Donnerstag, 18. Januar 2018

Kampfworte des Jahres

Abschotten
„Eine offene Gesellschaft bedarf nicht offener Grenzen“, meinte dazu der frühere Schweizer Verteidigungsminister Kaspar Villinger: „Eine Gesellschaft, die ihre Eigentumsrechte nicht zu schützen weiß, gräbt am Fundament, auf dem das erfolgreiche Sozialmodell entstanden ist.“

Flüchtling
Seit 2015 ist Flüchtling oder, noch korrekter, Geflüchteter, der zentrale Kampfbegriff, um die Migrationsdebatte hypermoralisch aufzuladen. Indem jeder, der die Grenze überschreitet und ein so genanntes Schutzbegehren äußert, von Presse und Politikern umstandslos zum Flüchtling erklärt wird, soll jeder Kritiker der Masseneinwanderung argumentationslos in die Ecke des Unmoralischen gedrückt werden.
Im Jahr 2017 wurden nur 21 Prozent der Migranten als Flüchtlinge anerkannt (genauer: als politisch Verfolgte oder Kriegsflüchtlinge).Weitere
16 Prozent bekamen einen nachrangigen Schutz, das bedeutet, sie fallen weder unter das Asylrecht noch die Flüchtlingskonvention – allerdings droht ihnen nach Ansicht der Entscheider möglicherweise Gewalt in ihrem Heimatland. Für 38 Prozent der Antragsteller trifft auch das nicht zu: sie werden abgelehnt. Wenn auch nicht zwangsläufig abgeschoben.

Wer so tut, als hätten trotzdem alle den gleichen Status – nämlich den Status des ebenso bedrohten wie edlen Fremden – der will in der Einwanderungsdebatte jeden stigmatisieren, der versucht, Unterschiede zu machen.

Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge
Die Minderjährigkeit wird im Begriff ohne Prüfung unterstellt. Oft von den gleichen, die erklären, eine Altersüberprüfung wäre für die Migranten unzumutbar.

Einzelfall
Was wäre eigentlich das Gegenteil? Der Kollektivfall? Letzterer gilt für die Qualitätspresse nur dann, wenn es um Sachsen geht („Das dunkelste Bundesland Deutschlands“ – Stern).
Natürlich ist jede Straftat ein Einzelfall. Wer sich mit Statistik und Gesellschaftszuständen befasst, für den ist die Frage interessant: nehmen die Einzelfälle zu? Für Sexualstraftaten und Roheitsdelikte ist das der Fall – und ein überproportionaler Teil des Anstiegs geht auf Migranten zurück.

Rassist
Zum Glück gibt es nur wenige Rassisten, etwa den AfD-Abgeordnete Jens Maier mit seinem „kleinen Halbneger“ (was er mittlerweile öffentlich bedauert hat), oder die taz-Autorin Hengameh Yaghoobifarah mit ihrer „deutschen (wortwörtlich) Dreckskultur“. Ein besonders eindrückliches Beispiel für den Versuch, das R-Wort zur Distanzwaffe zu machen, liefert der Kommentar des Aktivisten Ozan Z. Keskilic im „Tagesspiegel“, wo er versuchte, die Beschäftigung mit islamischem Antisemitismus als „rassistisches Spiel“ zu denunzieren. Wobei: Die ewige „Rassismus“-Tröte schreckt mittlerweile kaum noch jemand auf, auch wegen solcher Artikel.

Nazi
Das Wort (zur Erinnerung: es handelt sich um die Kurzform von Nationalsozialist) war übrigens für die Auswahl zum Unwort des Jahres 2017 auch dutzendfach eingeschickt worden. Machte allerdings nicht das Rennen. Schade. Seine Wahl zum Spei- und Unwort wäre nämlich nicht ganz unoriginell gewesen.  Wendt

Mittwoch, 17. Januar 2018

Deutsche Effizienz

Die Webseite ScienceFiles ist eine Bastion der Rationalität in Zeiten von Weltklimarettung, Dekarbonisierung, Willkommensschamanismus, Geschlechtervervielfachung und anderer Feldzüge gegen die Intelligenz. Diesmal widmet sich dort ein Autor der Frage, warum das einstige Land der besten Ingenieure keinen Flughafen mehr bauen kann und warum das größte Schlachtschiff, das die Deutschen seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs konstruiert haben, die Fregatte F-125, weder see- noch kampftauglich ist, ja nicht einmal über eigene Luftabwehrwaffen verfügt. Ein Antwortvorschlag lautet:

"Ein Land, in dem Leistung diskreditiert wird, weil z.B. Geschlecht oder ideologische Passung höher gewichtet wird, ist kein Land, in dem Leistungswillige bleiben. Ein Land, dessen politische Führung sich explizit gegen moderne Technologien, sei es Kernkraft, Biotechnologie oder Militärtechnik entscheidet, ein Land, in dem die Regierenden als einzige Vision für ihre Gesellschaft Zuwanderung empfehlen können, ein Land dessen Infrastruktur verfällt, weil mehr Geld in ideologische Erziehung, Frauenbevorzugung und politische Gefallen gesteckt wird als in Autobahnbrücken, ein Land, in dem es Rentnern nach 45 Jahren Arbeit nicht möglich ist, ein Leben aus ihrer staatlichen Rente zu finanzieren, das ihrer Lebensleistung angemessen ist, ein Land, in dem der Leistungswille verlacht und das Schnorren als Günstling von Ministerien Schule macht, ein Land, in dem ein technologiefeindliches Klima herrscht, ein solches Land muss sich nicht wundern, wenn die Leistungen früherer Jahre nicht aufrechterhalten werden können.
Mit Gender Studies kann man nun einmal keine Brücken konstruieren oder Flughäfen planen." (Mehr hier.)

Ächtung 2018


Auch im neuen Jahr setzen unsere Gegner ihre Zersetzungsarbeit fort. Martin Sellner, Antaios-Autor und europaweit aktives Aushängeschild der Identitären Bewegung, soll offenbar kein Konto (es wird regelmäßig gekündigt), kein Auto (zuletzt ausgebrannt) und keinen Resonanzraum (bei YouTube und Co. gesperrt und gelöscht) mehr besitzen. Vor zwei Tagen schließlich hat Amazon Sellners Buch Identitär! aus dem Sortiment gelöscht. Dagegen setzen wir unsere Solidarität: Sellner lesen, verschenken, empfehlen! Ich danke Ihnen im voraus!
 
Götz Kubitschek

Martin Sellner – Identitär! (16 €)

Identitär! von Martin Sellner – bei Amazon gelöscht, bei Antaios lieferbar!
Sellner war elektrisiert von den ersten, spektakulären Aktionen der französischen Génération Identitaire, überführte das Internet-Gebilde »Identitäre Bewegung« in ein realexistierendes Aktionsbündnis und entwickelte die Strategie der gewaltfreien Provokation – sein Buch ist die erste umfassende Geschichte eines fulminanten Aufbruchs.
Solidarität mit Martin Sellner! Hier bestellen. Ebenfalls lieferbar: Das von Sellner selbst eingesprochene Hörbuch als ungekürzte Lesung in 5 CDs! Hier geht's lang.

Sellner/Müller – Identitäres Paket (29 €)

Der Bücher-Doppelpack: Identitär! von Martin Sellner, dem Kopf und Strategen der IB Österreich, und Kontrakultur von Mario Müller, dem Anführer der starken Gruppe aus Halle – ermäßigt für 29 €. Wer wissen will, wie die Identitäre Bewegung entstand, wie sie tickt, was sie will und wer ihre Protagonisten sind, kommt nicht an diesen beiden Büchern vorbei. (Hier bestellen.)


Martin Sellner / Walter Spatz – Gelassen in den Widerstand (8,50 €)

Mit Martin Sellner und Walter Spatz haben zwei profilierte Angehörige der Identitären Bewegung ein fesselndes Gespräch über Martin Heideggers Denken geführt: Hat der Verfasser von Sein und Zeit einer Protestbewegung wie den Identitären etwas zu sagen? Vermag er gar eine eigene Form des Widerstands zu inspirieren? Sellner und Spatz leuchten kenntnisreich die Geisteswelt Heideggers aus, von »Gelassenheit« bis zum »Geviert«. (Hier bestellen.)

Horst G. Herrmann – Im Moralapostolat. Die Geburt der westlichen Moral aus dem Geist der Reformation (22,80 €)

Die Kreise, die Martin Sellner für seinen Aktivismus bekämpfen und isolieren wollen, leisten diese Zersetzungsarbeit mit astreinem Gewissen. Woher kommt solch ein moralisches Herrenmenschentum der Dauer-Empörten und rotgrünen Einheitsfronde? Dieses Buch geht dieser Frage auf den Grund: Horst G. Herrmann weist nach, daß unsere hypermoralische Gesinnungsdiktatur, die vorgebliche »Alternativlosigkeit« der politischen Agenda sowie unserer beinharte Erinnerungs- und Willkommenskultur säkulare Ableger eines purifizierten Glaubens sind, der mit Luther in die Welt kam. Tugendterror, erhobener und ausgestreckter Zeigefinger sowie absolute Ambivalenzfeindlichkeit: Danaergeschenke einer Reformation, die aus Angst entstanden ist. (Hier bestellen, oder zunächst hier Ellen Kositzas Videobesprechung ansehen!)

Montag, 15. Januar 2018

Unbedingt ansehen!! Nicht verpassen! Fernsehabend am Valentinstag

Ich empfehle ja eher selten, den Fernseher überhaupt und dann obendrein die ARD einzuschalten, doch dieser Film aus der Reihe "Große Schüler des kleinen Doktors" dürfte obligatorisch sein: "Der Fernsehfilm 'Aufbruch ins Ungewisse' (WDR/ARD Degeto), am 14. Februar 2018 um 20.15 Uhr schildert das Schicksal einer Familie, die unter lebensbedrohlichen Umständen vor der Verfolgung durch ein totalitäres System flieht, aus einer ungewöhnlichen Perspektive: In naher Zukunft: Europa ist im Chaos versunken. Rechtsextreme haben in vielen Ländern die Macht übernommen. Aus dem demokratischen Staat, der Deutschland einmal war, ist ein totalitäres System geworden, das Andersdenkende, Muslime und Homosexuelle verfolgt."

