Stationen

Montag, 24. Februar 2020

Europahymne

Deutsche, singt!! Wenigstens im Beethovenjahr!








Sendung mit der süßen Maus



Wenn man Uta Ogilvies Schilderung dessen, was sie zu der Entscheidung veranlasste, in Hamburg "Merkel muss weg"-Demonstrationen zu initiieren und was ihr seitdem alles passiert ist, hört, erfährt man in einer halben Stunde mehr über den Zustand von kein-schöner-Land als aus sämtlichen Reden, die Steinmeier je gehalten hat und sämtlichen Leitartikeln der FAZ vom vergangenen Jahr.    

Was ist eigentlich eine Shisha-Bar?

Ein erster empirischer Ansatz zur Beantwortung dieser Frage findet sich hier.

Compromesso storico? Erledigt!

Normalerweise, jedenfalls in normalen Zeiten, treten die Verhandlungsführer zu zweit vor die Kamera, um einen Kompromiss zu verkünden. Den historischen Kompromiss von Thüringen – die CDU wählt den Linkspartei-Politiker Bodo Ramelow am 4. März, dafür bekommt die Linkspartei, was sie ebenfalls von Anfang an wollte, nämlich Neuwahlen – gaben Bodo Ramelow und Linksparteichefin Katja Kipping jeweils solo und ohne christdemokratische Begleitung bekannt. Kipping sagte am Samstag vor den Kameras, die Hufeisentheorie, der die CDU jahrzehntelang angehangen habe, also die Annahme, dass so etwas wie eine gesellschaftliche Mitte existiert und Links- und Rechtsextremismus in ihrem Totalitarismus einander strukturell ähneln, sei „jetzt erledigt“.   Wendt

Irgendwann macht Deutschland Italien immer alles nach (und perfektioniert es unglücklicherweise mit deutscher Unerbittlich- und Unerschütterlichkeit). Und dabei imitiert es - abgesehen von Klinsmann, der eine intelligente Ausnahme war - immer nur die Fehler Italiens. Egal ob Faschismus, Schülerribellion durch indoktrinierte Gymnasiasten, Mietpreisbremse oder Kujonierung des selbstmörderischen Bürgertums.
"Mehr Demokratie wagen" stand 1962 im von Heisenberg unterschriebenen Tübinger Memorandum. Die 68-er besetzten zum Dank sein Institut und Brandt schrieb sich das Tübinger Motto auf seine Fahne. Pöbelei und Sozialismus gehören zueinander wie Bratwurst und Senf, wie Parmesan und Pasta, wie Bin Laden und Saddam Hussein, wie Antifa und SA, egal ob es sich um Nationalsozialismus oder Internationalsozialismus handelt.

Michael Spreng bringt auf den Punkt, wer jetzt in Hamburg gewonnen hat.

Wer auf jeden Fall verloren hat - egal ob sie am Ende im Parlament sitzt oder nicht - ist die Rockerbraut. Sie ist die Antimaterie der FakeFürstin, mit der sie die Vulgarität gemeinsam hat! Wo diese versucht, sich mit vulgären Aristokratie-Klischees einen Anstrich von Adel zu geben, ist jene eine Unedle, die sich ihrer tatsächlich aristokratischen Familienherkunft - eine von der Decken, die zur von Treuenfels-Frowein wird - schämt und ihre Haut zu Markte trägt, indem sie zu den unpassendsten Gelegenheiten Lederjacken trägt, damit ja niemand vergisst, dass sie - die geborene von der Decken nämlich, nicht die Lederjacke - ein Accessoire von Udo Lindenberg und Motorrädern ist. Immerhin wird man so eine Jacke irgendwann auch wieder leichter los als ein Tatoo. Aber das ändert nichts daran, dass die FDP inzwischen mehr eine von-Trrreuenfels-Frrrowein-Partei ist, als eine von-Lambsdorff-Partei.
Die AfD ist die Partei der Mütter, und die Grünen sind die Partei des Gebärmutterkarzinoms.






"Nicht hilfreich". Mit diesen Worten quittierte Angela Merkel Sarrazins erstes Buch vor 10 Jahren. Und heute sagte Bernd Riexinger, die CDU sei auf Bundesebene nicht hilfreich.


Nicht nur die Taktiker, sondern erst recht die Strategen der Union suchen seit langem den Anschluß an die "Fortschrittlichen, Guten, Aufgeklärten", mit einem Wort: an die "Antifaschisten".
Man verkauft das in der Regel als notwendigen Schritt zur „Modernisierung“ der Partei. Wobei unter „modern“ immer das verstanden wird, was die Gegenseite seit je für richtig hält. Ein Prozeß des Hinterherlaufens, der im Grunde schon mit dem traumatischen Machtverlust von 1969 einsetzte.

Man läuft den Volkserziehern hinterher, die sich etwas darauf einbilden, sich immer etwas links des Mainstreams zu positionieren. Auch wenn sie auf der Flucht vor diesem Mainstream so immer weiter nach links gerückt sind.

So hat die CDU im Namen der „Modernisierung“ zuerst den Kampf gegen die Neue Ostpolitik aufgegeben, dann die Verteidigung des Leistungsprinzips, dann das klassische Familienbild, dann den bewährten Aufbau des Bildungssystems, dann die Grundsätze gerechter Besteuerung und eines ausgeglichenen Haushalts und zuletzt sogar den Alleinvertretungsanspruch.
Selbst Helmut Kohl meinte, daß das Wiedervereinigungsgebot ohne den Mauerfall in den eigenen Reihen kaum zu halten gewesen wäre. Denn die „Modernisierer“ – Heiner Geißler, Norbert Blüm, Rita Süßmuth, Warnfried Dettling und die übrigen Meisterdenker aus dem Konrad-Adenauer-Haus – waren längst dabei, die Union in eine „Großstadtpartei“ zu verwandeln, die auf „weiche Themen“ – Frauen, Ökologie, Soziales – setzte, um neue Wählerschichten zu erschließen.

Allerdings gab es für eine gewisse Zeit noch organisierten Widerstand: die Frommen, die Vertriebenen, die Nationalen, die Konservativen. Solchen Ballast konnte man nur schrittweise loswerden. Die Einbuße einer erheblichen Zahl an Wählerstimmen nahm man billigend in Kauf. Den Funktionären schien das die Sache wert, ging es doch darum, das Image der „Partei des Verbrennungsmotors, des Schweinenackensteaks und des Arbeitens bis zum Umfallen“ (Ole von Beust) loszuwerden, um die Union als Partei des Perpetuum Mobile, der veganen Ernährung und der Work-Life-Balance neu zu erfinden: verjüngt, smart und für Großstädter und Anhänger diverser Lebensformen wählbar.   (frei nach Karlheinz Weißmann)


Braunkittel als Jesus
Ob schwarz, rot, blond, ob braun,
er bricht die Herzen der stolzesten Fraun.


Tim Mälzer




Linke regieren und in der Opposition sitzen auch Linke, fast auf Augenhöhe mit der CDU. Der gestrige Wahlabend ist für die CDU nicht einfach eine schwere Niederlage bei einer Wahl in einem kleinen Bundesland. Wir alle werden Zeuge des qualvollen Endes der großen Volkspartei der Mitte, die unser Land so viele Jahrzehnte bestens regiert hat. 

Samstag, 22. Februar 2020

Nach dem Dammbruch der Durchbruch


Kemmerich hätte einfach seine Machtbefugnisse als gewählter Ministerpräsident nutzen, die Regierungsbüros der Linken im Landtag kurzerhand räumen lassen und die Figuren, die ihn und seine Familie bedrohten und versuchten, eine demokratische Wahl ungültig zu machen, verhaften lassen sollen, um dann ein Kabinett mit Leuten seiner Wahl zu bilden; niemand hätte ihn hindern können. Aber dann wäre er ja nicht in der FDP.

Revierverhalten und die FAZ

Ein FAZ-Herausgeber stößt sich, wie viele andere Pyromanen auch, an den Vorschlägen zum Brandschutz, während er munter ins Feuerchen bläst. Was ist los mit Ihnen, Kaube; die letzten Jahre keine Zeitungen gelesen? Die täglichen Messerstechereien, die "Gruppen", die in Innenstädten allabendlich ihr Mütchen kühlen, die Silvester-Kirmes zu Köln und andernorts, deren Wiederholung nur durch riesige Polizeiaufgebote verhindert werden konnte, überhaupt das raumgreifende, dräuende öffentliche Auftreten von Gruppen junger Männer mit dem existenzveredelnden Hintergrund: alles Reviermarkierungen, Revierkämpfe und vor allem Reviereroberungen, denn fast immer sind diejenigen, die noch nicht so lange hier leben, sowohl jünger als auch vitaler und natürlich in der Überzahl, auch in Hanau, etwa hier oder hier oder hier ("In Hanau kann es jeden treffen" schreibt die Welt).

Einen Tag später ist Kaube Kohler beigesprungen ist: Man muss, wie gesagt, solche Kommentare als Bewerbung für die Aufnahme ins öffentlich-rechtliche Alimentierungssystem lesen; auch die "Zeitung für Deutschland", die sich inzwischen passagenweise so uniform, vernagelt und kremlfromm wie das alte "Neue Deutschland" liest, verliert Leser en gros. Dieses Gekeife verdient trotzdem kein Mitleid, weil Würdelosigkeit nie Mitleid verdient.
Aber dass ein Herausgeber der kanzleramtsnahesten deutschen Gazette in der selben Woche, in der Emmanuel Macron erklärt hat, er wolle Teile Frankreichs von den Islamisten "zurückerobern", Klonovskys Bemerkung, in multikulturellen Gesellschaften fänden mit einer gewissen Zwangsläufigkeit Kämpfe um die Revierverteilung statt, zur "Zoologie des Fremdenhasses" nobilitiert, wollen wir festhalten. Es ist unter den gebildeten Verächtern des gesunden Menschenverstandes die rezenteste Variante des hündisch apportierenden knalldeutschen Michels. Und Merkels letzter Verbündeter ist gleichzeitig vollrohr Nazi, nicht wahr?

Und da Leute wie Kaube und Kohler nun mal von der Wirklichkeit durchdrungen werden wollen, geht es hier weiter.

