Stationen

Samstag, 18. Februar 2023

So, so, wer hätte das gedacht!


 

Brandts und Bahrs Ostpolitik begann also ursprünglich in der Evangelischen Akademie Tutzing (wo jetzt Seminare über Humor stattfinden, genauer gesagt, über Psychiatrie und Humor; was insofern grotesk ist, als die evangelischen Christen mit den Muslimen gemeinsam haben, dass sie nicht über sich selbst lachen können und somit von Humor besonders wenig verstehen).

Jedenfalls ist Hanns-Martin Hagers Schlussfolgerung richtig, dass Bedford-Strohm, wenn er sich unbedingt wichtig machen muss, gefälligst als Repräsentant des Weltkirchenrats zu Kyrill fahren soll.

Franziskus traue ich jedoch eher eine vernünftige Initiative zu. Womöglich sogar, dass er sich direkt mit Putin trifft. Wir werden sehen.

Der Rückblick des Kontrafunks über die vergangene Woche hört sich stellenweise an wie eine längst fällige, nüchterne Abrechnung mit der vergangenen Epoche. Hut ab!

Jahrzehntelang hörten sich die Nachrichten immer gleich an (in den 80ern fingen in einem Kino, in dem ich einen über 20 Jahre alten Film von Jean-Luc Godard ansah, alle an zu lachen, als im Radio von Abrüstungsverhandlungen zwischen UdSSR und USA zu hören war), seit ungefähr 2009/2013 ändern sich die Themen in schwindelerregendem Tempo: man möchte nichts auf den Grund gehen, schon gar nicht herausarbeiten, worin die Konstante besteht, die all die Säue durchs Dorf jagt. Eine rasante, ständig haltlosere, jede Zurückhaltung über Bord werfende Abfolge von Ereignissen, die wie selbstverständlich hingenommen und als alternativlos geframet werden ist die Folge.

Guérot ist sehr ehrlich. Ich habe auch sehr lange die Absichten von George Soros geteilt, angefangen von der Charta 77. Noch 2005 stand ich rückhaltlos hinter ihm (als nur einige kommunistische Journalisten an seiner Arbeit rummäkelten). Seit er Correctiv mitfinanziert, bin ich entsetzt (und auch erstaunt; denn Soros' Engagement für die Offene Gesellschaft und für Pluralismus war ja immer aufrichtig).

 

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