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Dienstag, 22. Oktober 2019

Irr

'Errare (Errasse) humanum est, sed in errare (errore) perseverare diabolicum.' (Sophronius Eusebius Hieronymus [*347 – †420, Dalmater, kurzzeitig Sekretär des Papstes Damasus, dann Eremit in Syrien; Schutzpatron der Übersetzer; Gedenktag: 30. September]; in Anlehnung an Marcus/Lucius Annaeus Seneca [*~55 v.Chr.  – †~40, Rhetor aus Hispania], 'Epistulae morales' VI,57,12, oder Marcus Tullius Cicero [*106 v.Chr.  – †43 v.Chr., Anwalt und Rhetor in Rom] 'Orationes Philippicae' 12,2  – die es beide noch nicht so mit 'teuflischen Mächten' hatten), was wie folgt übersetzt wird: 'Irren ist menschlich, ABER auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.' (Scholie 2019: Dieses 'Aber' mit Brandtscher Emphase und rollendem 'rrr' in den Raum zu schleudern, ist ein typisch scholastischer Schlenker, um Zuhörern/Lesern einen gewollten Schwarz-Weiß-Unterschied im bunten Spektrum des Seins deutlich auszumalen.)
Nein, die kleinen Irrtümer sind es nicht, welche die Tragik intelligenter Menschen unserer 'Zeit der Richter' ausmachen. Es ist das penetrante Bemühen, zu den Richtern zu gehören, anstatt es bei getreuer Zeugenschaft oder wortgewaltiger Advocatur zu belassen. Das Richteramt erfordert höhere geistige Fähigkeiten als 'ira et missio'. Und 'IQ' ist noch lange kein Maßstab für diese erforderlichen Fähigkeiten. (bei MK am 20. 10.)

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