Der Prophet




Pfiffige Propheten machen 1. nur Voraussagen, die auch wirklich eintreten (das sind gemäß dem 2. Gesetz der Thermodynamik meistens negative Ereignisse). 2. vermeiden sie es - anders als Akif Pirinçci - vor dem Künftigen zu warnen, wenn das Künftige von der Übermacht der vorherrschenden Kultur erwünscht wird und damit verbundene Unannehmlichkeiten als unerheblicher Begleiteffekt eines als höher erachteten Ganzen anzusehen sein sollen, sozusagen als Eintrittspreis für eine höhere Sache! Im Gegenteil, pfiffige Propheten biedern sich in diesem Fall bei den Vertretern der Übermacht an und machen sich zu ihren Sprechern. Sie prophezeien, um zu profitieren!!
Sie sind die Oberklugscheißer, die nie Lehren aus geschichtlichen Erfahrungen ziehen und lieber Kaffeesatzanalyse mit Planwirtschaft und Planetarwirtschaft verquicken und sich einen Dreck darum kehren, wenn sich ihre Versprechungen eines Tages als unheilvolle Wahnvorstellung entpuppen werden.




Harvard-Politologe und Postmodernitäts-Prophet Yascha Mounk - Friede sei mit ihm - sagte daher am 20. Februar 2018 in den Tagessthemen haargenau dasselbe, was Akif Pirincci auch immer sagt. Nur nannte Mounk es 1. nicht "Umvolkung" und 2. verherrlichte er den Prozess der Umvolkung und wurde deshalb auch von Frau Miosga nicht für seine Beurteilung gerügt. Er sagte wortwörtlich:  "dass wir hier ein historisch einzigartiges Experiment wagen, und zwar eine monoethnische und monokulturelle Demokratie in eine multiethnische zu verwandeln. Das kann klappen, das wird, glaube ich, auch klappen, dabei kommt es aber natürlich auch zu vielen Verwerfungen." Eine dieser Verwerfungen haben wir gerade in Hanau erlebt. Und es wird gewiss nicht die letzte sein.

Multikulturalismus kann tödlich sein. Er kitzelt aus Menschen, die diesem verantwortungslosen Experiment ausgesetzt werden, einen der elementarsten Instinkte heraus: das Revierverhalten. Multikulti in Verwerfungsbestform ist der Bürgerkrieg zwischen ethnisch-kulturell auf einem Territorium zwangsvermischten Gruppen, die nicht zu einander passen. Das ist der Grund, warum verantwortungsvolle Politker wie Helmut Schmidt immer wieder darauf insistiert haben, es mit der Aufnahme von Fremden nicht zu übertreiben, die Integrationskraft der Aufnahmegesellschaft nicht zu überfordern, den Menschen nicht ihre vertraute Umgebung und die damit verbundenen Sicherheiten zu nehmen.
Dass Deniz Yücel und Cem Özdemir jetzt wie aus der Pistole geschossen Maaßen diffamieren, diskreditieren, delegitimieren, dämonisieren und - gemäß der 5-D-Regel - mit den üblichen Doppelstandards heimsuchen, die Linke seit 50 Jahren gegenüber deutschen Konservativen aus dem Werkzeugkasten holen, bestätigt leider meine schlimmsten Vorahnungen: Muslime sind selbst dann meist keine verlässlichen Demokraten, wenn sie nicht an Allah glauben; denn die Mentalität der ressentimentstrotzenden, beleidigten Leberwurst, die sich durch Gejammer Vorteile zu verschaffen gedenkt, haben sie allemal. Die streift auch der "aufgeklärte", ungläubige mohammedanisch sozialisierte Linke nicht ab, gerade er nicht, denn es ist ja seine raison d'etre.





Sofern es sich bei dem Hanauer Todesschützen um einen rechtsextremen Täter handelt, ist zu hoffen, dass die Kanzlerin Jacinda Arderns Beispiel folgt und mit einem Hijab die Angehörigen der Opfer besucht. Frau Merkel sollte (unter dem Hijab) darauf hinweisen, dass jeder Mensch, der behauptet oder jemals behauptet hat, Multikulti sei gescheitert, ein rechter Hetzer sei und strafverfolgt gehöre, sofern der Mörder, wie gesagt, ein rechtsextremes Tatmotiv hatte. Sie sollte ferner ihre willkommenskulturell eingehegten Untertanen daran erinnern (aber nur sofern der Täter ein Rechter ist), dass sie ihnen seit den Tagen des freundlichen Gesichts gegenüber den noch nicht so lange hier Lebenden ca. zwei Millionen Bereicherungsfälle zur Erlernung interkultureller Kompetenz und zur allgemeinen Erbschuldabtragung an die Hand gab. Sie sollte, zum Dritten, nicht mehr nur halbherzig auf die Rückgängigmachung falscher Wahlergebnisse drängen, aus denen potentielle rechte Gewalttäter folgern könnten, dass sich auf politischem Wege sowieso nichts ändern lässt, sondern ein sofortiges AfD-Verbot anregen, denn das Einschlagen auf den Seismografen nach dem Erdbeben gehört zu den symbolischen Amtspflichten einer internationalsozialistischen Anführerin und Nasendreherin.

Hoffen wir also auf ein angemessenes Tatmotiv! Und dass es sich nicht einfach nur um einen "normal" durchgedrehten Psychopathen handelt, der den Verstand verloren hat oder gar um einen paranoiden Schizophrenen: "eine Halbierung der Bevölkerungszahl kann ich mir vorstellen. Wenn ein Knopf zur Verfügung steht, dies Wirklichkeit werden zu lassen, würde ich diesen sofort drücken, so schnell das man gar nicht schauen könnte. Einzigste Voraussetzung für mich wäre, dass dies von einer Sekunde auf die nächste erfolgen muss, da ich nicht Schuld bzw. Interesse an einem Leid dieser Menschen habe, denn es ist denkbar, dass es in diesem Universum einen unendlichen Kreislauf des Lebens gibt, so dass ich in irgendeinem anderen Leben genau der Mensch bin, den ich heute vernichten will.", sagt er.
Und er meint, als einziger von schrecklichen Geheimverschwörungen zu wissen, und sei dazu berufen, die Welt aufzuklären. Er fühlt sich sein ganzes Leben lang von Geheimdiensten verfolgt und denkt, dass berühmte Menschen wie Donald Trump seine Ideen und Strategien gestohlen haben – das sind klassische Wahninhalte eines paranoid Schizophrenen.

Das Thema Nationalsozialismus ist ja häufig Inhalt der Wahnfantasien aller möglichen Psychotiker.

Woran das liegt? Wer weiß, es liegt wohl daran, dass wir alle nur Menschen sind und generell von dem, was damals geschah, überfordert sind. Und daran, dass fragile Seelen wie die der Schizophrenen auf die eine oder andere Weise an diese E-normität andocken, weil auch sie ex norma sind.
Vielleicht kommt hier ein gesellschaftliches Trauma als individuelles Delirium zum Ausdruck. Vielleicht liegt es auch an etwas ganz anderem. Fest steht aber, dass sich sehr viele Psychotiker entweder selbst von den Nazis verfolgt, ausgespäht und bedroht fühlen oder sich selbst für hohe Offiziere der Nationalsozialisten halten, die eine Mission zu erfüllen haben. Manche halten sich sogar für den Führer persönlich.

Menschen wie Tobias Rathjen konfrontieren uns mit der menschlichen Unzulänglichkeit.


Wie inhaltslos und siech die Motive unserer machtbesessenen, bleiern an den Sesseln klebenden Politikerkaste sind, kann man an der beispiellosen Niedertracht erkennen, mit der das Blutbad von Hanau jetzt als Vorwand genutzt wird, um gegen die aus gutem Grund islamkritische AfD zu hetzen. Dieselben Stimmen, die sonst stets bei der Hand sind, ohne nach den Ursachen zu fragen, einen im Namen einer islamistischen Ideologie mordenden Terroristen spontan zum psychisch gestörten Einzeltäter zu erklären, verorten einen tatsächlichen Psychopathen ohne Zögern und ohne den geringsten Zweifel zuzulassen als „rechtsextremen Terroristen“. (Alice Weidel) Wie gesagt, wenn bei Aussagen im Zusammenhang mit Regelverstößen, besonders mit Verbrechen und ganz besonders mit Bluttaten, dämonisiert und delegitimiert wird und Doppelstandards angewendet werden, um so indirekt oder gar direkt die politische Opposition zu diskreditieren und zu diffamieren, dann handelt es sich - gemäß der3-D-Regel - nicht um legitime Kritik, sondern um antidemokratischen Antipluralismus.

Antifaschismus & Nazirehabilitierung in einem Aufwasch

Gestern hat YouTube die letzte Ausgabe von „Broders Spiegel“ wegen angeblicher Hassrede gesperrt und die Löschung angekündigt. Einige Tage lang ist das Stück unbeanstandet gelaufen, doch dann hat vielleicht jemand gelesen, was Jakob Augstein feststellte:
„Die Wegbereiter der Gewalt haben Namen und Adresse: Sarrazin, Broder, Tichy, und andere, die die Verrohung des Diskurses vorangetrieben haben. Zuerst kommen die Worte, dann die Taten.“
Auch das Sperren und das Löschen, beziehungsweise deren Herbeiführung, sind Taten. Und die sind sehr leicht zu vollbringen. Eine Denunziation als Hassrede reicht. Sie können sich das bei YouTube als Hassrede gesperrte Video hier auf Dailymotion anschauen, die "Achse des Guten" hat es dort zu Dokumentationszwecken hochgeladen. Schauen sie selbst, was an diesem Kommentar Hassrede sein soll.

Mehr Demokratie wagen!

Dieses Wort stammt gar nicht von Brandt. Er hat es nur aufgegriffen. Es wurde zum ersten Mal im Tübinger Memorandum erwähnt. Damals konnten sich die evangelischen Intellektuellen noch sehen lassen.