Die nicht völlig abseitige Frage, wie 60jährige Rechtsextremisten dereinst die Macht in Ländern übernehme sollen, in denen heute schon 20jährige Einwanderer viele Viertel beherrschen, wie die rüstigen Alten es geschafft haben, den Spieß des Verfolgtwerdens umzudrehen, und wer eigentlich den Job des "Verfolgers" erledigt (Hogesa? "Skinheads Sächsische Schweiz"? Kripo Bremen? Heeresmusikkorps? Necla Kelek? Richter Maier?) klärt hoffentlich die Talkshow am Ende des Films genauso wie die ebenfalls nicht ganz unwichtige Frage, in welches muslimische Land die deutschen Homosexuellen fliehen werden, um sich auf den Bahnhöfen von züchtigen Mädchen mit Teddys bewillkommnen zu lassen.


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"Kommt zu mir, die ihr muslimisch und bin Laden seid."
Angela Antichrista


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Apropos, ihr Brüder und Narren in Christo: Wäre es nicht langsam Zeit, einen Gegenpapst auszurufen, der den Ketzer auf dem Hl. Stuhl exkommuniziert?  MK am 9. Jänner

Aktuelleres

Ein Nachtrag zu meinem gestrigen Notat: Ich habe die Nichterwähnung des Karlsruher Vorfalls den Medien abwechslungshalber einmal nicht zum Vorwurf machen wollen, denn offenkundig hat niemand etwas davon erfahren können. Der in Rede stehende Musiker fand sich in der Notaufnahme wieder und weiß nicht, wer ihn dorthin gebracht hat. Er war tagelang schlechterdings nicht imstande, die Sache publik zu machen. Einige Stunden nach meinem Eintrag hat sich die Kripo Karlsruhe bei mir gemeldet und um nähere Informationen gebeten. Inzwischen ist ein Kontakt hergestellt.


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Heute feiert – so will ich doch hoffen – Günter Maschke seinen 75. Geburtstag. Der gebürtige Erfurter ist einer der bedeutendsten Köpfe, den dieses Land nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs hervorgebracht hat, was auf den ersten Blick in einem gewissen Widerspruch zu seinem lediglich esoterischen Ruhm und zur fehlenden Würdigung des Jubilars stehen mag, auf den zweiten Blick ist es schon recht; manche Instrumente klingen in engen und klebrigen Resonanzräumen einfach nicht.

Maschkes Biographie ist geronnene deutsche Nachkriegsgeschichte: Als Adoptivkind kam er von Mitteldeutschland nach Trier, 1960 trat er in die illegale KPD ein, heiratete die Schwester von Gudrun Ensslin, studierte Philosophie bei Ernst Bloch, schloss sich der "Subversiven Aktion" Tübingen und danach dem SDS an, verweigerte den Wehrdienst und entzog sich einer drohenden Verhaftung durch die Ausreise zuerst nach Österreich und schließlich nach Kuba, wo er politisches Asyl erhielt. Der reale Sozialismus ernüchterte ihn, er äußerte offene Kritik und wurde schließlich aus Castros Zuckerrohrparadies ausgewiesen. Er kehrte in die Bundesrepublik zurück und verbüßte eine einjährige Haftstrafe wegen Fahnenflucht in Landsberg. Später lehrte er als Dozent an der Marineschule von La Punta (Peru) Theorie und Strategie der Partisanenbekämpfung und nahm selber an Gefechten gegen den Sendero Luminoso ("Leuchtender Pfad") teil. Sowohl bei der kubanischen Miliz als auch bei der Marineinfanterie in Peru "ging es weniger ängstlich, ging es freier zu" als in Deutschland, resümierte er später, denn: "Aus einem verzagten Hintern kommt kein fröhlicher Furz – und der Hintern war im demokratischen Deutschland verzagter als im totalitären Cuba und im autoritären Peru."

Eine Zeitlang war Maschke freier Mitarbeiter der Frankfurter Allgemeinen, wo bekanntlich die verklemmten Popos längst das Sagen haben, und mit aller Folgerichtigkeit endete sein Aufenthalt dort aufgrund unerwünschter Ansichten. "Nach einer publizistischen Kontroverse mit Jürgen Habermas schied Maschke 1985 aus der FAZ-Mitarbeit aus", liest man auf Wikipedia; tatsächlich wurde er ebenso hinausgeworfen wie aus Kuba (wo die Militärpolizisten dem Dissidenten bei dessen Abtransport zum Flughafen immerhin noch eine Zigarre in die Hemdbrusttasche steckten, worauf im stilabholden Deutschland niemand kommen würde) und zwar weil er sich zu positiv über Carl Schmitt geäußert hatte. Heute gilt der linke Renegat als bester und belesenster Kenner des schwefelumschwafelten Staatsrechtlers (Maschke: "Zuweilen weht mich der Verdacht an, daß ich mich dummgelesen habe"). Beiseite gesprochen: Es gehört zu den bemerkenswerten Phänomenen dieser Republik, dass nach Kontroversen mit Herrn Habermas immer Karrieren endeten und Reputationen ruiniert waren; an der Brillanz der Argumente des Transzendentaldemokraten lag es nicht. Über dessen "Theorie des kommunikativen Handelns" befand der Verstoßene lakonisch, es sei der Mühe nicht wert, sich mit einer Theorie zu befassen, die jeden Tag durch die Abendnachrichten bequem widerlegt werde.
 
Von der radikalen Linken wechselte Maschke zu den gemäßigten Rechten. Er übersetzte Donoso Cortes und Gómez Dávila ins Deutsche und publizierte vor allem zu staats- und völkerrechtlichen Themen, und zwar immer in einem blendenden, beißenden Stil. Sein Generationen-Essay "Die Verschwörung der Flakhelfer" etwa beginnt mit dem Satz: "Die Bundesrepublik, halb ordentlicher Industriehof, halb Naherholungszone mit regelmäßig entleertem Papierkorb, dieses handtuchbreite Restland, dessen Bewohner nach Harmlosigkeit gieren, ist zugleich das Land, in dem jeder zum Verfassungsfeind des anderen werden kann." (Wer erleben will, wie er eine wissenschaftliche Null abkanzelt, die sich den üblichen Tritt in den Hintern des toten Carl Schmitt zwecks Erschleimung weiterer Subventiönchen nicht verkneifen konnte, lese hier weiter.)

Hören wir kurz in Maschkes staats- und völkerrechtliches Denken hinein: "Schmitt hat gezeigt, daß ich nur mit einem Feind Frieden schließen kann und daß dabei der Krieg nicht diskriminiert werden darf. (...) Der pazifistische Humanitarismus, zum Schluß in den gerechten Krieg, gar in den 'Krieg, der alle Kriege beendet', stolpernd und damit der ärgste Feind der von ihm so beweihräucherten 'Menschheit', die das Ergebnis ausgiebiger Gehirnwäsche ist – von dem sollten wir genug haben.
(...)
Eine christliche Idee ist in die Hände von Freimaurern und Menschenrechtsimperialisten gefallen; die angeblich aufgeklärte, gott- und autoritätslose Welt beansprucht für sich die Insignien der Heiligkeit. 'Gerechter Krieg' bedeutet heute ein Techno-Massaker fast ohne eigene Verluste – mit 200.000 Toten und 500.000 verhungernden Kindern wegen eines nachfolgenden Embargos (so im Irak, es gibt noch höhere Schätzungen). Und Deutschland hilft, durch Finanzminister Waigel, noch mit 13 Milliarden D-Mark, um diesen Massen- oder Völkermord an den Irakis, die uns nie bedrohten, zu erleichtern!
(...)
Für den gerechten Krieg der Kirchenväter hingegen war die Proportionalität zentral.
(...)
Meine These ist, dass nach jedem Desaster der Diskriminierung des Krieges, der versuchten Kriegs- und Gewaltverbote, diese Diskriminierung, diese Verbote usw. intensiviert wurden. (...) Nach Den Haag kam Versailles, nach Versailles der Völkerbund, nach dem Völkerbund der Kellogg-Pakt, nach dem Kellogg-Pakt die Stimson-Doktrin, nach der Stimson-Doktrin die Prozesse von Nürnberg und Tokio, nach den Prozessen die UNO mit ihrem Gewaltverbot, nach dem Gewaltverbot die 'Responsibility for Protect', welche die immer schon mißbräuchlichen und betrügerischen humanitären Interventionen nochmals erleichtert."

Auf die heutige Linke, "die UNESCO-Linken mit ihrem rührend kindlichen Menschenbild", blickt der einstige Revoluzzer mit Geringschätzung. "Angesichts ihrer heutigen theoretischen Anämie muß sie ihren lächerlichen Aufkläricht als Aufklärung verkaufen, ihre Zerstörung der Bildung als Bildungspolitik, ihr faible für 'humanitäre Aktionen' – gleich Imperialismus – als Friedenspolitik, ihre so brachiale wie seichte Umerziehung als Befreiung usw. Die klassische Hoch-Aufklärung war ein extrem skeptisches, elitäres Unternehmen (...) Solcher Realismus fehlt den heutigen naßforschen Vulgarisatoren völlig. Der realistische Blick auf den Menschen, das Erkenne-die-Lage und Rechne-mit-den-Beständen, damit aber die Vernunft – das sind Dinge, die doch weit eher auf der Rechten zu finden sind. Was sind hundert Seiten Habermas gegenüber einer Seite Hobbes oder Gehlen? Wer klärt da auf?"

Auf die Frage: Glauben Sie an Gott? hat er vor ein paar Sündenjährchen geantwortet: "Nicht immer, aber oft. Hemingway antwortete einmal auf diese Frage: 'Sometimes at night.' Man entdeckt, meist schockhaft, was für ein Dummkopf und Feigling man ist, wie kleinmütig, rachsüchtig, heuchlerisch, zur Liebe unfähig man ist. Zu derlei Gedanken sind Nächte besonders geeignet. Das Leben besteht aus grauenvollen, absurden Bruchstücken, und man denkt darüber nach, was Er fragen wird an jenem Tage: 'Günter Maschke, was hast du getan?' 'Ich habe zwei bis drei gute Aufsätze geschrieben und ansonsten das Meer gepflügt, aber selbst das ohne Fleiß!' Das wird noch meine positivste Antwort sein."

Dem Herrgott galt übrigens auch der erste Satz, den ich von ihm zu hören bekam. Er lautete: "Ich glaube, dass Gott raucht." Mögen ihm die Zigaretten und der Wein auch heute munden!


