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Sonntag, 1. Juli 2018

Dr. Merkel und die Zinsen

Zinsen sind eine tolle Sache. Durch sie entstehen Innovation und Fortschritt.
Wie das? Ein Beispiel: Herr Trump leiht unserer Frau Dr. Merkel 1000 Dollar. Herr Trump erwartet natürlich, dass Frau Dr. Merkel diese 1000 Dollar zurückzahlt. Wobei das ein ziemlich unrealistisches Szenario ist. Schließlich wissen wir, dass Frau Dr. Merkel mit Geld nicht umgehen kann – kein Mensch mit Verstand würde ihr welches anvertrauen.

Aber nehmen wir an, Herr Trump ist in Gönnerlaune. Vielleicht hat er gerade eine hübsche Frau gesehen oder so. Doch Routine ist Routine. Ein Geschäftsmann wie Trump wird eins sicherlich nicht vergessen: Nämlich, dass er sich den möglichen Zahlungsausfall mit einem Zins absichern lässt. Der Zins dürfte bei Frau Dr. Merkel ziemlich hoch sein. Da, wo ich herkomme – aus dem Kalifat Nordrhein-Westfalen – würden die Einheimischen sagen: „Dat Wief kann keijn Jeld ligge.“ Auf Hochdeutsch: Das Weib kann kein Geld leiden. Deshalb schmeißt sie es ständig zum Fenster raus. Wie gut, dass Herr Trump vorher einen Zins festgelegt hat. Genau dazu ist ein Zins also da: zur Risikoabsicherung.

Ohne Staat gäbe es einen Zins, der das tatsächliche Risiko abbilden würde. Im Fall von Frau Dr. Merkel läge dieser Zinssatz vermutlich bei 500 Prozent. Ergo müsste sich Frau Dr. Merkel sehr anstrengen, den Kredit zurückzuzahlen.
Ziehen wir ein aktuelles Beispiel heran: Bei einem Zinssatz von 500 Prozent würde Frau Dr. Merkel dann keine Goldstücke ins Land holen, sondern Menschen, die Deutschland wirklich von Nutzen sind. Nur so ließen sich Kredit und Zinsen zurückzahlen.
Jetzt kommt das Problem, welches – wie eigentlich immer – Staat heißt. Leider kann man nicht frei entscheiden, welchen Zins man bei welcher Person ansetzt. Der Zinssatz orientiert sich nämlich am Leitzins. In den USA wird dieser durch die Federal Reserve, kurz FED, bestimmt. In Euroland legt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins fest.
Im EU-Raum wurde der Leitzins im März 2016 auf null gesetzt. Angeblich, um die Wirtschaft anzukurbeln, und um für mehr Inflation zu sorgen. Klingt toll, ist aber eine Lüge.
Denn Inflation ist nichts anderes als Staatsfinanzierung durch die Hintertür. Wie das nun wieder? Ganz einfach: Staaten machen Schulden und zwar ständig! Damit finanzieren sie ihren ideologischen Quatsch: Flü***linge retten, Euro retten, Klima retten. Wir kennen das. Für die EU-Oberhäuptlinge eine super Sache.
Noch besser wird diese Sache durch Folgendes: Inflation entwertet Geld. Soweit, so bekannt. Wenn also durch Inflation Geld entwertet wird, werden die Staatsschulden ebenfalls in ihrem Wert sinken. Verrückt, oder? Durch den Nullzins wird staatliche Misswirtschaft belohnt.

Das gilt übrigens nicht nur für Staaten, sondern auch für Privathaushalte. Ja, die einfachen Bürger machen ebenfalls Party. Allerdings müssen sie dafür richtig schlecht haushalten, also Schulden machen. Der brave Sparer hingegen wird bestraft. Wir erinnern uns: Inflation entwertet Geld, somit wird das Plus auf dem Konto weniger wert.

Für Schlechtmenschen ist das große Klasse, die Party hört nie wieder auf. Oder etwa doch? Irgendwo muss der Hase ja im Pfeffer liegen. Et voilà, da ist er:
Liegt der Zins dauerhaft bei null, werden Arbeitswille und Innovationskraft abnehmen, langfristig sogar verschwinden. Denn letztendlich ist Ökonomie nichts anderes als in Zahlen gegossene Psychologie. Entfällt der Anreiz, gehen wir nicht arbeiten. Wie oben erwähnt, sind Zinsen ein solcher Anreiz.
Und dann? Der Teufelskreis ist vorgezeichnet: Wer nicht arbeitet, verdient kein Geld, der Schuldenberg wächst. Irgendwann fällt das irgendjemand auf, und er verlangt sein Geld zurück.
Noch schlafen wir tief und fest in Euroland.