Freitag, 21. Februar 2020

Auch in dieser Hinsicht ist das Italien der 80-er mit 40 Jahren Verspätung tatsächlich in Deutschland angekommen

Ziel des Berliner Mietendeckels ist die Schaffung bezahlbaren Wohnraums. Warum das lediglich kurzfristig funktionieren kann, habe ich hier schon einmal dargelegt. Als der Artikel erschien, war das Gesetz und dessen exakter Inhalt noch nicht final. Am 30. Januar diesen Jahres wurde der Mietendeckel schließlich verabschiedet.
Ein Detail dürfte für die Studentenstadt Berlin besonders fatal sein: Der Mietendeckel gilt auch für Untervermieter. Diese Untervermietung ist besonders bei studentischen Wohngemeinschaften üblich; ein Generalmieter mietet dabei die gesamte Wohnung auf seinen Namen und vermietet die einzelnen Zimmer dann weiter.
Ein WG-Zimmer ist natürlich erheblich günstiger als eine komplette eigene Wohnung – gerade in beliebten Lagen. Doch der Mietendeckel macht die WG unattraktiv. Da der Mietendeckel auch für ein Zimmer innerhalb einer größeren Wohnung gilt, hat der Mieter der Gesamtwohnung schlicht kaum noch ein finanzielles Interesse an der Zimmervermietung. Dank des Mietendeckels ist die Gesamtmiete so günstig, dass er seine Untermieter rausschmeißen kann und so die ganze Wohnung für sich alleine hat.
Das führt zu einer massiven Reduzierung des freien Wohnraums. Kamen bislang drei Studenten in einer Wohnung unter, benötigen sie nun jeder eine eigene. Es gibt in Berlin derzeit etwa 200.000 Studenten. Wenn im Durchschnitt zwei Studenten in einer Wohnung wohnen und je einer ausziehen muss, dann werden in Berlin kurzfristig 100.000 neue Wohnungen benötigt.
Dies wird dazu führen, dass Zuzügler in Berlin schlicht keine Wohnung finden werden. Selbst wenn sie bereit wären, hohe Mieten zu zahlen – sie dürfen es ja nicht. Der Markt kann die Situation nicht regeln, es ist ihm ja verboten. Es ist wie mit dem Trabi in der DDR: Er war unglaublich günstig, man hat nur keinen bekommen.   Marvin Wank

Lasst endlich die Bauern zu Frieden!

Zwischen 2002 und 2012 hat ein Satellit der ESA erstmals die Methankonzentrationen der Erdatmosphäre erfasst. Die gemessenen Werte sind nicht mit den weltweit bekannten Standorten der großen Rinderherden korreliert. Im Gegenteil: In Brasilien, dem Land, in dem mit 212 Millionen Rindern die größte Herde lebt, hat entsprechend der Satellitenaufnahmen geringe Methangaskonzentrationen.
Eine weitere kaum beachtete Tatsache: Methan-emittierende Huftiere und andere Großfauna hat es bereits vor der industriellen Revolution gegeben. Zum Beispiel die Bisonherden und Elche in Nordamerika, und nicht weniger als 26 Millionen Elefanten alleine nur in Afrika. Diese inzwischen stark dezimierten Bestände, die vermutlich ähnlich groß waren wie die heutige Rinderherde, haben damals die Erdatmosphäre mit ihren Methanemissionen nicht überhitzt, und daher können es die aktuellen domestizierten Tiere auch nicht.
Und dann gibt es viele Ungereimtheiten: Zum Beispiel: Die grob bekannten Einträge von Methan in die Erdatmosphäre sind um ein Vielfaches größer als die vermuteten Methansenken, so dass die Methankonzentrationen ebenfalls um ein Vielfaches größer sein müssten, als gemessen wird. Da die Messungen stimmen, müssen folglich die Modellierungen grundsätzlich falsch sein.
Wer sich mit den wissenschaftlichen Veröffentlichungen befasst, der merkt schnell, dass es eine erhebliche Konfusion über die mögliche Treibhausgaspotenz von Methan gibt. Es besteht keine Einigkeit darin, ob Methan ein 23-fach oder doch 80-fach stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid ist, ob es 12 Jahre in der Atmosphäre verbleibt oder doch nur 8 oder noch weniger Jahre. Es scheint klar, dass Methan von Hydroxyl aus der Atmosphäre gewaschen wird, aber wie genau, in welchen Mengen und in welchen Zeiträumen, ist lediglich Spekulation. Die chemische Reaktion in der Atmosphäre lässt sich nicht direkt beobachten. Nicht einmal auf die Umrechnungsformeln der Treibhauspotenz von Methan im Vergleich zu Kohlendioxid können sich die Klimaforscher einigen.
Es sind ein gutes Dutzend dieser Formeln im Umlauf, und jede hat andere Konsequenzen zur Folge. Renommierte Forscher der Oxford Universität behaupten zum Beispiel, die Veränderung der Methankonzentration wäre die beste Methode zur Klimaabkühlung. Diesen Effekt erreichen sie aber lediglich durch die Veränderung ihrer Berechnungs- und Modellierungsmethoden und nicht, weil sie ein besseres Verständnis oder direkte Messdaten gewonnen hätten.
Nicht ein einziger unabhängiger und „ehrlicher“ Wissenschaftler kann und würde mit Gewissheit behaupten, welche Nettoklimawirkung das Methan in einer echten Atmosphäre hat – alle Aussagen dazu basieren bislang lediglich auf unzureichenden, noch äußerst unscharfen mathematischen Modellen oder solchen unter Laborbedingungen. Was wir aber mit Sicherheit wissen, ist, dass Milch und Fleisch äußerst gesund sind, und dass die historischen Viehbestände ähnlich groß waren wie die heutigen, und damals das Erdklima auch nicht zum Kochen gebracht haben. Anstatt die junge Öffentlichkeit mit manipulierten Fehlinformationen zu versorgen, sollten ARD und ZDF vielleicht beginnen, ordentlich zu recherchieren.   Peer Ederer

Milch und Klima

Sachverstand ist unerwünscht




Milch und Klima

Das Wesentliche



Vor der Pest und nach der Shoah




Quatuor pour la fin du temps


Vor der Pest wurden Urteile über Gesinnungen gefällt. Nach der Pest breitete sich Skepsis aus. Boccaccio fällte keine Urteile mehr über Gesinnungen, obwohl er Dantes Werk propagierte.
Nach der Shoah geschah das Gegenteil. Wie zuvor nur während der Hexenprozesse nach der Reformation, dann während der Französischen Revolution und später nach der der Internationalsozialisten und der Nationalsozialisten fällen seit Bekanntwerden der Shoah die Menschen wieder unerbittliche, unbarmherzige Urteile über Gesinnungen. Je mehr die Zeit vergeht, desto mehr, wie das Universum, das sich auch immer schneller ausdehnt. Wir brauchen einen neuen Boccaccio.

Donnerstag, 20. Februar 2020

CD(DR)U

Nach einigen strengen Zurechtweisungen, Verhaftungen und Schikanen gelangte die Ost-CDU zum „christlichen Realismus“, was bedeutete, dass sie sich zur „sozialistischen Gesellschaft“ bekannte. Denn diese bessere Gesellschaftsordnung gebe „die beste Möglichkeit zur Verwirklichung der Forderungen Christi und zur Ausübung praktischen Christentums“. Amen. Christdemokrat sein hieß im Osten, flexibel sein. Einerseits begrüsste die Ost-CDU, geprägt von christlicher Nächstenliebe, den Bau der Mauer im Jahr 1961 ausdrücklich und beschimpfte ihre Schwesterpartei im Westen als „Kreuzritter des Kapitals“. Andererseits bekannte sie sich dann nach 1989 zur deutschen Einheit und zur Marktwirtschaft. Denn steht nicht geschrieben, dass eher ein Kamel durchs Nadelöhr geht als ein Reicher in den Himmel? Merkel ist genauso flexibel, wie es die CDU in der DDR schon immer war. Germania capta ferum victorem cepit.

Wer sagt da, im Sozialismus waren die Wahlen auch nicht schlechter? Dann geh doch rüber!

Wie man der AfD ganz einfach einen Riegel vorschieben könnte!

Einen guten Vorschlag dafür unterbreitet der kanzleramtsnahe Tagesspiegel: "In den Gegenden, wo populistische Parteien und Positionen grassieren, wird einfach die Internetverbreitung verlangsamt oder gar gestoppt – und Peng, ist das Problem mit der AfD gelöst."
Diese sogenannte Partei ist ja ein reines Netzphänomen. In der DDR etwa gab es kein Internet, und wo war da die AfD? Eben. "Die Nutzung von Online-Medien, sagen die Forscher, kommt den populistischen Parteien entgegen, da sie dort ihren Kommunikationsstil der direkten Ansprache mit einfachen Botschaften pflegen könnten", notiert das Qualitätsmedium. Zum Beispiel Botschaften wie "Wir schaffen das!" oder "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" oder "Wir wollen kein CO2 mehr!" oder "Unser Land wird sich ändern, und zwar drastisch, und ich freu mich drauf". Netzklappe zu, Populistenaffe to(b)t!

Es wird ernst

In der Wahrheits- und Qualitätspresse wird ja stets penibel unterschieden zwischen rechts, rechtsradikal und rechtsextrem, um auch nur dem Hauch einer Generalverdächtigung beim differenzierten "Kampf gegen rechts" aus dem Wege zu gehen.
Nicht so die AfD, in diesem Falle der nordrhein-westfälische Flügel der Flügelpartei. Die stellt "alle Heiratenden (sic!) aus der Türkei oder mit türkischen Wurzeln unter einen Generalverdacht", enthüllt Der Westen – und alle Badenden mit Migrationshintergrund obendrein. Und zwar unter dem perfiden Deckmantel der satirischen Übertreibung, eines künstlerischen Genres, das aber bereits vom WDR-"Umweltsau"-Kinderchor mit dem satirischen Generalverdacht gegen alle deutschen Omas voll und ganz abgedeckt wird.

In einer Ausmal-Broschüre hat die Schwefelpartei rassistische Bilder veröffentlicht. Auf einem ist, wie der Westen schreibt, ein "Autokorso, möglicherweise nach einer türkischen Hochzeit" zu sehen, "alle Männer tragen Waffen, schießen damit um sich" und "die einzige Frau auf dem Bild ist verschleiert". Damit wird der besagte Generalverdacht erweckt, denn nur ein sehr kleiner Bruchteil unserer ausländischen Mitbürger nimmt an solchen folkloristischen Korsos teil, und kaum jemand von denen schießt dabei um sich. Man kann so einen winzigen Bruchteil doch nicht für einen Generalverdacht verantwortlich machen!! Auf einem weiteren Bild des "Hetz-Malbuchs" fliehen Menschen vor anderen, offenbar noch nicht lange hier Badenden – "einer versucht, nach einer Frau zu greifen" – aus einem Schwimmbad. Wieder wird ein Generalverdacht vorstellig, obwohl im vergangenen Sommer nur in seltenen Ausnahmefällen öffentliche Schwimmbäder nach Vorfällen mit Fachbürgern, die wegen der menschengemachten Erderwärmung überhitzt waren, geräumt werden mussten. Niemals würden sich Schaffende der Qualitätsmedien zu solchen General- oder wenigstens Majorverdächtigungen etwa gegen Ossis oder Sachsen hinreißen lassen! Nicht mal satirisch!

Das schlimmste Generalverdachtsbild aber ist diese Anspielung auf ein an NRW grenzendes Besiedlungsgebiet (hier ein paar Hintergrundinformationen zu Macrons Feldzugsmotiven):




Gegen solche Generalverdachtsverbreiter können wirklich nur Verbote und harte Strafen helfen. Die lustigen Hochzeitskorsos und die Badegepflogenheiten menschlicher Menschen müssen in einem Land wie unserem Lande geschützt werden.