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"Guten Abend, Herr Klonovsky, ich gestatte mir, Ihren sehr pauschal geratenen Hinweis auf den 'durchschnittlichen IQ von deutlich unter 100' (bei den aktuellen Einwanderern; Acta diurna von gestern – M.K.) mit meinen Quellen etwas zu konkretisieren, wobei ich mich auf muslimische und afrikanische 'shit-hole countries' begrenze:

Land                                            CA                  IQ

Bahrain                                       84                  81
Botswana                                    74                  71
Ägypten                                       81                  83
Indonesien                                 82                  87
Iran                                              83                  84
Kuwait                                         76                  87
Marokko                                      71                  84
Oman                                           81                  85
„Palestina“                                  80                 86
Philippinen                                 74                  86
Qatar                                            72                  83
Saudi Arabien                            74                  80
Südafrika                                    63                  72
Syrien                                          81                  79
Tunesien                                     81                  84
Türkei                                          87                  90
UAEmirates                               92                  83
Yemen                                         64                  83

Sie wundern sich garantiert nicht über folgende Vergleichsdaten:

Australien                                  101                  98
Österreich                                  100               100
Deutschland                               99                  99
Hong Kong                                104                108
Japan                                          105                105
Niederlande                              102                100
Neuseeland                               100                 99
Singapur                                    105                108
Südkorea                                   106                106
Schweiz                                      100                101
Taiwan                                       103                105
UK                                              100                100
USA                                             98                  98

CA = Cognitive Abilities, kann als der „pragmatische“ IQ-Wert bezeichnet werden; er setzt sich zusammen aus Leistungen in Flexibilität/Anpassungsfähigkeit, Selbst-Regulation, Arbeitsgedächtnis; die CA-Daten sind Schätzungen aus den IQ-Werten von PISA-, TIMSS- und PIRLS-Tests, die in den betreffenden Ländern tatsächlich erhoben worden sind (siehe die Quelle: Jerven 2013).
Quellen:
· Rindermann, Sailer, Thompson: The Impact of Smart Fractions, Cognitive Ability of Politicians and Average Competence of Peoples on Social Development, in: Talent Development & Excellence 1, no.1, 2009, 3-25.
· Lynn, Richard, Gerhard Meisenberg: The Average IQ of Sub-Saharan Africans: Comments on Wicherts, Dolan and van der Maas, in: Intelligence 38, no. 1, 2010, 21-29.
· Jerven, Morten: Poor Numbers: How we are misled by African development statistics and what to do about it, Cornell University Press, 2013.
Die Datenzusammenstellung hat besorgt:
· Garett Jones, Hivemind. How your nation’s IQ matters so much more than your own (Stanford University Press) 2016, S. 169f"


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Es gibt aber auch sehr viele erfolgreiche Migranten, schauen Sie hierMK am 15. mense currente

Sonntag, 14. Januar 2018

Dieses Land stinkt vor Angst

Am 24. Dezember gab eine Freundin meiner Frau, Pianistin auch sie, ein Essen, und einer der Gäste, ein russischer Cellist, ist auf dem Heimweg von einem Rudel junger Araber ins Koma geprügelt worden. Geschehen zu Karlsruhe in der Heiligen Nacht. Ich erzähle das, weil der Musiker diese Woche aus dem Krankenhaus entlassen wurde; er hatte eine Schädelfraktur und ein gebrochenes Bein. Gelesen habe ich davon nirgends etwas. Ich fragte vor zwei Tagen nach einer Weltrangliste der "shithole countries" (Donald Trump) und bin geneigt, ein christliches Land, in dem ein Musiker von einer Gruppe importierter muslimischer Primär- oder Sekundäranalphabeten ins Hospital getreten wird, weil die mit dem Feiertag der Geburt des Heilands nichts anderes anzufangen wissen, zumindest in den Kreis der Kandidaten auf diesen Schandtitel zu wählen. Aber dazu ein andermal.

Die Frage, warum diese Typen einen allein durch die Stadt laufenden Menschen verprügeln, ist leicht zu beantworten: Sie waren erstens in der Überzahl – das sind ja keine Männer, die einen fairen Kampf suchen, sondern Schakale, die nur im Rudel angreifen –, der Attackierte war zweitens ein ethnisch Fremder und erkennbarer Nichtmuslim, und von der Staatsgewalt und der Justiz haben sie, drittens, wenig zu befürchten. Mehr Gründe existieren derzeit für den Großteil solcher Körperverletzungen an Unbekannten im öffentlichen Raum nicht. Dergleichen Angriffe geschehen längst täglich und landesweit. Einem ehemaligen Fußball-Profi von Hannover 96 und dänischen Nationalspieler widerfuhr dasselbe wie dem Cellisten, als er einer Frau helfen wollte – Männer, die Frauen helfen wollten, sind eine völlig neue, von keinerlei #metoo-Gelärme assistierte Opfergruppe in ’schland –, auch er erlitt einen Schädelbruch durch das Einwirken einer "Gruppe". Die Lektion ist ebenfalls einfach: Komme nicht zwischen die Gruppe und ihre Beute. Dass der Sportler sich über den Vorfall nicht äußern will, hängt, fürchte ich, damit zusammen, dass im deutschen Fußball die "Respect"-Fuchtel herrscht und brav gegen "rechts" vulgo die einzige Partei, die noch an die alte Bundesrepublik glaubt, gekämpft werden muss, damit Deutschland immer noch ein bisschen bunter wird.

Die allzu exakte Beschreibung der Kollateralschäden liefe denn doch auf den allseits geschätzten Vorwurf oder wenigstens Verdacht der Ausländerfeindlichkeit hinaus, wie bei den immerhin gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen einer noch nicht so lange und einer schon länger hier lebenden Schar im sächsischen Wurzen (so etwas passiert nur noch im Osten; im Westen gibt es keine biodeutschen "Gruppen" mehr, die sich gegen das tägliche Angepöbelt-, Angemacht- und Zusammengeschlagenwerden von Landsleuten zur Wehr setzen, sei’s nun an die konkrete richtige oder summarisch falsche Adresse). Dass die andere Seite rassistisch oder eben inländerfeindlich agiere, diesen Vorwurf hört man bekanntlich nie, denn der wäre, na was schon: ausländerfeindlich.

Dergleichen geschieht, wie gesagt, nicht nur täglich, der potentielle Täterkreis wird mit dem Segen der Bundesregierung auch täglich vergrößert. Die Grenzen sind so unkontrolliert wie eh und je, und es werden nicht nur kaum abgelehnte Asylbewerber abgeschoben, sondern im Gegenteil Abertausende neue auf Kosten des Steuerzahlers mit Chartermaschinen eingeflogenein welthistorisch wahrhaft singulärer Vorgang (man stelle sich vor, Rom hätte die Vandalen mit gemieteten Sänften an den Tiber tragen lassen) und ein totaler Sieg gegen die Schlepper, die den Bumsbombern nach nunmehr Deutschland ohnmächtig von unten mit den Fäusten drohen. Die Große Koalition in statu nascendi, in welcher sich der krachende Wahlverlierer SPD auf einmal so fordernd aufführt wie ein fideler Araberclan, will jedes Jahr bis zu einer Viertelmillion neue Problemfälle importieren, und der deutsche Michel, der über Jahrzehnte von den Moralposaunisten mürbe getrötet wurde, schaut verdattert zu, käut die Endsiegs- und Wunderwaffenparolen wieder und ballt da und dort schweigend die Faust in der Tasche. Deutschland schafft sich ab, und die meisten Deutschen finden nichts dabei. Sie glauben allen Ernstes an die Existenz eines Konstrukts namens "die neuen Deutschen", wie es das Munkelrübenpaar Münkler/Münkler merkelfromm verhieß. Unmögliches existiert für dieses Volk nicht. Sie haben 1917/18 "Wir schaffen das!" gerufen, 1939/41 dasselbe wiederholt, und nun geschieht es wieder. Nachdem man die Nibelungen zu Schuldneurotikern gemacht hat, entfaltet sich ihre Treue nunmehr im Öffnen der Schatullen und Hinhalten der anderen Wange. Was für ein Narrenfest! Schade, dass es einmal enden muss.

Wechseln wir auf die Perspektive der anderen Seite. Die Menschen, die hierher strömen, besitzen einen durchschnittlichen IQ deutlich unter 100, aber sie sind klug genug, die Beute nicht auszuschlagen, die ihnen so generös dargeboten wird, deutsche Frauen zuweilen inclusive (in der Tat verfügen die Zugelaufenen ja über eine originelle Lösung für das #metoo-Problem). Sie sind oftmals weder Bürgerkriegsflüchtlinge noch politisch Verfolgte, sondern von ihren Familien vorausgeschickte kräftige junge Männer, die einen Brückenkopf ins deutsche Sozialsystem errichten und dann die gesamte Mischpoke (hähä) nachholen sollen. In ihren Köpfen tragen viele von ihnen sittliche und moralische Wertvorstellungen weniger aus Tausendundeiner Nacht als vielmehr aus tausend Jahren tribalistischer Stagnation. Zugleich ereilt sie hier die kognitive Dissonanz von Menschen, denen man eingeredet hat, dass sie dem einzigen Gott dienen und den einzig wahren Glauben vertreten, also quasi eine Herrenrasse sind, und sich nun vor die knifflige Situation gestellt sehen, dass die Unreinen und Minderwertigen alles besitzen, was sie auch gern haben wollen, und alles können, was sie auch gern können oder wenigstens als dienende Kompetenzen in Beschlag nehmen möchten: Die Häuser, die Autos, die Händis, die Pornos, die Huren – alles ist besser als daheim, aber im Besitz von dekadenten Ungläubigen. Man muss nur die Hände ausstrecken und sich den Rest mit Gewalt nehmen; diese ulkig schlaffen, merkwürdig hilfs- und kulturell unterwerfungsbereiten Eingeborenen bieten es ja direkt an, nur eben nicht in ausreichendem Maße. Und da sie sehen, dass mit Widerstand nicht zu rechnen ist, dass zuweilen sogar schwere Gewalttäter von den Richtern nur verbal am Ohr gezupft werden und als freie Männer den Gerichtssaal verlassen – eine Bewährung kann nur Gott verhängen –, während zugleich ihre Zahl ständig wächst und immer mehr bereits im Lande ansässige, ehedem teilverwestlichte Glaubensbrüder auf ihre Seite wechseln, werden sie mutig und beginnen das zu tun, was eben des Eroberers edle und fundamentale Pflicht ist: sich Land zu nehmen und Räume zu erobern.

