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Samstag, 16. Oktober 2021

Oberbayern und Dänen

Annalena, Robert & Christian (und ein bisschen Olaf) – das werden Haltungsmedien demnächst wohl „Fortschrittskoalition“ nennen. Denn die eifrigen Dreieinhalb wollen „die Weichen für ein Jahrzehnt der sozialen, ökologischen, wirtschaftlichen, digitalen und gesellschaftlichen Erneuerung stellen“. Aber keine Angst: Alles bleibt wie bei Merkel.

*Private und staatliche Investitionen sollen schneller und effizienter umgesetzt werden können, heißt es im 12-seitigen Sondierungspapier. „Dazu wollen die drei Parteien die Genehmigungsverfahren ‘mindestens’ halbieren“. Die Verfahren halbieren? Oder die Verfahrensdauer? Hat die Welt unsauber zitiert oder Annalena den Satz formuliert? Egal.

*Natürlich gibt es auch einen Digitalpakt. Nur ohne Dorothee.

*„Wir werden keine neuen Substanzsteuern einführen und Steuern wie zum Beispiel die Einkommen-, Unternehmens- oder Mehrwertsteuer nicht erhöhen.“ Den Punkt sollten Sie vielleicht aufheben, um gelegentlich daran erinnern zu können.

*Das gleiche gilt für dieses Versprechen: „Es wird keine Rentenkürzungen und keine Anhebung des gesetzlichen Renteneintrittsalters geben.“

*Da geschätzt 99% der Asylanten über sichere Drittländer einreisen, macht der Ansatz „die Asylverfahren zu beschleunigen“ eigentlich keinerlei Sinn, ein „legale Wege schaffen“ umso mehr. Aber das war ja auch unter Merkel nicht anders, siehe zuletzt die „Ortskräfte“.

*Familienzusammenführung, Klimaschutz, Digitalisierung, kein Punkt, der nicht schon in „Angela Merkel. Die großen Reden“ abschließend behandelt worden wäre. Nach „Wahlalter auf 16 herabsetzen“ wäre die CDU dann endgültig weg vom Fenster. Mit den Formulierungen „Rückführungen beschleunigen“ (wohin?), „kein Tempolimit auf der Autobahn“ und „Superabschreibungen“ hat auch der Christian seine Durchsetzungskraft unter Beweis gestellt.

Wachsende Armut, Energiekrise durch „Energiewende“, steigende Kriminalität: Hier gilt auch weiterhin der Merkelsche Grundsatz: Tatsachen schafft man dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

Winnetou (in indirekter Rede)

Norwegische Medien berichteten über Youtube-Videos, in denen ein Mann, bei dem es sich um den verdächtigen Dänen handeln soll, sich als Muslim bezeichne und eine Handlung angekündige. Ein Sprecher des Sicherheitsdienstes sagte, er kenne das Video nicht und könne auch nicht bestätigen, dass es sich darin um den Inhaftierten handelt. Es sei aber sehr wahrscheinlich. „Tat wirkt wie ein Terrorakt“: Motiv des Täters nach Angriff in Norwegen weiter unklar.

Nun äußern Behörden Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des 37-jährigen Dänen, der in Norwegen vier Frauen und einen Mann umbrachte. Warum? Weil er die ihm Unbekannten mit Pfeil und Bogen ermordete? Weil er zum Islam konvertiert war und wegen seiner Radikalisierung unter Beobachtung stand? Wieso wird eigentlich dauernd so getan, als sei Leute mit Pfeil und Bogen zu erschießen typisch dänisch? Warum schreiben sie nicht "jemand" oder "eine Person" oder "die oder der Verdächtige", statt immer "der verdächtige Däne". Das ist doch purer Antidanismus. Man könnte meinen, man müsse sich vor Dänen in Acht nehmen.

Jedenfalls sitzt bald auch in Norwegen ein grausamer Mörder eine kurze Strafe mit Körbeflechten und Stuhlkreisen in einer Irrenanstalt ab, anstatt bestraft zu werden.

 

Im Münchner Hauptbahnhof hat ein Besoffener einen älteren Mann hinterrücks und anlasslos vor einen einfahrenden Zug gestoßen. Jaja, natürlich gibt es keine näheren Angaben zu Einmann (die tz nennt ihn „Oberbayer“). Und selbstverständlich wird ermittelt: Wegen „Körperverletzung, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“. Wir sind schließlich ein Rechtsstaat! Außerdem sei, so die Presse, „der jüngere Mann wegen ähnlicher Delikte bereits auffällig geworden“ (????). Klapse schon voll?

 

Apropos ‘wegen ähnlicher Auftritte immer wieder auffällig geworden’: „Freu mich auf Ihre Illner-Besprechung: Liefers versus Klaberbauterbach“, schrieb „fröhlich grüßend“ Leser*. Nix da! Besprechungen von Auftritten des salzarmen Karl kosten extra. Freiwillig hören wir uns den Schwätzer nicht mehr an. Aber nix für ungut, Leser*, geben Sie einfach Karl Lauterbach in die obige Suchmaske ein, da können Sie alles nachlesen, was dem Wirrologen je entfleuchte.

 

Ein Institut mit langem Namen hat eine Studie erstellt und die FAZ zitiert den Unsinn kritiklos: Der Besitz der deutschen Staatsbürgerschaft führe bei Migrantenkindern „zu messbaren Verbesserungen bei schulischen Kriterien wie Noten und Versetzung“, woraus grünrote Pädagogen den Schluss ziehen dürften, dann gebt allen die Staatsbürgerschaft.

Dummerweise aber finden sich laut dieser Studie „kaum Auswirkungen der Staatsbürgerschaft auf die Ergebnisse in standardisierten Leistungstests“, wie die „Wissenschaftler“ ungläubig zugeben mussten („außer bei Kindern aus Mittel- und Osteuropa, deren Familien eingebürgert wurden“).

Vielleicht hilft ja auch in der „Wissenschaft“ der Merkelsche Grundsatz „Tatsachen schafft man dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert“ weiter.

P.S.: Ob die „beiden Familien“, die sich in Hagen wegen „falsch“ geparkter Autos stritten (vier Verletzte) auch schon die deutsche Staatsbürgerschaft haben? Man liest da nix drüber.

 

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