Berechtigte Hetze!

Eine der ersten Maßnahmen der Regierung Johnson wird eine Änderung des Einwanderungsrechts  nach "vernünftigen" (also rechtsradikalen) Kriterien sein, meldet die Presse. Das gibt all jenen Hetzenden Recht, die den Hauptgrund des Brexit in Merkels angeblichem Sonderweg obergrenzenloser Masseneinwanderungsgewährung sahen.

Der kleine Unterschied





Der beherzte Christian

Aus einem Grab in Rott am Inn murmelte es folgende Kommentare zur Thüringen-Wahl und zum FDP-Abwracker Lindner:




Das Bild des Wurmfortsatzes bekommt eine ganz neue Bedeutung angesichts der Wendigkeit, mit der der große Vorsitzende sich so gekonnt im Staub zu krümmen versteht.

Mit dem zuverlässigen Selbsterhaltungstrieb lag unser Untoter wahrscheinlich falsch.

Mittwoch, 19. Februar 2020

Sie streicheln uns solange, bis wir tot sind




Gerade wurde beschlossen, wer unter den kanzleramtsnahen  Journalisten Deutschlands zu den 10 effizientesten Opinion Makers gezählt werden darf. Es wurde natürlich begründet und wie es begründet wurde, ist hier nachzulesen.

Es klingt haargenau wie der einstige DDR-Sprech, den ich zum ersten Mal in Italien erlebt habe, als eine von der damals noch existierenden KPI eingeladene DDR-Delegation nach Florenz gekommen war, um eine Ausstellung über Dresden zu gestalten. Da wurde Propagandamaterial ausgelegt: Bücher mit Titeln wie "La RDT si presenta" - "Die DDR stellt sich vor", in denen im Frage-und-Antwort-Verfahren, so ähnlich wie heute die FAQ, alle möglichen Themen abgehandelt wurden. Ich habe diese Bücher aufgehoben, weil die darin enthaltenen Verdrehungen so grotesk sind (und es so offensichtlich ist, dass es sich um Verdrehungen handelt, weil ständig mit unglaubwürdigen Begriffen wie "Republikflucht" operiert wird), dass zu befürchten war, dass diese Bücher eines Tages durch schwerer durchschaubare abgelöst werden könnten und ich diese unglaublichen, unfreiwilligen Selbstentlarvungen als historische Belegstücke bewahren wollte.
Immerhin erfuhr ich damals zum ersten Mal in meinem Leben auch vom Elbsandsteingebirge, das man auf großen Bildertafeln bewundern konnte, und ärgerte mich, dass meine einstigen Mitschüler zuhause in Deutschland, nicht einmal durch stern-Reportagen davon erfuhren, dass es im Osten so schöne Landschaften gibt (denn das hätte ja als revanchistische Vaterlandsliebe und nationalistischer Revanchismus oder gar Revisionismus ausgelegt werden können) und darüber, dass ich nur dank KPI an diese Information gelangt war. Dass Dresden durch einen Feuersturm völlig zerstört worden war, erfuhr ich bei dieser Ausstellung ebenfalls zum ersten Mal in meinem Leben. Auch hierzu waren große Bildertafeln aufgestellt worden.
Dass Dresden in Deutschland als "Elbflorenz" bezeichnet wird, erfuhr ich erst Jahre später. Die Aussteller setzten dieses Wissen irrtümlicherweise voraus. Aber Florenz hat fast doppelt soviele Partnerstädte wie Dresden, und die mesiten Florentiner wissengar nicht, dass Dresden darunter ist, geschweige denn, dass Dresden sich rühmt, das Florenz an der Elbe zu sein, so wie Lecce sich rühmt, dass Florenz des Südens zu sein. Solche huldigenden Metaphern nehmen Florentiner eher spöttisch als geschmeichelt zur Kenntnis, normalerweise empfinden sie sie als Anmaßung, über die man nur verärgert den Kopf schüttelt, wie über jede unselbständige Selbstbeweihräucherung. Besser kommt es an, wenn Apulier Florenz großzügig als Lecce des Nordens apostrophieren.
Es ist ja auch lächerlich, dass so viele deutsche Landschaften als "Schweiz" bezeichnet werden, sobald sie ein bisschen reizvoll sind.
Außer mir und meiner Verlobten war kaum jemand zu sehen, der sich für diese Ausstellung mit kostenlosem Eintritt interessierte. Entsprechend gelangweilt und missmutig schaute das Dresdner Personal. Aber für mich war diese Ausstellung eine echte Wegmarke. Zum ersten Mal in meinem Leben öffnete sich mir - jenseits der Propaganda - ein kleines Fenster ins östliche Deutschland und mich erfasste Sehnsucht nach dem schönen Gebirge, von dem ich völlig verblüfft zum ersten Mal Bilder sah. Aber es war keine großartige Ausstellung. Dresden war nur der Aufhänger, um für ein Gesellschaftssystem zu werben ("auferstanden aus Ruinen" kann man von Dresden ja wahrlich sagen). Das einzige, was mir als anerkennenswerte Leistung auffiel, war eine Krabbelecke für Kleinkinder, wo Mütter ihr Kind hätten abgeben können, wenn sie Lust gehabt hätten, eine kostenlose Ausstellung zu sehen, die einzig und allein für mich interessant war.

Es ist ein Glück, dass Linke selbst dann bei ihrer Propaganda pfuschen, wenn sie ein Pfund haben, mit dem sie wuchern könnten. Ich habe mich immer gewundert, dass die russophile Linke nie damit geprahlt hat, dass die Sowjets Vietnam nie bombardierten, sondern defensive Technologie zur Verfügung stellten. Merke: die Stärke der linken Propaganda ist immer nur eine Schwäche der Rechten. Die meckern gern.

Ich besaß auch die Veröffentlichungen der BRD ("La RFT si presenta"), die man sich beim Konsulat mitnehmen durfte und die ich eifrig las, weil ich mir endlich mal ein Bild meines Teils von Deutschland machen wollte und während 9 Jahren Schulzeit nie an verlässliche oder gar interessante Informationen gekommen war. Die Bonner Republik war nicht auf Heimatliebe eingestellt, obwohl jedes Kind (wie auch jeder Erwachsener) selbstverständlich nicht nur die Region liebt, in der er aufgewachsen ist, sondern auch sein Land. Dass diese spontane selbstverständliche Liebe in böser Absicht für unlautere Zwecke missbraucht werden kann, steht auf einem anderen Blatt. Diese Unterscheidung traf der ansonsten recht verständige Gustav Heinemann leider nicht, und als man ihn fragte, ob er sein Land liebe, antwortete er flapsig, er liebe seine Frau. Solche dummen Sprüche darf ein Bundespräsident nicht machen.
In geographischer, geologischer, naturräumlicher, soziologischer, allgemeingeschichtlicher und besonders kulturgeschichtlicher Hinsicht befand ich mich lange Zeit im Zustand totaler Demenz, da nach 1968 (und vor 1989) die Heimatkunde außer in Sendungen des Bayerischen Rundfunks wie "Unter unserem Himmel" kaum eine Rolle spielte und die Bayern schon im Nachbarland Baden-Württemberg belächelt wurden und nur die Sympathie wecken konnten, die man Tanzbären entgegenbringt.
Diese BRD-Präsentationsbücher enthielten viel Wissenswertes, wenngleich die nüchtern gemeinte Darstellung der Bonner Republik viel zu blutlos daherkam: Belanglosigkeiten wie Neuschwanstein und der Stuttgarter Fernsehturm wurden erwähnt, aber einen vernünftigen kulturgeschichtlichen Abriss gab es nicht. Der Kölner Dom war mit einem Photo vertreten, aber ohne Angaben zur Baugeschichte und ohne kulturanthropologische Einordnung. Diese BRD-Propaganda (darum handelte es sich zweifellos, denn man protzte mit Zahlen über Industrieproduktion und Sozialleistungen) war immerhin etwas, aber es war die typische Eindimensionalität und Seelenlosigkeit, von der wir immer noch nicht ganz geheilt sind und die unserem Land das Flair einer Drehscheibe-Sendung verleiht.

Erst als ich eines Tages an eine italienische Veröffentlichung gelangte, die der Zeitschrift "L'Espresso" beigefügt war, weil die Friedens- und Hausbesetzerbewegung ein gewisses Interesse für Deutschlandreisen geweckt hatte, las ich zum ersten Mal in meinem Leben einen anschaulichen, einprägsamen und wirklich interessanten Abriss der Geschichte Deutschlands vom Homo heidelbergensis über die Trichterbecherkultur und die Schnurkeramiker bis zur Bronze- und Eisenzeit und weiter zu Cäsars rechtsrheinischen Stippvisiten, der Völkerwanderung, Carolus Magnus, der Sachsendynastie, Franken, Stauffer, Habsburg, Luther, Bauernkrieg, 30-jähriger, Preußen, II. Reich, Weimar, Auschwitz (und 12 Jahre Fliegenscheiße), Adenauer, Teilung (Mückenscheiße), Ehrhardt, Brandt und Schmidt. Und alles in der richtigen Reihenfolge und Proportion und sogar ohne in jedem zweiten Nebensatz zu unterstreichen, dass die Neanderthaler noch gar keine Deutschen waren! Jenseits der vielen weißen Flecke und weltfremden Klitterungen, die in beiden Teilen Deutschlands vor dem Mauerfall üblich waren.

Und jetzt haben wir im 30 Jahre lang wieder vereinigten Deutschland 10 gesamtdeutschweltfremde an deutscher Genesung verwesende Streiter, die mehrheitlich eine Mischung aus Stalins und Morgenthaus Träumen besingen und am liebsten ganz Europa in einen Zustand versetzen würden, in den es einst versank, nachdem die ordnende Kraft des Römischen Reichs aufgezehrt war, weil das römische Knowhow von den in Massen herbeiströmenden Zuwanderern aus dem Norden nicht in ausreichendem Maße angenommen wurde und fruchtbare, einst bewirtschaftete Landschaften und befestigte Straßen wieder von der Wildnis zurückgeholt und unwegsam gemacht wurden. Echt kress. Aber immer dran denken: die Stärke linker Propaganda fußt immer nur auf einer Schwäche der Rechten.

Wisst Ihr noch die Bürgschaft für Flüchtlinge?