Die okkupierten Territorien werden markiert durch Symbole ihrer Kultur und ihres Glaubens – Kopftuch, Schleier, Rauschebart, Halal-Essen, Alkoholverbot, Moschee, Muezzinruf, Friedensrichter, Scharia-Polizei, Salafisten – und mit Gewalt verteidigt bzw. ausgedehnt. Diese Gewalt verbreiten "Gruppen" oder veritable Dschihadisten. Sie markieren die neuen Reviere. Bereits die Jungen sind gehalten – und werden dabei vom deutschen Strafrecht gepampert –, sich "Respekt" zu verschaffen, wie soeben in Cottbus geschehen, wo drei "Jugendliche", 14, 15 und 17 Jahre alt, vor einem Einkaufszentrum ein Ehepaar (51 und 43) mit einem Messer angegriffen haben, denn die Kartoffeln hatten ihnen nicht den Vortritt gewährt und die Frau sich obendrein geweigert, ihnen Respekt zu zollen. In dem Deutschland, in dem wir gut und gerne leben, kann ein 14jähriger rechtswidrig importierter Semiprimat eine 43jährige Unreine öffentlich auffordern, sich vor ihm zu neigen. Kann das nicht mal jemand bei Frau Hayali, Frau Miosga oder Frau Slomka vorexerzieren?   

Wir bekommen von unseren linksgrün gefinkelten und gemerkelten Wohlmeinenden und von deutschkundigen Muslim-Funktionären regelmäßig zu hören, dass all diese Gewalttaten Einzelfälle und keineswegs Bestandteile einer Struktur seien, wie auch die gelegentlichen Morde, mit denen sogenannte Flüchtlinge ihre Beziehungen zu abspenstigen deutschen Mädchen beenden, bloße "Beziehungstaten" seien, die nichts mit der Religion oder ethnisch-kulturellen Prägung der Täter und erst recht nichts mit einer intendierten Unterwerfung zu tun hätten. Wie auch die seltenen Terroranschläge nicht – eher fällt man bekanntlich daheim mit einem "Verdammt!" von einer Leiter, als dass einen ein "Allahu akbar!" ins Jenseits eskortiert. Verurteilen nicht die meisten Muslime sowohl die Kopftreterei als auch die Abstecherei – und den Terror sowieso? Sind nicht auch Muslime Opfer solcher Taten? Eine Islamisierung findet erstens nicht statt, und wo doch, präferiert, zweitens, die Mehrheit der Muslime ein friedliches Zusammenleben.  

Sehen wir davon ab, dass sämtliche Studien der letzten Dekade unter deutschen und europäischen Muslimen scharia-konforme Mehrheiten präsentierten, also eine Majorität der Muslime hierzulande das religiöse Recht in Befragungen über das weltliche stellt. Die meisten Muslime werden persönlich die Anwendung von Gewalt wahrscheinlich ablehnen, zumindest für sich selbst. Die meisten Muslime lehnen auch die Radikalen ab. Aber das taten sie in Algerien oder anderen Ländern Nordafrikas ebenfalls, die sich in einem Tempo reislamisiert haben, das man selbst dortzulande nicht für möglich hielt. Eine ganze Frauengeneration ist unter dem Schleier verschwunden. Es geht nämlich nicht um Mehrheiten, das wird man doch gerade Deutschen nicht erzählen müssen, denn Mehrheiten pflegen sich anzupassen. Eine radikale, junge, gewaltbereite Minderheit reicht aus. Wenn in gewissen Gebieten Frauen ohne Kopftuch belästigt werden und als solche erkennbare Muslimas nicht, wird die Zahl der Kopftuchträgerinnen in diesen Gebieten zunehmen. Wenn Homosexuelle, Juden, überhaupt Eingeborene bzw. Nicht-Muslime im öffentlichen Raum Angst vor Schlägern oder Messerstechern haben müssen, werden sie entweder diese Räume meiden oder sich unkenntlich machen. Eine latente, aber ständig drohende Hintergrundgewalt erzwingt Anpassung. Dasselbe geschieht, ebenfalls unter Druck und Gewaltandrohung, in den biodeutsch-muslimischen Partnerschaften, wie uns eben der Rechtleitungskanal Kika vorgeführt hat (wobei als pikante Note hinzukommt, dass unser syrischer Vorzeige-"Teenager", dem sich die deutsche minderjährige Freundin unterordnen muss, offenbar mit einem radikalen Islamisten sympathisiert). Immer unterwirft sich das Mädchen der Religion des Kerls und geht in seinen Besitz über, während ein deutscher Bub es sich zehnmal überlegen sollte, ob er eine Muslima angräbt oder gar angrapscht, ohne konvertiert zu sein; die Brüder sehen das meistens nicht gern. Der kuriose Vorgang, dass einem ein nicht besonders denkbegabter Gattungsgenosse die Überlegenheit seines Weltbildes verklickert, verliert an Komik, wenn man anfängt, Zähne auszuspucken.

Der Islam kommt zwar nicht als eine paramilitärische Struktur nach Europa, aber eben auch nicht als beliebig auslegbarer Glaube zahlreicher unzusammenhängender und willkürlich handelnder Einzelner. Es ist ein denzentral organisierter, aber letztlich einheitlich handelnder Großorganismus. Die meisten Muslime folgen einem für sie unverhandelbaren Regelwerk, das im Koran und in den Hadithen niedergelegt ist. Der westliche Heilsplan des Individualismus, des Konsumismus und des Hedonismus, welchem zufolge alle familiären, ethnischen, nationalen und kulturellen Bindungen "Konstrukte" sind und aufgelöst werden müssen, zerschellt an der Klippe eines zwar uralten, unterkomplexen, scheinbar überholten, jedoch kollektiv mächtigen Regelwerks. Die Anpassung der überlegenen, jedoch pazifistischen, wohlhabenden, jedoch wehrlosen Gastgeberkultur an die primitivere, aber vitale und drohfähige Kultur der Einwanderer ist die logische Folge. Lose Einzelne, die kaum mehr familiäre Loyalitäen kennen, weil die Familien oft schlicht nicht vorhanden sind, geschweige irgendwelche Gruppenbindungen, stehen Brüdern, Sippen, Clans, Banden und einer missionarischen, teilweise aggressiven Religionsgemeinschaft gegenüber. Deutschland ist sturmreif, und die vom Volk gewählten Kollaborateure sorgen dafür, dass jeder Widerstand erstickt wird.

Wenn Muslime wie Bassam Tibi, Imad Karim, Necla Kelek oder Hamed Abdel-Samad eine islamische Aufklärung fordern, also die Trennung von Religion und Recht, werden sie nicht nur von ihren eigenen Leuten attackiert, sondern in der gesamten deutschen Öffentlichkeit zunehmend als Störenfriede behandelt und isoliert. Auch die Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin-Moabit, Seyran Ates, steht unter Personenschutz und findet wenig Unterstützung in den tonangebenden Milieus dieser Republik. Die haben längst ihre überkommenen BRD-Totems geschleift, die sie so lange ostentativ umtanzten, wie sie Nutzen daraus ziehen konnten und keine Gefahr drohte: Frauenrechte, Jugendschutz, Homosexuellengleichstellung, Anti-Antisemitismus, alles haben sie fallengelassen, und nun verrichten sie ihren Götzendienst am dampfenden Altar des Multikulturalismus und der "Buntheit", wo im Tagestakt Einheimische geopfert werden, darunter Frauen, Schwule, Minderjährige, Juden... Die Idee, die Einwanderer würden sich unserer Kultur, die sie als dekadent verachten, und unserem Rechtssystem, das sie als schwächlich belächeln, frohgemut assimilieren, ist romantisch, dumm und verlogen. Mit den Worten eines Orks der mittleren Führungsebene bei der Belagerung von Minas Tirith: Dieses Land stinkt vor Angst. Und mal unter uns düsterdeutschen Betschwestern: Wozu sein Herz an ein Land binden, welches verlässlich Kohorten von Endsiegs-Narren und die dazugehörigen Legionen feiler Opportunisten hervorbringt?

Wir werden mit Billigung der politischen und wirtschaftlichen Eliten erobert – neben der Masseneinwanderung über die Grenzen steht jene in den Kreißsälen –, und der Steuerzahler ist gezwungen, seine ethnisch-kulturelle Verdrängung zu finanzieren (die besonders begabten Nationalmasochisten tun dies sogar gern). Dazu muss sich jeder mittelfristig irgendwie verhalten. Man kann ins Exil gehen (die Osteuropäer, Russland, vielleicht Portugal, Österreich und die Schweiz kämen in Frage), auf Gated Communities (wo man auch die gebildeten Muslime trifft) und die Entwicklung der Gesichtserkennungs- und Drohnentechnologie zur eigenen Verteidigung vertrauen, man kann den Koran auswendig lernen (das macht immer Eindruck; ich empfehle die Rückert-Übersetzung, die ist am poetischsten), man kann vor zwei muslimischen Zeugen das Glaubensbekenntnis sprechen (ich nehme an, diese Version wird unter Journalisten, Kirchenfunktionären und sog. Linksintellektuellen populär, denn man darf dann gleich dieselben Leute unter anderem Vorzeichen weiterverfolgen, obendrein ohne weibliche Konkurrenz und Frauenquoten), sich den Identitären anschließen, sich bewaffnen, Bürgerwehren bilden, sich in ländlichen Gebieten separieren, Glocken läuten, Kinderscharen zeugen, AfD wählen oder Grüne. Ein alter chinesischer Fluch lautet: "Mögest du in bewegten Zeiten leben!" Die Bewohner des Sozialparadieses BRD treten gerade in dieses Stadium ein. Die plötzlich über dieses Land hereinbrechende rohe Gewalt, der die meisten noch blöde blinzelnd und in der Hoffnung hospitieren, der Kelch werde an ihnen vorübergehen und alles werde schon nicht so schlimm, ist nur der Vorbote.

Habe ich Ihnen jetzt den Sonntag verdorben? Aber der Cellist hat doch immerhin überlebt...


