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Mittwoch, 27. März 2019

Webers Webfehler

Der Spitzenkandidat der EVP, der CSU-Politiker Manfred Weber, kam anlässlich der Vorstellung des Wahlprogramms für die Europawahl zu Wort. Abgesehen davon, dass er ankündigte, sein Amt missbrauchen zu wollen, sagte er u.a.: Wer einen Dexit in den Raum stellt, wie es die deutsche AfD macht, der gefährdet Arbeitsplätze, der gefährdet Zukunft, der gefährdet die Idee, dass wir unsere europäischen Werte global durchsetzen können... Hier, ab 2:50
Manfred Weber möchte also europäische Werte durchsetzen, und das global, nicht nur von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt, wie es noch August Heinrich Hoffmann von Fallersleben vorschwebte. Dagegen wäre möglicherweise nichts einzuwenden, wenn um so etwas wie Impfpflicht, Geburtenkontrolle und gleiche Rechte für Frauen gehen würde. Allein mit diesen drei Maßnahmen ließe sich das Elend in Afrika nachhaltig eindämmen. Leider aber sagt uns Manfred Weber nicht, welche europäischen Werte er global durchsetzen möchte. Die deutsche Willkommenskultur, das französische Streikrecht, die griechische Finanzpolitik, den spanischen Föderalismus oder das schwedische Modell der Prostitution. Wir wissen es nicht, und er sagt es uns nicht. Er sagt nur, dass es die deutsche AfD ist, die Arbeitsplätze und Zukunft gefährdet – nicht etwa die Kanzlerin mit ihrer Energiepolitik, Volkswagen oder die Deutsche Bank.

Wer allen Ernstes und vollnüchtern glaubt, dass wir unsere europäischen Werte global durchsetzen können, der hat nicht nur einen an der Klatsche, sondern gleich einen ganzen Katalog an Scherzartikeln. Der hat sich auch für das Amt des Präsidenten der Europäischen Kommission qualifiziert. Herzlichen Glückwunsch und viel Erfolg, Manfred, und nimm bitte Jens Riewa und Katarina Barley als Stützpfeiler mit! 

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