Zwischen 2013 und 2015 hatten viele Privatpersonen und Vereine Verpflichtungserklärungen abgegeben, um Migranten die Einwanderung und die Integration durch Übernahme der Lebenshaltungskosten zu erleichtern. Bund und Länder hatten sich jedoch vor rund einem Jahr darauf geeinigt, diese Kosten je zur Hälfte zu übernehmen, denn die Bürgen wollten auf einmal nicht mehr bürgen, als sich herausstellte, dass ihre gute Absicht schamlos von den Flüchtlingen ausgenutzt wurde.

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) begründete das staatliche Entgegenkommen gegenüber den Bürgen damit, daß die Betroffenen davon ausgegangen seien, nur für einen bestimmten Zeitraum zu bürgen. Sie seien nicht ausreichend aufgeklärt worden. „Daß jetzt für die Kosten danach die Gemeinschaft aufkommt, ist, glaube ich, sehr vernünftig.“ Es sei „unsere Verantwortung, niemanden in existenzielle Notlagen zu bringen“.

In Wirklichkeit, hatten die Bürgen schlicht und einfach nicht mit der Unverschämtheit gerechnet, mit der die Nutznießer ihrer Bürgschaft ihnen auf der Kasse liegen könnten, und da Zetsche ein neues Wirtschaftswunder prognostiziert hatte, wunderten sie sich, als es nicht eintraf.

Nach dem Beschluß zur Übernahme der meisten Flüchtlingsbürgschaften durch Bund und Länder ist nun die Höhe der Kosten bekannt. Bislang habe der Staat rund 21,7 Millionen Euro für die Bürgschaften ausgegeben, teilte das Bundesarbeitsministerium auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion mit.
Der AfD-Abgeordnete René Springer bezeichnete dies als „Skandal“. Auf Drängen der SPD müsse der Steuerzahler die Kosten für die geplatzten Flüchtlingsbürgschaften übernehmen. Noch schlimmer sei jedoch, „daß viele Bürgen aber gar nicht erst herangezogen wurden, weil Ausländerbehörden und Jobcenter schlichtweg versagt haben“. Bis jetzt seien keine Maßnahmen ergriffen worden, „um dieses Behördenversagen in Zukunft zu verhindern“.

Dienstag, 18. Februar 2020

Eine großartige Oper





Ich weiß gar nicht, weshalb diese Oper noch nicht weltberühmt ist. Das ist wunderbare Musik. Rätselhaft.

Governo tecnico in Germania

Den Begriff "technische Regierung" habe ich heute zum ersten Mal in Deutschland gehört, um eine Übergangslösung zu finden, mit der man Neuwahlen einleiten möchte. In Italien hörte man ihn seit den 90-er Jahren immer wieder, wenn die Mehrheitsverhältnisse das Regieren unmöglich machten.

Die deutsche Sprache wird diskriminiert

Vor allem durch die EU-Kommission wird die deutsche Sprache diskriminiert. Der Bundestag hat darum die Bundesregierung mehrmals dazu aufgefordert, die EU-Kommission auf ihre Übersetzungspflicht hinzuweisen; leider erfolglos, denn die Bundesregierung weigert sich offensichtlich bis heute, eine stärkere Rolle für die deutsche Sprache in der EU durchzusetzen.
Johannes Singhammer (CSU), der als Bundestagsvizepräsident immer wieder nach Brüssel reiste, um dort für die deutsche Sprache zu kämpfen, schied nach der jüngsten Wahl als wichtigster Deutschverfechter aus dem Bundestag aus. Zwar sitzt ein Andreas Scheuer als Minister in der Bundesregierung, der als CSU-Generalsekretär noch gefordert hatte: „In der EU muß mehr Deutsch gesprochen werden.“ Doch Scheuer hat derzeit voll und ganz mit den Folgen des Mautdebakels zu kämpfen und ist nur noch ein Minister auf Abruf.  JF

Da die Deutschen ihre eigene Sprache mit Füßen treten und seit 50 Jahren die eigenen Klassiker verhöhnen, wird folgerichtigerweise schon in 10% der Haushalte Deutschlands nicht mehr deutsch gesprochen.

Rufmord kommt manchmal vor Mord


Die Berliner Zeitung ist sich sicher – und Twitter auch: Björn Höcke hat erneut für einen Skandal gesorgt, einmal mehr sein totalitäres Gesicht gezeigt. Über die Pegida-Demonstration in Dresden mit dem Thüringer AfD-Chef schlagzeilt Andreas Förster in der Berliner Zeitung: „Björn Höcke ruft zum Umsturz auf“.
Im Bericht heißt es, der AfD-Politiker habe in seiner Rede „praktisch unverhohlen zum Umsturz in der Bundesrepublik“ aufgerufen. Als vermeintlichen Beweis gibt Förster ein angebliches Zitat Höckes wieder:
„Die Herrschaft der verbrauchten Parteien und Eliten muß abgelöst werden, und wir werden sie ablösen. Das Land steht Kopf. Wir müssen es wieder auf die Füße stellen, wir müssen das Unterste wieder nach unten stellen. Wir werden diesen Kampf gemeinsam führen und gemeinsam gewinnen.“



Das Problem ist nur: Das hat Höcke so nie gesagt. Korrekt lautet das Zitat vielmehr:
„In Deutschland sind wirklich alle Maßstäbe verrückt. Dieses Land steht Kopf. Das Unterste ist nach Oben gewendet. Wir müssen dieses Land wieder vom Kopf auf die Füße stellen. Wir müssen das Unterste wieder nach unten wenden, wo es hingehört. Es ist so, wie das Henryk M. Broder einmal diagnostiziert hat. Deutschland ist ein Irrenhaus. Und wenn man ein Dach darüber ziehen könnte, dann wäre es eine geschlossene Anstalt.“
Einige Minuten später beklagt Höcke zudem eine „Herrschaft des Schlechten“ in Deutschland:
„Weil wir Deutschen schlecht regiert werden. Weil hier in diesem Land gegen die Interessen unseres Volkes Politik gemacht wird von den Herrschenden. Weil wir und unsere Kinder und Enkel um unsere Zukunft gebracht werden. Deswegen ist die Herrschaft der verbrauchten Parteien eine Ochlokratie. Eine Herrschaft der Schlechten. Eine Herrschaft des Schlechten, die abgelöst werden muß, und die wir ablösen werden.“
Und zum Schluß seiner Rede:
„Die verbrauchten Parteien von der Ex-SED bis zur Merkel-Söder-Union: Sie ziehen sich jetzt zusammen zu einer neuen Einheitsfront. Wir alle spüren, daß es so ist. Diese verbrauchten Parteien sind keine Wahl für einen aufrechten Staatsbürger, sind keine Wahl für einen aufrechten Demokraten, sind keine Wahl für einen aufrechten Patrioten. Diese verbrauchten Parteien, sie lösen unser Deutschland auf wie ein Stück Seife unter einem lauwarmen Wasserstrahl. Drehen wir diesen Wasserhahn jetzt gemeinsam ab, liebe Freunde. Dazu braucht es mutige und friedvolle Stimmen in den Parlamenten. Und es braucht mutige Stimmen und friedvolle Stimmen auf den Straßen und Plätzen unserer Republik, hier und heute und überall, jetzt und sofort. Es lebe Sachsen! Es lebe unser Deutsches Vaterland! Es lebe das wahre Europa!“
„Verbrauchte Parteien“, „Einheitsfront“, eine „Herrschaft des Schlechten“, die abgelöst werden müsse: harte Worte, keine Frage. Aber ein Aufruf zum Umsturz ist das nicht.


Doch damit endet die Falschdarstellung noch nicht. Förster berichtet, Höcke habe „Kritiker seiner Partei“ unter dem „begeisterten Beifall der Pegida-Anhänger als hemmungslos irre, völlig verrückt und geistig gestört“ bezeichnet. Allerdings: Auch diese Schilderung entspricht nicht der Wahrheit.
Höcke hat weder die Gegendemonstranten noch Kritiker der AfD als „geistig gestört“ oder „irre“ bezeichnet. Vielmehr ging es in der von Förster falsch zitierten und aus dem Zusammenhang gerissenen Passage von Höckes Rede um ein Zitat des abgetretenen Chefs der Thüringer Staatskanzlei, Benjamin-Immanuel Hoff (Linkspartei).
Dieser hatte dem neugewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) vorgeworfen, „ein Ministerpräsident von Gnaden derjenigen zu sein, die Liberale, Bürgerliche, Linke und Millionen weitere in Buchenwald und anderswo ermordet haben“. Höcke zitierte Hoffs Anwürfe wörtlich und beurteilt das wie folgt:
„Liebe Freunde, das ist nicht mehr nur antidemokratisch und undemokratisch. Das ist hemmungslos. Das ist irre. Das ist völlig verrückt. Und das, liebe Freunde, so eine Aussage, das ist im übrigen eine Verharmlosung der Verbrechen des Nationalsozialismus.“
Zu den Gegendemonstranten hatte sich Höcke in diesem Moment gar nicht geäußert. In deren Richtung sagte er viel später nur, ihr Anblick zaubere ihm immer ein gewisses Lächeln ins Gesicht:
„Mir tut das richtig gut, wenn ich sehe, daß da ein paar verirrte Geister unterwegs sind. Das macht dann doch viel mehr Spaß für die gerechte und richtige Sache das Wort zu erheben.“
Höcke wirkt unbeholfen und hat keinen Charme. Er ist alles andere als sexy. Er ist kein gut aussehender, eleganter Star wie Sebastian Kurz. Kein Frauenschwarm und niemand, mit dem Männer sich gerne identifizieren. Aber er ist aufrichtig und außerordentlich mutig. Er weiß, dass in Deutschland die meisten Journalisten und Politiker vor Hass nur so rasen, wenn jemand die Wahrheit sagt und dass das lebensgefährlich ist (einer, der so ähnlich heißt wie er, hat gerade die Waffen gestreckt), aber er sagt sie trotzdem. Das ist im besten Sinne ritterlich (wer der eigenen historischen Demenz ein Ende machen möchte und sich dafür interessiert, wie in Europa die Ritterlichkeit entstand - diese spezifisch europäische Ehrerbietung gegenüber Frauen, die es andernorts nur als europäischen Exportartikel gibt - der lese Arnold Hauser). Solange die Internet-Dienstanbieter die Sichtbarkeit von Höckes Videos nicht so sehr drosseln, dass es auffällt, wird die Schwarmintelligenz - besonders die emotionale - diese Tatsachen nicht übersehen.
Ich hoffe das Video, das ich hier unter dem Text eingebettet habe, ist für jedermann zu sehen.





Übrigens, a propos Faschismus!

