkritik. Er argumentiert natürlich wie immer unkonventionell, aber "dennoch wissenschaftlich", beziehungsweise wie ein Polizist der Gefühle mit psychiatrischem Berufsethos. Aber gemeint ist es immer moralistisch, und das wahre Motiv der machtgierige Griff nach Deutungshoheit. Theweleit ist der Superapologet der Genderideologie.

P.P.S Gehört auch hier her: Grün und Blau

Anthropologie

5 lehrreiche, emblematische Ereignisse:

Dreyfus-Affäre

Diese Geschichte ist in vielerlei Hinsicht lehrreich. Nicht so sehr, wegen des "was" als viel mehr wegen des "wie". Zum Beispiel waren die Handschrift von Dreyfus und die des wahren Schuldigen praktisch identisch, auch für Schriftsachverständige ununterscheidbar.

RMS Titanic

Diese Geschichte ist wie eine mythische Verdichtung unserer westlichen Kultur im 20. Jahrhundert und in der Gegenwart (mit Echo der Odyssee). Selbst die Redensart "...das ist nur die Spitze des Eisbergs" könnte man als Redensart des Jahrhunderts bezeichnen.

Costa Concordia

Germanwings-Flug 9525


Jan Fleischhauer stellte zum Schiffsunglück der Costa Concordia die Frage: "Überrascht uns, dass der Unglückskapitän ein Italiener ist?" Nein, es überrascht niemanden (nicht mal in Italien). Es überrascht auch nicht, dass es zu einem diplomatischen Zwischenfall kam, bloß weil Fleischhauer diese Frage stellte!!

Aber auch die Gegenfrage zum Germanwings Flugzeugunglück sollte gestellt werden: "Hand aufs Herz. Überrascht uns, dass der Unglückspilot ein Deutscher ist?" Nein. Es überrascht uns leider nicht, dass der Pilot aus diesem sedierten Burnout-Land stammt.

Jedenfalls in Südeuropa überrascht es niemanden. Es überrascht auch niemanden, dass es NICHT zu einem diplomatischen Zwischenfall kam, als die italienischen Medien mit unverhohlenem Sadismus feststellten, es überrasche nicht.

Aber in Deutschland wäre man vielleicht überrascht, dass so mancher in Italien davon angewidert war, dass italienische Medien voller Schadenfreude diese Retourkutsche fuhren. Schadenfreude gilt in Italien als schändlich, das Wort Schadenfreude kann man nur schwer ins Italienische übersetzen. Wichtiger aber als diese moralische Einordnung: Italiener haben tatsächlich kaum einmal Gefallen daran, sich am Unglück anderer zu weiden. Nicht wegen moralistischer Verbote ist ein Sprichwort wie "Schadenfreude ist die beste Freude" den Italienern fremd, sondern weil sie dafür zu lebensbejahend sind.

Tragisch ist, dass in Deutschland kein einziger seriöser Beobachter zu bedenken gibt, wie berechtigt diese Retourkutsche ist (nicht einmal der unsägliche Ilija Trojanow, der so gern über "Der Tod ist ein Meister aus Deutschland" schwadroniert). Daran ist erkennbar, wie weltfremd wir Deutschen in unserer vermessenen Erhabenheit mittlerweile sind. Bzw. in unserer verzweifelten Tunnelblick-verkrampften Sehnsucht nach Erlösung.

Das 5. emblematische Ereignis besteht darin, dass Dagmar Lorenz, die Tochter von Konrad Lorenz von einem jüdischen Psychoanalytiker geschwängert wurde, der seine Pazienten malt und dann Ausstellungen dieser Bilder macht. Durch den Versuch, die Theorien ihres Vaters faktisch zu widerlegen, bestätigte sie sie.

Europäische Antropologie