Stationen

Samstag, 21. April 2018

Von Naipaul zu Davila



Es ist die Charakterlosigkeit der Konservativen, ihre anmaßende, kaltschnäuzige Ignoranz und bornierte Selbstgefälligkeit, ihre Geschichtsvergessenheit und Denkfaulheit (zuerst gegenüber den deutschen Untaten während des Nationalsozialismus, dann aber auch gegenüber dem wirklich bewahrenswerten deutschen Erbe), ihre Gesichtslosigkeit und Identitätsleere bei gleichzeitigem Parolenschwulst, die nach 1968 in Deutschland den Konservatismus zugrundegerichtet hat. Die 68-er trifft ausnahmsweise mal keine Schuld, im Gegenteil: ihnen ist es zu verdanken, wenn der konservative Zombie durch ständig wiederholte elektrische Schläge am Ende doch noch Lebenszeichen von sich gab.

Erst heute, 50 Jahre nach 68, fünfzig Jahre später - ich kann es nicht fassen, dass ich 50 Jahre lang warten musste -, existiert dank Jürgen Liminski, Thorsten Hinz, Michael Klonovsky, Karlheinz Weißmann, Andreas Lombard, Götz Kubitschek, Michael Wolffsohn, Botho Strauss, Marc Jongen und den Gebrüdern Paulwitz wieder ein zartes Pflänzchen des ausgereiften Konservatismus, eines Konservatismus, der sich endlich sehen lassen kann.

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