Und a propos Meinungen zu Thüringen

Bertelsmanns Merkel-Imperium


Die EU besteht in dieser Welt nicht aus 27 (ohne das ausgetretene Vereinte Königreich), sondern aus 35 Staaten. Der gesamte Balkan-Flickenteppich wurde eingemeindet und, wie bei einem komplettierten Panini-Album, in einem Rutsch auch Norwegen. Außerdem, wenn auch nicht im Bild, Island. Auf die Annexion des Oblast Kaliningrad, der russischen Exklave zwischen Polen und Litauen, verzichtete die EU von 2020 offenbar. Stattdessen ist Kaliningrad zwischen all den grünen Blättern des Europabäumchens einfach nicht vorhanden, sondern durch Ostsee ersetzt. Merkwürdigerweise leuchtet aber die Schweiz wie alle anderen kräftig grün, obwohl die Eidgenossen dieser Zukunftsidee gerade erst wieder per Volksabstimmung die Gefolgschaft verweigerten.  (mehr zur Gütersloher Vision hier und hier)

Deutscher Charme


Montag, 17. Februar 2020

Gulag - Die „Hauptverwaltung der Lager“. Absolut empfehlenswert!

Während einige Medien heute einerseits schon wieder vom „aus der Zeit gefallenen Antikommunismus“ schwafeln, die Linke von der Wiederbelebung des Sozialismus träumt, für dessen real existierende Reinkarnation sie Ramelows Thüringen halten und im Land bereits wieder Transparente mit FDJ-Emblem und der Aufschrift „30 Jahre sind genug“ folgenlos durch die Straßen getragen werden, bringt Arte eine dreiteilige Dokumentation über das Gulag-System der Sowjetunion.
Über jenes System also, das Anhänger von US-Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders vor laufenden Kameras loben, für „halb so schlimm“ halten und gern für die USA adaptieren möchten.

Möglich sind auf Sklaverei basierende Systeme wie der Gulag nur, wenn es gelingt, durch Propaganda eine manichäische, auf „Gut“ und „Böse“ basierende Ideologie als verbindlich zu etablieren – da läuten angesichts der aktuellen Hysterie längst wieder die Alarmglocken.

Sonntag, 16. Februar 2020

Wanderlust

Von ElopAbgeleitet von File:Flussgebietskarte Deutschland.png (für weitere Referenzen siehe dort)Relief: Alexrk2 - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php




Frankenwald

Die Altneihauser waren schon immer die besten in Veitshöchheim







Wenn einer schon Neugirg heißt!




Auch die anderen Nummern waren dies Jahr nicht schlecht.

Ein Russe rettet Loewe



Die schöne Dagmar verkündet, dass die Kronacher Firma, die einst die besten Fernseher der Welt herstellte, dank eines russischen Unternehmers ein Weiterleben haben wird. Immer wieder schön, wenn eine gute Nachricht von einer schönen Frau mitgeteilt wird. Besonders in Deutschland, wo es fast keine schönen Frauen mehr gibt.

Hervorragend





Homepage und Zwischentöne

Der Künstlername von Herrn Vorragend ist Georg Ruby

Vom Gesinnungskorridor in eine geschlossene Anstalt, in der die Psychiater den allgemeinen Irrsinn gegen die gesunden Patienten verteidigen

Aus sämtlichen Parteien, Medien und Körperschaften links der Mitte, also von der Linkspartei bis zur CSU, von taz bis FAZ, von der Landeskirche bis zum DGB, brauste nach der Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich zum thüringischen Ministerpräsidenten vergangene Woche ein einheitlicher Ruf wie Donnerhall durchs Land: „Politische Schande“, „Tabubruch“, „Dammbruch“, „Kulturbruch“. Höher ging’s nimmer? Doch, es ging!
Auch der „Zivilisationsbruch“, der bis dahin für den Holocaust reserviert gewesen war, wurde bemüht. Kemmerich sei „ein Ministerpräsident der Faschisten“, tönte es. Der frustrierte Amtsvorgänger Bodo Ramelow, im Wahlkampf um bürgerlich-zivile, ja präsidiale Anmutung bemüht, fiel in die Rolle des antifaschistischen Rumpelstilzchens zurück und veröffentlichte auf Twitter ein Hitler-Zitat samt zweier Fotos: eines mit Hitler, der Reichspräsident Paul von Hindenburg die Hand schüttelt, und eins von dem thüringischen AfD-Chef Björn Höcke, der Kemmerich zur Wahl als Ministerpräsident gratuliert.
Der für Politik zuständige FAZ-Herausgeber machte sich die Deutung zwar nicht wortwörtlich zu eigen, doch sein grundsätzliches Einverständnis mit dem linken Wüterich war unverkennbar. Ramelows bisheriger Staatskanzlei-Chef hielt Kemmerich sogar vor, er sei „ein Ministerpräsident von Gnaden derjenigen (…), die Liberale, Bürgerliche, Linke und Millionen weitere in Buchenwald und anderswo ermordet haben“. Ein ZDF-Chefredakteur warf die Formulierung „Endstation Buchenwald“ in die Runde, offenbar in Unkenntnis darüber, daß Kommunisten das KZ Buchenwald nach 1945 weiterbetrieben und viele Tote zu verantworten haben.

Die hysterische Rede über Erfurt knüpft direkt an die Rede zum 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz an. Auf den zivilreligiösen Rosenkranz der in einfacher Sprache formulierten Warnungen und Lehren („Tätervolk! Kein Schlußstrich! Nie wieder!“) sind in diesem Jahr zwei neue Knospen gefädelt worden: „Tätersprache“ und „dasselbe Böse“. Das sind durchweg keine Begriffe, die für Erkenntnis und Klarheit sorgen und über die sich sinnvoll diskutieren ließe. Es sind affektive Wort-hülsen und magische Formeln, die jenen Anti-Nazi-Voodoo konstituieren, der nach der Wahl des armen FDPlers erneut losgebrochen ist.
Der Schriftsteller Uwe Tellkamp hat kürzlich sein Wort vom „Gesinnungskorridor“ dahingehend korrigiert, daß es in Wahrheit nur noch „enge Wände“ gebe. Selbst diese Beschreibung klingt mittlerweile wie eine Beschönigung. Denn auch enge Wände lassen einen Zwischenraum, eine öffentliche Sphäre, die den Austausch konträrer An- und Einsichten ermöglicht, aus dem gemeinsames Handeln im Geiste der Pluralität erwächst.
Der sogenannte öffentliche Raum von heute gleicht vielmehr einer geschlossenen Anstalt. Eine Zeit lang vermag die darin herrschende Polyphonie einen gewissen Pluralismus vorzutäuschen. Bei genauem Hinhören vernimmt man jedoch einen mehrstimmigen Chor, dessen Mitglieder in unterschiedlichen Tonlagen durchweg denselben Irrsinn skandieren. Wer bei Verstand ist, dem bleibt nur der stille Rückzug.

Der Kollektivirrsinn übertrifft die Mechanik der von der Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann beschriebenen Schweigespirale bei weitem. In Noelle-Neumanns Modell verschweigen viele Menschen – die eventuell sogar die Mehrheit bilden – ihre wirkliche Meinung und machen sich politisch ohnmächtig, weil die Medien ihnen suggerieren, daß sie sich mit ihrer Einstellung hoffnungslos in der Minderheit befinden. Immerhin handelt es sich um einen begrenzten, durch rationales Kalkül motivierten Vorgang.
Der gegenwärtige Irrsinn ist hingegen Ausfluß einer langfristig angelegten Wahrnehmungs- und Urteilstrübung, in welche die Beteiligten sich wissentlich und willentlich hineingesteigert haben. Ein wichtiges Motiv ist das Bedürfnis, Zweifel an der Richtigkeit des eigenen Handelns zu unterdrücken. Das Gefühl und das Wissen, dabei einer Mehrheit – der Mehrheit der „Anständigen“ – anzugehören, entlastet von der Gewissensnot, die dem verdrängten Wissen um die Selbstlüge entspringt. Darüber hinaus dient die Verteufelung des Gegners der eigenen Sinnstiftung. So ist der auf dem Titelblatt des Spiegel zum „Dämokrat“ stilisierte Björn Höcke eine Projektion, die ein politisch-mediales Sinnvakuum füllen soll.

In seinem 1932 erschienenen Buch „Der Massenwahn. Ursache und Heilung des Deutschenhasses“ beschrieb der Sozialpsychologe Kurt Baschwitz solche Erscheinungen als Folge von einschneidenden Ereignissen im inneren oder äußeren Staatsleben. Konkret ging es Baschwitz um die im Ausland grassierende Abneigung gegen die Deutschen, die mit dem Ende des Krieges 1918 kein Ende gefunden hatte. Der Friedensschluß von Versailles war ganz vom Geist des Krieges geprägt und Ausgangspunkt anhaltender Spannungen. Die Einsicht, falsch gehandelt zu haben, verletzte jedoch das Selbstbild der Siegermächte so sehr, daß sie an dem Wunsch festhielten, „glauben zu dürfen, daß das Opfer schuld, daß sie infolgedessen gerechtfertigt seien“.
Baschwitz wollte diese Konstellation, die ganz Europa gefährdete, aufbrechen helfen, indem er sie beschrieb. Kurz danach kam Hitler an die Macht, der nach dem Motto agierte: „Ist erst mal der Ruf ruiniert, lebt sich‘s völlig ungeniert.“ Die NS-Verbrechen schienen sämtliche Feindpropaganda zu bestätigen. Anders als nach dem Ersten waren nach dem Zweiten Weltkrieg keine inneren Abwehrkräfte mehr vorhanden, so daß die negativen Kollektivzuschreibungen immer tiefer ins Zentrum der Selbstwahrnehmung eindringen konnten, wo sie zu der masochistischen Kollektivmoral geführt haben, die sich seit 2015 in der irrationalen Willkommenskultur abfeiert.
Die AfD als organisierte Form des Widerstand stellt deshalb neben der politischen vor allem eine existentielle Herausforderung dar. Der Versammlung der „Anständigen“ ergeht es wie dem Untersuchungsrichter im „Fremden“ von Camus, der durch die Einlassungen des Angeklagten Meursault eine Ahnung der eigenen absurden Existenz bekommt und losschreit: „Wollen sie, daß mein Leben keinen Sinn hat?“

Natürlich sind sich Politiker, Journalisten, Gewerkschafter, Kirchenvertreter im Klaren darüber, daß die AfD dem gefährlichen Bild, das sie von ihr zeichnen, überhaupt nicht entspricht. Sonst würden sie sich gemäß ihrer masochistischen Moral ganz anders verhalten: genauso samtpfötig, ängstlich und unterwürfig, wie sie sich gegenüber Islamisten oder dem Clan-Wesen geben. Was sie ihren mutigen „Kampf gegen Rechts“ nennen, ist praktizierter Sadismus als seelischer Ausgleich. Die wirkliche „Schande“, sie liegt hier!   Thorsten Hinz



Eine Schmutzkampagne

1. Der Bundesvorstand der CDU will einen Unvereinbarkeitsbeschluss gegen die WerteUnion durchsetzen, ist aber nicht sicher, ob das rechtlich durchgeht.