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Leser *** sendet "eine kleine, vielleicht nicht gar nutzlose anmerkung zu Ihrem text: es stimmt schlicht nicht, dass der import von migranten in der historie noch nie vorgekommen ist. ausgerechnet die gegenüber den vandalen noch viel fataleren goten wurden 376 von der römischen küstenwache über die donau massenhaft aufs territorium des imperiums geschippert, die goten hatten selber keine boote, die flußgrenztruppen schon..., aus gründen der menschenrechte und der demographie, so wurde damals schon von christlichen bischöfen in konstantinopel argumentiert, sei die förderung der zuwanderung eine humane tat,
und wenn das als argument eher hinterhergeschoben wurde, als die goten um 420 schon allpräsent in militär und bürokratie waren, dann geschah es 376 aus schlichter schlamperei oder aus gründen der geld- und sklavengier der begrüßungsadministration im damaligen dünn besiedelten thrakien...egal...
der administrativ vorgeschriebene vorgang der registrierung und entwaffnung der neu hinzugekommenen scheiterte übrigens sogleich an der schieren masse der migranten, die römischen beamten mit ihren tischchen suchten das weite, und es scheint, dass danach die goten selber ihren familiennachzug alla grande auf gekaperten römischen booten zuende führten...
zwei jahre später hatten sie, naiv empfangen und dann schändlich sich selbst und dem hunger überlassen, das erste kaiserliche heer samt kaiser vernichtet, alles geschehen im heutigen bulgarien an der treffend sogenannten balkanroute..., der ort der schlacht wird als adrianopel (heute eine islamisch geprägte stadt edirne mit herrlicher moschee) in den geschichtsbüchern verzeichnet...
409 war dann ja die hauptstadt rom dran, erobert und noch recht zurückhaltend geplündert von den nachfahren und veteranen der von rom organisierten massenmigration von 376 an der donau... nochmal zwei generationen später war es dann vorbei mit dem imperium im westen, das der kaiser im osten den barbaren aus dem norden überlassen hatte...
man sollte die lektionen, welche die geschichte lehren könnte, nicht übersehen...
ob alles immer gleich passiert, ist ja eine offene frage, aber man darf ruhig spekulieren, mit dem arianismus hatten die goten wie die vandalen und sueben sogar ihre eigene konfession, die ihnen bei der distinktion half...
immerhin kam es damals entlang der zugangsroute der goten, hunnen und awaren ins italische kernland zur gründung von venedig, von verzweifelten längerdortlebenden in den sümpfen auf pfahlhäuser gerammt und so vor den wasserscheuen barbaren geschützt.
ob es auch heute in entlegenen wäldern oder lagunen zu einer solchen kulturtat kommen kann? ein paar ingenieure mit rudimentären kenntnissen eines hiesigen fachhochschuldstudiums müssten immerhin überleben...

ich hoffe, Sie verzeihen mir meine kleine anmerkung, sie ist nicht besserwisserisch gemeint, aber seit ich den großartigen, naturgemäß nicht ins deutsche übersetzten historiker alessandro barbero mit gleich zwei büchern über die donauzuwanderung des späten 4. jahrhunderts rezipiert habe, ist es mir ein anliegen, dieses wissen deutschen freunden und bekannten nicht vorzuenthalten..."


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Aus einem Urteil des OLG Koblenz, 1. Senat für Familiensachen:
"Zwar hat sich der Betroffene durch seine unerlaubte Einreise in die Bundesrepublik nach §§ 95 Abs. 1 Nr. 3, 14 Abs. 1 Nr. 1, 2 AufenthG strafbar gemacht. Denn er kann sich weder auf § 15 Abs. 4 Satz 2 AufenthG noch auf § 95 Abs. 5 AufenthG i.V.m. Art. 31 Abs. 1 GFK berufen. Die rechtsstaatliche Ordnung in der Bundesrepublik ist in diesem Bereich jedoch seit rund eineinhalb Jahren außer Kraft gesetzt und die illegale Einreise ins Bundesgebiet wird momentan de facto nicht mehr strafrechtlich verfolgt."
Das ganze erstaunliche Dokument sozusagen richterlich beglaubigten Landesverrats hier.


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Schrecklich ging es den Promifrauen unmittelbar vor #metoo, etwa so wie hier.   MK am 14.

Wie man Statistiken inländerfeindlich deutet

Wer sich heutzutage in der Pose des Aufklärers gegen dumpfen Aberglauben gefällt, der muß mit Statistik um sich werfen. Die klare, kalte Zahl, wieviel unbestechlicher erscheint sie doch, als subjektiv hochkochende Gefühle. Denn merke: Es ist nur ein Gefühl, wenn du heute Orte meidest, wo du früher sicher warst, wenn du dir mittlerweile fremd im eigenen Land vorkommst.

Die Wirklichkeit, das heißt das nackte Zahlenwerk der Statistik, sagt etwas anderes. Alles ist gut, alles wird noch besser.

Das ist die Botschaft, die der Kriminologe Christian Pfeiffer seit Jahrzehnten versucht, unters Volk zu bringen. Mit Erfolg, verfügt er mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) doch nicht nur über eine eigene Kaderschmiede, sondern auch über eine unkritische Öffentlichkeit, die dankbar politisch gefällige Aussagen verbreitet. Warnende Stimmen, wie Jugendrichter Andreas Müller, der dem niedersächsischen Ex-Innenminister (SPD) verharmlosende Sozialromantik attestiert, werden dagegen ignoriert.
Dumm nur, wenn nun Pfeiffer die eigenen Zahlen auf die Füße fallen. Denn auch statistisch läßt sich nicht verheimlichen, was sowieso jeder Deutsche weiß, der noch öffentliche Verkehrsmittel benutzt: Die Sicherheitslage in Deutschland hat sich dramatisch verschlechtert, verursacht vor allem durch die Masseneinwanderung der vergangenen Jahre. Seit 2014 nahm die Gewaltkriminalität in Niedersachsen um zehn Prozent zu, obwohl es immer weniger Tatverdächtige mit deutschem Paß gibt, räumt nun die KFN-Gewaltstudie „Jugendliche und Flüchtlinge als Täter und Opfer“ ein.

„Insgesamt betrachtet ist damit die seit 2014 in Niedersachen eingetretene Zunahme der aufgeklärten Fälle von Gewalt, zu 92,1 Prozent der Gruppe der Flüchtlinge zuzurechnen.“ Im Detail fallen die Zahlen noch erschreckender aus. Die Zahl der Tötungsdelikte durch „Schutzbedürftige“ schnellte zwischen 2014 und 2016 von 18 auf 45 und die der Vergewaltigungen von 23 auf 116.
Doch Pfeiffer wäre nicht Pfeiffer, wenn er sich diese Zahlen nicht zurechtstutzen würde. Sie seien von dem Studienergebnis „schockiert“ gewesen, räumte der Kriminologe gegenüber der Deutschen Welle ein. Doch die Ausrede folgt sofort. „Je fremder der Täter“, so belehrt uns der Genosse, „desto wahrscheinlicher, daß die Geschichte angezeigt wird“.
Jaja, das Anzeigeverhalten der Deutschen, das ist Pfeiffers Running Gag. Bereits vor der Jahrtausendwende mußte sich das KFN nicht zuletzt wegen dieser steilen These den Vorwurf einer interessegeleiteten Forschung gefallen lassen. Preisfrage: Wer wird eher angezeigt? Der deutsche Rentner, der die Hinterlassenschaft seines Dackels vor der Haustür nicht entfernt, oder die Gruppe junger Männer aus dem Asylheim nebenan, die Sie durch Worte und Gesten mitsamt Ihrer Familienangehörigen bedrohen, sollten Sie sich beschweren?
Doch weiter mit Pfeiffer und dessen Mitstreitern, die hier feststellen, daß nord­afrikanische Asylsuchende im Vergleich zu Syrern oder Afghanen häufiger straffällig werden. Ursache sei daher die fehlende Bleibeperspektive ersterer, klagt der Genosse: „Die Not veranlaßt die Menschen, sich so aufzuführen, wie wir das ja schon in der Silvesternacht in Köln beobachten konnten“, empört er sich, „die vor den Augen der Polizei ihre Asylbewerberzettel zerrissen haben, um zu demonstrieren, wie frustriert sie sind.“
Das Bild vom „Flüchtling“, der – irgendwie berechtigterweise? – „frustriert und wütend“ ist, hat Pfeiffer offenkundig so beeindruckt, daß er diesen Unsinn gleich mehrfach wiederholte. So handele, wem gezeigt wird, daß er nicht willkommen sei, behauptete er in der Schwäbischen Zeitung. „Kriegsflüchtlinge etwa aus Syrien und Afghanistan verhalten sich eher korrekt und vorsichtig.“ Und im Münchner Merkur: „Wir können dankbar sein, daß die Kriegsflüchtlinge aus Syrien, Irak oder Afghanistan im Vergleich extrem wenig Gewalttaten begehen und alles tun, daß sie sich gut integrieren.“
Nun ja, Mordversuch an einer 64jährigen Deutschen in Herzberg – der Täter ein syrischer Flüchtling. Die Morde in Freiburg und Kandel – die Täter jeweils ein afghanischer Flüchtling. Und so weiter und so fort. Wer aufmerksam den Regionalteil von Zeitungen studiert, kommt zwangsläufig zu dem Schluß, daß sich wohl eher der „korrekt und vorsichtig“ verhalten sollte, der Umgang mit Syrern und Afghanen pflegt.

Liegt nicht eine andere Erklärung viel näher, wenn sie auch zugegebenermaßen prosaisch ist: Wer illegal nach Deutschland einreist, möglicherweise Herkunft und Alter verschleiert, der hat bereits genug kriminelle Energie bewiesen, der muß für diese nicht erst Frustrationserlebnisse sammeln. Statt diesen mit einem weiteren Förderprogramm zu bespaßen – wie es Pfeiffer ernsthaft als Lösung vorschlägt – ist für einen solchen Einwanderer ohne Bleibeperspektive nur ein einziges Frustrationserlebnis zu wünschen, und das möglichst schnell: die Abschiebung.
Doch solche einfachen Lösungen kommen dem Kriminologen nicht in den Sinn. Stattdessen legt Pfeiffer erst richtig los. Ein großes Problem sei, daß Flüchtlinge häufig in Männergruppen leben: „Überall wirkt sich negativ aus: der Mangel an Frauen“. Daher sei ein Familiennachzug „nicht dumm“. Weiß das KFN etwa nicht, daß die großen Integrationsprobleme türkischer Gastarbeiter erst mit dem Familiennachzug begannen, als die Importbräute zu Beförderern der Parallelgesellschaft wurden? Pfeiffer, so ist festzuhalten, hat durch seine Arbeit eine eigene Kategorie in der Kriminalitätsstatistik geschaffen: die des ideologischen Intensivtäters.  Fabian Schmidt-Ahmad

