Stationen

Dienstag, 17. Juli 2018

Kleine Gesamtschau

Das Urteil gegen Beate Zschäpe könnte sich als der tiefste Einschnitt in die Rechtsgeschichte der Bundesrepublik erweisen. Vor Augen einer moralisch in jede Art Bockshorn gejagten Öffentlichkeit wird eine reichlich unterbelichtete Person für zehn Morde verurteilt, ohne dass ihre Beteiligung an auch nur einem davon ansatzweise bewiesen ist. Entscheidende Akten sind für 120 Jahre gesperrt worden. Merkels frühe Festlegung auf die Täter ("Schande für Deutschland") sowie der Gesinnungsdruck von Politik, "Zivilgesellschaft" und Medien haben ein Klima erzeugt, in welchem der Zweifel an der offiziellen Version an ein Sympathisieren mit Neonazis grenzt. Was mich betrifft: Bis Beweise vorliegen, kann ich einfach nicht glauben, so gern ich es aus Liebe zur Staatsführung und zum Multikulturalismus täte, dass die beiden Uwes die ihnen zur Last gelegten, aber für ihre schlichte Wesensart viel zu perfekten Morde – keine DNA-Spuren am Tatort, keine Patronenhülsen, nicht ein einziger Zeuge – begangen haben. (Mehr dazu hier und hier;  dann den Links in den Kommentaren folgen.)

Im Übrigen, wie Heribert Augstein gesagt haben könnte, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Migranten, in Deutschland von einem Neonazi erschossen zu werden, unendlich geringer als die, im Haushalt zu verunglücken – sogar wenn er im Haushalt nie hilft.   MK am 16. 7. 2018

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