2. Der Bundespressesprecher Ralf Höcker tritt nach massiven Morddrohungen zurück.

3. Der Bundeschef der WerteUnion Alexander Mitsch steht bundesweit in den Zeitungen, weil er in der Anfangszeit der AfD zwei lächerliche Spenden von zusammen 120 Euro an die damalige Anti-Euro-Partei von Bernd Lucke überwiesen hatte.
Alle schreiben darüber, keiner stellt die Frage, woher diese Information stammt, wer sie an die Journalisten “durchgestochen” hat und vor allem zu welchem Zweck?

4. Der Landessprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen, der Bundestagsabgeordnete Rüdiger Lucassen, taucht auf vielen Titelseiten in Deutschland auf, weil er behauptet hat, es gebe seit Monaten informelle Treffen zwischen AfD und Mitgliedern der WerteUnion, in denen ausgelotet werde, was gemeinsam geht. Wenn das, was Lucassen behauptet, tatsächlich stimmt – warum erzählt er es der Presse?

Die ganze Schmutzkampagne gegen die WerteUnion ist die Overtüre zur Zerschlagung einer erfolgreichen Basisbewegung innerhalb der Unionsparteien, die sich dem Linkskurs der merkelschen Nachlassverwalter entgegenstellt. Orchestriert wird diese Zerschlagungsmission aus dem Konrad-Adenauer-Haus und begleitet wird sie - aus ganz anderen Motiven - von Teilen der AfD. 

Anders als viele meinen, sehen nämlich die Flügel-Leute in der WerteUnion nicht eine Ergänzung, sondern eine Bedrohung ihres eigenen Machtkalküls.


Samstag, 15. Februar 2020

Wo Antikörper fehlen

Eric Gujer in der NZZ: „Epidemien breiten sich schleichend aus. In Wuhan behandelte ein Arzt einige Patienten mit einer heftigen Lungenentzündung. Weder die Behörden noch die Öffentlichkeit nahmen gross Notiz davon. Das war Anfang Dezember. Unterdessen ist der chinesische Arzt wie über 1400 weitere Personen dem Coronavirus erlegen. Weltweit sind über 64 000 Krankheitsfälle registriert, und ein Ende der Pandemie ist nicht absehbar.
Auch die CDU hat sich mit einer Krankheit infiziert. Sie nahm ihren Ausgang irgendwann, nachdem Angela Merkel Kanzlerin geworden war. Erst wurden die Reformpläne zur Fortsetzung der Agenda 2010 fallengelassen, dann kamen der Atomausstieg, das Ende der Wehrpflicht, der Mindestlohn, üppige Rentengeschenke und schliesslich die unbegrenzte Aufnahme von Migranten. Stück für Stück gab die CDU ihre Programmatik auf. Die Partei leidet am Virus der Beliebigkeit.“

Wenn wir schon bei Vergleichen mit 33 sind

"Auf die wegfegende Verve des Propagandatumults hatten seine Gegner keine Antwort. (...) Viel nachhaltiger wirkten die symbolischen Formen, durch die sie den Gegensatz zu allem Vergangenen und das Pathos des Neubeginns herauskehrten. (...) Am 22. Februar ernannte Göring Einheiten des SA, SS und des deutschnationalen Wehrverbandes 'Stahlhelm' zu Hilfspolizisten und gab damit das Signal zu einem Ausbruch täglich neuer Schlägereien, Verhaftungsaktionen, Schießgefechten und Verwüstungen von Wohnungen, Parteibüros und Zeitungsredaktionen. (...) Besondere 'Fangtrupps' der SA spürten 'Staatsfeinde' auf und prügelten, quälten oder erpressten sie (...)

Die in der großen Mehrheit nicht betroffene Bevölkerung nahm diese offenen Unrechtsakte mit kaum begreiflicher Gleichmut hin."

Joachim Fest, "Staatsstreich", Berlin 1994, S. 20/21

Wie war das mit Tragödie und Satyrspiel oder, dem legendären Marx-Zitat zufolge, Tragödie und Farce?

"Der Mutter Helmuth v. Moltkes schien es, 'als ob sie nicht mehr zu diesem Land' gehöre; andere sprechen vom Verlust langjähriger Freundschaften, vom Mißtrauen und Spitzelwesen der Nachbarn sowie überhaupt von der Erfahrung eines sich wie auf ein Stichwort hin leerenden sozialen Raums." (Ebenda, S. 26)


Keine Ahnung haben, aber dreiste Behauptungen in den Äther blasen, das nennt sich im Deutschland von 2020 Journalismus. Es gibt in Deutschland keine einzige Zeitung und keinen einzigen Sender mehr, die man noch guten Gewissens empfehlen kann.




Man fragt sich, was das für ein Geschichtswissen sein mag, um das sich die ARD-Frau "reicher" fühlt. In Reschkes geschlossen magischem Weltbild firmieren die Nationalsozialisten nicht als Figuren aus der Geschichte, sondern als Gestalten aus der Dämonologie. Die Nazis und ihre Wähler entstammen nach dieser Vorstellung nicht einer konkreten historischen Situation, sondern sind direkt der Hölle entstiegen – und das kann dann natürlich jederzeit wieder geschehen. Es gibt in diesem magischen Denken für den NS-Staat keine besonderen Entstehungsbedingungen in der Realität, sondern der böse Wille einiger Akteure genügt für ein da capo unter jeglichen Umständen. Da Frau Reschke offenkundig an einem geschlossen linken Weltbild laboriert, müssen diese Teufelsbündner rechts sein (was noch die freundlichere von den beiden möglichen Annahmen über ihre Motive ist; wie immer in  solchen Fällen haben wir es mit den Alternativen Dummheit oder Niedertracht zu tun; es kann auch reine Perfidie sein...)
Wenn unsere Panorama-Moderatörin also entweder schlauer oder redlicher wäre, käme sie von selbst auf die Idee, dass etwa ein Höcke zugleich Linkspopulist und Rechtspopulist ist. (Oder was meinen Sie, geneigter Leser, warum die AfD wohl never ever ein Rentenkonzept vorlegen wird?) Aber ein Nazi ist der Mann sicher nicht. Ein Nazi ist ein Mensch, der die nationalsozialistische Weltanschauung vertritt. Deren Kern besteht – oder besser: bestand – in der Überzeugung, dass die Weltgeschichte im Wesentlichen Kampf sei, allerdings nicht, wie die Marxisten behaupteten, von Klassen-, sondern von Rassenkämpfen geprägt werde; dass eine Rasse, die arische, den anderen himmelhoch überlegen sei und sie deshalb für alle Zeiten als Helotenethnien (Slawen, Schwarze etc.) zu unterjochen habe, die Juden indes wegen ihrer doppelgesichtigen Gefährlichkeit – halb Bolschewisten, halb Plutokraten – ausrotten müsse. Die Volksgemeinschaft für diese Schlachten fit zu machen, sei die eigentliche Aufgabe der Politik. Ein Nazi ist mithin nicht Herr Höcke, sondern ein Mensch, der das eben Beschriebene meint; wer einen kennt, möge vortreten.
Diejenigen, die heute mit dergleichen Kosenamen bedacht werden, unterscheiden sich von den Nazis zunächst einmal grundlegend durch ihre defensive Einstellung. Sie wollen niemanden unterjochen und niemandes Land erobern, sondern sie fürchten, selber überrannt und erobert zu werden.

Sie sorgen sich, ihre Heimat zu verlieren. Das kann man paranoid finden, aber weil Gott Biologist ist, liefert er die einschlägige Anschauungs- und Beweismittel in Gestalt der globalen Demographie; da sind die Trends eindeutig. Afrika wird nach offiziellen Prognosen zum Jahrhundertende vier Milliarden Bewohner haben, die Bevölkerung Asiens wird noch zahlreicher sein, Europa bei einer Dreiviertelmilliarde stagnieren und aufgrund eines viel höheren Durchnittsalters seiner Bevölkerung im vitalen Sinne unterlegen sein. Der Islam wird bis 2075 zur numerisch stärksten globalen Glaubensgemeinschaft aufsteigen. Zugleich fördern die westlichen Eliten die globale Völkerwanderung, die nur eine Richtung kennt, nach Kräften. Nein, paranoid sind die Rechtspopulisten offenbar nicht. Die Linken können ihnen allenfalls vorwerfen, dass sie nicht bereit sind, ihre Heimat und ihren Besitz mit ethnisch-kulturell Fremden zu teilen.   (mehr hier)

Fanatismus

Es gibt ein Foto von Angela Merkel und Greta Thunberg vom Klimagipfel in New York im Herbst 2019, das zwei Fanatikerinnen unserer Zeit zeigt. Die eine ist eine jugendliche, aus psychiatrischer Sicht kranke Fanatikerin, die besessen für die Rückgängigmachung der industriellen Revolution kämpft – eine Neoromantikerin, die, wie einst der geistige Vordenker des Nationalsozialismus Martin Heidegger, das Heil durch eine Rückkehr zum Agrarzeitalter propagiert. Die andere ist eine psychisch weitgehend gesunde, hochintelligente, berechnende Fanatikerin, allenfalls eine Soziopathin, die folgende Hauptziele verfolgt:
1. zugunsten eines transnationalen, demokratisch und rechtsstaatlich nicht ausreichend legitimierten Staatenverbundes,
2. Umbau der Gesellschaft durch chronische Migration von Menschen aus rückständigen Kulturräumen nach Europa und
3. “Transformationen von gigantischem historischem Ausmaß”, die zum Ziel hat, “die gesamte Art des Wirtschaftens und des Lebens, wie wir es uns im Industriezeitalter angewöhnt haben, in den nächsten 30 Jahren zu verlassen.” (so Merkel Anfang des Jahres in Davos).