Samstag, 13. Januar 2018

Onore a questi prodi

Verdi war ein engagierter Patriot. Die grossen patriotischen Chorgesänge «Va, pensiero, sull'ali dorate» aus «Nabucco» (Uraufführung Mailand 1842), «O Signore, dal tetto natìo» aus «I Lombardi alla prima crociata» (Mailand 1843), «Si ridesti il Leon di Castiglia» aus der Verschwörerszene im III. Akt von «Ernani» (Venedig 1844), «Patria oppressa, o dolce nome» aus «Macbeth» (Florenz 1847) und Forestos Arie «Cara patria, già madre e reina» aus «Attila» (Venedig 1846) thematisieren den Verlust der Heimat, den Gedanken der Einheit und den Widerstand gegen Fremdherrschaft.
Unbestritten ist auch Verdis persönliche und aktive Teilhabe am Schicksal seines Vaterlandes. Sie zeigt sich in vielen seiner Briefe, vor allem in jenen der Revolutionsjahre, in seinem (regional-) politischen Engagement 1859 bis 1861, in seiner auf Anregung des Republikaners Giuseppe Mazzini 1848 geschriebenen patriotischen Hymne «Suona la tromba» und in seiner Reise von Paris nach Mailand, nachdem er von der Vertreibung der österreichischen Truppen aus der lombardischen Hauptstadt im März 1848 gehört hatte.
Der politische «Einfluss» und die patriotische Rezeption von Verdis frühen Opern, wie sie Folchetto Ende des 19. Jahrhunderts schildert, lassen sich anhand zeitgenössischer Quellen hingegen nicht belegen. Tatsächlich sprechen der Misserfolg der «Lombardi» bei der Erstaufführung in Venedig (Dezember 1843) und die 57 Reprisen von «Nabucco» allein im Jahr 1842 - eine in der Geschichte der Scala bisher unübertroffene Aufführungszahl einer Oper - eher dafür, dass diese Opern keinen aussergewöhnlichen patriotischen Enthusiasmus beim Publikum auslösten («Lombardi») bzw. von den zuständigen österreichischen Behörden keineswegs als politisch besonders gefährlich angesehen wurden («Nabucco»).
Erst in der unmittelbaren vorrevolutionären Phase 1846 bis 1848 - in der Zeit der liberalen Reformen des neuen Papstes Pius IX. (seit Juni 1846) und der zunehmenden Politisierung der italienischen Öffentlichkeit - wurde das Theater vermehrt zum Schauplatz politischer Demonstrationen. Patriotisch im Sinne des Risorgimento wurde unter Verdis Opern in dieser Zeit einzig der Chor aus «Macbeth» rezipiert (Dezember 1847, Venedig). Aufführungen seiner Opern «Ernani» (1846/47, Rom und Bologna) und «Attila» (Januar 1848, Neapel) boten dagegen Anlass zu Huldigungen für den jeweiligen Herrscher: einerseits für den Papst und seinen liberalen Reformkurs und andererseits für den neapolitanischen König, der kurz zuvor für das Königreich beider Sizilien eine Verfassung verkündet hatte.
Unter den zahlreichen patriotischen Kundgebungen, die in den Revolutionsjahren 1848/49 und 1859/60 vielfach spontan und als Reaktion auf politische Tagesereignisse während Ballettaufführungen, Theater- und Opernvorstellungen stattfanden, spielten Verdis Opern keine besondere Rolle. Um einige Beispiele zu nennen: 1848 verliefen Vorstellungen von «Attila» in Rom sowie von «Macbeth» und «Nabucco» in Neapel ohne nennenswerte Vorkommnisse. Die «Lombardi» wurden Mitte 1848 in Bologna und Ende 1859 in Rom durch andere Stücke ersetzt. In Mailand hatten bis zur Rückeroberung durch die Österreicher (August 1848) weder die kurzzeitig von österreichischer Zensur befreite Theaterpresse noch die Öffentlichkeit besonderes Interesse an Verdis Musik. Offensichtlich als politisch unbedenklich eingestuft, wurden «Ernani, «Attila» und «Nabucco» (1848/49) von den zurückgekehrten Österreichern für Aufführungen an der Mailänder Scala freigegeben.
Selbst in Wien, der Hauptstadt der Habsburger Monarchie, standen 1849 «Ernani», «Nabucco» und erstmals auch «Macbeth» auf dem Spielplan. Die Monate vor dem Krieg gegen Österreich 1859 ergeben ein ähnliches Bild: keine Kundgebungen bei Aufführungen von Verdis Opern «Simon Boccanegra» (Mailand), «Il trovatore» (Florenz) und «La battaglia di Legnano» (Turin), sehr wohl dagegen bei Bellinis «Norma» (Mailand und Venedig), Meyerbeers «Il Profeta» (Venedig) und Aubers «La muetta di Portici» (Florenz). Aus all dem lässt sich folgern, dass die patriotische Rezeption von Verdis Musik in den Jahren bis 1859 ein Mythos ist, den Folchetto erstmals in Buchform präsentierte und den nachfolgende Verdi-Biographen bereitwillig tradierten und weiter ausschmückten.

«VIVA V.E.R.D.I.»

Wie aber ist Verdi dennoch zu einer zentralen Figur in der Geschichte des italienischen Nationalstaates geworden? Bei dieser Frage hat man sich die damalige geschichtliche Situation zu vergegenwärtigen. Das noch junge Königreich, 1861 offiziell proklamiert und damit erstmals seit Jahrhunderten frei von spanischer, französischer und österreichischer Fremdherrschaft, konnte auf keine historischen Vorläufer zurückblicken. Die nationalstaatliche Identität musste zwangsläufig «konstruiert» werden, sei es durch nationale Helden, Mythen oder Legenden.
Um 1859/60 erfreute sich in Gelehrtenkreisen besonders Dante grösster Beliebtheit. In einem Wissenschaftsdiskurs, der weitestgehend unter nationalen Vorzeichen stand, wurde der Florentiner Dichter kurzerhand zum «Propheten» und «Künder» der Einheit Italiens erklärt. Die Dante- Feier 1865 in Florenz im Gedenken an seinen 600. Geburtstag gestaltete sich so zu einer politischen Veranstaltung ganz im Sinne des monarchischen Risorgimento.
Verdi dagegen kam die Rolle des volkstümlichen nationalen Helden zu. Im Winter 1858/59, in der Zeit der aufgeheizten Stimmung vor dem Waffengang mit Österreich im Frühjahr 1859, entdeckten findige italienische Patrioten die politische Deutbarkeit von Verdis Namen: V.E.R.D.I. - das stand für «Vittorio Emanuele Re D'Italia» und das wiederum für Befreiung von österreichischer Fremdherrschaft in Norditalien und ein geeintes Italien unter Führung des piemontesischen Königs.
Laut Folchetto waren in ganz Italien Mauern und Wände mit der Inschrift «Viva V.E.R.D.I.» bedeckt. Folchettos recht allgemeine Aussage, wie jene zur patriotischen Rezeption von Verdis frühen Opern ebenfalls ohne nähere Quellenangaben, bot bis heute Generationen von Verdi-Forschern genügend Freiraum für Spekulationen über die Herkunft des Akrostichons V.E.R.D.I.: Julian Budden zum Beispiel nennt das Jahr 1858 und Neapel, Charles Osborne Rom und die Uraufführung von «Un ballo in maschera» im Teatro Apollo am 17. Februar 1859. Birgit Pauls dagegen sieht in dem Akrostichon einen wesentlichen Aspekt der späteren retrospektiven Mythenbildung des Königreiches Italien.
Anhand neuester Quellenforschungen lässt sich nun Näheres über den Ursprung des Akrostichons und seine Bedeutung für die Herausbildung des politischen Verdi-Mythos sagen. Mehrere Zeitungen aus dem Königreich Piemont-Sardinien, dem einzigen Staat Italiens, in dem seinerzeit Pressefreiheit herrschte, berichten im Dezember 1858 und Januar 1859 von seinem Gebrauch. In Florenz begrüssten sich italienische Patrioten auf den Strassen mit «Viva Verdi», in Modena und Mailand schmierten Jugendliche Graffiti mit Verdis Namen auf Mauern und Wände. Weitere Artikel in der «Neuen Preussischen Zeitung» (Berlin) und der «Allgemeinen Zeitung» (Augsburg), dort unter anderem ein Bericht des preussischen Diplomaten und Historikers Alfred von Reumont aus Rom, belegen die Bekanntheit des Akrostichons über Norditalien hinaus.
Die in der Verdi-Literatur häufig anzutreffende Behauptung, bei der Uraufführung von «Un ballo in maschera» sei es zu patriotischen Kundgebungen gekommen, widerlegt eine römische Korrespondenz der Turiner «L'Opinione» vom 24. Februar 1859, die von umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen der römischen Polizei vor der Aufführung berichtet: «Aus Furcht vor Demonstrationen für Verdi, wie sie in Mailand stattgefunden hatten, ergriff sie solche Massnahmen, als handelte es sich um die Verhinderung eines Aufstandes. Carabinieri auf den Strassen und verkleidete Agenten im Parkett sorgten dafür, dass ja kein Evviva auf Verdi zu hören war.»
So ist Verdi schon 1859/60 und nicht erst Ende des 19. Jahrhunderts, wie von Birgit Pauls angenommen, ein italienischer Nationalheld. Beredtes Beispiel hierfür sind die Ovationen der Turiner Bevölkerung und die panegyrisch-patriotischen Artikel der italienischen Presse anlässlich von Verdis Auftritt als Deputierter des Herzogtums Parma in Turin im September 1859. Bereits hier wird der Komponist in der historischen Rückschau als «genio musicale» gerühmt, das instinktiv die Gefühle von «patria» und «libertà» in Töne gesetzt und in seinen frühen Opern «Nabucco» und «I Lombardi» die Einigung Italiens gewissermassen musikalisch vorweggenommen habe.
Die auffällige Rezeptionslücke in den 1860er Jahren lässt sich wohl mit seinen Auslandsarbeiten erklären. Erst das Requiem, 1874 im Gedenken an den ersten Todestag des grossen italienischen Schriftstellers Alessandro Manzoni komponiert, sollte den Patrioten Verdi wieder nachhaltig ins Gedächtnis rufen. Folchettos nur wenige Jahre später erschienene Verdi-Biographie (1881) stellt dann den rezeptionsgeschichtlich bedeutsamen Ausgangspunkt dar für die Verbreitung eines politischen Verdi-Bildes, das noch heute im kollektiven Bewusstsein Italiens präsent ist.  NZZ

Iran & GroKo

Wegen der glorreichen Sondierungsgespräche, die an ein für die AfD erfolgreiches Ende geführt wurden, ist die letzten Tage der hübsche Fall des Ajatollah Schahrudi etwas untergegangen, bis 2009 immerhin Oberster Richter der Islamischen Republik Iran. Unter den moralisch Hochbegabten in Europa galt er als eine Erscheinung, die Hoffnungen auf eine Liberalisierung des Iran weckte, was damit zu tun hat, dass er die Steinigung als Todesstrafe abschaffte.
Naja, abschaffte ist nicht ganz richtig, er setzte sie aus, aber das reichte schon, um als Beweis für die Reformierbarkeit dieses klerikal-faschistoiden Regimes herzuhalten. Dass er weiterhin Schwule wegen ihrer sexuellen Ausrichtung vom Leben in den Tod beförderte und auch minderjährige Mädchen, die vergewaltigt worden waren, wegen „unkeuschen Verhaltens“ hängen ließ, hielt die Humanisten auf der linken Seite der Macht nicht davon ab, dem Iran zu bescheinigen: „Ein Gottesstaat kommt zur Vernunft“ (taz).
Dieser Ajatollah Schahrudi scheint nun krank zu sein, was immer blöd ist. Aber kein die Menschenrechte achtendes Land dieser Erde muss sich verpflichtet fühlen, den Schlächter eines Terrorregimes, das nicht nur Israel zu vernichten, sondern den ganzen Nahen Osten zu destabilisieren trachtet, einfliegen und in einem seiner Krankenhäuser behandeln zu lassen. Und noch weniger, wenn man bedenkt, welcher diplomatischen Anstrengungen und Winkelzüge es bedarf, um dieses Vorhaben so diskret wie möglich abzuwickeln, freilich ohne dass solche Gestalten wie Schahrudi auf ihre Leibwächter verzichten würden.

