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Donnerstag, 26. Juli 2018

Trauer

Wenn man keine Kinder hat, merkt man, dass man an einem Ort verwurzelt ist, wenn man den ersten Verstorbenen beweint.

Für mich war dieser erste Aldo Landi.
Nach Umberto Eco, der wahrlich "als wär's ein Stück von mir"gegangen ist, ist mit Marchionne nun der zweite große Italiener verstorben, der mir viel bedeutet hat.

Und gleichzeitig verstarb meine Schwägerin.

Jeder Mensch braucht einen Zeugen. Nur der Mensch hat das Grundbedürfnis nach einem Zeugen, nach einem Mitwisser, der ganz genau weiß, wovon man redet und wie man etwas meint, wenn man von etwas redet. Dieses Bedürfnis stillen in einer normalen Familie meistens die Geschwister und der liebe Gott. In Italien nennt man es „zusammen ein bisschen Kakao kochen“, wenn sich Geschwister austauschen. Bei mir waren es nie die Geschwister und lange Zeit nur der liebe Gott. Aber irgendwann ein bisschen Christa Stanislaus und Frau Seidler und später auch ein wenig die Nichten und die Mutter der Nichten.

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