Damit ist ihr Denken in diesem Punkte sehr nah an dem der autistischen (oder prodromal psychotischen) Thunberg. Merkels Programm ist insgesamt durch und durch fanatisch, es hat eine schlagartige Veränderung der historisch entstandenen Kultur zum Ziel. Dass sie es als Staatschefin einer der führenden Industrienationen formuliert und durch Grenzöffnung, Eurorettung, Vertiefung des EU-Zentralismus und Deindustrialisierung auch politisch umsetzt, zeigt, dass wir es nicht mit einem rein kulturellen, sondern mit einem handfesten Machtproblem zu tun haben: Der Fanatismus ist politische Wirklichkeit, das zeigen auch Merkels Aussagen zu Thüringen. Sie beweisen, dass Merkel ihren Kurs bis an den Rand der Legalität mit allen Mitteln durchzusetzen versucht, auch gegen die demokratische Willensbildung eines föderalen Teilstaates der Bundesrepublik.
Wenn Merkel und andere Politiker Europas mit ähnlichen Zielvorstellungen ihre Ziele durchsetzen würden, bedeutete dies durch die Denationalisierung das Ende der Rechtsstaatlichkeit, der demokratischen Repräsentation und der nationalen Selbstbestimmung: Am Ende des Prozesses stünde ein Willkürstaat wie in Frankreich unter Napoleon oder in der DDR unter Erich Honecker. Durch weitere Migration käme es zu Unruhen, Aufständen, Pogromen und anderen Formen interkultureller Gewalt. Durch eine Fortsetzung und Vertiefung der Deindustrialisierung zu Not und Hunger. Durch die Interaktion aller Aspekte und die zu erwartende Finanzkrise käme es am Ende zu offener Gewalt innerhalb von und zwischen Staaten – wie stets bei echten Fanatiker-Regierungen.  Johannes Eisleben

Pretoria

Ihr Diktum sprach sie von der Hauptstadt eines Landes aus, das nach dem Ende der Apartheid einen langen und nur bedingt erfolgreichen Versöhnungsprozess begann, in dem beide Seiten allerdings grundsätzlich Vergebung für Mord, Folter und Terror für möglich hielten.
Vor dieser Folie erhält Merkels Diktum „unverzeihlich“ noch eine ganz eigene Wucht. Sie klassifiziert mit „unverzeihlich“ den Wahlakt eines Landesparlaments als Schuld, die nie abgetragen werden kann, als Vorgang, für den es keine Milderung gibt, auch nicht später. Damit begab sie sich, für viele in diesem konfusen Moment unbemerkt, in die singuläre Position einer politischen Kraft, die von einer Schuld lossprechen kann, oder, wie in diesem Fall, den Betreffenden die Verzeihung verweigert. Dass sich die Spitze der Exekutive als letzte Instanz sieht, die persönlich über Parlamentsabgeordnete richtet, sie öffentlich wägt und für moralisch unzurechnungsfähig erklärt – das gab es in der Geschichte der Bundesrepublik bis zu Merkels Pretoria-Auftritt noch nicht.
Wofür hält sich diese Frau?
Der Frage, wofür sich jemand hält, und für wen er gehalten wird, ging im Kaiserreich der Historiker Ludwig Quidde nach. Im Jahr 1894 veröffentlichte der Gelehrte eine schmale Broschüre von nur 17 Seiten mit dem Titel „Caligula. Eine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn“. In dem Brevier zeichnete er das Leben des römischen Kaisers Caligula mit kräftigem und karikierendem Strich. Den Namen von Kaiser Wilhelm II., der seit 1888 regierte, erwähnte er an keiner Stelle. Trotzdem erkannten die Zeitgenossen bestens, wer hier porträtiert wurde:

„Der Kaiser konnte keine selbständige Kraft neben sich ertragen; er wollte sein eigener Minister sein, und nicht nur das: auf jedem Gebiet auch selbständig eingreifen“ […]
„Der durchgehende Charakterzug seiner Maßregeln war eine nervöse Hast, die unaufhörlich von einer Aufgabe zur andern eilte, sprunghaft und oft widerspruchsvoll, und dazu eine höchst gefährliche Sucht, alles selbst auszuführen.“

Die Gelassenheit, mit der das kaiserliche Deutschland auf den Publizisten reagierte, kam in erster Linie aus der Stärke seiner Ordnung. Die neunziger Jahre gelten in der Geschichtsschreibung heute als nervöses Jahrzehnt. Aber das Deutsche Reich litt nicht unter einer inneren Dauerhysterie. Das lag nicht zuletzt an der aus heutiger Sicht geradezu märchenhaften publizistischen Vielfalt, in der sich jeder seine Stimme verschaffen konnte.

Die These, dass es im Kaiserreich von 1894 liberaler und entspannter zuging als im besten Deutschland aller Zeiten 2020 – diese These kann der Autor hier vertreten. In den allermeisten Zeitungen könnte er es nicht. Gerade Redakteure, die bei Quidde erst googeln müssten und Wilhelm II für einen Diktator halten, würden mit schlagenden Argumenten wie Tss und Pff antworten, vielleicht auch ausführlich mit Unerhört.
Über einen Abgeordneten, der im Bundestag einen Vergleich von Kaiserreichsliberalität zu der von heute zur Debatte stellen würde, bräche ein Strafgericht herein. Und zwar in allen Fraktionen mit Ausnahme der AfD zuallererst von den eigenen Kollegen.
Wahn und Übergeschnapptheit verteilen sich 2020 wesentlich breiter als unter Wilhelm II. Beides ist gewissermaßen demokratisiert.
Und ein kollektiver Wahn wirkt natürlich gleich viel vernünftiger als der einer einzelnen Figur an der Spitze.    Wendt

Organisierte Kriminalität macht sich deutschen Rechtstaat zunutze

Ein "mutmaßliches" Clanmitglied aus Montenegro hat sich für die Behandlung seiner Schußwunden nach Hannover einfliegen lassen. Den für die Behandlung notwendigen Polizeischutz trage das Land Niedersachsen. „Mir gefällt es nicht, aber es ist, wie es ist. Da gegen den Patienten in Deutschland kein Haftbefehl vorliegt und er ohne Visum bis zu 180 Tage im Land bleiben darf, greift der Rechtsstaat“, sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) der Bild-Zeitung.
Der Mann, der über 23 Schußverletzungen aufweise, liege auf der Intensivstation des Hochsicherheitstrakts der Medizinischen Hochschule Hannover. Die Station werde von 15 Polizisten gesichert.

Der Verletzte trage die Behandlungskosten selbst. Den Polizeieinsatz, der vor allem dem Schutz unbeteiligter Dritter, des Personals und der Patienten des Krankenhauses diene, zahle das Bundesland, so Pistorius.
Bei dem Mann handelt es sich laut Bild um ein hochrangiges Mitglied eines Clans, das bereits Ende Januar bei einem Angriff in Montenegro lebensgefährlich verletzt wurde. Nach einer Not-Operation habe er sich nun nach Deutschland bringen lassen, da er sich hier eine bessere Behandlung erhoffe.

„Sollen wir jetzt ernsthaft vor jeder Behandlung eines Ausländers klären, ob er vorbestraft ist?“ fragt der Direktor der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie Axel Haverich. mit dem gemütvollen, für Hannoveraner kennzeichnenden Scharfsinn eines Wulffs.




Die deutschen Behörden (und Krankenhäuser!) werden mit der Zeit schon lernen, dass so viel Öffentlich bei Angelegenheiten wie dieser auf die Dauer unerquicklich ist und fürderhin im stillen Geheimen, ohne uniformierte Beamte agieren. Womöglich in der schützenden Anonymität einer Privatklinik, wie in Ländern üblich, in denen der Staat sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt, andererseits aber nicht die Mittel besitzt, um die Mafia zu beseitigen und dritterseits nicht einmal den Willen oder Wunsch, dies zu tun. Die Clankriminalität wird wachsen in Deutschland. Die Clanmentalität auch. Bald werden wir todesmutige Rechtsanwälte wie Ambrosoli und todesmutige Richter wie Falcone brauchen (und höchstwahrscheinlich nicht finden, weil Deutschland der postheroischste Sektor Europas ist und nie Antikörper gegen diese Gefahren entwickelt hat, mit denen es unvermeidlich durch die allgemeine Migrationsmobilisierung konfrontiert wird). Irgendwann wird Deutschland vielleicht zum ersten Mal in seiner Geschichte auch eine eigene deutsche, eine teilweise auch ethnisch deutsche Mafia haben - wie sie sich nicht einmal während der deutschen Auswandererströme nach Amerika im 19. Jahrhundert formiert hatte - und man wird hoffen, dass dieselbe nun, wo es sie endlich gibt, den Ehrgeiz entwickelt, effizienter als 'Ndrangheta, russische, italienische und chinesische Mafia zu sein und sogar dem israelischen Geheimdienst eine lange Nase zu drehen, so wie sich die Dinge mittlerweile entwickeln. Wie sehr deutsche Journalisten danach dürsten, sich lüstern an organisierter Gesetzlosigkeit zu berauschen, kann man schon heute an Artikeln wie diesem erkennen. Sic transit gloria Germaniae! Eine Nation muss wissen, ob sie lieber zu den mutmaßlichen Polizisten gehört oder lieber zu den mutmaßlichen Gaunern, und irgendwann weiß sie es eben und erkennt in Haverich (und Merkel! vergessen wir - gelobt sei ihre Unerbittlichkeit! - ja die Merkel nicht!!) einen ihrer Pioniere. Entsprechende Narrative werden sich finden.

2017 schlug ernsthaft jemand vor, irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern eine Kopie von Damaskus aufzubauen, um dort Syrer anzusiedeln und so heimische Stimmung für die Süd-Ossis zu gewährleisten. "Las Vegas" heißt auf deutsch "die Auen". Und ein absurdes Projekt wie Las Vegas wäre wohl nie in die Tat umgesetzt worden, wenn sich nicht die Kosher Nostra und die Cosa Nostra dafür begeistert hätten. Wie wäre es mit einer Kösener Nostra? Ohne robusten Traditionalismus kann keine Mafia bestehen, so wie auch eine Polizei und ein Heer, die nicht fest in der kulturellen Tradition des eigenen Volkes verwurzelt sind, keinen Bestand haben können. Selbst dann nicht, wenn Titus Gebel die Erinnerung an die Hanse wach hält und Emanuel Geibel für Durchhalteparolen  "missbraucht wird".

In Deutschland brüsten sich engstirnige, nur an Karriere und Seilschaften interessierte SPD-Bürokraten wie Holger Münch damit, doppelt so viele Mafiosi zu verurteilen wie Italien, und gleichzeitig werden die Strukturen der Mafia in Deutschland immer effizienter und vitaler, obwohl Saviano immer wieder davor gewarnt hat und die italienische Polizei seit Jahrzehnten darauf dringt, dass Deutschland Gesetze erlässt (zum Beispiel), die die Geldwäsche erschweren.