Hat Gabriel den Deal eingefädelt?

Warum sich nun Deutschland, zu dessen Staatsräson vollmundig die Sicherheit Israels gehören soll, verpflichtet fühlt, diesen Statthalter eines Mörderregimes so lange wie möglich am Leben zu halten, leuchtet auf den ersten Blick nicht wirklich ein. Und auf den zweiten noch viel weniger, denn es gibt Hinweise darauf, dass der Leiter der Hannoveraner Klinik, in der Schahrudi behandelt wurde, mit Sigmar Gabriel höchstpersönlich nach Teheran gereist war, um diesen „Deal“ einzufädeln.
Dass Schahrudi unser allseits geliebtes Land wieder verlassen hat, nachdem Exil-Iraner auf seine Anwesenheit aufmerksam gemacht hatten, ist zwar zu begrüßen, dürfte aber Sigmar Gabriel recht sauer aufgestoßen sein. Dafür kann er ja jetzt als Zeichen seines guten Willens ein paar mehr Panzer oder Atom-Zentrifugen an den Iran liefern.
Sollte sich jemand noch darüber gewundert haben, dass die seit Wochen anhaltenden Freiheitsbestrebungen der iranischen Zivilgesellschaft von der deutschen Regierungsmannschaft nur mit Achselzucken zur Kenntnis genommen wurden, findet in Schahrudi vielleicht nicht die Ursache, aber zumindest einen Hinweis darauf, wie verlogen die Bande, die uns regiert hat und voraussichtlich weiter regieren wird, in Wahrheit ist.  Vahlefeld

Semiologie

Das Dumme an der Wirklichkeit ist, dass jeder in seiner eigenen lebt. Und mit der Realität haben diese Wirklichkeiten nicht immer etwas zu tun. Das ist der einfache Grund dafür, dass die Geschichte eine Geschichte von Fake News ist und das postfaktische Zeitalter in dem Moment begann, als der erste steinzeitliche Erzähler seinen Jagdbericht allzu farbig ausschmückte.
Ein Zeichen, so lautet daher eine bekannte Definition von Schriftsteller Umberto Eco, ist alles, was man zum Lügen verwenden kann. Denn Zeichen suggerieren, dass sie Dinge bezeichnen. Doch nicht alles, wofür es ein Zeichen gibt, existiert auch.

Und hier beginnt das Problem: Über die Frage, ob es Einhörner gibt oder nicht, kann man unter halbwegs rational denkenden Menschen vielleicht noch einen gewissen Konsens herstellen. Anders sieht es vermutlich schon beim Yeti aus. Und spätestens bei einer Diskussion über Ufos und Aliens erweisen sich erstaunlich viele Zeitgenossen als Feierabend-Dänikens.
Kurz: Der Mensch hat sich eine Wirklichkeit geschaffen, in der es deutlich mehr Dinge gibt, als tatsächlich existieren. Und nicht selten verwechselt er fiktionale und reale Gegenstände. Das Ergebnis: In seiner grandiosen Geschichte hat Homo Sapiens vermutlich mehr Bullshit hervorgebracht als belastbare wissenschaftliche Theorien. Man vermutete etwa einen Äther, ein Phlogiston oder irgendwelche spirituellen Energien. Und so verwundert es nicht, dass auch noch in unserer so aufgeklärten Gesellschaft Astrologie, Homöopathie, Reiki, Reinkarnationstherapie und anderer Unfug gedeihen.

Es gehört offensichtlich zur Dialektik der Aufklärung, dass nicht der Unsinn selbst verschwindet, sondern er lediglich seinen Jargon ändert und das Vokabular annimmt, das in der jeweiligen Zeit als irgendwie wissenschaftlich gilt.
 Aktuell wird dieser Trend durch eine selbstverschuldete Krise der Institutionen und des wissenschaftlichen Diskurses befeuert. In dem volkspädagogischen Bemühen, ein ideologisch konformes Bild von Kultur, Geschichte und normativen Einstellungen zu zeichnen, suggerieren insbesondere die traditionellen Medien und die in ihnen zu Worte kommenden Experten, es gäbe so etwas wie objektive Interpretationen historischer oder sozialer Abläufe und Ereignisse.
Das ist natürlich geschwindelt. Objektive normative Wertungen gibt es nicht.

Normative Einstellungen sind immer ideologisch. In dieser Hinsicht sind wir zur Ideologie verdammt. Das ist nicht weiter tragisch. Man muss es nur eben deutlich benennen.

Unterlässt man das, beginnen die Grenzen zwischen der objektiven Realität und den subjektiven Weltinterpretationen zu verschwimmen. Mit fatalen Effekten.

Den einen – vorzugsweise auf der linken Seite des politischen Spektrums Angesiedelten – wird alles zu Interpretation beziehungsweise zur Konstruktion: etwa das Geschlecht, die Rationalität, letztlich die Wissenschaftlichkeit selbst.

Die anderen erheben alle möglichen Hirngespinste zu objektiven Tatsachen und investigativ herausgearbeiteten Wahrheiten. Das Ergebnis sind Verschwörungstheorien, Esoterik und anderer Irrsinn.

Und so geht – zumal in Zeiten von Internet, Blogs und sozialen Medien – zunehmend der Kontakt zur Realität verloren und das Gespür für das rational Begründbare. Das ist nicht nur ablesbar an den Fake News und kruden Theorien, die im Netz die Runde machen. Sehr viel bedenklicher ist, dass auch etablierte Medien sich zunehmend an der Vermischung von Realität und Fiktion beteiligen.
 Ein besonders bizarres, aber eben auch prägnantes Beispiel für diesen medialen Trend sind etwa Dokumentationsreihen, die bezeichnenderweise aus den USA auf den europäischen Medienmarkt schwappen und bierernst und mit wissenschaftlichem Duktus die Existenz von Geistern und Untoten beglaubigen. Diese Formate tragen reißerische Namen wie „Ghost Hunters“, „Verflucht“, „Scariest Night of my Life“ oder „Ruhelosen Seelen“. In der Anmutung einer seriösen Reportage fahnden dort angebliche Experten mit wissenschaftlichem Equipment nach übernatürlichen Erscheinungen, die dann von Exorzisten beseitigt werden. Wohlgemerkt: Dabei handelt es sich nicht um so genannte „Mockumentaries“, also Formate die satirisch mit dem Eindruck des Dokumentarischen spielen, sondern um Sendungen, die mit dem dokumentarischen Duktus von Wissenschaftsmagazinen auftreten.

Verschwörungstheorien, alter und neuer Aberglaube, pseudowissenschaftliche Scharlatanerie: Wir mutierend zunehmend zu einer Gesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden. Doch intellektueller Eskapismus als gesellschaftlicher Dauerzustand ist brandgefährlich, da er der politischen Realitätsverweigerung Vorschub leistet. Die letzte Legislaturperiode hat bedrückende Beispiele dafür geliefert. Und es sieht nicht so aus, als ob es in der kommenden besser würde.  Grau

Houellebecq hat recht


Mann

Freitag, 12. Januar 2018

Ganzheitlich

Jetzt regen sich die Guten und Edlen rund um den Globus wieder mächtig auf, weil unser Donald "Jehova" resp. "shithole countries" gesagt hat. Aber genau das sind diese Länder doch, und genau deswegen rennen die Menschen von dort weg – nicht mit dem direkten Ziel, anderswo, z.B. in Merkelstan, dieselben Zustände herzustellen wie dort, wo sie herkommen, aber darauf läuft es letztlich und tragischerweise wohl hinaus. Zumindest wenn es nach den Propagandisten der obergrenzenlosen Einwanderung geht. Wir sollten das politische Endziel der vollends aufgeklärten Menschheit womöglich umbenennen: Nicht one world streben wir an, sondern one shithole. In dieser Shitty New World würden auch die Völkerwanderungen aufhören, denn wenn es überall gleich aussieht, kann man auch daheim bleiben. Wie ich mal auf dem T-shirt eines Typen in Dortmund las: "Woanders ist auch scheiße." Einfach sitzen bleiben, wo man ist, und die liebe Göttin eine gute Klofrau sein lassen.


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Der Messermord zu Kandel lässt anscheinend die Stimmung kippen. Die von den üblichen gemütsverrotteten Figuren organisierte "Menschenkette gegen rechts", die bislang noch nach jeder Massakrierung eines Biodeutschen durch einen Neubürger funktioniert hat, musste aus Mangel an Claqueuren abgesagt werden, und man lese die Kommentare unter ihrer Ankündigung (hier). Es empfiehlt sich ferner die Lektüre der Leserkommentare unter dieser öffentlich-rechtlich besoldeten hyänophilen Abwieglerin. 


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Fällt jemandem an diesem Foto etwas die schiere Kleidermode Übersteigendes auf?


