Stationen

Dienstag, 23. August 2016

Überblick

"Werter Herr Klonovsky, ich schreibe diese Zeilen auf der Terrasse des alten Bauernhauses meines Schwiegervaters, einem am Fuß des Berg Olympus gelegenen kleinen Bergdorfes (sein Vater wurde hier 1946 von den griechischen Kommunisten getötet, als mein Schwiegervater 6 Monate alt war, das hat ihn aber nicht darin gehindert, viele Jahre später als Arzt demjenigen zu helfen, der seinen Vater an die Kommunisten verraten hatte). Das Dorf liegt auf etwa 500 m Höhe und ist ein Ort köstlicher Einfachheit.

Vor der Reise nach Griechenland, in die Heimat meiner Gattin, habe ich zunächst eine knappe Woche in Deutschland verbracht. Jedesmal wenn ich in die alte Heimat komme, hoffe ich (natürlich vergebens) auf das Deutschland, das ich liebte, muss aber jedesmal feststellen, dass dieses Deutschland nur noch in meinen Gedanken existiert. Heidelberg, wohin ich zum Studium kam und bis zur Habilitation blieb, bevor ich nach Amerika zog, ist immer die erste Station der Urlaubstage in Deutschland. Ich habe dort noch eine gute Freundin aus Studienzeiten, die mit ihrem Gatten, einem klar denkenden Schwaben, versucht, von dem Merkel'schen 'Wir schaffen das' nicht all zu sehr beeinträchtigt zu werden. Die Gespräche mit diesen Freuden sind sehr interessant, da sie Schweizerin ist, die beiden einen guten Teil des Jahres in der Schweiz verbringen und damit eine gutes Referenz haben, wie es sein könnte. Meine Freunde sind bezüglich der langfristigen Entwicklung in Deutschland sehr pessimistisch, haben aber ihre Hoffnung noch nicht komplett aufgegeben. Ich will Sie nicht mit Details der Verschlechterungen im einst wunderschönen Heidelberg langweilen, daher nur zwei kurze Vignetten: Das Stadtbild ist nun überall bereichert von drei bis fünf Mann starken Teams nordafrikanischer Jungmänner, die den autochthonen jungen Damen gerne ungefragt Geleit oder mehr antragen wollen. Meine Freundin beschrieb mir eine Situation, wo lediglich ihre Präsenz den Übergriff eines der hilfsbereiten Jungmänner verhindern konnte. Die Tochter meiner Freundin erzählte mir passend dazu, dass sie nachts nicht mehr allein durch Heidelbergs Altstadt läuft, da diese seit der massenhaften Ankunft der nordafrikanischen Jungmänner nicht mehr sicher sei. Dies ist natürlich im Rahmen dessen, was sich deutschlandweit abspielt, leider nichts Neues, für mich aber, für den Heidelberg immer ein freier, schöner Ort des Geistes war, ist diese Realität doch sehr verstörend.

Der zweite Teil der Deutschlandreise führte mich zu meinem Bruder ins Dreiländereck zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz. Diese Gegend ist ländlich wunderschön, und falls es einen Gott gibt, woran ich nicht glaube, so lebt er wahrscheinlich hier (wenn er nicht gerade bei Ihnen in Bayern weilt)! An einem Abend gab es ein großes Fest mit etwa 70 Leuten, die Hälfte Akademiker und Kreative, der Rest Handwerker, Polizisten, Ingenieure und andere Menschen, die typischerweise Sinnvolles tun. Es wird Sie sicher nicht übermäßig erstaunen, dass die Akademiker und Kreativen mir die Vorzüge der Merkel'schen Immigration verkaufen wollten, während die quasi nicht im Märchentantenland verweilenden Handwerk, Polizisten und Ingenieure eher pro AfD eingestellt waren. Ein Ex-Polizist erklärte mir auf dem Fest, er habe die Polizeiarbeit aufgegeben, da er die von oben herab verordnete Nachsicht mit nordafrikanischen Jungmännern und die damit zusammenhängende systematische Verschönerung der Kriminalitätsstatistik nicht mehr mittragen wollte.  Die gutmenschlichen Akademiker und Kreativen waren sehr erstaunt, dass ich nicht für Clinton, aber pro-Brexit war und mich als Konservativer bekannte, obwohl ich doch Professor und mit einer Ausländerin verheiratet sei. Ich versuchte zu erklären, dass meine Frau und ich einer gemeinsamen Zivilisation, aber unterschiedlichen Kulturen entstammen, und dass dies wunderbar sei und ich keineswegs eine europäische politische oder kulturelle Einheit für erstrebenswert hielte - die Gutmenschen waren stark verwirrt!

Nebenbei bemerkt sprach ich auch noch mit einer Cousine, die in einem kleinen Dorf in der Gegend von Heilbronn wohnt. Sie, erfolgreiche Bürokauffrau, nun selbstständig, und ihr Mann, Ingenieur, der Sohn angehender Softwareingenieur mit eigener Firma, also nicht gerade Harz IV, erklärte mir, dass es in ihrem Dorf einen Gruppenzwang zur Integration gibt. Wer sich nicht begeistert beteiligt, der riskiert soziale und berufliche Ächtung. Dies war schockierend, denn ich dachte bisher, dass der Heiko M.- und DDR2.0-Krebs zwar fokal die großen Städte, noch nicht aber großflächig metastasierend auch entlegene Dörfer befallen habe. Ich hoffe daher sehr, dass es noch nicht zu spät ist und glaube fest daran, dass Ihre Arbeit mithilft, Deutschland von Merkel und Co zu befreien, um Freiheit und Gerechtigkeit (wieder) herzustellen!

Bis dahin tröste ich mich mit Chopin, Beethoven und Bach und natürlich mit wunderbarer Küche und leckerem Traubensaft hier in der Nähe des historischen Dion, von wo Alexander der Große aufgebrochen war, um nicht nur die Welt zu erobern, sondern auch den Gordischen Knoten zu zerschlagen! Bei größter, nicht durch Traubensaft stillbarer Frustration erinnere ich mich immer daran, dass Griechenland 400 Jahre von den Muselmanen besetzt war, bevor die Befreiung des Landes von ottomanischer Herschafft gelang. Während dieser Zeit überlebten die griechische Sprache und Kultur in der nächtlichen Heimlichkeit der Kirchen. Lassen sie mich daher schließen mit einem optimistischen: Ola thabane kala, Alles wird gut."  MK am 22. 8. 2016

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