In den USA ist man hingegen erwacht. Nach Jahren des Niedrigzins-Wahnsinns wurde dort der Leitzins wieder angehoben, dieses Mal um 0,25 Prozent. Mein alter Deutschlehrer würde schmunzelnd anmerken: „Das ist nicht viel, aber wenig.“ Doch immerhin ist es mehr als nichts, so wie bei uns in der EUdSSR. Hier wird das Erwachen bitter, gerade für den Zahlmeister Deutschland.
An dieser Stelle möchte ich mich übrigens bei allen Trump-Hassern dafür entschuldigen, dass ich schon wieder einen Grund für den Hass nehmen muss. Selbstredend steht Trump voll und ganz hinter der Leitzins-Erhöhung. Und weil ich ein kleiner Fiesling bin, soll Folgendes nicht unerwähnt bleiben: Unter Obama lag der Leitzins zuletzt bei 0,88 Prozent. Während des Wahlkampfs kletterte er bereits leicht nach oben und liegt mittlerweile bei 1,75 - 2,0 Prozent.
Nun drei Fragen:
1.Braucht man wirklich eine übergeordnete Instanz, die einem vorgibt, wie seriös derjenige ist, dem man sein Geld leiht? Weiß man das nicht selbst am besten?
2.Wenn man denn schon eine solche Instanz hat – muss es eine supranationale Institution wie die EZB sein? Sprich: Eine Bank, die nicht weiß, was an der Basis los ist, und die nur in ihrem eigenen Interesse handelt? Gerade für Deutsche wichtig zu wissen: Dieses Interesse ist nichts weiter als das Spiegelbild eines sich selbst als „Elite“ definierenden Beamtenapparats in Brüssel. Deutschland spielt in diesem Bild lediglich die Rolle des Zahlmeisters. Kurzum: Die EZB ist anti-deutsch.

Obacht: Die Fragen waren ein kleiner Test. An den Antworten lässt sich ablesen, wie libertär man ist.
1. Wer die erste Frage mit „Ja, ich weiß selbst am besten, was für mich gut ist“ beantwortet, hat definitiv ein libertäres Herz.
2. Wer die zweite Frage mit „Nein, eine supranationale Institution ist unnötig“ beantwortet, hat immerhin viel verstanden. Bloß: Echte Libertäre würden gar nicht über eine solche Bank diskutieren, egal ob national oder supranational.
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3. An der letzten Frage trennt sich die minimalstaatliche Spreu vom anarcho-libertären Weizen. Wie gesagt: Ein lupenreiner Libertärer lehnt staatliche Einmischung jeglicher Art ab, allen voran ein staatliches Preisdiktat. Das ist vollkommen logisch: Nur über den Mechanismus von Angebot und Nachfrage lässt sich der Preis für ein Gut ermitteln – es gibt kein besseres Instrument dafür, als den freien Markt.
Letztendlich ist ein Preis nichts anderes als das Signal für die Knappheit eines Guts. Geld ist auch nur ein Gut, und der Preis für Geld sind die Zinsen. Folglich vertritt der Libertäre die Ansicht, dass Zinsen dem Preisbildungsmechanismus des Marktes unterstehen sollten.

Warum der Markt immer Recht hat? Am Markt trifft sich das Wissen der gesamten Menschheit, und das ist immer größer als das Wissen (oder hier treffender: Nichtwissen) von der Realität entkoppelter politischer Funktionäre. Was weiß schon eine Claudia Roth?

In dem Zusammenhang ist es übrigens besonders lustig, dass Linksextreme und Antifa die Eröffnung der neuen EZB-Zentrale im März 2015 in Frankfurt mit maximaler Randale begleitet haben, angeblich um gegen den „Kapitalismus“ zu „demonstrieren“: Wie immer liegen sie falsch. Eine Zentralbank hat mit Kapitalismus absolut nichts zu tun, denn in einem echten Kapitalismus gäbe es freies Marktgeld, dessen Wert und Zinsen sich am Markt definieren würden. Also das Gegenteil vom staatsmonopolistischen Fiatgeld, das aus dem Nichts geschöpft wird und dessen Zinsen par ordre du mufti festgelegt werden.
Vielmehr sind staatliche Zentralbanken eine durch und durch marxistische Veranstaltung, sie basieren auf einer Idee von Karl Marx, nachzulesen im „Manifest der kommunistischen Partei“, am Schluss unter Punkt 5: „Zentralisation des Kredits in den Händen des Staats durch eine Nationalbank mit Staatskapital und ausschließlichem Monopol.“ Wenn Linksextreme also gegen die EZB „demonstrieren“, dann ist das in Wahrheit Friendly Fire. Wahrscheinlich sind sie zu dumm, um Marx zu lesen UND zu verstehen. Wie sagte schon Ronald Reagan so treffend: „How do you tell a communist? Well, it's someone who reads Marx and Lenin. And how do you tell an anti-Communist? It's someone who understands Marx and Lenin.“   Uta Ogilvie  (der Name Ogilvie ist schottisch und wird "Oglwi" ausgesprochen)

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