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Ich weilte die vergangene Woche in Berlin, um mich auf neue große Aufgaben einzustimmen, und bin in der Bahn in vier Tagen dreimal kontrolliert worden, und zwar immer von Kerlen, die so aussahen, als könnten sie Ärger machen. Jedesmal befand sich mindestens ein noch nicht seit Generationen hier Lebender unter ihnen. – Wenige Tage zuvor hörte ich von einem bekannten süddeutschen Hotelier, der in einem Berliner Problembezirk ein vergleichsweise schickes Etablissement eröffnet hat und dem dort irgendwelche wahrscheinlich Linksradikalen die Fassade beschmiert und die Scheiben eingeschmissen haben, bis er einen libanesischen Wachdienst engagierte; seitdem sei Ruhe. – Ich werte solche Geschehnisse als frohe Botschaften. Sie illustrieren, dass die Marktwirtschaft auch auf dieser Ebene immer noch mit im Spiel ist.


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Nachdem mich unlängst ein großer Humantarist und Neiding wegen meiner Eitelkeit rügte, will ich dieser wieder prahlerisch willfahren. Am 28. November 2017 schrieb ich allhier folgende Prognose für den letzten Akt der gerade laufenden Regierungsbildungskomödie nieder:

"Große Koalition, wir haben zwar nicht davon geträumt, weil dann die Grünen nicht mitregieren und der Planet zurückschlägt, aber irgendwie war es ja von Anfang an klar. Eigentlich können Schulz und Merkel gut miteinander, wie ein altes Ehepaar. Jetzt muss nur noch die Parteibasis auf Linie gebracht werden, weil die mitunter schwer von Begriff ist. Aber der Martin hat schon ganz klar einen Wahlkampf für die Vizekanzlerschaft geführt, das konnte jeder merken, der seine fünf Journalistensinne beisammen hat. Nun übernimmt er Verantwortung, was die Kanzlerin schon lange tut, hat sie in der Pressekonferenz nach dem Lindner-Verrat ja gleich dreimal gesagt. Auch die amtierenden SPD-Minister, die praktisch abgetaucht in der Regierung verblieben waren, melden sich wieder zu Wort, zum Beispiel der für Justiz auf twitter. GroKo, warum eigentlich nicht? Jamaika wäre sowieso schnell auseinandergeflogen. Da hätte sich doch bloß die AfD ins Fäustchen gelacht. GroKo ist okay. Hauptsache, unser Staatsschiff bleibt auf bewährtem Kurs!"

Was habe ich mir in Gesprächen anhören müssen über angebliche Alternativlösungen! Nein, dieses Land ist Groko durch und durch – aber ich prognostiziere diesmal, dass sie keine vier Jahre dauern wird.  MK am 12.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Therapie für Deutschland







Nach dem gescheiterten Parteiausschlußverfahren gegen den baden-württembergischen Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon aus der AfD haben führende Politiker der Partei bekräftigt, daß dies keine Akzeptanz von dessen Aussagen oder Überzeugungen nach sich ziehe.
Der Nicht-Parteiauschluss bedeute lange nicht, daß die Positionen Gedeons „zum anerkannten Meinungsspektrum der Partei gehören“, stellte der Ko-Vorsitzende der AfD Baden-Württemberg, Marc Jongen, gegenüber der JUNGEN FREIHEIT klar. „Die Entscheidung des Landesschiedsgerichts, das Verfahren wegen formaler Mängel im Antrag einzustellen, ist aufgrund der Sachlage wohl juristisch gerechtfertigt. Ich bedaure es aber sehr, daß keine inhaltliche Entscheidung getroffen worden ist. Dies gibt Herrn Gedeon Gelegenheit, das Urteil als einen ‘Freispruch’ für sich darzustellen, was nicht zutrifft“, betonte Jongen.
„Antisemitismus hat keinen Platz in der AfD“
Man müsse zur Kenntnis nehmen, daß das deutsche Parteienrecht die Hürden für einen Parteiausschluß sehr hoch ansetze. Für den Landesvorstand sei das juristische Verfahren damit zwar abgeschlossen; er sei jedoch schon immer der Meinung gewesen, daß der Fall Gedeon nicht primär einer juristischen, sondern einer politischen Lösung bedürfe, ist Jongen überzeugt. „Das heißt, auch wenn Herr Gedeon nicht aus der Partei ausgeschlossen werden kann, so muß doch klar gemacht werden, daß die Positionen, wegen derer das Verfahren angestrengt wurde, in der AfD nicht willkommen sind.“
Wichtig sei, zu begreifen, daß für einen Parteiausschluss eindeutige Beweise der Parteischädigung hätten vorliegen müssen. Diese sah das Schiedsgericht offensichtlich nicht vorliegen, obwohl der Antrag des Vorstands laut Jongen „eine Fülle von Aussagen Gedeons von eindeutiger Tendenz“ enthielt und außerdem diverse Gutachten vorlagen. Er vermute jedoch, daß aufgrund der formalen Hürden auch zusätzliche Eingaben des Parteivorstands im Verfahren nicht zu einem Ausschluß geführt hätten. Schließlich sei es auch der SPD nicht möglich gewesen, „Herrn Sarrazin auszuschließen, obwohl er in vielfacher Hinsicht konträr zu deren Parteiprogramm steht“, stellte der AfD-Bundestagsabgeordnete fest. Das wichtigste sein indes klarzustellen, daß „Antisemitismus nach diesem Urteil genauso wenig einen Platz in der AfD hat wie vorher“.
Auch der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen betonte, das Verfahren sei lediglich ein juristischer Vorgang gewesen. Gedeon könne dadurch zwar „einfaches Mitglied“ in der Partei bleiben, dürfe jedoch auf keinen Fall wieder eine herausragende Funktion übernehmen, sagte der Parteichef der JF. Er sei sich zudem sicher, so Meuthen, daß es in der Stuttgarter Landtagsfraktion nicht die notwendige Mehrheit für einen Wiederaufnahmeantrag Gedeons geben werde.
Kontroverse Debatte in Landtagsfraktion
Wie die JF erfuhr, wurde das Thema auf der Klausurtagung der Landtagsfraktion am vergangenen Wochenende kontrovers und teilweise lautstark debattiert. So seien etwa die Kandidaten bei der Wahl für einzelne Sprecherposten von Kollegen nicht nur zur Sache, sondern auch zu ihrer Einstellung zu Gedeon befragt worden. Nach Einschätzung von Insidern lehnen mindestens fünf bis sechs Abgeordnete eine möglicherweise beantragte Wiederaufnahme Gedeons auf jeden Fall ab.
Unterdessen zeigte sich Gedeon zufrieden mit dem bisherigen Ausgang des Verfahrens. Dieses sei vorerst gescheitert, schrieb der AfD-Abgeordnete auf seiner Facebook-Seite, da die Vorwürfe gegen ihn vom Schiedsgericht als offensichtlich unbegründet zurückgewiesen worden seien. „Somit ist der Fall eindeutig zu meinen Gunsten entschieden worden und ich verbleibe in der AfD.“ Dies sei, so der fraktionslose Abgeordnete, eine „erfreuliche Nachricht“.
Gleichzeitig kündigte er an, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, verklagen zu wollen. Hintergrund ist die Weigerung Schusters, eine Unterlassungserklärung Gedeons zu unterzeichnen. Der Zentralratspräsident hatte dem AfD-Politiker vorgeworfen, in seinen Schriften den Holocaust zu leugnen. Dies weist Gedeon zurück. Er habe den Holocaust nie angezweifelt, sondern diesen als schweres Verbrechen verurteilt.  JF

"verunsichert nur unnötig die Bevölkerung"

Acht Prozent der moslemischen Schüler gaben bei einer Umfrage in Niedersachen zu, die gewaltsame Ausbreitung des Islamischen Staats zu befürworten. Auch für Terroranschläge gab es Sympathien. Die Umfrage ist Teil der in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie zur Zuwandererkriminalität, die schon für Furore sorgte, noch bevor das Augenmerk der Öffentlichkeit auf den Punkt mit den IS-Fanboys an den deutschen Schulen fiel. Die Befragung fand übrigens schon 2015 statt, war aber lange – wie so vieles, das „die Bevölkerung verunsichern würde“ – nicht öffentlich präsentiert worden.

Von 10.638 Jugendlichen der Jahrgangsstufe 9, gaben lediglich 500 an, islamischen Glaubens zu sein. Von diesen gingen nur 280 auf die betreffenden Aussagen ein. Darüber, wie das Ergebnis an einer Schule mit überwiegend moslemischem Schüleranteil ausfiele, kann nur spekuliert werden.

Orientierung geben könnte aber, neben den unzähligen Berichten zur dortigen Ausbreitung des importierten Antisemitismus, eine Studie der Uni Münster von 2016. Für diese wurden türkische Jugendliche befragt. Der Aussage, „Muslime sollten die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten Mohammeds anstreben“, stimmten damals 32 Prozent der jungen Deutschtürken eher oder sogar stark zu. Jeder zweite moslemische Jugendliche stimmte der These zu, der Islam sei die einzig wahre Religion.

Nochmal: Bei den Muslimen, die diese fundamentalistischen Aussagen unterstützen, handelte es sich um türkischstämmige Jugendliche. Also um jene Moslems, die seit Generationen hier leben und die von Masseneinwanderungsbefürwortern gerne herangezogen werden, um zu belegen, daß die Integration bei den schon länger hier lebenden Moslems doch im großen und ganzen gut funktioniert habe.

Auch die jetzt veröffentlichte Umfrage gibt mehr Grund zur Sorge, als die acht Prozent mit dem IS liebäugelnden Schüler befürchten lassen. So kann sich jeder dritte vorstellen, im Kampf für den Islam sein leben zu riskieren. 27,4 Prozent halten die Scharia und ihre harten Strafen für Ehebruch und Homosexualität für „viel besser als deutsche Gesetze“.

In allen Umfragen fühlen sich Moslems in Deutschland und der ganzen Welt diskriminiert, ausgegrenzt und unterdrückt. Auf die Gesellschaft, von der man sich mehr Anerkennung wünscht, zuzugehen, indem man sich in sie integriert und ihre Kultur respektiert, scheint für viele aber nicht in Frage zu kommen. Stattdessen sagen 19,8 Prozent, man „müssen sich dagegen mit Gewalt zur Wehr setzen“.   Boris T. Kaiser


Mittwoch, 10. Januar 2018

Pfeiffer (mit 3 f!)



Der bekannte Experte für Parakriminologie Christian Pfeiffer (mit 1 ei) wurde Opfer der statistisch toxischsten Risiken, nämlich Sturz im Haushalt von einer Trittleiter, Feinstaub und Fischgräte. Die Gefahr, von anderen Bedrohungen betroffen zu sein, konnte er damit auf Null vermindern.
Die taz kommentiert: „Es ist nicht die Aufgabe der Presse, über Einzelfälle Einzelner zu heulen.“  (Bernd Zeller)